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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
15
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
BB, Annette B., lusian, marlchen, motoki

"anderes" Denken - HSU-Test

Startbeitrag von BB am 28.01.2007 13:33

Hallo,

wir haben da ein Test-Problem und ich hätte gerne Eure Meinung dazu gehört...

Also, es ging um die 12 Monate, das Jahr und die Jahreszeiten. Insgesamt gab es 32 Punkte und mein Großer kam mit 15 Pkt. an. Soweit so gut.

Erstmal hab ich mich ziemlich über ihn geärgert, weil wir wirklich jeden Tag den Stoff wiederholt haben, und er offensichtlich doch so wenig wußte. Aber bei genauerem Hinschauen stellt sich heraus, das er schon alleine 6 Punkte eingebüßt hat, weil er anstatt August "8 Monat", anstatt November "11 Monat" und so weiter geschrieben hat.

Eine Aufgabe hieß z.B.:
In welchem Monat ist Schulanfang? Mein Sohn schrieb: 9 Monat - 0 Punkte usw.
Eine andere Aufgabe:
Schreibe die Jahreszeiten auf und nenne einen dazugehörigen Monat.
Er schrieb z.B. Frühling - 5 Monat

Nun ist klar - er hätte natürlich September bzw. Mai hinschreiben soll, aber 0 Punkte darauf, obwohl er ja den "richtigen" Monate erkannt hat? Finde ich dann doch nicht ganz korrekt.

Soll ich mit der Lehrerin reden? Wahrscheinlich denkt sie dann wir sind nervig... Eigentlich haben wir ein gutes Verhältnis zu ihr. Möchte das natürlich nicht unnötig belasten.

Er hat dieses Halbjahr noch keine Noten, aber die Arbeiten werden für die Jahresnoten doch dazu genommen und da es doch recht viele Punkte ausmacht... Auf der anderen Seite: Vielleicht seht es Ihr ja genauso wie die Lehrerin und ich liege total falsch?!

Ich muß dazu sagen, sie ist insgesamt sehr genau und läßt recht wenig Spielraum.

Also was meint Ihr dazu?

Viele Grüße,
Birgit

Antworten:

Liebe Birgit,
ich finde es auch nicht korrekt wie die Lehrerin den Test deines Sohnes benotet hat.

Wie du schon schreibst, hat er nicht den entsprechenden Monatsnamen geschrieben sondern für Mai 5.Monat usw. aber seine korrekten Antworten zeigen doch, dass er die Monate den entsprechenden Jahreszeiten perfekt zuordnen konnte. Ich finde eingentlich auch, dass er sogar irgendwo noch einen Tick weiter gedacht hat, indem er 5ter Monat geschrieben hat. Daraus geht doch eindeutig hervor, dass ihm die Monatsnamen " Mai" etc. geläufig sind.

Diese richtigen Antworten mit null Punkten zu bewerten finde ich
nicht richtig und pädagogisch gesehen demotivierend. Sicherlich müssen die Kinder lernen, Aufgabenstellungen richtig zu lesen aber die Lehrerin hätte ihm doch anstatt 1 Punkt 0,5 Punkte geben können. Dann hätte er doch viel mehr daraus gelernt, nämlich dass sie sieht, dass er die Lösung wußte und ihm doch nicht die volle Punktzahl geben kann, weil seine Lösung sich nicht ganz mit der eigentlichen Aufgabenstellung deckt.

Mit der Lehrerin würde ich auf jeden Fall sprechen. Vielleicht könntest du sie bitten, dir Tips zu geben wie du mit deinem Sohn üben kannst, sich die Aufgabenstellung noch genauer durchzulesen um solche ärgerlichen Fehler zu vermeiden. In diesem Zusammenhang könntest du sie auch fragen, wieso man die Antwort nicht mit einem halben Punkt oder so hätte werten können. Genervt sein dürfte sie wohl kaum, wenn man als Elternteil engagiert ist, oder?

Liebe Grüße
motoki

von motoki - am 28.01.2007 16:01
Hallo,
ich stimme motoki da voll zu.

Aufjedenfall würde ich aber erstmal mit deinem Sohn sprechen, das du verstanden hast, wie er es gemeint hat und ihm sagst, das er eine gute Leistung abgelegt hat.

Ich denke, ihm selbst ist sicherlich deine Meinung mehr wert, als die der Lehrerin.


Gruss
Marion.

von marlchen - am 28.01.2007 19:20
Hallo wir also Papa 34 und Mama 28 haben einen Jungen er wird in 6 monaten 8 jahre und geht in die zweite klasse
wir haben von unserem kinderarzt den hinweis bekommen unseren sohn auf ads untersuchen zu lassen,da er schulisch sehr abbaut obwohl er die dinge weis und kennt
vorallem in seinem verhalten bei gewissen täglichen dingen und seiner konzentration merken wir es täglich
zb: kann er keine minute still sitzen dann baumelt er mit den beinen
durch die wg rennen und sich hinwerfen
immer in action ohne pause von früh bis spät
schule ganz schlimm wörter von der tafel abschreiben wird zum problem viele fehler und der hammer erst kürzlich ein mathetest alle aufgaben standen an der tafel keine davon war richtig ins heft übertragen und er sagt die anderen sind schuld die wollten abschaun und....
themen haben wir oft geübt und wiederholt er konnte alles und dann die entäuschung noten die nicht sein müssten wie seine lehrerin sagt

also bitte gebt uns einen rat was wir tun sollen und hört sich das nach ads an

von lusian - am 28.01.2007 19:46
Hallo Motoki,

ich werde morgen anfragen ob ich in die Sprechstunde kommen kann um über die Arbeit mit Ihr zu sprechen.

Mal sehen was sie dazu meint. Vielleicht hat sie es auch gar nicht so verstanden wie er es gemeint hat. Ich hatte es auch nicht gleich kapiert...

Irgendwie denkt er oft "quer" (und ich wohl leider auch, zumindest was seine Hausaufgaben betrifft, da steh ich oft auf dem Schlauch). Viele Aufgabenstellungen sind einfach nicht eindeutig genug für uns.

Viele Grüße,
Birgit

von BB - am 28.01.2007 21:56
Hallo Marion,

das hab ich getan.

Der arme Kerl. Ich will ihn ja auch nicht so unter Druck setzen. Er geht eigentlich ganz gerne in die Schule und zeigt meist gute Leistungen. Leider haut er sich immer wieder selbst in die Pfanne indem er starke Einbrüche hat.

Das ist einfach so schade.

Viele Grüße,
Birgit

von BB - am 28.01.2007 22:02
Hallo Birgit,

ja, das ist schon schwer zu verstehen für die Kinder, wenn sie doch eigentlich die Frage richtig beantwortet haben, aber ihre Antwort anders ausgefallen ist als die Lehrer erwartet haben.

Bisher haben bei uns keinerlei Gespräche etwas bewegen können. Er hat das richtig aufzufassen und fertig. Trotzallem würde ich an deiner Stelle diese Sache ansprechen. Es kann ja auch positiv ausgehen.

Mein Sohn geht bereits in die 7. Kl. und scheitert immer noch an seinem anderen Denken. Er nimmt auch alles wortwörtlich. Wenn dann da nirgends steht ,dass er eine Begründung (z.B. Mathe) geben soll, tut er das auch nicht. Die Lehrer gehen jedoch davon aus, dass in dieser Klassenstufe das schon längst verinnerlicht sein muss und da gibt es dann leider nur noch Punktabzug.

Es betrifft ja leider jedes Fach. Denn immer gibt es irgendwelche Aufgabenstellungen, die er einfach nicht verstehen kann oder anders interpretiert. Er hat sich schon so oft in eine 5 manövriert nur aufgrund Verständnisproblemen.

Das ist hart und vorallem demotivierend für das Kind. Denn letztendlich kommt dann die Phase, dass Kind gar nicht mehr einsieht zu lernen.
Und ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht, wie man da eine Lösung finden könnte. Erklären kann ich es ihm auch nicht, da ich ja die gleiche Denkweise habe wie er.

Also kann er nur versuchen die Lehrer davon zu überzeugen, dass er trotzallem viel weiß und dafür eine bessere mündliche Note bekommt oder vielleicht mal ein freiwilliges Referat schreiben darf, um die schlechte schriftliche Note ausgleichen zu können. Schwierig wird das dann jedoch, wenn ein Kind (wie mein Sohn) jahrelang im Unterricht gar nichts spricht und die Mitarbeitsnote somit ebenso schlecht ist. Aber er ist allmählich so weit, dass er sein Wissen auch in der Schule offenbaren kann und somit geht es langsam aufwärts.

Sprich mit der Lehrerin - ich drücke dir die Daumen, dass sie die Problematik erkennt und gerecht darauf reagiert.

LG Annette

von Annette B. - am 29.01.2007 10:11
Hallo Annette,

das Problem mit der Mitarbeit haben wir leider auch. Seiner Meinung nach arbeitet er gut mit und meldet sich auch, aber die Lehrerin konnte praktisch noch nicht mal beurteilen ob er tatsächlich lesen kann oder nicht, da er so gut wie nie in den Vordergrund tritt.

Bei den Tests würde wohl nur helfen wenn er die einzelnen Aufgaben NACHEINANDER erklärt bekäme und nicht im voraus. Bei einem 2-seitigen Test hat er bestimmt schon die Hälfte vergessen, bevor er loslegt.

Leider geht das nicht und nachfragen traut er sich nicht, bzw. wurde da wohl auch schon gesagt das nichts weiter erklärt werden würde und die Kinder sollten eben aufpassen. Na ja stimmt ja auch irgendwie (für die meisten).

Auf jeden Fall habe ich sie heute morgen getroffen und es wurde die Hälfte der Punkte doch noch berücksichtigt. So hat er dann wohl eine 4 statt einer 5 (auch noch nicht angemessen, aber ich kann´s nicht ändern, sie ist halt sehr genau).

Ach ja, wir sind in der 2. Klasse.

Viele Grüße und viel Glück in der Schule für Deinen Großen,
Birgit

von BB - am 29.01.2007 13:12
Hallo Birgit,

mein Sohn schätzt seine Mitarbeitsleistung auch ganz anders ein als die Lehrer.
Allerdings ist es auch wirklich so, dass für ihn dreimal melden eine große Überwindung kostet - aufgrund seiner Schwierigkeiten vor Menschen zu sprechen - , wogegen ein "normales" Kind damit ja überhaupt keine Probleme hat. Es hat bei ihm ja nichts mit "nicht wollen" zu tun, sondern es geht um "nicht können". Sich zu melden ist für ihn eine Kraftanstrengung. Also müsste er eigentlich anders bewertet werden......

Ich bin der Meinung, dass auch der Lehrer eine "Holschuld" hat und nicht nur das Kind die "Bringschuld". Das heißt für mich, dass die Lehrer gezielt auf ein zurückhaltendes Kind zugehen sollten und ihm Fragen stellen müssen.
Wenn das Kind dann keine Antwort gibt (wie bei unserem Sohn noch im letzten Jahr), dann ist das wieder eine andere Sache, aber im Normalfall antworten dann auch die ganz schüchternen Kinder. Wenn sie dann noch gelobt werden, schaffen sie es vielleicht das nächste Mal sich selbst zu melden. Motivation und Lob hängt doch miteinander zusammen.

Vielleicht möchten ja mal die anwesenden Lehrer hier im Forum etwas zu meiner Theorie sagen?

Sorry! Aber ich finde deine Lehrerin macht es sich einfach zu leicht, wenn sie sagt, dass sie ja keine Leistung angeben kann, weil dein Sohn nicht in den Vordergrund tritt.
Da könnte ich wirklich wütend werden....
Ich würde sie da noch mal drauf ansprechen.

Nachfragen würde mein Sohn leider auch niemals. Auch wenn wir ihm das schon x-mal erklärt haben, dass man durchaus mal etwas nicht verstehen kann, dass man nicht perfekt sein muss. Aber das schafft er (noch?) nicht. Lieber nimmt er eine schlechte Note in Kauf.
Er fragt auch nicht bei Mitschülern nach. Und wenn es nur um eine vergessene Hausaufgabe geht. Wenn ich da meinen jüngeren Sohn vergleiche, der würde auch 4 Schüler anrufen, bis er die richtige Auskunft bekommen hat. Aber nicht der Große, der lebt dann lieber mit der 6 aufgrund nichtgemachter Hausaufgaben. Das ist einfach ein großes Kommunikationsproblem und da muss er noch ganz viel üben.

Dürfen die Kinder wirklich nicht während der Arbeit nachfragen? Für 2. Kl. kann ich mir das gar nicht vorstellen. Vielleicht "sieht" das nur dein Sohn so. Versteh mich bitte nicht falsch. Aber ich hab von meinem Sohn schon so oft was erzählt bekommen, was so gar nicht eingetreten war, er hatte es nur so aufgefasst. Das hat dann auch nichts mit lügen zu tun, sondern das ist einfach nur wieder eine Fehlinterpretation des Kindes.

Trotzallem Ärger finde ich es gut, dass sie deinem Kind wenigstens die Hälfte der Punktzahl gegeben hat. Das zeigt doch Kompromissbereitschaft und darauf lässt sich aufbauen.

Kopf hoch!

LG Annette

von Annette B. - am 29.01.2007 16:00
Hallo Annette,

tja, bei meinem Sohn ist das leider so, wenn da die Lehrerin 1 x gesagt hat sie sagt jetzt nichts mehr bzw. erklärt jetzt nichts mehr, dann heißt das für Ihn das nie mehr was erklärt wird.

Letzthin hat er mir sogar gesagt man dürfe während eines Diktates nicht radieren! Ich hab ihn gefragt was er denn sonst tun solle wenn er einen Fehler hat?! Keine Ahnung (wohl keine Fehler schreiben, hä?)!

Es kann also sehr wohl sein, dass er alles was da 1 x erwähnt wurde (in welchem Zusammenhang auch immer) auf die Goldwaage legt und es für ihn zum eisernen Gesetz mutiert. Ich kenn ja meinen Pappenheimer ;o).

Von daher glaub ich dass es da sehr oft zu Missverständnissen kommt.

Aber ich werde die Lehrerin schon auch nochmal darauf ansprechen, dass sie ihn doch ein bißchen mehr fordern soll (im Sinne von Aufrufen, Vorlesen etc.). Gerade wenn z.B. ein Text als Hausaufgabe gelesen wurde, kann doch in der Schule eigentlich nicht viel schiefgehen. Wir haben das dann ja schon mal geübt. Sowas müßte doch sein Selbstvertrauen steigern.

Er hat ein paar Sprachprobleme (die Grammatik stimmt nicht immer so ganz) und er drückt sich auch nicht sooo toll aus. Ich denke da liegt der Haase im Pfeffer. Er vermeidet es im Mittelpunkt zu stehen. Da schauen ihn ja alle an (und hören ihm zu)!

Hast Du auch einen Hyppie? Dieses Verhalten paßt ja eigentlich nicht wirklich zum hyperaktiven Typ, von daher tippe ich bei uns eher auf einen Mischtyp. Mit viel Energie ;0).

Viele Grüße,
Birgit

von BB - am 29.01.2007 18:56
Hallo Annette,

tja, bei meinem Sohn ist das leider so, wenn da die Lehrerin 1 x gesagt hat sie sagt jetzt nichts mehr bzw. erklärt jetzt nichts mehr, dann heißt das für Ihn das nie mehr was erklärt wird.

Letzthin hat er mir sogar gesagt man dürfe während eines Diktates nicht radieren! Ich hab ihn gefragt was er denn sonst tun solle wenn er einen Fehler hat?! Keine Ahnung (wohl keine Fehler schreiben, hä?)!

Es kann also sehr wohl sein, dass er alles was da 1 x erwähnt wurde (in welchem Zusammenhang auch immer) auf die Goldwaage legt und es für ihn zum eisernen Gesetz mutiert. Ich kenn ja meinen Pappenheimer ;o).

Von daher glaub ich dass es da sehr oft zu Missverständnissen kommt.

Aber ich werde die Lehrerin schon auch nochmal darauf ansprechen, dass sie ihn doch ein bißchen mehr fordern soll (im Sinne von Aufrufen, Vorlesen etc.). Gerade wenn z.B. ein Text als Hausaufgabe gelesen wurde, kann doch in der Schule eigentlich nicht viel schiefgehen. Wir haben das dann ja schon mal geübt. Sowas müßte doch sein Selbstvertrauen steigern.

Er hat ein paar Sprachprobleme (die Grammatik stimmt nicht immer so ganz) und er drückt sich auch nicht sooo toll aus. Ich denke da liegt der Haase im Pfeffer. Er vermeidet es im Mittelpunkt zu stehen. Da schauen ihn ja alle an (und hören ihm zu)!

Hast Du auch einen Hyppie? Dieses Verhalten paßt ja eigentlich nicht wirklich zum hyperaktiven Typ, von daher tippe ich bei uns eher auf einen Mischtyp. Mit viel Energie ;0).

Viele Grüße,
Birgit

von BB - am 29.01.2007 18:56
Hallo Birgit,

oja, das kommt mir auch sehr bekannt vor.
Mein Sohn nimmt alles wortwörtlich.
Und was einmal ausgesprochen wurde, gilt für alle Ewigkeit.
Da ist er dann sehr schwer wieder davon abzubringen.

Ja, sprich noch mal mit der Lehrerin.
Dein Sohn kann nicht selbstbewusster werden, wenn er keine Erfolgserlebnisse haben darf.
Und es ist ja kein großer Aufwand für einen Lehrer das Kind ab und an mal von selbst aufzurufen. Aber für das Kind ist es eine große Leistung.

Mein Sohn ist auch als ADHSler diagnostiziert. Aber bei ihm kommt ja noch der Asperger-Verdacht ins Spiel. Diese Zurückgezogenheit und auch sein "anderes Denken" kommen eher davon.
Er kann sehr hyperaktiv sein. Eigentlich ist er den ganzen Tag in Bewegung und nicht müde zu bekommen. Er musste überall hinaufklettern, war seitdem er laufen kann nur noch am Rennen.
Jedoch würde er nie in der Schule aufstehen und herumrennen. Er hat immer versucht seinen Bewegungsdrang zu unterdrücken. Dadurch stand er permanent unter Strom; es war ein rieser Kraftakt für ihn. Meistens reagierte er sich ab indem er auf alle Hefte, Bücher usw. Sachen kritzelte.
Zuhause kam dann die komplette Anspannung raus...

Jetzt ist es nicht mehr ganz so extrem. Er hat immer noch seine hyperaktiven Phasen am Tag, aber er kann durchaus auch mal ruhig sitzen bleiben, ohne dass er sich selbst dabei quält.

Seine Psychotherapeutin hat aber auch schon erwähnt, dass sein introvertiertes Verhalten eher einem Hypo entsprechen würde.
Eigentlich ist mir das egal ob mit oder ohne H - wenn ohne H, dann ist er aber ein äusserst lebhafter Hypo :-) An seinen Schwierigkeiten ändert das auch nichts.

Liebe Güße
Annette

von Annette B. - am 29.01.2007 21:03
Hallo Annette,

das ist ja interessant. Da haben wir wohl zwei ähnliche Frizzies. Meiner ist immer um den Tisch gerannt. Heute (mit Medis) braucht er seeeeehr ausgeprägte Erhol-Phasen (da spielt er dann alleine in seinem Zimmer und darf auch nicht gestört werden). Wenn er die nicht hat ist er auf die Dauer nicht zu ertragen (laut und wild).

Wenn ich fragen darf, was weist denn auf Asperger hin? Ich kenn mich da nicht so gut aus, kenne nur ein 2 Kinder bei denen wohl auch der Verdacht bestand/besteht. Ich glaube bei einem hat sich der Verdacht zwischenzeitlich zerschlagen.

Mich würde mal interessieren welchen Schultyp Ihr gewählt habt? Da wird es mir heut schon Angst und Bange... Obwohl er ziemlich intelligent ist - aber was nützt das für die Schule, wenn er es nicht auf´s Papier bringt.

Liebe Grüße,
Birgit

von BB - am 30.01.2007 09:36

@ BB

Hallo Birgit,

um den Tisch rennt mein Sohn immer noch oder einfach nur im Kreis. Das macht er, wenn er etwas erzählt und dabei aufgeregt ist - positiv wie negativ. Da wird einem dann schon schwindelig, wenn man nur zuschauen muss *gg*

Das finde ich schön, dass dein Sohn für sich selbst erkennt, wann er eine Rückzugsphase braucht.
Bei meinem Sohn bedeutet die geschlossene Zimmertür auch "wehe es kommt einer rein" :-) Aber noch schlimmer reagiert er, wenn jemand während seiner Abwesenheit ungefragt sein Zimmer betritt......

Mein Sohn besucht die 7. Kl. des Gymnasiums.
Die letzten beiden Schuljahre waren aufgrund Mobbing die schlimmsten Jahre. Eigentlich zieht sich das wie ein roter Faden durch sein Schulleben - bereits in den ersten beiden Schuljahren wurde er von der Lehrerin schlecht behandelt. An diesem Trauma (er wurde u.a. quer durch den Raum gezerrt, seine Hausaufgaben wurden vor der Klasse zerrissen und noch mehr) hat er heute noch zu knabbern, was sein ohnehin schon stark ausgeprägtes Misstrauen gegenüber Menschen nur noch intensiver gemacht hat. Aber damals hatte er weniger Probleme mit den Mitschülern; also da standen dann wenigestens ein paar Kinder hinter ihm. Auf dem Gym war er nur noch ein Aussenseiter und wurde täglich verbal oder auch tätlich angegriffen.
Seit dem Klassenwechsel hat er Ruhe, er wird nicht mehr gemobbt. Es ist nicht so, dass er "in" der Klasse ist, aber er wird zumindest toleriert und auch mal seine Meinung anerkannt. In seinen Spezialbereichen lassen sich die Mitschüler sogar von ihm unterrichten und das hat seinem Selbstbewusstsein natürlich sehr sehr gut getan.
Auch ein paar Lehrer sind verständnisvoller und versuchen schon von vornherein eskalierende Situationen bei ihm zu vermeiden.

Trotz hoher Intelligenz hat er im 6. Schuljahr einen "blauen Brief" bekommen. Aber nachdem er sich dann noch mal extrem mobilisieren konnte, ist er doch versetzt worden. Da hat er innerhalb kürzester Zeit Unglaubliches bewerkstelligt.
Nun hatte er ein gutes Zeugnis mit Durchschnitt 2,9 - leider hat eine 4 in Kunst (Verweigerung) den Schnitt verschlechtert. Aber egal wie, er hat eine prima Leistung gebracht im jetzigen Schuljahr und die Tendenz ist steigend.
Das sind doch gute Perspektiven!

Aber einfach ist es nicht. Er benötigt engmaschige Kontrolle und muss beim Lernen unterstützt werden, weil er sich noch nicht selbst strukturieren kann. Eigentlich wird das selbständige Arbeiten ja gerade am Gymnasium benötigt. Aber ich denke, er hätte auch auf der RS Unterstützung von uns gebraucht. Leistungsmäßig ist er definitiv nicht überfordert; bei ihm hakt es leider wie eingangs beschrieben an den Fehlinterpretationen. Und was noch ganz schlimm ist, sind unvorhergesehene Situationen, da hat er sich schon etliche Arbeiten versaut, weil er völlig durch den Wind war.

Aber dein Sohn ist ja erst am Anfang der Schullaufbahn. Mach dir da noch keinen allzu großen Kopf. Ihr habt ja so früh angefangen mit Medis usw., so dass sich das bei euch alles zum Positiven wenden kann.

Wenn jetzt die Lehrerin ein wenig mehr kooperiert (nachdem du sie aufgeklärt hast), indem sie deinem Sohn vielleicht von sich aus noch mal einen Hinweis gibt, wenn sie merkt, dass er nicht weiterarbeitet (Verständnisfrage), dann wird er vielleicht bald den Mut finden von sich aus zu fragen.

Hm...... das Asperger-Syndrom kann man eigentlich nicht mit einem Satz erklären. Es ist sehr vielschichtig. Kein Aspie gleicht einem anderen. Dann gibt es natürlich auch verschieden starke Ausprägungen.
Wenn du mehr wissen möchtest (wie es bei uns ist), sollten wir uns vielleicht besser privat schreiben. Das wird hier im Forum glaube ich den Rahmen sprengen, da er doch recht viele "Besonderheiten" zeigt.


Liebe Grüße
Annette

von Annette B. - am 30.01.2007 17:05

Re: @ BB

Hi Andrea,

da hat ein Kleiner *grins - laß ihn das mal nicht hören* ja schon ganz schön was mitgemacht! Echt schlimm. Das Mobben - da hab ich auch immer ein bißchen Bedenken, aber bisher steckt er alles noch gut weg.

Die Kinder meiner Schwester sind auch auf´s Gymnasium gegangen (mit ADS ohne H), aber nachdem ich hier bei uns in der SHG war, kommt es mir eher vor wie eine Ausnahme (zumindest bei uns in Bayern auf dem Land). Da ist der Wind für "besondere" Kinder ziemlich eisig geworden.

Na ja, wir haben ja wirklich noch ein wenig Zeit. Der Sohn meiner Freundin ist jetzt gewechselt (in eine private Haupt/Wirtschaftsschule) und es war ein ganz schöner Akt. Daher steck ich da ein bißchen mit drinnen.

Ich wünsch Euch viel Glück für die Zukunft.

Liebe Grüße,

Birgit

von BB - am 31.01.2007 15:34
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