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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Miss Piggy, KimLilly, Katzenbaer, Birgit 1, BB, s_1810, Bettina73

Unternehmungen/ Freizeitgestaltung

Startbeitrag von Bettina73 am 31.01.2007 10:18

Hallo,

ich habe jetzt schon viele Beiträge des Forums gelesen und stosse immer wieder auf das Problem, dass Eltern (auch ich) häufig schon resigniert haben, z.B. in ein Restaurant zu gehen, Theater, Konzert und ähnliches, weil es doch immer (fast) ein Fiasko wird.

Auch Spielplatz und Co., da fühle ich mich immer wie auf dem Pulverfass. Wann gibt es wieder Zoff. Mit Kindern, die ihn nicht mitspielen lassen wollen. Weil er seine Regeln durchsetzen will. Er sich im Ton vergreift und so weiter und so fort. Letztendlich ist der Ärger spätestens dann vorprogrammiert, wenn ich verkünde, dass wir jetzt nach Hause gehen (nein, er ist nicht 3, er ist fast 9!).

Geht es euch auch so, dass ihr denkt: Die Diskussion, die Tränen, die Wut, das kann ich auch alles zu Hause haben, warum mir die Mühe machen, erst noch ein Programm abzuspulen. Ich fühle mich oft so niedergeschlagen und mir tut es dann auch so leid für den Rest der Familie. Alle müssen dieses Theater immer und immer wieder mit ertragen! In den meisten Fällen ist der Spass an der Unternehmung schon dadurch gedämpft, weil man ständig auf den Moment wartet, wo es knallt!

Würde mich freuen, eure Erfahrungen zu hören!

Viele Grüsse
Bettina

Antworten:

Hallo Bettina,

bei uns ist es oft so, dass wir vorher jede Menge Ärger haben... er will nicht mit, er bleibt zu Hause, er will lieber Fernseher schauen etc. ER GEHT NICHT MIT!

Das ist ziemlich nervig. Meist klappt es dort dann doch ganz gut (er fällt nach außen oft nicht so aus der Rolle). Und wenn wir wieder zu Hause sind, dann war´s schön! Mann oh mann!

Ich verstehe gut dass man dann keine Lust mehr auf irgendwas hat. Man überlegt sich was schönes, was den Kindern ja auch Freude machen soll und dann kommt nur Gemecker und Genöle. Aber, wie gesagt, bei uns ist es dann doch meist ganz ok. Aber wir müssen z.B. auch sehr darauf achten ob er nicht schon genug Action gehabt hat. Wenn z.B. Samstags Fußballturnier ansteht werden wir Sonntags eher nichts unternehmen. Er verkraftet da nicht allzu viel.

GLG,
Birgit
P.S. Er ist 8 Jahre alt.

von BB - am 31.01.2007 11:18
Hallo Bettina,

mir geht's da ähnlich wie dir.

Früher war's der totale Horror für mich irgendwo hin zu gehen, weil man eben schon auf den nächsten Ausraster gefasst ist und irgendwann mal keine Lust mehr drauf hat.

Bei uns hat sich das etwas verbessert bzw. verlagert. Meine Tochter will IMMER was unternehmen. Ich hol sie schon vom Kindergarten ab, dann heißt's: was machen wir heute...

Das wird mir schon langsam zuviel. Ich bin nicht ihr persönlicher Animateur und wenn was anderes anliegt (unter der Woche) gibt's ein riesiges Theater.

Wenn die Aussicht auf einen Ausflug besteht bin ich für sie die liebste Mama der Welt, aber wehe wenn nicht...

Mittlerweile habe ich die Ausflüge und Unternehmungen wieder reduziert (kostet ja auch meistens was und ich bin allein erziehend) und benutze es eher als Belohnungssystem. Wenn z. B. bei einer Unternehmung ihr Verhalten unmöglich war, gibt's keine Ausflüge mehr. Die muss sie sich dann erst wieder verdienen.

Im Restaurant z. B. kann es gut gehen oder auch nicht, das ist aber alles abhängig von der Tagesform. Das letzte Mal als wir Essen waren hat sie die ganze Zeit nur gemalt und war kaum ansprechbar, ein anderes Mal geht sie über Tische und Bänke!

Meine Tochter hat genauso Probleme zu akzeptieren, dass man irgendwann nach Hause gehen muss. Egal ob wir das vorher besprechen, es gibt immer wieder Ärger. Du kannst mir glauben, ich hab sie schon an den Füßen vom Spielplatz ziehen müssen. Und genau dann frag ich mich auch, warum ich mir das immer wieder antue...

LG
Sabine

von s_1810 - am 31.01.2007 11:46
Hallo Bettina,


es war schlimm,ehe wir mit den medis angefangen haben.
Danach wurde es deutlich besser.
Man kann tatsächlich mit dem Knaben einkaufen gehen,ohne permanent aufzufallen.
Selbst Restaurantbesuche sind nun drin.
Vorrausgesetzt sowas findet tagsüber statt,wenn die Medis noch wirken.
Nach 17 Uhr jedoch,kann ich das alles knicken.

Aber dennoch....Auch ich habe mich schon tausendmal darüber geärgert,wenn ich was tolles organisiert habe,dem Kind ne Freude machen wollte,und am Ende wars ne Katastrophe.
Kind nur geheult,Mutter dreht am Rad.
Das macht einfach keinen Spaß.

Gruss
Birgit

von Birgit 1 - am 31.01.2007 16:35
Hallo,

wir haben den Urlaub abgesagt wegen unserer Tochter :-((

Sie kann nicht mit dem Bruder im Zimmer schlafen,
zu viert in einem Familienzimmer geht niemals.

Schade eigentlich.

Ansonsten geht es uns genauso: erst maulen und toben,
will nicht mit, nur am streiten, Geheule - am Ende war
es toll und super.
Unsere Tochter ist auch nur zuhause ausfallend, bei
anderen Leuten oder unterwegs das Gegenteil.

Es ist echt anstrengend und zermürbt mich.

LG Sabine

von Katzenbaer - am 31.01.2007 20:18
.... hmm, was mir jetzt schon öfter aufgefallen ist, scheint es häufig so wie bei uns. Mädchen sind eher auffallend zuhause - wo anders war unsere auch immer ganz lieb und nett - und keiner konnte sich vorstellen, welche Kratzbürste sie zuhause sein kann.

Sie ist deswegen auch lange nicht aufgefallen - keiner nahm uns so richtig ernst. Vieles wurde dadurch analytisch angegangen - auf dieses und jenes geschoben.

Bei Junior ist es so, sein ADS fiel zuhause auf - aber auch ausser Haus - obwohl jetzt nicht in der extrem hyperaktiven Art - auch schon, dass er halt im Eck stand - vieles nur beobachtet - oder einfach wo raufklettern - und dann nicht mehr runterkommen etc.

Ausflüge waren eigentlich bei uns angenehmer als zuhause. Aber es kam ganz drauf an, was unternommen wurde. Es musste spannend und actionreich sein - dann konnten wir alle gut unter einen Hut bringen - und sind auch eigentlich kaum "unangenehm" aufgefallen.

Mit Junior war essen gehen als er kleiner war auch kein Vergnügen, da er nicht sitzen bleiben konnte.

"Freundliche" Bedienungen brachten dann immer ganz ganz schnell einen Lolly oder andere Ablenkungen, wenn wir mit dem, was wir dabei hatten nicht mehr auskamen ;-)
Also haben wir das auch ganz lange Zeit vermieden.

Wo man ihn einigermaßen gut haben konnte war im Lokal mit den 2 goldenen Bögen - am besten im Spiel/Geburtstagszimmer - zwischen den Bällen hat er dann seine Pommes gegessen - da hatten wir dann auch mal Zeit und Ruhe ausser Haus zu essen.

Heute ist es auch oft noch ein Problem ihn wirklich zu begeistern. Im Grunde ist es so, dass das gemacht wird, was den Kids am besten gefällt - denn nur dann haben wir auch wirklich Spaß.
Ich habe mich eigentlich langsam aber sicher damit abgefunden, die Dinge, die ich wirklich gerne tun würde dann zu machen, wenn die Kids ihre eigenen Wege gehen. Im Moment ist das Freizeitangebot ihren Wünschen unterstellt - was bringt es mir, wenn es mir Spaß macht - ich aber maulende murrende Kinder um mich habe....
Ab und an denke ich zwar auch - warum können die sich nicht mal mir anpassen .....
Aber es wird jetzt eigentlich schon leichter. Je älter auch Junior wird - umso einsichtiger, dass es nicht nur ausschließlich immer nach ihm gehen kann.

Und heute weiß er, er ist alt genug, dass ich den Satz "wenn Dir das nicht gefällt, dann bleib eben alleine zuhause, wir fahren jetzt" - auch ernst meine und durchziehe.

Meine Große hat wenn ihr was nicht gefallen hat dann wirklich komplett den ganzen Tag ihre "ich bin schlecht drauf - Miene" aufgesetzt - selbst wenn ihr dann doch manches gefiel - sie konnte es nicht zulassen oder zugeben - schon aus Prinzip nicht. Da kam oft der Satz von uns "musst Du jedem anderen auch die Laune verderben - bleib doch dann im Auto sitzen" - es war oft unerträglich. Da reichte es schon, wenn sie nicht sofort was zu essen bekam, weil einfach grade kein Lokal in der Nähe. Tausend mal die Frage "wieso ist da jetzt nichts? - "
Da reichten Kleinigkeiten aus - damit ihr der Kragen platzte und alles - aber auch wirklich alles, selbst was vor 5 Min. noch toll war - dann total sch....e war.

Aber trotzdem vermisse ich heute unsere gemeinsamen Ausflüge, wo noch alle dabei waren. Es werden immer weniger - meist fahren wir heute nur noch mit einem Kind - die eine bereits ausser Haus - der andere zu alt - mag nicht mehr immer mit.

Und der Tag, wo keines der Kinder mehr mit kommt - rückt immer näher ..... so wie ich mich früher immer drauf gefreut habe - so graut mir heute davor ;-)

LG Rita



von Miss Piggy - am 31.01.2007 21:34
Hallo Bettina,

bei uns war früher jede Familienfeier, jeder Restaurantbesuch der reinste Horror. Unser Sohn ging über Tisch und Bänke und hat im wahrsten Sinne "die Sau rausgelassen". Damals hatte ich noch keine Ahnung von ADHS, mittlerweile weiß ich, dass er sich "nur" in den Mittelpunkt bringen wollte, wenn es auf die liebe Art nicht geklappt hat, dann eben auf die negative, hauptsache, er wurde beachtet.

Seit 3 Jahren nimmt er jetzt Medis und es gibt keine Probleme mehr. Klar, Du kannst von keinem Kind verlangen, stundenlang am Tisch zu sitzen, muss er ja auch nicht. Wenn es ihm zu langweilig wird, fragt er, ob er rausgehen darf, und das kann er dann auch.

Leider gibt es in unserer Familie keine gleichaltrigen Kinder, so dass Familienfeiern für ihn eher langweilig sind (hatten gestern meinen Geburtstag gefeiert). Er durfte dann Playstation spielen, ab und zu hat der Papa bzw. mein Neffe mal mitgespielt und die Welt war für ihn in Ordnung.

Über diese Entwicklung bin ich heilfroh, früher habe ich mich schon Tage vor einer Party davor gefürchtet, aber wie gesagt, seit dem er die Medis nimmt, ist das alles Vergangenheit.

Liebe Grüße

KimLilly

von KimLilly - am 01.02.2007 17:26
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