Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
motoki, phantom96

Lehrergespräch

Startbeitrag von motoki am 01.02.2007 22:01

Hallo Ihr Lieben!

Brauche euren Rat...

Wegen ihrem ADS bekommt unsere Tochter nun seit drei Wochen Medikinet Retard. Sie geht in die dritte Klasse.

Bevor sie Medis bekommen hat, hat sie drei Stunden täglich an den Hausaufgaben gesessen, totoal unkonzentriert etc. Meistens brachte sie auch noch Zettel mit, die zusätzlich bearbeitet werden mußten, weil sie es im Unterricht nicht geschafft hatte.Schlafen konnte sie auch sogut wie nie vor 22.30 Uhr, war extrem leicht zu reizen, impulsiv etc.

Mit den Medis macht sie die Hausaufgaben in 20 Minuten bis 1 Stunde maximal. Sie ist viel ausgeglichener, und auch ihr Selbstwertgefühl hat sich enorm verbessert. Zum ersten Mal seit sie lesen kann, will sie selber Bücher lesen. Auch kommt sie abends viel früher zur Ruhe. Alles also total positv. Wir empfinden die Medikamente wie einen Segen und endlich ist in unsere Familie Ruhe eingekehrt...

Die Diagnose wurde im vergangenen Oktober gestellt aber die Medis bekommt sie seit dem 8 Januar.
In der Schule war sie immer unauffällig, gutes Sozialverhalten, ehr schüchtern, meldete sich sehr selten. Von den Leistungen her lag sie immer im oberen Drittel. Nie kamen irgendwelche Beschwerden von seiten der Lehrer. Zwar stand häufiger in den Zeugnissen, sie müsse schneller arbeiten und dass sie sich leicht ablenken ließe und oft auch nicht konzentriert genug arbeiten würde, aber im Großen und Ganzen gab es von seiten der Lehrer nie was an ihren Leistungen zu meckern.

Zuhause jedoch bot sich mir seit Beginn der dritten Klasse ein ganz anderes Bild (wie oben erwähnt nämlich).Der Kinderneurologe sagte uns, der IQ Test habe ergeben, dass sie sehr intelligent sei und ihre Konzentrationsprobleme deshalb in der Schule bisher gut kompensieren konnte.

Als ich dann den Lehrern sagte, sie habe ADS waren die Lehrer irgendwie verwundert. In die Fragebögen vor der Medi schrieb die Klassenlehrerin "ist leicht ablenkbar, oft nicht konzentriert genug etc". Eine andere Lehrerin schrieb, sie halte die "Auffälligkeiten" eigentlich nicht für therapiebedürftig, allerdings sei ihr auch schon aufgefallen, das unsere Tochter zu langsam arbeite und oft in ihrem Arbeitsverhalten Unsicherheiten zeige, die "für Kinder ihres Leistungsniveaus"ehr ungewöhnlich wären.

Nun bekamen die Kinder kürzlich Zeugnisse... Angesichts der großen Probleme bezüglich der Hausis vor der Medikation rechneten wir nicht gerade mit einem Superzeugnis. Auch hatte uns unsere Tochter gesagt, dass sie sich nur ungern melden würde. In Mathe sogut wie nie....

Deshalb waren wir glücklich und sprachlos als sie uns ein Zeugnis mit sieben Zweien, zwei Einsen und einer Drei zeigte.

Heute war nun mit zwei Lehrern der Elternsprechtag. Ihre Klassenlehrerin sagte uns, unsere Tochter habe sich enorm in allen Fächern verbessert, sei viel konzentrierter und schneller geworden.Auch mündlich mache sie toll mit. Unsere Tochter habe sich kontinuierlich im Halbjahr gesteigert und sie könne das nicht nur allein auf die Medis zurückführen, weil der Trend ja schon vor den Medis begonnen habe. Sie müsse nochmal genauer auf unsere Tochter achten. Alles sei jedenfalls total positv.

Der andere Lehrer (der unsere Tochter in ihren Lieblingsfächern seit Oktober unterrichtet) sagte uns, er habe seit er sie unterrichte, noch nie Probleme bei ihr feststellen können. Sie sei bei ihm konzentriert, könne sich toll organisieren, wäre immer gleichbleibend gut. Insofern könne er uns in Bezug auf die Medis noch keine konkrete Rückmeldung geben. Das dumme ist, dass die Deutschlehrerin, die sie als zu langsam und unsicher bezeichnete, einen Tag vor der ersten Medikamenteneinnahme die Klasse verließ und unsere Tochter sich seitdem in dem Fach total verbessert hat. Was ihr jetziger Lehrer ja nicht beurteilen kann weil er sie ja vorher nicht in Deutsch unterrichtet hat.

Mitte Feb. sollen die Lehrer wieder Fragebögen ausfüllen. Wie ich gelesen habe, spielen diese Fragebögen wohl eine nicht gerade kleine Rolle bei der Frage ob die Medis anschlagen? ! Habe Angst, dass es wegen ihres "Aufwärtstrend" beim Doc so rüberkommt, dass die Medis garkeine so große Veränderung bewirken. Das stimmt aber nicht!!!!!
Ich soll die Lehrerbögen Ende Feb. dem Doc faxen. Er wertet sie dann aus, anschließend habe ich einen tel. Termin mit ihm um über den Nutzen der Medis zu sprechen. Ende April steht dann nochmal ein Termin an, wo sie unter Wirkung der Medis dann nochmal in Bezug auf Konzentration etc. getestet werden soll.

Von der Logik her denke ich, dass sich spätestens beim Konzentrationstest mit Medis zeigen wird, wie sehr sie davon profitiert. Trotzdem möchte ich von euch wissen, ob das "Urteil der Lehrer" in unserem Fall gewichtiger ist als unser "Urteil als Eltern".

Bin für jede Antwort dankbar.
Liebe Grüße
motoki

Antworten:

Hallo motoki,

ich glaube ( hoffe ) nicht, daß die Meinungen der Lehrer so wichtigen Einfluß auf die Medi- Gabe haben.

Es gibt nicht wenige Kinder die in der Schule trotz ADS nicht besonders auffallen und wenn die Lehrer dann hören daß diese Kind Medikamente bekommen soll, sind sie total entsetzt und zweifeln die Notwendigkeit an.

Letztendlich ist es aber so, daß die Lehrer das Kind gerade mal ein paar Stunden am Tag erleben und auch nur eine subjektive Meinung haben.
Die Lehrer- Fragebögen können evt. Aufschluß darüber geben ob an der Dosierung noch was geändert werden könnte.
Positive oder negative Veränderungen beim Kind usw.

Ich finde, diese Fragebögen sollte man mit Vorsicht genießen und nicht überbewerten.
Was für den einen Lehrer " normales Verhalten " ist, kann ein anderer Lehrer als " verträumt und unkonzentriert " deuten und umgekehrt genauso.
Diese Fragebögen sollen nur ein Anhaltspunkt sein und sollten auf keinen Fall Einfluß auf die Medi- Gabe haben.

Das Wichtigste ist es doch, daß es deiner Tochter gut geht mit den Medikamenten und daß sich euer Familienleben wieder entspannt !

LG
Biggi

von phantom96 - am 02.02.2007 08:37
Liebe Biggi,

danke für deine Antwort.

Du hast völlig recht, dass die Fragebögen im Grunde nicht mehr als eine subjektive Meinung wiedergeben und deshalb eigentlich nicht allein ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Medikation sein können!

Liebe Grüße
motoki



von motoki - am 04.02.2007 20:23
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.