Hallo, ich bin neu...

Startbeitrag von Liana am 02.02.2007 11:47

Hallo,
ich bin Liana und zum ersten Mal in diesem Forum. Ich bin 31 Jahre und habe einen 11 jährigen Sohn mit ADHS. Im Alter von 4 - 8 Jahren kam mein Sohn sehr gut, durch Ergotherapie, mit seinem ADHS zurecht. Doch dann rückte die Frage, Medikamente ja oder nein immer mehr ins Visier. Ich lehnte kurzerhand Medikamte ab und vertrat die Meinung, dass müsste doch mit Alternativen in den Griff zu bekommen sein. Doch leider schadete dies nur meinem Geldbeutel und half meinem Kind in keinster Weise! Nun haben wir ins zwei Wochen einen Termin beim Psyichater und es wird um den Einsatz von Medikamenten gehen. Ich habe eingesehen, dass er so nicht zurecht kommt, vorallem in der Schule. Er geht zur Realschule, seine Leistung ist recht gut, doch durch sein Defizit wird er in fast jedem Fach eine Note herab gesetzt. Doch habe ich, nach wie vor, Angst......Was kommt da auf mich zu??
Man ließt und hört ja leider sehr viel Nevatives über die Medikation von ADHS - Mitteln. Vielleicht ist jemand so nett und kann mir auch mal ein paar positive Beispiele geben....
Natürlich weiß ich, was es bewirken sollte, ich habe aber Ansgt, was es bewirken könnte.
Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht, bei dem ersten Einsatz von Medikamten??
Über ein paar Antworten würde ich mich freuen!

Liebe Grüße
Liana

Antworten:

Hallo Liana,

wir haben uns auch sehr schwer getan (ich glaube diese Entscheidung hat sich kein Elternteil hier leicht gemacht!)

Letzten Endes haben wir gesagt, wir versuchen es! Wir haben uns selbst die Frist von 4 Wochen gesetzt, um zu schauen ob es was bringt, und ob dass den Einsatz der Psychostimulanz rechtfertigt!

Die Antwort hatte sich schon vor den 4 Wochen erledigt!
Endlich macht unser Kind positive Erfahrungen und dadurch ist auch nachmittags, wenn das Medikinet nicht mehr Wirkt viel ausgeglichener!

Unser Sohn ist hypoaktiv und die häufig gehörte Aussage, "die KInder werden ruhiggestellt" kann ich nicht bestätigen.
Unser Sohn ist endlich in der Lage Blickkontakt zu halten und spricht im unterricht einmal so laut und deutlich das alle in verstehen können! Er ist viel offener, und auch im Umgang mit seinen Mitschülern hat sich schon ein wenig was getan!

Versucht es, wenn es wirklich nicht ist, packt ihr nach vier Wochen die Tabletten weg unt tut so als ob nichts gewesen wäre!

Viele Grüße



von anna maria - am 02.02.2007 14:50
Hallo Liana,

wir haben uns auch sehr schwer getan (ich glaube diese Entscheidung hat sich kein Elternteil hier leicht gemacht!)

Letzten Endes haben wir gesagt, wir versuchen es! Wir haben uns selbst die Frist von 4 Wochen gesetzt, um zu schauen ob es was bringt, und ob dass den Einsatz der Psychostimulanz rechtfertigt!

Die Antwort hatte sich schon vor den 4 Wochen erledigt!
Endlich macht unser Kind positive Erfahrungen und dadurch ist auch nachmittags, wenn das Medikinet nicht mehr Wirkt viel ausgeglichener!

Unser Sohn ist hypoaktiv und die häufig gehörte Aussage, "die KInder werden ruhiggestellt" kann ich nicht bestätigen.
Unser Sohn ist endlich in der Lage Blickkontakt zu halten und spricht im unterricht einmal so laut und deutlich das alle in verstehen können! Er ist viel offener, und auch im Umgang mit seinen Mitschülern hat sich schon ein wenig was getan!

Versucht es, wenn es wirklich nicht ist, packt ihr nach vier Wochen die Tabletten weg unt tut so als ob nichts gewesen wäre!

Viele Grüße



von anna maria - am 02.02.2007 14:50
Hallo Anna Maria!
Danke erstmal für deinen Beitrag.
Ist denn generell bei Medikamentengabe nach einer kurzen Zeit ein Erfolg zu sehen? Oder ist das von Kind zu Kind unterschiedlich? Und ich würde gerne wissen, ob das Kind selbst die Veränderung deutlich spürt, oder ist die Veränderung dann doch eher für das Umfeld spürbar?

Liebe Grüße
Liana

von Liana - am 02.02.2007 15:48
Hallo Liana,

unser Sohn bekommt seit letzten Sommer Medikinet.
Er selbst hat es nicht sofort gemerkt - aber wir bereits in der 1. Woche - obwohl wir ganz langsam mit geringer Dosis eingeschichen haben.

Wir hatten schon leichte Nebenwirkungen - die möchte ich nicht verleugnen - aber die waren gegen den großen Erfolg sehr gering.
Er hatte die erste Zeit (teilw. heute noch) weniger Apettit - bei uns ist das nicht schlimm, wir kämpfen alle mit Übergewicht :-(
Also eine eher positive Nebenwirkung. Ihn selbst stört es mittlerweile nicht mehr - er weiß, er wartet ab, bis die Wirkung nachlässt und holt das Essen dann nach. Ich bin hier nun auch etwas großzügiger geworden, was das Zwischendurchessen bei ihm anbelangt. Er greift nun glücklicherweise mal mehr nach Obst - was vorher nicht der Fall war.

Er hatte leichte Kopfschmerzen, das haben wir mit Traubenzucker gut ausgleichen können - und mit mehr trinken, denn daran liegt es bei unserem auch - er trinkt sehr wenig.
Er hat später eingeschlafen - hat sich nun mit bestimmten Ritualen auch etwas gegeben.
Die 1. Zeit hatte er mit der verbesserten Wahrnehmung zu kämpfen, bis er sich daran gewöhnt hat - aber das dauerte nicht lange bei uns.

Das war das einzigste, was er vernommen hat.

Als seine ersten guten Noten kamen, da hat dann auch er die Veränderung bemerkt - und dass die Lehrerinnen jetzt so nett zu ihm sind und weniger schimpfen.
Auch die anderen Kinder ihn jetzt anders wahrnehmen - vorher stand er nur schüchtern im Eck und wurde eher mal gemobbt als mit einbezogen - heute gehört er in den Klassenverband dazu. Wenngleich er privat dann doch eher der Einzelgänger ist - aber da kann man einfach nichts dran ändern.
Aber er ist glücklich so - er ist viel zufriedener.

Das Umfeld hat es bei uns sehr schnell gemerkt. Wir wurden bereits nach einigen Wochen gefragt "sagt mal, was habt ihr mit dem Kind gemacht?"
Er wirkte nicht einfach nur ruhig gestellt - bei uns eher im Gegenteil - er hat plötzlich mal den Mund aufgebracht. Er hat sich nett unterhalten.
Es kamen einfach seine - vorher schon im verborgenen dagewesenen - positiven Seiten mehr zum Vorschein.

Er ist nun nicht ein ganz anderes Kind - naja, irgendwie schon - vorher war er oft traurig und depressiv wegen seiner Lage - heute ist er ein fröhliches munteres Kind.

Ich denke, je älter die Kinder, umso mehr bekommen sie selbst auch mit von der Veränderung.
Jüngere, ich denke, da merkt es als erstes das Umfeld.

LG Rita



von Miss Piggy - am 02.02.2007 16:41
Hallo Miss Piggi!

Danke dir für die Antwort...

Es macht mir Mut, wenn ich lesen, dass die Gabe von Medikamenten mehr positive, denn negative Seiten hat!
Mein Sohn ißt und trinkt eh sehr wenig...
Er sagt immer, er denkt nicht daran, weil er mit spannenderen Dingen beschäftigt ist. Mein Sohn ist ja ein Hypi, also nicht still zu bekommen und häufig auch ein bisschen provokant.
- Was von ihm selbst allerdings nicht so eingeschätzt wird. Er ist sehr wissbegierig, an vielem interessiert und sehr kreativ. Meine Sorge ist schon, dass er sich durch Medikamente zu still verhält, sich zurück zieht und traurig wird.
Seine Lehrer sagen immer, er muss ruhiger werden, man muss ihn dämpfen.
Ich kann mir meinen Sohn einfach nicht anders, also nennen wir es mal gedämpft, vorstellen.
Na ja, ich muss einfach abwarten...Wir gehen das jetzt Stück für Stück an und gucken was dabei herauskommt.

Liebe Grüße
Liana

von Liana - am 02.02.2007 17:49
Liebe Liana,

hab keine Angst - die Kreativität wird sicher nicht darunter leiden.
Er wird insgesamt einfach nicht mehr so viel unkontrolliert zappeln - aber er wird nicht ruhig gestellt in dem Sinne, dass er traurig oder depressiv wird. Die Tabletten sind lediglich eine Unterstützung - er lernt sich dadurch selbst besser unter Kontrolle zu haben.

Wichtig ist, dass er das für sich richtige Medikament bekommt und die richtige Dosis. Das ist am Anfang etwas mühsam - wir hatten Glück, hat eigentlich am Anfang gut geklappt.

Unser Sohn war vorher kreativ - ist es jetzt nach wie vor - nur jetzt kann er sich noch mal wesentlich besser konzentrieren und es macht ihm eigentlich mehr Spaß als vorher.

Unser ist in sich auch sehr unruhig. Er zerlegt nicht pausenlos was - ist auch nicht aggressiv oder übermäßig provokant - er hatte eher sehr wenig Selbstbewusstsein - traute sich selbst nichts zu und hatte extreme Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen. Seine schulischen Leistungen waren weit unter seinem eigentlichen Können - er konnte es einfach nicht umsetzen - da er zu abgelenkt war.

Nun sind seine Noten super. Er schrieb wie gesagt kürzlich eine Matheprobe - früher waren es durchwegs nur 4er oder 5er - ohne dafür zu lernen eine 2.
Heute brachte er eine Muskiprobe 10 von 11 Punkten - eine 2.

Früher graute mir immer, wenn er sagte, sie haben eine Lernzielkontrolle geschrieben - die schlechten Noten zu unterschreiben machten irgendwie bald keinen Spaß mehr. Nun sind wir kurz vor dem Zwischenzeugnis - die einzigsten "schlechten" (früher hätten wir uns darüber gefreut) Noten waren eine 4 in Reli (kann man verschmerzen ;-) ) - eine 4 in HSU (uninteressantes langweiliges Thema über Blätter und Bäume, interessierte ihn null - hat dafür kaum gelernt) und eine 4 im Aufsatz (das ist leider nicht seine Stärke). Er hat aber alle wieder gut ausgeglichen.

Früher mussten wir die doppelte Zeit lernen und er schrieb keine so guten Noten. Jetzt gehen auch die Hausaufgaben viel flotter. Und vor allem - ohne Geheul. Sicher mault er heute auch noch, wenn er lieber was anderes machen möchte - denke, es wäre schon fast unnormal, wenn ein Kind nicht mal maulen würde, weil es keine Hausis machen möchte.
Aber der frühere tägliche Kampf um mindestens 3 Std. Hausaufgaben ist endlich vorbei :-)

Ich wünsche Euch, dass es bei Euch auch bald bergauf geht - Ihr ebensolche Erfahrungen machen dürft.

Lieben Gruß
Rita



von Miss Piggy - am 02.02.2007 18:08
Hallo Rita!

Mein Sohn hat eben auch durch seine Konzentrationschwäche und Wahrnehmungstörung immense Probleme. Dazu kommt u.a., dass er sich überhaupt kein bisschen organisieren kann. Und es zerreisst mir das Herz, wenn er sagt.....
es wird (außer Haus) immer von mir verlangt, aber ich kann mich noch so anstrengen, ich bekomme es nicht hin.

Der Psychiater erwähnte mal, dass bei Medikamentengabe, regelmäßig Check - up's durchgeführt werden müssen. Ich denke, er meinte Blutuntersuchung, EKG, EEG, etc. Kannst du mir sagen, in welchen Abständen so etwas durchgeführt wird?

Liebe Grüß
Liana

von Liana - am 02.02.2007 18:29
.... ja, das kennen wir. Zuhause funktionierte immer alles - ausser Haus nicht. Und es glaubt immer keiner, dass er es zuhause aber konnte. Und was nützt das, wenn der Stoff zuhause sitzt - aber in der Schule verhaut er regelm. die Proben.

Aber wie gesagt, bei uns wurde es durch die Medis wesentlich besser. Sein Organisationstalent ist noch nicht das Beste ;-) - aber durch die Hilfestellung der Medis werden wir das auch noch alles hinbekommen - wir arbeiten ja noch dran. Die Medis bewirken jetzt ja nicht gleich so große Wunder, dass alle Schwierigkeiten wie weggeblasen sind - aber das Arbeiten an den Problemen geht halt viel leichter - und vor allem, das Erlernte kann endlich umgesetzt werden.

Bei uns ist es so, dass nach 3 Monaten der Arzt noch mal Blut abgenommen hat - auch ein gründliches EKG gemacht wurde. Abhören tut er ihn immer mal, wenn wir vorbeikommen. Er ist zeitgleich unser Kinderarzt/Kipsy. Ist der Vorteil - er kennt sich mit ADS super aus. Haben aber lange gesucht nach so einem Arzt - er arbeitete früher in einer speziellen Klinik.
Ich weiß nicht, ob hier alle gleiche Richtlinien haben - unserer ist sehr gründlich und gewissenhaft finde ich.
Da wir nun noch nicht allzu lange Medis nehmen, weiß ich nicht so genau Bescheid - aber vielleicht bekommst Du noch Feedback darüber von Müttern, deren Kids schon länger Medis bekommen.

Wir haben etwa Ende Juli angefangen - im Okt./Nov. - ich kann es jetzt nicht mehr genau sagen, hat er dann eben ein großes Blutbild mit EKG gemacht - vor der Medigabe selbstverständlich auch. Seitdem dazwischen eben nur mal abgehorcht und immer nachgefragt, wie es geht - die erste Zeit muss man sowieso öfter hin, solange eindosiert wird.
Denke, das war auch, damit er sieht, wie er die Medis verträgt. Bisher hatten wir keine größeren Probs.

Bei einer Bekannten von uns wird der Junge 1x im Jahr ganz gründlich untersucht - mit allem drum und dran EKG - Blutbild usw. Der nimmt sie schon seit paar Jahren - er hat ganz schweres ADS. Bisher wurde aber nie was negatives festgestellt - die Leber etc. alles i.O.
Er hat mit 6 Jahren begonnen und ist nun 13.

LG Rita



von Miss Piggy - am 02.02.2007 18:50
Hallo!
Habe eben deine Betrag gelesen.
Mit wieviel Medikinet habt ihr angefangen???
Wie oft musste dein Kind das am tag nehmen??
Lg Angela

von AngelaN - am 02.02.2007 20:11
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.