Wie erging es Euren Kids bei der Eindosierung?

Startbeitrag von sylvi68 am 25.01.2007 13:29

Hallo,

erstmal allen vielen Dank für Eure Tipps und Euren Zuspruch.

Nach langem Gequengel beim KiPsy habe ich ganz schnell einen Termin zur Medikamentenverschreibung erhalten. Unser Sohn soll nun folgendermaßen eindosiert werden:
je eine halbe Tab. Methylphenidat am Morgen, in der Pause und nach der Schule.

Wir haben gestern früh begonnen und festgestellt, dass diese Verteilung nicht möglich ist, da ich meinem 6 Jährigen (der in den Hort geht) nicht Psychpharmaka zur "freien Verfügung" mitgeben möchte.
Er ist in allem äußerst unzuverlässig, verliert ständig Dinge und ich habe große Angst, dass ev. andere Kinder mit den Medikamenten in Kontakt kommen könnten.

Die Ärztin meinte jedoch, dass nach ihrer Erfahrung alle Kinder wunderbar mit der Selbstmedikation umgehen könnten.

Ehrlich, ich kann mir das bei einem so kleinen Kind einfach nicht vorstellen. Ich habe einfach Bedenken!!

Wie macht Ihr das denn? Soll ich ein Retardmedikament verlangen oder die Lehrerin und die Horterzieher bitten?

Ich habe gestern die Lehrerin auch gleich nach der Schule befragt, ob ihr etwas aufgefallen wäre (sie wusste noch nichts von der Medikation). Leider hat sie das verneint.

Jetzt plagen mich große Ängste, dass die Medis evt. nicht anspringen (ist doch bei 20 % der Kinder so).

Wie war das bei Euch? Gab es da gleich den großen Durchbruch??

Freue mich über Eure Erfahrungen zu hören!!

Sylvi

Antworten:

Hallo Sylvi,

also beim Einschleichen mit Medikinet habe ich noch keinen Erfolg entdecken können, erst als sie ca. eine Woche täglich 15mg bekam, war der Erfolg sichtbar.
Meiner Meinung nach ging es trotzdem sehr schnell, denn laut Arzt kann es bis zu sechs Wochen dauern, bis ein Erfolg sichtbar ist.
Aber bei den meisten dauert es nicht zu lange.
Seitdem die 15mg morgens nicht mehr ausreichend waren, wurde auf 20mg Medikinet Retard umgestellt, dabei haben wir dann sehr schnell sichtbare Erfolge festgestellt, nicht nur in der Schule...auch bei den Hausaufgaben.
In der Schule nachzudosieren fand unser Arzt vermutlich zu riskant...ist mir auch lieber, bevor die Medi´s falsch genommen, weggeschmissen werden oder in andere Kinderhände gelangen.

Es gibt natürlich auch Kinder bei denen es gut funktioniert, mit dem Nachdosieren...aber sicher sind diese Vernünftiger oder älter als unsere.

Hab Geduld Sylvi und sprech doch mal mit der Klassenlehrerin ob diese die Medikamente aufbewahrt und Nachdosierung übernimmt.

Würde mich freuen später Erfolgserlebnisse zu hören. *schmunzel

Liebe Grüße Yvonne



von Yvonne_R. - am 25.01.2007 13:48
Hallo Sylvi,

ich wuerde einfach mal die Erzieherin ansprechen. Wenn sie nicht bereit ist, ihm die Nachdosierung zu geben, kannst Du Dir immer noch was anderes einfallen lassen (mein Kipsy. hat sogar vorgeschlagen, die Tablette in Saft aufzuloesen und ihm einzubleuen, er muss den ganzen Saft in der Pause trinken - wir haben's nie probiert, weil wir nicht nachdosieren), vielleicht in ein Stueck Schokolade druecken und ihm sagen, er muss es in der Pause essen.

Als bei uns die Medi-Gabe anstand, hab ich die Lehrerin angesprochen, sie war entsetzt, von wegen Kindern Drogen geben etc. Dann hab ich die Medis mal gegeben und sie eine Woche spaeter wieder gefragt. Da meinte sie: Wow - der Kleine scheint jetzt viel offener, in sich selbst ruhend und gluecklich zu sein! Es geht also!

Viel Glueck

Karin

von Karin H.S. - am 25.01.2007 14:13
Hallo Sylvi!
Meine Tochter(9 Jahre) bekommt seit 16 Tagen Medikinet retard( also einmal morgens 20mg).Habe hier schon oft gelesen, dass viele Ärzte erstmal Medikinet in Tablettenform verschreiben und das auch die Dosis erst ganz langsam erhöht wird. Der Kinderneurologe bei dem wir sind, hat gleich Retard 20mg verschrieben.

Am Anfang hatte ich Sorge, dass die Dosis bestimmt zu hoch ist, weil der Körper ja noch garnicht an das Medikament gewöhnt ist. Es gab tatsächlich einpaar Nebenwirkungen ( leichte Übelkeit und Bauchschmerzen zb), aber das führe ich nicht auf die Dosis zurück, sondern denke, dass das einfach die Eingewöhnungsphase ist. Seit einpaar Tagen hat sie nicht mehr von Bauchschmerzen etc. gesprochen, ist einfach nur vergnügt und ausgeglichen , super konzentriert in der Schule.

Deine Bedenken wegen der Tabletteneinnahme kann ich voll und ganz verstehen. Einem 6-jährigen würde ich dieses Medikament auch nicht einfach so mit in die Schule geben...Selbst wenn die Lehrerin und die Erzieher im Hort sich bereit erklären, deinem Sohn die Medis zu verabreichen, sind das immernoch zwei "Fremde" auf die du dich tagtäglich verlassen müßtest...

Also alles in allem würde ich in deinem Fall ( wenn es möglich ist) auf ein Retard umsteigen. Du wärst dann ganz sicher, dass er sein Medikament auch wirklich genommen hat,- und zwar auf "vollen Magen" (also nach dem Frühstück), und auch für ihn wäre es sicher angenehmer das Med. nur einmal am Tag nehmen zu müssen.

Wenn es Probleme beim Schlucken der Kapsel geben sollte: Kapsel einfach öffnen und Pellets auf einen Löffel Apfelmus geben. Dieses hat uns der Neurologe empfohlen, da unsere Tochter die Kapsel nicht runterbekam. Die Retard Wirkung des Med. wird durch das Öffnen der Kapsel nicht beeinträchtigt, da sie auf der unterschiedlichen Lackumhüllung der Pellets berruht und nichts mit der Kapsel an sich zu tun hat. Die gleichzeitige Gabe von Apfelmus oder O-Saft ist aber ganz wichtig (saures Millieu).

Mach dir bitte keine Sorgen, ob das Med. vielleicht bei deinem Kind nicht anschlägt! Nach dem ersten Tag kannst du keine Wunder erwarten.Bei unserer Tochter waren zwar schon am zweiten Tag Veränderungen sichtbar ( hat sich endlich mal ausgiebig mit Malen und Lesen beschäftigt, etc), kenne aber genausogut Kinder, bei denen die ersten zehn Tage keine großen Veränderungen sichtbar wurden. Das hängt immer vom Einzelfall ab. Sei noch etwas geduldig, bestimmt wirst auch du schon bald von positiven Veränderungen hier berichten könnnen! Bis dahin ganz liebe Grüße

motoki

von motoki - am 25.01.2007 15:58
Hallo Sylvi,

eigentlich ist das schon richtig-ganz langsam mit dem MPH anzufangen. Ich habe irgendwo gelesen, daß es sehr wichtig wäre, denn somit würde der Hirnstoffwechsel angeregt. Man soll nicht gleich mit so hohen Dosen loslegen.

Sicher ist das nicht immer durchführbar. Deshalb wurden die Kinder ja früher auch stationär eingestellt, jetzt wird es den Eltern und Lehrern überlassen, die richtige Dosis zu finden.

Bei meiner Tochter wurde mit 5 md Medikinet am Morgen begonnen. Das hat gar nichts gebracht. Nach einer Woche bat ich die Kipsy um Rat. Wir erhöhten auf Medikinet 20 mg ret.-war gleich bisschen viel, aber ich wollte es eben auch nicht mit in die Schule geben. Es zeigte vom 1. Tag an Wirkung, allerdings hatte sie in den ersten Tagen stark mit dem Rebound zu kämpfen.

Also, hab keine Angst. In Deiner Situation würde ich auch zum Ret. greifen, dann bist Du auf der sicheren Seite und das Kind kommt gut über die Schulzeit.

Liebe Grüße von Andrea

von AnJu - am 25.01.2007 23:19
hallo,

wir haben auc schleichend angefangen,mit 5 mg...dann 10mg...
unsere psychologin ist gegen selbstmedikation.
in der schule bekommt er auch keine.Denn wie schon gesagt:wenn sie verloren geht oder in falsche hände kommt.....

ab heute sind wir bei 10mg gleich nach dem aufwachen und eine 20mg retard nach dem frühstück.

er denkt von ganz allein dran.und der vorteil bei retard ist ebend,das sie nur einmal gegeben werden muss und ich meinen sohn nicht nachmittags heinm zietieren muss um seine medis zu nehmen.

lg
nadine

von Nadineschwarz - am 27.01.2007 07:30
Hallo,

sylvi68 schrieb:
Zitat

Nach langem Gequengel beim KiPsy habe ich ganz schnell einen
Termin zur Medikamentenverschreibung erhalten. Unser Sohn
soll nun folgendermaßen eindosiert werden:
je eine halbe Tab. Methylphenidat am Morgen, in der Pause und
nach der Schule.


Das ist eigentlich etwas ungewöhnlich, üblicherweise schleicht man die Dosis ein.

Zitat

Wir haben gestern früh begonnen und festgestellt, dass diese
Verteilung nicht möglich ist, da ich meinem 6 Jährigen (der
in den Hort geht) nicht Psychpharmaka zur "freien Verfügung"
mitgeben möchte.


Hort ist ja eigentlich ein Kindergarten, oder?
Bei uns ist es so, das die Erzieherinnen für die Medikamentierung zu einer bestimmten Uhrzeit zuständig sind.
Dafür gibt es einen Vordruck auf der die Medikamentierung vom Arzt attestiert wird.

Zitat

Er ist in allem äußerst unzuverlässig, verliert ständig Dinge und ich habe große Angst, dass ev. andere Kinder mit den
Medikamenten in Kontakt kommen könnten.


Das wäre auch beim einem 6-7jährigen Kind nicht wirklich sinnvoll.

Abgesehen davon könnte ich mir denken, das 5 mg schlicht und ergreifend zu wenig sind?


Zitat

Die Ärztin meinte jedoch, dass nach ihrer Erfahrung alle
Kinder wunderbar mit der Selbstmedikation umgehen könnten.

Halte ich bei einem 6jährigen für etwas illusorisch ...

Zitat

Wie macht Ihr das denn? Soll ich ein Retardmedikament
verlangen oder die Lehrerin und die Horterzieher bitten?

Als unserer noch 2 Einzeldosen bekam, wurden die von den Erzieherinnen gegeben, die halt jeweils eine Monatsdosis vor Ort hatten.

Unsere Kinderärztin hat dann nach einiger Zeit von den 2 Einzelgaben (8 + 11 h) umgestellt auf das Retardpräparat.
U.a. damit die Stigmatisierung "Der muss ein Medikament nehmen" - gar nicht erst großartig anfängt.

Zitat

Ich habe gestern die Lehrerin auch gleich nach der Schule befragt, ob ihr etwas aufgefallen wäre (sie wusste noch
nichts von der Medikation). Leider hat sie das verneint.

Wenn die Dosierung mit 5 mg zu niedrig ist, ist das auch nicht wirklich verwunderlich.

Bei unserem setzt die Wirkung nach ca. 20-25 Minuten ein.
Bei 5 mg ist die Wirkung nach ca. 45-60 Minuten wieder "raus".

Ist Dein Junge also die ersten 30-45 Minuten in der Schule ruhiger, dann wird das der Lehrerin kaum auffallen.


Zitat

Jetzt plagen mich große Ängste, dass die Medis evt. nicht anspringen (ist doch bei 20 % der Kinder so).

Nun - dafür wurde bei uns ein 4wöchiger Doppelblind-Versuch gemacht. Während der Zeit mussten alle Beteiligten die Connorbögen ausfüllen.

Zitat

Wie war das bei Euch? Gab es da gleich den großen Durchbruch??

Die Wirkung merkte man unmittelbar - es war nur zum heulen, das die nicht sehr lange anhielt am Anfang.
Jetzt wo wir die richtige Dosierung haben, funktioniert er von ca. 8-16 h richtig gut.



von Christa - am 31.01.2007 19:26
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