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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
13
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Fee69, s_1810, motoki, Christa, Nicole Z., fabianne

Fehlende Impulskontrolle

Startbeitrag von Fee69 am 06.02.2007 21:04

Ich bin neu hier ... und verzweifelt.

Bin der Papa von zwei Kindern, der Ältere ist 6 und wird seit 3 Jahren integrativ in der Kita betreut.

Das Problem:
Fehlende Impulskontrolle, dadurch Verletzungen bei Erziehern, Kindern und uns Eltern, selbst bei scheinbar kleinen Dingen rastet er aus

Ein normales Leben ist nicht mehr möglich, meine Frau traut sich schon fast nicht mehr aus dem Haus, weil wir nie einschätzen können, wann er wieder ausrastet (auch wenn es mal 30 Minuten gut geht mit anderen Kindern, kann es aber unangekündigt kippen).

Unser Sohn hat Probleme im taktilen Wahrnehmungsbereich, Gleichgewicht und Motorik, neigt zur Selbstüberschätzung.
Auf der anderen Seite ist er fürsorglich, humorvoll, kreativ aber leider nicht gesellschaftsfähig.

Wir leben im Neubaugebiet und können ihn nicht mit den anderen Kindern spielen lassen, weil es fast immer im Streit / Stress endet. Er ist dieser Situation einfach nicht gewachsen, obwohl er sich nichts sehnlicher wünscht, als integriert zu sein.

Unsere Ehe ist geprägt von Verzweiflung und Leere, weil wir seit 6 Jahren anscheinend erfolglos kämpfen (Elterntraining, Physiotherapie, Mototherapie, Frühförderung). Die Energie lässt jeden Tag ein wenig mehr nach...

Wir haben Angst vor der anstehenden Einschulung, weil wir wissen, dass er überfordert sein wird. Anweisungen zu befolgen ist für ihn schwierig, in Räumen mit vielen Menschen und Lärm ist er überfordert, in den Pausen wird er ohne Führung nicht zurecht kommen, Frust wird er in Aggression umwandeln... ein Teufelskreis! Einen Antrag auf gemeinsamen Unterricht haben wir gestellt.

Wer kann mir ein bißchen Mut machen, dass diese Art von Leben verbessert werden kann, damit wieder Licht am Horizont erscheint? Gibt es erfolgreiche Wege?

Unser jüngster Sohn ist "normal", leidet aber auch unter den Unberechenbarkeiten seines großen Bruders.

Antworten:

Hallo Fee69!

Erst mal : Herzlich Willkommen hier!!!

Bin zwar auch noch neu hier, muss aber sagen, dass es sehr gut tut, sich hier mal alles von der Seele schreiben zu können. Hier findest du bestimmt immer Leute, die dich aufbauen und ein "offenes Ohr"für deine Probleme haben!

Nach dem was du geschrieben hast ist es nur allzu verständlich, dass ihr wegen des Verhalten eures Sohnes am verzweifeln seid...

Habt ihr euren Sohn auf ADHS testen lassen, bzw. was habt ihr unternommen um den Grund seines Verhaltens herauszufinden? Schreibe bitte noch etwas mehr.

Liebe Grüße
motoki



von motoki - am 06.02.2007 21:50
Hallo

Gute Tipps kann ich Dir leider auch nicht geben, da ich auch so einen Sohn habe.
Wir hatten heute den ersten Elternabend für die zukünftige Erstklässler. Ich sehe auch schwarz, was auf ihn darauf zu kommt.
Im Kita sind nur 16 Kinder und meist 2 Erzieher, da er auch ein I.-Kind ist, aber in der 1. Klasse sind knapp 30 Kinder.

Wir haben auch schon sehr viele Aggressionen erleben müssen, er hat fast alle Kinder aus seiner Gruppe schon geschlagen, getreten ect. Stand mehrmals kurz vor dem Rauswurf.
Hab es irgendwie immer wieder hinbekommen, dass er bleiben durfte, obwohl er keine Freunde hat nur seinen Zwillingsbruder.

Viele Leute und Lärm sind nur eine Qual, versuche auch so wenig wie möglich ihn in solche Situationen zu bringen.

Du siehst, du bist nicht allein, andere haben leider auch solche Probleme.
Unsere Ehe ist nach 10 Jahren, davon 6 Jahre Stress auch ziemlich zusammengebrochen, ob wir da je wieder rauskommen ist fraglich.
Allerdings finde ich es bewundernswert, dich als Vater hier zu lesen.
Mein Mann hält sich aus allen, was die Kinder betrifft raus und somit steh ich mit 3 Kindern, davon 2 mit ADS bzw. ADHS und einem mit Tic´s ziemlich alleine da.
Ich selbst habe durch diese ganzen Probleme schwere Depressionen bekommen.

Ich kann Dir nur sehr viel Kraft wünschen und dass ihr als Eltern gemeinsam für eure Kinder da seit. Zusammenhalt ist sehr wichtig. Gebt euch als Eltern immer wieder die Möglichkeit mal abzuspannen.
Ja, gebe Dir Ratschläge, obwohl ich selber Probleme habe, aber ich finde es einfach sehr schön, mal einen Vater um Rat fragen zu lesen.


Ganz viel Kraft und Hoffnung wünscht Euch



von Nicole Z. - am 06.02.2007 21:55
Hallo,

das was du beschreibst kenne ich sehr genau... auch deine Verzweiflung.

Meine Tochter ist genau wie euer Sohn. Mir bereitet es auch jedes Mal Herzklopfen, wenn sie mit irgendjemandem spielt oder in einer völlig neuen Umgebung/Situation ist. Es geht auch nicht immer gut.

Aber seit sie Medikamente bekommt hat sich ihr Verhalten doch sehr verbessert. Vorher war überhaupt kein sozialer Kontakt mehr möglich. Heute gibt es immer noch Phasen, die sehr schwierig sind, vor allem weil sie immer bestimmen will und anderen Kindern ihren Willen aufzwingen. Aber es findet auch jetzt auch häufiger eine Selbstreflexion statt und sie überlegt manchmal, bevor sie handelt.

Diese "Ausraster" sind bei uns jetzt nicht mehr so häufig, doch manchmal dafür umso heftiger. Aber ich denke, das legt sich mit der Zeit immer mehr (ich muss mir meinen Optimismus bewahren, sonst werd ich noch völlig verrückt).

Ich hab auch vor der Einschulung Angst. Wir haben zwar eine sehr kleine Klasse (höchstens 10 Kinder), aber grade die Pausenzeiten bereiten mir große Sorgen. Es gibt halt auch spezielle Kinder, die genau wissen, wie sie sie reizen können und wenn es erstmal zu so einer Situation kommt, ist es immer leicht zu sagen, dass sie angefangen hat. Sie kann sich da ja kaum selber raushelfen...

Du hast leider gar nicht geschrieben, ob Medikamentengabe für euch in Frage kommt oder überhaupt schon in Erwägung gezogen wurde.

Zu deiner Ehe kann ich dir leider nicht viel sagen (war nie verheiratet und bin allein erziehend), nur soviel: versucht es als Vorteil für euch zu nutzen, dass ihr einander habt und euch gegenseitig stützen könnt. Es ist gut jemanden zu haben, der die Sorgen mit einem teilt, grade in solchen Krisen. Es ist sicherlich nicht einfacher, dass alles alleine zu tragen, da man sich häufig sehr einsam fühlt.

LG
Sabine

von s_1810 - am 07.02.2007 09:03
Vielen Dank für die nette Begrüßung!

Wir haben übermorgen den ersten Termin beim Kinderpsychiater um ADS/H abzuklären. Zu medikamentöser Behandlung stehen wir zwiegespalten - wie wahrscheinlich viele unter uns. Aber ich denke, wir werden es auf jeden Fall ausprobieren - vielleicht im Verbindung mit einer Nährstofftherapie - obwohl ich auch nicht weiß, ob die wirklich noch zusätzliche Besserung bringen kann oder ob die Gabe mehr was fürs eigene gute Gefühl ist... - hast Du Erfahrung?

Was haben wir getan?
Nach Frühförderung, Physiotherapie, Reiten und Elterntraining für wahrnehmungsgestörte Kinder (für uns), Erziehungsberatung für Eltern von wahrnehmungsgestörten Kindern (für uns) macht er z.Z. Mototherapie. Wir haben unseren gesamten Alltag strukturiert, Spontanität ist ein Fremdwort, wiederkehrende Rituale und Zeiten sind sehr wichtig. Konsequenz und liebevolller Umgang schaffen wir häufig schon ganz gut zu leben - solange wir in den eigenen vier Wänden sind, klappt es ganz gut.
Aber insb. meine Frau wird wegen der ständigen Angst und Isolation langsam verrückt / depressiv - dabei ist Sie sehr stark und hat sehr viel bewegt für unsere Familie.

Herzliche Grüße
Die Fee

von Fee69 - am 07.02.2007 21:21
Hi Nicole,

vielen Dank für Deine Zeilen - hat mir echt geholfen.

Bestell Deinem Mann mal nen schönen Gruß - er soll Verantwortung übernehmen und Dich unterstützen bzw. entlasten!

Wie hast Du denn den Elternabend erlebt?
Wird Dein Sohn integrativ betreut?
Gehst Du offensiv mit dem Thema um?

Viel Energie wünsche ich Dir!

Die Fee

von Fee69 - am 07.02.2007 21:27
Hi Sabine,

mit Medikamenten haben wir noch keine Erfahrung - nur homöopathische Mittel haben seine Emotionalität nach außen kehren können. Vorher hat er nie über seine Gefühle gesprochen, mittlerweile berichtet er über Ungerechtigkeiten (die er empfindet) und manchmal auch über seine Verzweiflung, dass er das Hauen lassen möchte, aber einfach nicht kann.

Ich solchen Augenblicken wünsche ich mir sehnsüchtig Hilfe für diesen kleinen Menschen.

Übermorgen haben wir unseren 1. Termin beim Kinderpsychiater wegen Abklärungsdiagnostik ADS/H. Wir sind schon sehr gespannt auf die weitere Entwicklung.

Liebe Grüße

Die Fee

von Fee69 - am 07.02.2007 21:32
Hallo Fee!
Danke für dein posting. Ihr habt ja wirklich schon eine ganze Reihe an Therapien gemacht...und es tut mir sehr leid, dass das Ganze bisher von keinem rechten Erfolg gekrönt wurde. Ich wünsche euch, dass euer Arzttermin euch endlich weiterbringt und zu einer Diagnose führt.

Sollte ADHS diagnostiziert werden, werdet ihr sicherlich über Medikamente nachdenken müssen. Du hast ja bereits geschrieben, dass ihr es versuchen würdet. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es anfänglich ist, sich mit diesem Gedanken auseinanderzusetzen. Und ich glaube, es gibt wohl niemanden, der diese Entscheidung leichtfertig trifft. Ich für meinen Teil kann aber nur sagen, dass unsere Entscheidung für die Medis wirklich die beste Entscheidung war, die wir für unsere Tochter treffen konnten. Es kommt mir manchmal so vor, als ob ich erst jetzt das Kind kennenlerne, dass schon immer in ihr steckte, dass sich aber nie entfalten konnte.

Mit einer Nährstofftherapie ergänzend zu Medikamenten kenne ich mich nicht aus. Habe hier aber oft gelesen, das wohl sogut wie alle alternativen Therapieansätze nichts genutzt haben, außer dass sie den Geldbeutel leichter gemacht haben... Vielleicht können dir die anderen ja mehr dazu schreiben. Ansonsten ist alles was ihr jetzt schon macht (strukturierter Alltag, Rituale, "liebevolle Konsequenz" etc.) super richtig und wichtig für AD(H)S-ler.

Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass sich eure Situation schon bald verbessern wird. Schreibe doch mal, was der Arzttermin ergeben hat. Drücke euch die Daumen!

Liebe Grüße
motoki



von motoki - am 07.02.2007 22:17
Hallo Fee,

ja, das klingt alles wie bei uns.

Mich bringt das immer noch fast um den Verstand, wenn ich sehe wie meine Tochter mit ihrer eigenen Verzweiflung kämpft.

Ich hab auch lange alles mögliche probiert, aber irgendwann kam der Punkt, an dem sie gesagt hat, dass sie nicht mehr leben möchte und sie überzeugt war einfach ein schlechter Mensch zu sein. Und das mit 5!!

Es ist gut, dass ihr euren Termin bald habt. Irgendwann muss man handeln.
Ich wünsche euch, dass der Kinderpsychiater auch genug ADS Erfahrung hat (sowas gibts auch immer wieder...). Im Zweifelsfall, lass dich nicht abwimmeln. Vertrau auf dein Gefühl und bleib dran.
Wenn die Behandlung dann anläuft werdet ihr bestimmt relativ schnell Verbesserungen feststellen.

Ganz viel Kraft und liebe Grüße
Sabine

von s_1810 - am 08.02.2007 09:43
Hallo Fee69!

Finde es toll, dass ein Papa hier schreibt. Mein Mann verweigert dieses Forum, kann es gar nicht verstehen, wie wichtig es für mich ist.

Aber man kann hier so viel mitlesen, fragen etc. und man wird hier ernstgenommen und kann einfach ganz toll anynom von seinen Problemen berichten und Erfahrungen austauschen.

Bei meinem Sohn wurde die Diagnose erst in der 1. Klasse gestellt - er war zwar immer schon schwieriger, aber dass es so schlimm sein könnte, hätte ich mir nicht gedacht. Hier hast du also schon einen riesen Schritt voraus!!

Ichmußte nach 3 Wochen in die Schule und wurde brutal konfrontiert: unser Sohn sein sozial total unfähig, kann sich nicht in die Klasse integrieren (obwohl er vorher 3 Jahre im Kiga war und dort war das nicht so, nur die letzten 5 Monate wurde er auffälliger - da begann man mit dem Schulprogramm)
Da kam dann alles knüppeldicht - wir lernten einen neuen Menschen kennen und waren total fertig. Er war agressiv, schlug andere, tat ihnen beim Turnen weh etc.

Wir waren bei vielen Ärzten, Neurologen, sogar in die Klinik mußten wir - furchtbar! Das hob den Stresspegel bei Sohni noch. Wir machten auf Anraten des KIA Ergotheraphie und Osteopathie, zusätzlich setzte ich auf Homöopathie und Bachblüten. Las mich hier ein, habe mir hilfreiche Literatur besorgt...versucht, die Ernährung umzustellen etc.

Es half nichts!Bitte sei nicht entäuscht, das sind leider unsere Fakten. Seit den letzten Sommerferien bekommt er Ritalin, 5mg tägl. - das reicht ihm.

Und siehe da - es klappt viel besser in der Schule. Nicht mit den Leistungen, auch nicht mit dem Schriftbild, aber sein Sozialverhalten ist viel besser geworden! Letztes Jahr mußte er alleine sitzen, heuer hat er einen sehr netten Sitznachbarn. Er spielt in der Pause mit anderen, wird integriert, Mitschüler sagen, dass er viel netter geworden sei!!!

Wir haben lange gekämpft, ob wir ihm Medikamente geben sollen, aber ich schaffte es nervlich nicht mehr. Unsere Ehe hing auch nur noch an einem seidenen Faden, Freundschaften gab es keine mehr, kein sozialer Kontakt, immer Angst vor Aussetzern. Die haben wir jetzt auch noch, aber es geht besser.

Er verträgt nach wie vor keinen Druck, keine Spontanität, keine Menschenmengen, keinen Notenstress - wenn wir das so gut wie möglich ausklammern, haben wir ein angenehmes Leben.

Ich kann dir hier nur alles Gute wünschen und viel Kraft und Geduld und haltet fest zusammen! Ich weiß auch nicht, wann es besser wird, aber so geht es leichter!



von fabianne - am 08.02.2007 18:17
Hallo,

wir hatten auch so ein HB-Männchen, bis er denn medikamentös eingestellt wurde, vorher war er einfach nicht in der Anlage den Impuls auch nur im Ansatz zu kontrollieren.

Wir waren zum Test, einstellen in einer Tagesklinik (Münster), wo auch wir Eltern (idR jedoch eher ich) gleich eine Therapie mit bekommen haben, die auch sehr wichtig war/ist.

Gibt es ggf. bei euch eine E-Schule, auf die er eingeschult werden könnte?
Unser Junge ist trotz der Medikamentierung von einer 20-30 Kinder-Klassen-Situation überfordert und wird im Sommer gleich in eine E-Schule eingeschult.

Ich muss das weder mit (noch ihm) geben, das er dort ggf. nach ein paar Wochen/Monaten runterfliegt, weil die Situation untragbar ist.
Er wird trotzdem mehrfach wohl die Möglichkeit bekommen, sich später in einer Regelschule zu bewähren.
Und was dann mit der weiterführenden Schule wird - das ist erst mal für uns ganz weit weg ;-)



von Christa - am 16.02.2007 09:00
Hi Christa,

wir kommen auch aus der Nähe von MS, von daher interessiere ich mich sehr für gute Kontakte bzgl. Diagnostik und Therapie.
Kannst Du mir davon berichten? Auch wegen guter Kinderärzte? Hier mangelt es nämlich auch sehr.

Wir sind zur Diagnostik bei Dr. Bickhoff in MS, auf Empfehlung der ADS-Selbsthilfegruppe aus Rheine. Bis auf ein Erstgespräch hat allerdings noch nichts stattgefunden, die 7 Diagnostiktermine werden sich bis Anfang Mai hingezogen haben - damit verbunden auch die Frage der Schulform.
Diese Warterei auf die Diagnose macht mich völlig hilflos, ich kann nicht gut damit umgehen, vor allen Dingen weiß ich garnicht was ich machen soll, wenn es kein ADS ist und nicht medikamentös behandelt werden - dann liegt es wohl doch an der total verkorksten Erziehung und der scheiß Vorbildfunktion!!!

Bisher favorisieren wir eine integrative Regelschule, habe starke Angst, ihn auf eine Förderschule zu geben, weil er dann noch mehr zum Außenseiter werden könnte. Auch bin ich mir nicht sicher, ob er dort nicht unterfordert ist, weil er in einigen Dingen (rechnen, Allgemeinwissen) schon recht weit ist.

Vielleicht findest Du ja Zeit für ne Antwort.
Würde mich sehr freuen.

Grüße
Die Fee

von Fee69 - am 18.02.2007 21:02
Hallo,

Fee69 schrieb:
Zitat

wir kommen auch aus der Nähe von MS,

Nun aus der "Nähe" kommen wir nicht wirklich - wir wohnen fast 80 km von MS weg im Ruhrgebiet.

Zitat

ich mich sehr für gute Kontakte bzgl. Diagnostik und Therapie.

Die sind wohl überall recht rar :-(

Wir sind 6 Monate lang 3 mal pro Woche nach Münster in die Familientagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie gefahren.
-> [kinderpsychiatrie.klinikum.uni-muenster.de]

Zitat

Diese Warterei auf die Diagnose macht mich völlig hilflos,
ich kann nicht gut damit umgehen, vor allen Dingen weiß ich
garnicht was ich machen soll, wenn es kein ADS ist und nicht
medikamentös behandelt werden - dann liegt es wohl doch an
der total verkorksten Erziehung und der scheiß
Vorbildfunktion!!!


Du solltest Dich nicht selber so unter Druck setzen.
Weiß gar nicht so recht, wieso man als Mutter immer meint, das mit dem Milcheinschuß nach der Geburt auch gleich die Allwissenheit einschießen sollte.

Für mich war eben genau die Diagnose wichtig, wobei bei unserem Sohn die massive Hyperaktivität und die fehlende Impulskontrolle mehr als offensichtlich waren.

Zitat

Bisher favorisieren wir eine integrative Regelschule, habe
starke Angst, ihn auf eine Förderschule zu geben, weil er
dann noch mehr zum Außenseiter werden könnte.

Abgesehen davon, das die nächste I-Grundschule gut 20 km weg ist (Privatschule), wäre unser Sohn in dieser Einrichtung auch von den vielen Kindern überfordert.
Für ihn sind ja schon die 17-18 Kinder (die durchschnittlich in der KiTa Gruppe sind), zu viel.

Zitat

Auch bin ich
mir nicht sicher, ob er dort nicht unterfordert ist, weil er
in einigen Dingen (rechnen, Allgemeinwissen) schon recht weit
ist.


Mein Sohn wird auf eine E-Schule gehen.
Dort gibt es Kleinklassen, sprich zwischen 5 und 12 Kinder pro Klasse, die von 2 Pädagogen betreut werden.
Dort wird der normale Stoff einer Regelschule vermittelt, es gibt dort keine verlängerte Eingangsstufe, so das die Grundschulzeit also ganz normal 4 statt 5 Jahre dauert, wie an manchen Förderschulen.

In der 3. und im 4. Schuljahr ist quasi ein Praktikum in einer Regelschule möglich.
Sinn ist es, die Kinder so schnell wie möglich auf eine Regelschule zu vermitteln, wenn das möglich ist.



von Christa - am 20.02.2007 09:54
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