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ADHS ADS Selbsthilfe
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vor 10 Jahren, 9 Monaten
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vor 10 Jahren, 9 Monaten
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Nicole Z., Sternchen*, sonne73, schwertlilie, Miss Piggy, Monkele, Fuzzy-Mama, Bettina73, HanneM, marlchen, Chr.Heim, Agnes69

Nichts geht mehr Weiter

Startbeitrag von Nicole Z. am 12.02.2007 20:10

Hallo

Hab ja schon auf dieses Thema viele Antworten bekommen, aber könnte nur noch verzweifeln.
Das Wochenende war schon eine Katastrophe und ging heute gleich weiter.
In der Kita kamen wieder zig Beschwerden, die Erzieherin weiß mit ihm nicht mehr weiter.
Hören ist ein Fremdwort geworden. Sagt Sie etwas zu ihm, steckt er einfach die Zunge raus und dreht sich um.
Heut nachmittag, als ich ihn aus der Kita holte ging es gleich weiter. Bruder wurde in die Pfütze geschubst und dann wurde gleich noch hinterher getreten. Weil die Kinder auf der Strasse nicht mit ihm spielen wollten, hat er sie alle beschimpft in einer Lautstärke, dass die Nachbarn von meinen Eltern sich beschwert haben.
Wir waren alle zusammen dort, mein Mann hat ihm erklärt, dass es so nicht weiter gehen kann. Aber in einem Ohr rein und im anderen Ohr raus.
Egal was ich sage, er hört nicht. Jedesmal die Antworten, meine Tabletten wirken nicht und ich bin wütend, dass die Kinder nicht mit mir spielen, ich kann es schon gar nicht mehr hören.
Er gibt nur den anderen die Schuld und läßt man ihn mal 5 Minuten aus den Augen, hat er wieder Blödsinn gemacht.
Von Stehlen bis zündeln haben wir alles schon durch. Lampen abbauen oder Bett auseinanderbauen gabs auch schon.

Hab heut wieder bei der Erziehungsberatungsstelle angerufen, die kennen seinen Leidensweg und wissen mittlerweile auch nicht weiter.
Wir haben alles an Medis durch und dann endlich ein Hoffnungsschimmer, der leider nur ein paar Wochen angehalten hat.
Überall wird mir bestätigt, dass es noch nie so schlimm war mit ihm. Aber keiner kann mir helfen oder einen Rat geben.
Das Einzige, was mir empfohlen wurde, ist ihn an einer anderen Schule anzumelden. Es gibt ca. 30 km von uns eine Schule mit Internat direkt für ADHS-Kinder. Die Aufnahme ist zwar schwer, da nicht viele Plätze da sind, aber ich soll ihn da hinschaffen.
Will ich aber eigentlich nicht, da ja sein Zwillingsbruder auch noch da ist.

Noch haben wir ja bis September Zeit, aber wenn er dann in die 1.Klasse kommt und dort auch so ist, wird es sehr schwer werden.

Weiß mir einfach keinen Rat mehr. Er macht mit seinem Verhalten die Mauer zwischen uns immer größer. Mann, er ist ein 6jähriger Junge und ich liebe ihn auch.
Aber was kann ich noch machen. Will dies einfach alles nicht mehr. Er versaut mir alles, gehts mir mal gut, zieht er mich wieder runter.
Alles ist so Schei...

War jetzt ziemlich lang, aber musste mir den Frust einfach runterschreiben.
Morgen geht der Tag wieder mit den gleichen Problemen los, will gar nicht erst aufwachen.

Danke fürs lesen.

Antworten:

Liebe Nicole,

ich kann leider nicht viel mit reden,
da unser Sohn in dem Alter nicht so war und auch heute nicht so ist.

Die Schule mit dem Internats Anschluß,
sehe es mal von der positiven Seite, falls du ihn dort anmelden kannst, ihm würde es gut tun und eurer Familie auch.

Natürlich hat man als Mutter die Gefühle, Mensch das musst du doch schaffen oder so, aber manchmal ist die fremde Hilfe besser.Deshalb mach dir keine Gewissensbisse.

Eine Bekannte meiner Mutter hatte es sich auch schwer getan, sie hat ihren Sohn von Internat zu Internat, von Heim zu Heim gegeben und entgegen der Meinung der Erzieher wieder herausgenommen, bis keiner ihr mehr helfen wollte.
Sogar aus der KJP hat sie ihn rausgeholt, da er so gelogen hatte, er würde misshandelt werden.

Seit ca.3 Jahren ist er im Heim, ist jetzt 13 Jahre, kommt am Wochenende nach Hause und in den Ferien für paar Tage.
Es hat lange gedauert bis er sich an die Regeln halten konnte, er versuchte immer die Mutter und die Erzieher aus zu spielen,
auch was die Schule angeht ist er besser geworden, anfangs konnte er nur 1-2 Std. Unterricht verkraften, sonst rastete er aus, mittlerweile kann er den ganzen Schulablauf mitmachen und auch die Lehrer sind mit ihm zufrieden.

Das Familienleben ist auch entspannter, die Eheleute sind wieder Eheleute und auch die Schwester hat ihr Abi geschafft, welches damals sehr auf der Kippe stand und meine Mutter beim Direktor um Nachsicht bat, da er von der Situation keine Ahnung hatte, weil die Schwester sich ihres Bruders schämte.

Wenn es für eure Familie entspannter wäre, würde ich den Sohn ins Internat geben.
Probiere es mal, wenn es nach einem Jahr nicht sein sollte, dann kannst du ihn immer noch nach Hause holen.

Und bitte vergesse nicht, du hast auch noch 2 weitere Kinder die deine Liebe brauchen.

Alles Gute

Hannelore



von HanneM - am 12.02.2007 21:34
Hallo Nicole!

Man,daß ist ja hart,irgendwas stimmt da doch nicht.

Hast Du mal mit dem Doc gesprochen,was die Medis angeht??
Oder Ki+Ju.-Psychatrie??Vielleicht stimmt ja die Dosis bei eurem Hoffnungsschimmer noch nicht??????Das würde ich als 1.klären.
Vielleicht ist Concerta nicht das Richtige für ihn???Manche Kids verstoffwechseln ja schneller als andere,bei uns gings bei normalem Rita so nach ca.3std.von vorne los,obwohl sie 4std.wirken sollten.

Unser wurde dort damals auf Ritalin eingestellt,welches heute noch am besten bei ihm wirkt.Concerta hatte er nicht gut vertragen und agressiv gemacht.Da kamen auch viel mehr Beschwerden.

In der Kur hatte er dann zusätzlich Rita LA,daß ging dann ne zeitlang besser,bis wir wieder ganz bei Rita LA+den normalen waren.Heute bekommt er nur noch LA,welches so 8std.wirkt.

Ja,unserer hat denselben Blödsinn gemacht,auch gezündelt+geklaut.
Liebe Nicole,Du/Ihr müßt trotzdem dran bleiben und mit ihm das geklaute zurückbringen,solange,bis ers begreift.Es ist schei...,aber ich habs auch zig mal durchmachen müssen,ich hab auch auf 4Wo.Hausverbot bestanden,er mußte draußen bleiben+bekam nix,seine Schwester suchte sich was aus.

Nicole,bevor Du Dich um Schule kümmern kannst,erst das mit den Medis,sonst bringt es Dir nicht viel.
Mein Sohn war damals auch in der 1.kl.und ist dann in die Ki+Ju.Klinik gekommen,hatte da auch Schule.

Es war zwar hart,aber wir hatten endlich die Diagnose+Mediseinstellung,sowie er seine Therapien.
Für uns war es eine Auszeit,um Kraft zu tanken und auch den anderen gerecht zu werden.
Vielleicht auch eine kurzfristige Lösung für Euch,damit Du wieder zu Kräften kommst und alles andere durchziehen kannst??

Und ganz wichtig,deinen Göga zum Reden kriegen o.tachelis reden.DU mußt ihm sagen,wie schei...es Dir geht und das es auch sein Kind ist,oder ihn fragen,wie er sich es vorstellt,daß es nun weitergeht.
Es ist schwer,ich habs durchgemacht,aber seitdem ich rede,hab ich weniger Depressionen.

Ich hab immer gesagt,machst Du nicht mit,hole ich mir Hilfe und das hab ich getan.
Denke,wie ich lese,bist Du in einer ähnl.Situation,wenn Du möchtest,kannst mir auch ne Mail schicken.

Hoffe,Du kannst hiermit auch was anfangen,mehr fällt mir im mom nicht dazu ein.

Drück Dich mal ganz fest und schick ein kl.Kraftpaket rüber.

Gute N8 wünscht Dir
Sternchen*

von Sternchen* - am 12.02.2007 21:42
Hallo Nicole,
so verzweifelt wie du war ich auch, am Anfang der Diagnose unseres Sohnes.
Ich war auch schon kurz vorm Zusammenbruch. Von allen Seiten nur Beschwerden. Zoff nach dem Aufstehen bis hin zum im Bett bringen.

Ich glaube, du brauchst dringends eine Auszeit. Versuche so schnell wie möglich eine Kur zu bekommen, vielleicht ja sogar eine für Adhs-Kinder.

Denn es wird Zeit, das du wieder zur Ruhe kommen kannst, sonst wird alles nur noch schlimmer.
Uns hat das sehr gut getan. Ich hatte "nur" eine normale Mutter/Kindkur bekommen, aber die hat schon geholfen.

Ich wünsche dir viel Kraft und schnelle Hilfe.

Gruss
Marion.

von marlchen - am 13.02.2007 06:30

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo

Erstmal Danke für eure Antworten. Hatte grad schon einen riesen Text geschrieben, da musste mein Rechner abstürzen und alles war futsch.

Nun nochmal.

Sternchen, er bekommt im Moment früh 5mg Equasym und 10 mg Equasym retard und mittags 10mg retard.

stationär hatten wir schon, ohne Erfolg.
Hab heut morgen mit der Erzieherin gesprochen, sie ist mit ihrem Latein am Ende. Sie kann ihn nicht mal alleine auf die Toilette lassen, er ist nur noch auf 100, provoziert die anderen, schmeist nur noch mit Schimpfwörtern um sich.
Sein Bruder leidet sehr unter ihm und wird immer ruhiger und in sich gekehrt.
Die anderen Kinder meiden ihn alle, keiner will in seiner Nähe sein.
Dies macht ihn dann noch wütender.
Mit der Psychologin hab ich heut morgen auch noch gesprochen, sie wirft das Handtuch, weiß auch nicht mehr weiter mit ihm. An Medikamenten haben wir alles durch, mehr will sie ihm auch nicht geben. 25mg am Tag bei 23kg Körpergewicht.
Sie kann mir nicht mehr helfen, soll den Kurantrag zu ihr schicken, damit sie mir da helfen kann und wir schnellstens eine bekommen.
Erziehungsberatungsstelle kann nicht mehr helfen, sie kennen seinen ganzen Leidensweg seit 2005 und wissen auch nicht mehr weiter. Kinderärztin hat es auch aufgegeben. Ich soll mein Leben nach ihm richten und alles tun, damit es ihm besser geht.
Aber was ist mit mir? Und seinen Geschwistern?

Warum weiß keiner einen Rat, er macht die ganze Familie kaputt. Mir tut sein Bruder so wahnsinnig leid, er zieht sich immer mehr zurück, ich möchte nicht, dass er so leidet.

Klingt zwar hart, aber am liebsten würde ich ihn für einige Wochen weggeben. Seine Geschwister brauchen mal Ruhe und mehr Zeit mit mir.

Im September geht die Schule los, wie soll es da weiter gehen, Internat ist zwar gut und schön, aber auch wenn sich die Jungs nicht vertragen im Moment, brauchen sie sich. Sind ja Zwillinge, zwar total verschieden, aber ich kann sie doch nicht so einfach trennen.

Die Große ist diese Woche bei Schwiegereltern, hat dort mal Ruhe und kann sich etwas erholen.

Aber sein Bruder muss jeden Tag dieses Theater weiter miterleben.
Letzte Nacht hat er sich mit Legokisten eine Leiter gebaut und wieder die Lampe abmontiert. Hab ihm versucht zu erklären, wie gefährlich dies ist, aber er lacht mich nur aus.
Es macht ihm Spass, andere leiden zu sehen.
So denkt auch die Erzieherin, er freut sich, wenn andere weinen, ist aber gleichzeitig wütend und nicht zufrieden mit der derzeitigen Situation.
Aber er ist ja selber dafür verantwortlich, er macht ja alles kaputt.

Was soll ich denn da noch machen?

Ein 6jähriger Junge macht eine ganze Familie kaputt.
Sein Bruder will schon morgens nicht mehr mit ihm frühstücken, kann ich sogar verstehen, trinke auch meinen Kaffee lieber in Ruhe.
Waschen, anziehem und Zähneputzen sind nur noch die Hölle, Frühstück wird schön auf dem Tisch herumgeschmiert, will ich dann los, hat er angeblich Hunger.

Ich will diesen ganzen Stress nicht mehr mit machen, gehe dabei selber zugrunde. Hab einfach die Kraft nicht mehr.
Hab alles versucht, was möglich war, aber selbst die Ärzte und die Beratungsstellen können mir nicht mehr helfen.

Habs einfach satt, möchte nach 6Jahren Dauerstress einfach nur mal Ruhe haben.
Er hat schon soviel Schaden angerichtet, wenn er keinen Schutzengel hätte, wär er bestimmt nicht mehr am Leben. Er provoziert alles raus, selbst mein Mann, vor dem er doch etwas Respekt hatte, kommt nicht mehr an ihn ran.
Die Hunde machen einen großen Bogen um ihm, wissen schon, dass sie bei ihm nur schmerzen erleiden.
Ich kann ihn auch nicht mehr in den Arm nehmen, er hat einfach zu viel zerstört.

Muss mich jetzt einfach mehr um die anderen beiden kümmern, gerade sein Bruder braucht mich jetzt sehr stark, da er am meisten unter der Situation leidet.

Hoffe, dass der Kurantrag schnellstens bewilligt wird und wir alle mal Kraft tanken können.

Ansonsten weiß ich mir auch keinen Rat mehr, habe aber keine Lust mehr, mir von einem 6jährigen alles versauen zu lassen. Er lacht mich ja nur noch aus, freut sich, wenn es mir schlecht geht usw.

Kann das nicht mehr, hab einfach nicht mehr die Kraft dazu. Will nur noch weg, einfach Ruhe haben.

Danke fürs lesen.



von Nicole Z. - am 13.02.2007 08:43

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Nicole!

Hättest Du denn die Möglichkeit,ihn vorrübergehend in eine Klinik zu geben??Um klären zu lassen,ob das mit den Medis so ok ist und ob er evt.noch was anderes hat??
Erkundige Dich doch da mal mit Druck,ob was möglich ist.

Manche Kids brauchen ja wie gesagt,mehr Medis,auf das Körpergewicht hat da keiner geachtet.Mit Equasym kenne ich mich nicht so aus.

Was hattet ihr denn schon alles f.Medis???Gabs mal ne Zeit,wo es gut lief???

Kleine Idee noch,schreib ein Tagebuch,daß mache ich heute noch,damit man bestimmte Situationen nicht vergißt,es hilft ungemein,auch Vereinbarungen ect.können nachgelesen werden.

Mein Junior hatte damals mit gerade mal 7J.50-60mg Rita am Tag,daß hats aber dann auch gebracht.Und die Therapie in der Klinik,erst 7Mon.stationär,dann 10Mon.Tagesklinik.
danach hab ich mir nach nem Rückfall einen FH geholt.

Mutter-Kindkuren waren der Horror,besser sind ADHS-Familienrehas.Aber das hast Du ja in Angriff genommen,drücke Dir die daumen.

Hast Du eine Therapeutin für DICH???Ihr müßt daran arbeiten,damit Du wieder einen Zugang zu ihm findest,er merkt das Du ihn ablehnst!Ich kenne das von meinem Göga+Sohn!
Bekommst Du was für deine Depressionen???Ich hab auch ein Antidepressivum bekommen,hat mir gut getan.

Hast Du o.dein Göga auch ADS???kann manchmal auch ne Rolle spielen??
Ich habe JEDEN Strohhalm genutzt,habs ja schon geschrieben.

Ich weiß,im mom hört sich alles sehr viel an,sortiere mal nach Schweregrad und das was am wichtigsten erscheint,machst Du zuerst,dann das nächste usw.
Früher d.h.noch 2004 vor der Familienreha,wollte ich auch noch weglaufen,weil mein Göga nix verstand und mich wenig unterstützt hat,sich rausgezogen hat,was die Kids betrifft,man was hab ich gelitten,viele hier wissen das noch.

Und nach der GEMEINSAMEN Kur,wo auch WIR BEIDE uns wieder näher gekommen sind als "Paar"gings nach+nach bergauf,ich möchte diese Kurzeit nicht missen,wir zerren teilweise heute noch dran.

Nicole,ich drücke Dir alle Daumen,Du wirst auch deinen Weg finden.

Liebe Grüße von Sternchen*

von Sternchen* - am 13.02.2007 12:26
Hallo Nicole,

ich habe in letzter Zeit immer nur mitgelesen. Ich weis auch nicht ob ich dir wirklich einen Rat hiermit geben kann.

Hattet ihr auch schon Strattera? Wie ich aus einigen Berichten im Lauf der Zeit gelesen habe geben manche Metylphenidat und zusätzlich abends Strattera. Strattera soll gut wirken bei agressivem Verhalten.

Wir hatten Strattera auch für einige Wochen, jedoch war es für das eigentliche Problem (Konzentration) für Lukas nicht so gut geeignet.

Aber: Ich hatte das Gefühl Lukas war ansprechbarer. Er hat mir endlich mal zugehört. Er hat am Anfang auch von seiner "Gute-Laune-Tablette" gesprochen. Er wirkte jedoch nach einiger Zeit Müde und träge. Er ist manchmal abends regelrecht abgebrochen. Er ist z.B. um 18.00 Uhr unterwegs im Restaurant eingeschlafen, obwohl er sonst bis mindestens 21.30 nicht zur Ruhe kam. Und er klagte öfters über Kopf- und Bauchschmerzen. Aber es wirkt ja bei jedem Kind anders !

Aber ansonsten hab ich zu wenig Erfahrung mit Strattera. Aber es sind hier sicher einige im Forum, die da mehr sagen können.

Ich hoffe, und wünsche euch von Herzen, dass ihr bald eine Lösung gefunden habt.

Lg
Christel

von Chr.Heim - am 13.02.2007 18:27
Hallo Christel

Wir haben Strattera 11 Wochen gegeben und es war absolut katastrophal. Er ist noch aggressiver geworden und stand kurz vor dem Rauswurf aus der Kita.

Später erzählte mir die Psychologin, dass Strattera bei aggressiven Kindern noch mehr Aggressivität hervorrufen kann.

War also nicht gut für uns. Er hat noch einige Wochen danach damit zu kämpfen gehabt und ich war froh, dass sie ihm in der Kita noch eine Chance gegeben hatten.

Viele Grüße



von Nicole Z. - am 13.02.2007 18:42

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Sternchen

Also an Medikamenten hatten wir Ritalin, Equasym, Medikinet, Medikinet retard, Concerta, Strattera, Equasym retard und auch schon Dipiperon.

Am besten waren wir mit Ritalin, das war das erste Medikament, mit dem wir anfingen. Die Konzentration war super, nur war er so "weggetreten", wie als wer er in einer anderen Welt. Sie hat damals maximal 2 Stunden gewirkt und dann kamen heftige Rebounds. Er war danach sehr aggressiv, hat sogar die Erzieher getreten und geschlagen. Wir hätten da aller eineinhalben Stunde 10 mg geben müssen, aber dies ging nicht.
Medikinet und auch Retard hatten gar keine Wirkung, bei Concerta hatten wir nur Nebenwirkungen (aller 2min. Harnlassen, er kam von der Toilette kaum noch runter)
Strattera war die reinste Hölle.

Alles seit August 2005. Stationär war er schon, aber die kamen dort auch nicht mit ihm klar, er war sogar dort abgehauen.

Die Psychologin will ihn nicht erhöhen, hat mir heute früh wortwörtlich gesagt, dass sie das Handtuch wirft. Sie weiß einfach nicht weiter.

Tagebuch führe ich auch, damit ich weiß, wie die Medis wirken usw.

Zu mir, ja ich bin bei einem Psychologen in Behandlung, mittlerweile der 3., da die anderen beiden nicht mit mir arbeiten konnten, da ich zu "labil" sei.
Bisherige Diagnose sind schwere Depressionen. ADS sagten zwar die ersten beiden nein, er aber denkt schon.
Bekomme seit Dezember Antidepressiva abend zum schlafen und morgens auch noch. Bisher ohne großen Erfolge.
Habe heute mit meinem Psychologen darüber gesprochen, dass ich keinen Zugang zu meinem Sohn finde, aber in mir ist soviel, was verarbeitet werden muss, dass da allerhand gemacht werden muss. Eigentlich hätte er mich am liebsten stationär gesehen, was ich bisher immer verweigert habe.
Hab immer gedacht, ich schaffe es alleine, aber diese ganzen 6 Jahre haben mich fertig gemacht, hatte keine Freizeit mehr, war nur für die Kinder da. Er war als Baby schon ein Schreikind und als er mit nicht einmal 9 monaten lief, war ich nur noch am laufen.
So ist es bis heute geblieben. Hätte mein Körper nicht diese Signale gesendet mit Herzproblemen, unendlichen Schmerzen usw, wäre ich heute noch nicht beim Arzt.

Mein Mann, da bin ich mir 100% sicher, hat auch ADHS. Er hat mal einen Beitrag gesehen und mir da auch recht gegeben. Passt auch alles zu ihm. War auch ein Einzelkämpfer, hatte kaum Freunde nur einige richtige. Mit 16 von seinen Eltern weg, danach Lehre und dann mehrere Berufe. Nirgendwo war er lange.
Als er Fernfahrer war, da war er für sich alleine, niemand der ihn voll laberte usw. Später hat er dann nochmal eine Ausbildung gemacht zum Fachinformatiker. Nach erfolgreicher Prüfung dannn selbständig.
Nun hat er seinen Traum erfüllt, hat keinen Chef, kann arbeiten wann und wie er will. Allerdings macht er alles mit einem Mal, kann keine Ordnung halten. Klingelt das Telefon kann er sich nicht mehr konzentrieren, genau wenn die Kids da sind.
Er braucht zum arbeiten absolute Stille und keine Ablenkung.
Er hat auch mal die Tabletten von Sohnemann probiert und sie haben auch geholfen.
Aber er will sich nicht testen lassen, er denkt, er hat es die ganzen Jahre geschafft, so kann er es auch weiter.

Er will auch nicht mit zu dieser Kur, seine Meinung ist, mir und den Kindern soll geholfen werden, er kann die Firma nicht einfach zu machen.
Da er sehr hartnäckig und stur sein kann, komme ich da nicht weiter.

Aber ich habe mir heute die Anträge geholt. Schon mal ein Anfang, will es einfach schaffen. Auch wenn es schwer ist.

Heute Mittag rief mich die Erzieherin von Sohnemann nochmal an und sagte, dass wieder nichts lief, er war die ganze Zeit voll aufgedreht, sie hat ihn mit in den Sportraum genommen, damit er etwas runter kommt, danach hat sie die Massage, welche ihr die Ergotherapeutin gezeigt hat, bei ihm gemacht, aber nichts half. Beim Mittag hat er fast alles vom Tisch gewurfen, sie haben ihn nicht ruhig bekommen. Nach dem Schlafen musste dann noch eine dritte Erzieherin mit in die Gruppe.
Ich kann nur hoffen, dass er nicht verwiesen wird. Zu Hause mit ihm geh ich kaputt. Da hab ich die Kraft nicht mehr.
Hab mich heut abend ganz intensiv mit seinem Bruder beschäftigt, da er sich immer weiter zurückzog. Er war dann so entspannt und glücklich, dass ich nur für ihn da war. Tat ihm richtig gut.

So, nun hab ich eigentlich alles geschrieben. Wie gesagt, auf die Ärzte kann ich nicht mehr zählen, da ich alle in unserer Nähe durchhabe.
Ist zwar schwer zu hören, dass eine Psychologin das Handtuch wirft, aber was will ich machen.

Viele Grüße



von Nicole Z. - am 13.02.2007 19:12

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Nicole,

das ist ja wirklich hart, was du da durchmachst. Je mehr ich hier im Forum lese, um so mehr komme ich zu dem Schluss, dass es mir mit meinem Sohn ja eigentlich noch ganz gut geht. Aber das hilft dir nicht weiter.

Auch in unserer Geschichte gab es mal eine ganz extreme Situation. Mein Sohn (damals 6) hat den Sohn meines Lebensgefährten an einem Nachmittag so massiv körperlich attackiert (auf den Kopf), dass mein Partner komplett ausgerastet ist und ihn richtig rund gemacht hat. Ich nenne das jetzt einfach mal so. Die Situation war wirklich extrem und mein Partner war hinterher fix und fertig, da er noch nie im Leben so ausgerastet ist, aber mein Grosser ist wirklich ein Ass im Provozieren.

Ich war ebenso geschockt und von der Gesamtsituation, den ganzen Jahren Stress so ausgepowert, dass ich gedacht habe, entweder ich bringe ihn (meinen Sohn) oder mich selbst um! Habe ich denn kein Recht glücklich zu sein?

Ich habe noch am selben Tag das JA angerufen und gesagt, sie sollen ihn abholen. Ich brauchte die Zeit, um nachzudenken. Klinik, auf die Idee bin ich damals ehrlich gesagt nicht gekommen. Ich musste Abstand gewinnen! Um einfach mal einige Zeit nachdenken zu können. Er war dann für 4 Tage in einem Übergangsheim. Dann habe ich ihn wieder nach Hause geholt. Ich kann ohne ihn einfach nicht leben, habe ich gedacht. Inzwischen haben wir alles etwas besser im Griff und so etwas ist zum Glück nicht wieder vorgekommen (er ist heute 9 geworden).

Allerdings weiss ich heute auch, dass ich zum Schutz der Familie und der anderen Kinder (unser Kleiner ist 7 Monate alt) wieder so handeln würde. Du sagst selbst, dass sein Bruder auf Abstand von ihm geht, nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Du willst sie nicht trennen, aber die Trennung scheint dem Bruder gut zu tun. Die Distanz ist vielleicht die einzige Chance, sich wieder annähern zu können! Sowohl für dich, als auch für die Geschwister.

Auch, wenn es mir schwer fallen würde, wenn ich das richtige Internat fände, würde ich diese Chance wahrnehmen. Du kannst deinem Sohn und deinen anderen Beiden nur helfen und sie unterstützen, wenn du selbst Kraft hast. Nimm JEDE nur erdenkliche Hilfe an. Nutze jeden Strohhalm, jedes kleine Fünkchen Hoffnung auf Besserung der Situation, auch wenn es vielleicht erst einmal "nur" eine Besserung für die Geschwister ist.

Gib nicht auf, du bist keine schlechte Mutter, wenn du dein Kind auf ein Internat gibst. Deine beiden anderen haben auch Rechte, so wie du! Und Bedürfnisse und die muss ein ADS-Kind über kurz oder lang auch respektieren lernen!

Liebe Grüsse
Bettina

von Bettina73 - am 14.02.2007 00:31

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Nicole!

Man,dat ist aber schon viel an Medis für sein Alter.
Habt ihr es denn immer nur kurz angewendet???Einstellung braucht zeit,dat geht nicht von heute auf Morgen,da haben wir auch lange gebraucht.

Was Dich betrifft schreibst Du,daß Antidepressiva zeigt keine Wirkung,hat bei mir auch etwas gedauert,aber bei mir war ADS auch ausgeschlossen durch den Test.
Es kann aber auch einfach alles zuviel für Dich sein.

Also,was deinen Göga betrifft,so hat meiner auch mehrere Berufe und ist am liebsten sein eig.Chef.
Auch mit Freunden,wie bei Dir,jetzt hat er endlich mal jemanden zum reden,hat lange gedauert.

Das mit dem Tablettentesten haben wir auch hinter uns,allerdings damals mit nem Doc,schlug auch bei ihm an,aber auf Dauer hat er sie leider nicht genommen,da auch er meint,so klarzukommen.
Die Ärztin der Klinik hat ja gesagt,solange es der Familie nicht schadet,kann ers so versuchen.
Aber inzwischen hab ich ja durch den Familienhelfer,den wir hatten gelernt,meinen Mund aufzumachen,wenn es kracht,daß stutze ich ihn zurecht und es geht wieder.

Er kann auch provozieren,sodaß die Kids ausflippen schon am frühen Morgen,sowas kann ich nicht ab.
Er hat soviel mit Junior gemeinsam,daß man schon aufpassen muß,wer neben einem steht.Das haben wir allerdings auch erst mit dem FH rausgefunden und mal ganz genau betrachtet.
Unser FH hatte damals nämlich gefragt,warum er den ADS-Test nicht als Chance nutzt und mir alles überläßt,daß hat ihn dann zum nachdenken gebracht,vor allen,als ich dann meine Testtermine machte,wollte er komischerweise auch.

Nicole,ich bin kein Doc+Therapeut,aber kann Dir sagen,guckt im mom nicht nur nach eurem Sorgenkind,sondern zu EUCH als "Paar",redet miteinander,bevor alles auseinander bricht.Oft hat mein Göga auch dem Kind die Schuld für alles gegeben,aber es trägt die Schuld nicht und es kann nichts dafür,ADS zu haben.
Unser Grund war:Wir haben NICHT miteinander geredet!!!Jeder hat dem anderen Vorwürfe gemacht,anstatt gemeinsam nach Wegen zu suchen,obwohl ich sie ja immer gesucht hab.

Dann haben wir einiges anders aufgeteilt und ich mußte akzeptieren,daß er einiges nicht hinbekommt,dafür aber andere Qualitäten hat und so isses bis heute geblieben.
Er vergißt auch viele wichtige Dinge und kann es nicht haben,wenn ich dann schneller bin,also mußte er dran arbeiten.
Manchmal müssen wir Frauen dann wieder den Anfang machen und uns was nettes ausdenken,ich werde heute Nachmittag mit meinem Göga Kaffeetrinken gehen.

Man,ist jetzt auch mehr geworden als ich wollte,aber ich möchte,daß Du siehst,daß Du nicht alleine damit bist,wir haben das auch alles durch.
Du/IHR müßt jetzt sortieren und dann eins nach dem anderen durchziehen.Auch ihr werdet einen Weg finden.

Lieben Gruß von Sternchen*

von Sternchen* - am 14.02.2007 09:42

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Sternchen

Zitat

Man,dat ist aber schon viel an Medis für sein Alter.
Habt ihr es denn immer nur kurz angewendet???Einstellung braucht zeit,dat geht nicht von heute auf Morgen,da haben wir auch lange gebraucht.


Ich finde auch, dass es zuviel ist, hatte daher auch nach Strattera eine längere Pause eingelegt.
Wir haben jeweils über mehrere Wochen bis Monate getestet, aber wie schon geschrieben ohne Erfolg.
Am Besten war für ihn das Ritalin, aber aller eineinhalb Stunden 10 mg zugeben, wäre einfach zuviel.
Sie haben ja auch versucht, ihn stationär einzustellen, sind aber nicht mit ihm klar gekommen.

Ich sage meinen Mann schon, wenn mir etwas nicht passt und hab ihm auch immer wieder gesagt, so geht es nicht. Es sind auch seine Kinder, er wollte Sie unbedingt haben, also muss er auch etwas dafür tun.
Mehr als immer wieder reden kann ich nicht. Mittlerweile hat er schon richtig Angst, wenn ich mit den Kiddies zur Kur gehe, alleine zu sein.
Mitkommen will er aber nicht.

Ich werd dies jetzt alleine durchziehen, ohne ihn. Vielleicht merkt er dann ja etwas.
Hab so lange Rücksicht genommen, aber ich bin auch nur ein Mensch mit Gefühlen und Bedürfnissen.
Meine Kraft ist am Ende.
Musste ihn vorhin auch an einen Termin erinnern, hatte er schon wieder total vergessen. Eigentlich wollte ich Ihn auflaufen lassen, aber habs dann doch nicht gemacht, da es ein guter Auftrag werden könnte.

Werd heut nachmittag nochmal mit der Erzieherin reden, wie wir am besten weiterkommen, und nun werd ich mir erstmal die Kuranträge vornehmen und dann zu meinen und Sohnemanns Arzt schicken.
Diesmal bleib ich standhaft und ziehe es durch.
Ist ein erster Schritt nach vorn.

Viele Grüße



von Nicole Z. - am 14.02.2007 09:55

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Bravo, Nicole!

Das klingt gut!
Ich möchte Dich gerne in Deinem Entschluss bestärken: Schau nach vorne! Zieh es durch! Dann wird sich auch etwas ändern.

Etwas anderes: ich bin beileibe kein Medi-Experte. Kämpfe ja selbst gerade mit meiner Einstellung...

Aber nur so eine Idee: Wäre es möglich, dass bei Deinem Sohn etwas anderes zusätzlich zum ADS dabei ist, und die einschlägigen Medis deshalb nicht passen?

Ich werde ja auch wieder (auf den Serotoninspiegel wirkende) Antidepressiva dazunehmen, weil dieser Aspekt vom Ritalin anscheinend nicht ausreichend abgedeckt wird.

Mann, das ist schon mühsam, dass sich solche Dinge oft nur durch Versuch und Irrtum herausfinden lassen. Dass man psychische und organische Probleme so schwer abgrenzen kann!

Vielleicht haben sie auf der Kur ja die Möglichkeit, all das in Ruhe festzustellen.

Ich wünsche Dir alles Liebe, viel Kraft!

Agnes



von Agnes69 - am 14.02.2007 10:13

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Agnes

Danke für Deine Worte.
Ja ich werde es diesmal durchziehen, auch wenn es sehr schwer für mich ist.
Zu Sohnemann, wir haben dreimal dieselbe Diagnose erhalten und alles von verschiedenen Ärzten.
Erst die Kinderärztin, dann die Psychologin, die sich wirklich sehr viele Wochen Zeit genommen hat und ihn auch genau beobachtete und dann als er stationär lag, haben wir wieder die Diagnose erhalten. Überall das Selbe ADHS mit gestörtem Sozialverhalten.
Wir lassen regelmäßig Blut abnehmen und einmal im Jahr wird EEG gemacht.
Wir haben auch schon allerhand an Therapien durch, von Physiotherapie über Psychomotorik, Memory-Therapie und Ergo. In der Kita bekommt er noch zusätzliche Förderung.

Mehr weiß ich auch nicht, bin einfach nur enttäuscht darüber, dass seine Psychologin das Handtuch wirft. Sie muss sich damit auskennen und mir Möglichkeiten nennen, aber nein nun stehe ich alleine da, da alle ihn aufgegeben haben.

Muss jetzt einfach selbst kämpfen, mir zu liebe und für meine Kinder.

Viele Grüße Nicole



von Nicole Z. - am 14.02.2007 10:26

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Nicole,

ich möchte nur mal was zum Thema "Zwillinge" sagen. Du willst sie nicht trennen, aber:
- Zwillinge sind Geschwister
- nicht alle Zwillinge haben eine besonders enge Bindung zum anderen Zwilling, das wird gerne hochgespielt weil es von außen so toll aussieht
- vor allem nicht-eineiige Zwillinge (nehme mal an, das sind deine beiden Jungs, sonst hätten beide ADS) haben diese enge Bindung im Normalfall nicht

Ich bin selbst ein Zwilling (eineiig), wurde immer mit meiner Schwester verwechselt, alles wurde nur mit dem anderen Zwilling verglichen. Wir würden uns heute sicherlich besser verstehen, wenn da eine bessere Trennung gewesen wäre (momentan beschränkt sich unser Kontakt auf wenige Stunden so 3 - 4 mal pro Jahr, obwohl wir nicht weit auseinander wohnen).

Und durch die ständigen Vergleiche leidet dein anderer Zwilling noch mehr, als wenn er "nur" einen Geschwisterbruder ohne Zwilling hätte. Das Verhalten von seinem Bruder wird dann automatisch auch auf ihn projeziert. Von daher ist es sogar sehr wichtig, dass du die beiden voneinander trennst, muß ja nicht für immer sein! Absolutes Minimum sind getrennte Schulklassen, unterschiedliche Kleidung. Und in eurem Fall daher auch unterschiedliche Schulen gar nicht so schlecht.

Ich kann mir auch gut vorstellen, daß dein ADS'ler versucht, seine eigene Identität zu finden (jeder Zwilling ist schließlich ein eigener Mensch), und auch deshalb so provoziert... (meine Schwester hat früher mit Vorliebe andere Jungs verprügelt, die Keilerei zurück hab ich dann auch regelmäßig mit abgekriegt).

VG, Fuzzy-Mama

von Fuzzy-Mama - am 14.02.2007 12:04

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Fuzzi Mama
Das gleiche hab ich auch schon gedacht. Mein Mann ist Zwilling,mein Schwager hat Zwillinge, der cousin von meinem Mann hat Zwillinge.
Sie sind alle Grundverschieden. Sie haben alle verschiedene Hobbies und getrennte Freundeskreise. Sie waren alle in verschiedenen Klassen. Schmeiß sie durcheinander und sie sind tötlich beleidigt.
Wenn ich dann noch dazufüge, das von den Zwillingsmüttern gleich zwei wegen Überlastung depressiv geworden sind. Die eine ist soweit wieder hergestellt,das sie keine Medikamente mehr nehmen brauch, die andere nicht.
Die eine sagt auch, ich nehme mitlerweile alles an Hilfe an was ich kriegen kann, wer mir bügelwäsche abnehmen will, gerne. Zwischendurch fährt sie einfach mal ein paar Tage weg.
Die andere verkriecht sich in ihre eigene Welt, da muß man sehr aufpassen wie sie drauf ist, sonst kriegt mans ab.
Irgendwie müssen auch mal die Außenstehenden kapieren,das Zwillinge auch die doppelte Arbeit bedeutet, und die Belastung höher ist, weil man ja immer alles zweimal braucht. Und nicht och wie süß Zwillinge, die haben ja immer einen zum spielen.
Der zweite und der dritte von mir sind eineinhalb Jahre auseinander,und selbst sie werden ständig für Zwillinge gehalten, Wir können sie gar nicht auseinanderhalten, HAhaha sie sehen völlig verschieden aus und haben völlig andere Charaktere .
gerade deshald braucht Nicole alles an Unterstützung was sie kriegen kann, hat bloß bei ihr im Umfeld wohl noch keiner gemerkt.
S.

von sonne73 - am 14.02.2007 12:45

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Fuzzy-Mama

Mal zu meinen Zwillingen

Mein ADHS´ler ist ein ganz anderer Charakter wie sein Bruder.
Sie sehen sich überhaupt nicht ähnlich. Im Gegenteil, viele denken, er ist der Zwilling von meiner Großen, da Sie genau wie er aussieht und beide fast gleich groß sind.
Also ADHS´ler ist blond wie die Große und der andere hat dunkelbraune Haare und ist 4 cm kleiner.
Der ADHS´ler hat einen hohen IQ und ist für sein Alter sehr weit, spricht jeden an und hat vor nichts Angst. Der andere hängt mit allem etwas hinterher und ist sehr ängstlich. Dafür hat er aber einige richtige feste Freunde.

Ich habe meine Jungs nie gleich angezogen. Gut, wo Sie noch Babys waren, aber nur um meine Mutter etwas durcheinander zu bringen, ansonsten hatten Sie immer verschiedene Sachen an.
Jeder hat auch verschiedene Interessen.

Früher wurde ich immer angesprochen "oh wie süss gleich Drillinge". Ich habe diese Sprüche gehasst.

Trennen tu ich sie zum Beispiel beim Schlafen, der eine im Kinderzimmer, der andere im Schlafzimmer. Gehe ich dann ins Bett, schaffe ich ihn ins Kinderzimmer. Dies muss ich tun, weil der eine sehr wenig Schlaf braucht und sich noch leise beschäftigt.
Ansonsten ist es aber nun mal so, dass Sie sich gegenseitig brauchen. Mein Sohn mit den Tics lag bisher zweimal sehr lange im KKH, einmal wegen Lungenentzündung und einmal wegen Hirnhautentzündung.
Sie haben sich so vermisst, keiner konnte schlafen, beide haben ständig geweint.
Auch wenn Sie sich nicht immer vertragen, passt der ADHS´ler auf seinen Bruder auf. Er hat sich sogar schon vor meinen Mann gestellt und ihm gesagt, er solle nicht mit seinen Bruder schimpfen.

Auch wenn andere Kinder ihn ärgern, was mittlerweile durch die Tics häufig vorkommt, ist er zur Stelle.

Werde aber diese Woche einen Antrag stellen, um ihn im September auf eine andere Schule zu schicken.

Eine Empfehlung bekomme ich noch vom Arzt, dann heißt es nur noch Daumendrücken.

Viele Grüße Nicole



von Nicole Z. - am 14.02.2007 13:32

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Nicole,

du hast geschrieben, dass dein Sohn Ritalin am besten verträgt. Hattet ihr auch mal ein Retard Präparat versucht?

Es gibt da verschiedene von Ritalin, die sich unterschiedlich dosieren.

LG



von schwertlilie - am 15.02.2007 16:23

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo schwertlilie

Hab heute morgen die Psychologin angerufen und um Rezept für Ritalin gebeten.
Hab mit der Erzieherin abgesprochen, dass ich es noch mal mit Ritalin probieren will und sie unterstützt mich dabei.
So kann es ja auch nicht weiter gehen, dass er nur auf 180 ist und selbst die Erzieher schlägt.

Die Psychologin schickt mir jetzt ein Rezept und ich kann bis 25 mg am Tag selber eindosieren.
Ein Langzeitpräparat von Ritalin gibt sie mir nicht. Sie war so schon nicht begeistert, da sie ihn schon abgeschrieben hat.
Habe heut früh 8 Uhr (hatte noch einige Ritalin da) ihm 10mg davon gegeben und in der Kita bescheid gesagt.
Heut nachmittag, als ich ihn abholte sagte sie mir, dass bis 11 Uhr alles wunderbar geklappt hat, keine Ausraster, konzentriert beim ABC-Club, alles prima. Der Nachmittag war zwar wieder die Hölle, aber da hat er ja auch kein Ritalin mehr bekommen.

Ab Morgen bekommt er erstmal regelmäßig von mir frühs Ritalin und wenn ich den Schein von der Psychologin für die Kita hab, bekommt er dann dort.

Hoffe jetzt einfach, dass es funktioniert.

Viele Grüße



von Nicole Z. - am 15.02.2007 17:17

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Nicole!

Das hört sich doch ganz gut an.
Und wenn er später noch etwas nach bekommt,ist es doch erstmal ok.

Viel Glück weiterhin
von Sternchen*

von Sternchen* - am 15.02.2007 17:42

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Nicole,

also, da drück ich doch auch gleich mal wieder Daumen mit, dass es nun doch funktioniert.

LG Rita



von Miss Piggy - am 15.02.2007 17:47

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Nicole,

ich drücke Dir auch ganz fest die Daumen.

Ist ja schon mal toll, wenn es bis 11 Uhr geklappt hat und wenn dann nachdosiert wird, bevor der Rebound kommt, dann wird vielleicht doch endlich alles besser.

Ich drücke Euch soooooooo fest die Daumen.

Liebe Grüße

Monkele

von Monkele - am 15.02.2007 19:20

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo Nicole
Ich drück dir auch die Daumen,das es jetzt klappt, und du etwas zur Ruhe kommen kannst.
Alles Liebe S.

von sonne73 - am 15.02.2007 20:53

Re: Psychologin wirft das Handtuch

Hallo alle miteinander

Erstmal Danke für die vielen Daumen.

Hoffe wirklich, dass es bald besser läuft. Heute war ja schon mal wieder ein Anfang und sobald ich den Schein für die Kita habe und sie dort auch wieder geben dürfen, hoffe ich auf bessere Nachmittage und ein ruhigeres Familienleben.
Vielleicht kommen wir dann auch wieder langsam zueinander.
Belastet mich schon, dass ich ihn nicht in den Arm nehmen kann, aber er kann es auch nicht.

Ansonsten hab ich ja auch noch die Hoffnung auf die Kur, war ein erster Schritt nach vorn, hab mich überwunden. Weiß ja, dass etwas passieren muss.

Dieser Dank geht ganz speziell an Vero, Du hast mich in dieser Richtung sehr unterstützt. Bist einfach die Beste. Hab ich auch heut bei unserem Gespräch gemerkt.
Den anderen danke ich natürlich auch für Ihre Unterstützung, bin einfach nur froh, dieses Forum hier zu haben.

Wünsche allen noch eine schöne Woche.

Viele Grüße Nicole



von Nicole Z. - am 15.02.2007 21:29
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