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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Monkele, Britta F., Bettina73, tanale, Sternchen*

Wie sag ich`s meinem ADHSler?

Startbeitrag von Britta F. am 25.02.2007 06:27

Guten Morgen, Ihr Lieben!

Einige kennen mich ja noch, auch wenn ich nicht mehr so aktiv dabei bin. Momentan habe ich auch weniger Probleme wegen des ADHS (obwohl wir die Einstellung der Medis immer noch nicht im Griff haben :-(...), als mit mir selbst, glaube ich.

Sohni, inzwischen fast 10, vierte Klasse, braucht nach wie vor viel Aufmerksamkeit; momentan ist er z.T. so unkonzentriert, dass ich ihn aus seinem Zimmer wieder in die Küche gesetzt habe (Hausaufgaben), da ich ihn da besser kontrollieren kann. Momentan machen sie in der Schule Geometrie, das Zeichnen hält ihn EWIG auf, er wird überhaupt nicht fertig.

Ich bin schon froh, dass es bei Töchterchen, die wir ja vorzeitig eingeschult haben, gut läuft. Sie kommt, bis auf wenige Situationen in Mathe, sehr gut allein zurecht.

Ja, und Euch kann ich es ja sagen: ich hab vor zwei Wochen festgestellt, dass ich nochmal ein Kind bekomme. Es war auch geplant, ich hab seit letzten Mai nicht mehr verhütet, also eigentlich keine Überraschung.

Aber nun sitz ich hier und grübel.

A: Wie soll ich das nur alles schaffen? Sohni kommt im August auf`s Gymnasium und ich hab ab Oktober so einen kleinen Schreihals auf dem Arm.

B: -und das betrifft nur meinen Sohn!- Ich hab ihm gegenüber ein richtig schlechtes Gewissen. Ich weiß, dass er Babys (im Gegensatz zu seiner Schwester!) nicht wirklich klasse findet. Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht, wie ich ihm das beibringen soll. Ich habe echt Angst vor der Situation.

Hat jemand schon mal Ähnliches erlebt und kann mir Tipps geben, wie ich Sohni besser einbeziehen kann? Daran appellieren, dass er ja "schon groß" ist? Dann hat er Angst, dass er ständig helfen soll. Ihm sagen, dass sich zwischen uns nichts ändern wird? Glaubt er mir eh nicht, er ist ja nicht blöd und weiß genau, wie viel Arbeit so ein Würmchen am Anfang macht. Ich werde ganz klar weniger Zeit haben.

Ach, Leute, ich hab richtig Angst, dass mir alles aus dem Ruder läuft. Ich habe es die letzten vier Jahre mit viel Mühe geschafft, Sohni (trotz meiner Beruftätigkeit) bei den Hausis zu unterstützen, ich weiß einfach nicht, wie das dann weitergehen soll.

Vielleicht hat jemand ein paar aufmunternde Worte? Ich fühl mich schon ganz schlecht, weil ich mich gar nicht so richtig freuen kann...obwohl es mein Lebenstraum war, noch ein drittes Kind zu bekommen...

Liebe Grüße sendet Euch
(besonders Vero, Sternchen, Monkele und die anderen, die mich noch kennen!)
Britta F.

Antworten:

Hallo Britta,

auf alle Fälle erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Deiner Schwangerschaft. Ich freu mich für Dich ganz dolle !!!

Es ist völlig normal, dass Dir nun alle diese Gedanken durch den Kopf schießen - sonst wärst Du auch nicht so eine gute Mutter.

Sicher wird sich einiges ändern, das ist vor allem für unsere ADSler nicht leicht, da sie ja in vielem "Gewohnheitstiere" sind. Aber Du hast doch noch 9 Monate Zeit ihn vorzubereiten. Bilder von ihm und seiner Schwester anschauen, als die beiden so klein waren. Erzählen, spekulieren, was es wohl werden wird, gemeinsam das Kinderzimmer oder Wiege, Wickeltisch usw. vorbereiten. Ein Mobile basteln für den kleinen Erdenbürger als Geschenk von Schwesterchen und Brüderchen.

Sicher gibt es zu dem Thema auch gute Bücher. Da hab ich nur überhaupt keine Ahnung, da wir ja nur einen Sohnemann haben. Wir wollten ja auch immer 2 Kinder, hat aber dann nicht mehr geklappt. Heute ist das aber wirklich ok für mich.

Wie sieht es denn mit Deiner Berufstätigkeit aus? Machst Du das dann nach der Geburt irgendwie weiter, oder machst Du dann erstmal Pause? Da hast Du ja auch ein bischen Zeitersparnis. Vielleicht können Dich ja auch Mutter oder Schwiegermutter mit der Wäsche oder so unterstützen (Solche Mütter solls geben, auch wenn ich da keine Hilfe hatte ;) ) Und vielleicht kann Dir ja auch Dein Mann die eine oder andere Aufgabe abnehmen und sich zumindest abends dann auch mal extra Zeit für den Großen nehmen.

Vielleicht kannst Du ja in der Hinsicht schon vorher was organisieren, damit Du nach der Geburt etwas Luft hast und Dich trotzdem auf Sohnemann konzentrieren kannst.

Ich kann aber verstehen, dass Du Dir diese Gedanken machst. Du schreibst ja auch selber, dass die Medi-Einstellung noch nicht wirklich optimal ist. Vielleicht ist ja auch das ein Grund, warum er momentan wieder mehr Hilfe braucht. Vielleicht hat er aber auch gespürt, dass sich was am Verändern ist und braucht deswegen mehr Zuwendung. Unsere Söhne haben da ja sehr feine Antennen.

Auf alle Fälle wünsche ich Dir eine schöne und angenehme Schwangerschaft, viel Vorfreude auf das Wunschkind und hoffe, dass wir wieder öfter mal was von Euch hören.

Ganz ganz liebe Grüße

Monkele

von Monkele - am 25.02.2007 07:13
Hallo Britta,

nochmal ich ;) ... hab ja noch was vergessen ...

wie sag ichs meinem ADHSler???????

Ich würde versuchen eine schöne, kuschelige Atmosphäre zu schaffen. Kerzen, was leckeres zum Naschen, Papa, Mama, Schwester, Bruder ... alle zusammen und dann die freudige Nachricht verkünden.

... wir müssen Euch was erzählen .... Ihr werden nochmals Bruder und Schwester .... das heißt, ihr bekommt noch ein Geschwisterchen ... ca. im Herbst wird es soweit sein .... wir würden uns freuen, wenn ihr dann mithelft, dass es dem kleinen Wurm gutgeht. Vielleicht auch die Frage gleich ansprechen wo das Kind "wohnen" wird (eigenes Zimmer, bei Mama und Papa?)

Und vor allem würde ich versuchen zu vermitteln, dass sie immer Fragen können, wenn was unklar ist. Dass sie beide äußerst wichtig sind, damit es auch dem 3. Kind gut geht und dass es auch den beiden Großen gut gehen soll.

Sicher nicht einfach und sicherlich bekommst Du auch von "erprobten" Mehrfachmüttern in dieser Richtung bessere Tipps als von mir :)

Daumendrückende Grüße

Monkele

von Monkele - am 25.02.2007 07:20
Hallo Britta,

erstmal herzlichen Glueckwunsch! Es gibt - trotz allem anderen taeglichen - keine groessere Freude und ich hoffe, es geht alles gut!

Ich habe einen ADSler, damals 9, zwei Toechter 7,8, und noch ein Baby bekommen. Er hat sich trotz einer weiteren Schwester sehr sehr gefreut! Das beste ist, die Freude haelt weiterhin an, und es gibt seinem Selbstbewusstsein auch einen Schubs, sich um die kleine zu kuemmern. Natuerlich ist die Hauptarbeit bei dir, aber am meisten hat die damals kleinste mit Eifersucht gekaempft, er war von Anfang an der grosse und super beschuetzend dem Baby gegenueber. Ich habe noch nie sagen muessen kuemmert euch mal um die kleine, das schoenste ist, wenn sie von der Schule nach Hause kommen!Am Anfang (hoffen wir mal) schlafen die Babys ja auch noch viel, so konnte ich immer ganz gut die Hausaufgaben ueberwachen (Drei Schulkinder insgesamt..). Ich fand die 5./erstes Halbjahr einen ziemlichen Schock so vom Arbeitsvolumen, aber das hat sich echt jetzt gebessert, und die Kinder werden auch reifer. Mit Geometrie und Aufgaben umsetzen allgemein hat meiner auch total viel Probleme, aber er ist viel ausgeglichener, seit er die Medis nimmt und wir wissen, woran wir sind (er wurde erst Ende der 4.ten Klasse GS diagnostiziert!)Also, nochmal herzlichen Glueckwunsch!
Nicole

von tanale - am 25.02.2007 09:25
Hallo Monkele,

vielen lieben Dank für Deine aufbauenden Worte! Das tut wirklich gut!

Ich denke, es ist einfach ein bißchen viel für mich, so blöd sich das jetzt auch anhört. Aber in dem Moment, als ich den fett positiven Test in der Hand hielt, hatte ich fast eine kleine Panikattacke. Irgendwie war es plötzlich wirklich passiert, was man sich vorher nur in der Fantasie ausgemalt hatte. Und da kamen tausend Unsicherheiten hoch. Ich habe das ja auch alles lange nicht mehr gemacht, meine letzte Schwangerschaft ist sieben Jahre her. Und dazu mischt sich dann auch noch die Angst vor eine Fehlgeburt (ich habe ein Kind im 4. Monat verloren und das war mit die schlimmste Erfahrung meines Lebens!).

Was mir komischerweise gar keine Sorge bereitet, ist die Tatsache, dass ein drittes Kind ja nun durchaus auch wieder von AD(H)S betroffen sein könnte. Das macht mir überhaupt keine Angst mehr, vor drei, vier Jahren wäre das noch anders gewesen.

Morgen gehe ich erst mal zum Arzt und dann hoffe ich, dass ich mich an den Gedanken gewöhne, dass da bald wieder so ein Zwerg liegt. Und dann kann ich auch Sohni hoffentlich vernünftig darauf vorbereiten.

Ich danke Dir nochmal und wünsche Dir einen ganz tollen Sonntag!

Liebe Grüße, Britta F.

Ach ja: Ich werde zumindest ein Jahr nicht arbeiten, danach sehen wir weiter. Und Du hast recht: ich sollte mal ein bißchen deligieren. Meine Mutter würde mir wahrscheinlich schon mal Wäsche abnehmen, aber ich habe das nie gewollt. Ich kann Hilfe nur sehr schlecht annehmen und meine immer noch, dass ich schließlich die Kinder gewollt habe und nun auch sehen muss, wie ich klar komme! ;-) Aber wir werden sehen, vielleicht fällt es mir diesmal leichter als früher bei den beiden Großen?!

Euch alles Liebe; ich hoffe, es geht Dir und Deinem Sohnemann gut?

von Britta F. - am 25.02.2007 09:26
Hallo Britta!

Ja,ich kenne Dich noch,schön,mal wieder von Dir zu hören.:)

Erstmal aber herzlichen Glückwunsch!

Kann mich Monkele nur anschließen,ich würde es auch in einer gemütlichen Atmosphäre verkünden.
Kleine Zwerge sind ja was schönes,wenn sie nicht immer so schnell wachsen würden,gell?!

Ach,und wenn Dir Hilfe angeboten wird,dann nimm sie einfach an,daß ist nichts schlimmes und vergeht auch wieder.Sicher gibs auch bei Dir hier+da eine Freundin o.Bekannte,die Dir gerne helfen wird.

Und das es Dir keine Angst macht,wieder einen ADSler zu bekommen,ist doch auch schon ganz gut.

Auf jedenfall freue ich mich für Dich und wünsche Dir einen schönen Sonntag.

Liebe Grüße von Sternchen*
(die jetzt ihre WW-Gymnastik macht,endlich):O)

von Sternchen* - am 25.02.2007 11:53
Hallo,

und Herzlichen Glückwunsch!

Unser kleiner Sohn ist jetzt 7 Monate alt. Der Grosse ist gerade 9 Jahre geworden. Als ich wusste, dass ich schwanger bin, habe ich erstmal eine Weile gewartet und nichts gesagt. Die Übelkeit war nicht mehr zu verbergen und ich wollte nicht, dass die Kinder sich Sorgen machen. Ich hatte ein Jahr zuvor auch eine Fehlgeburt in der 9SSW und wollte nun erst einmal sicher sein, die Vorfreude nicht zu gross werden lassen.

Da mein Partner (nicht der Vater von meinem Grossen) auch noch einen Sohn aus einer ersten Beziehung hat, habe ich mich dann mit ihm abgesprochen, wann wir es sagen, damit nicht einer es als erstes erfährt. Irgendwie fand ich es schöner, es meinem Grossen alleine zu sagen. Da konnte ich 100% auf ihn und seine Fragen eingehen. Er hatte meine ganze Aufmerksamkeit und ich hatte auch schon ein erstes Ultraschallbild. Gesagt hab ich es ihm abends beim Gute Nacht sagen. Wir haben uns auf sein Bett gekuschelt und das Bild angeschaut.

Für beide Jungs war klar, dass sie einen Bruder wollen und den haben sie auch bekommen.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, toi, toi, toi!

Bettina

von Bettina73 - am 25.02.2007 14:26
Hallo Britta,

versuch es ruhig mit dem Delegieren. Ich bin da auch leider so veranlagt, dass ich immer allen helfe, aber selber immer versucht habe alles alleine (bzw. mit meinem Mann zusammen) hinzubekommen.

Allerdings versuche ich das langsam aber sicher zu ändern, denn irgendwie fühlen wir uns manchmal am Ende unserer Kräfte. Anfang diesen Jahres haben wir beschlossen, dass das rote Kreuz, das wohl für alle sichtbar (außer uns selber) an unserem Gartentürchen war, im Geiste abzumontieren und nicht mehr für alle außer uns dazusein, sondern auch mal an uns zu denken :) . Klappt zwar nicht immer, aber immer öfter ;) .

Ansonsten - danke der Nachfrage - geht es uns und unserem Sohnemann recht gut. Sohni macht nun bei uns in der Firma eine Ausbildung zum "Kaufmann für Bürokommunikation" und es tut ihm sichtlich gut, dass er mal nicht gemobbt wird, sondern in Ruhe arbeiten und was leisten kann. Berufsschule macht er zwar nicht so gern, aber das gehört halt trotzdem dazu. Seit Ende der Hauptschule nimmt er keine Medis mehr und es klappt trotzdem gut - zumindest hier bei uns. Für die Berufsschule haben wir allerdings wieder angefangen eine Concerta zu geben, da er vieles nicht mitbekommen hat und dann dauernd von der Lehrerin geschimpft wurde. Seit er die Concerta wieder nimmt, hat er zwar an dem Tag keinen Hunger, aber es klappt schulisch viel besser.

Ich musste kräftig grinsen, als Du die Situation mit dem "fett positiven Test" geschildert hast. Diese Situation habe ich auch schon 2 x erlebt :). Einmal, als ich nach langen vergeblichen Versuchen nach einer medikamentösen Behandlung schon nach dem 1. Monat schwanger war und das zweite Mal, nachdem wir unseren Hund aus dem Tierheim geholt hatten.

Beides Situationen, die ich unbedingt wollte - und dann als es so war, hatte ich auf einmal Schiß vor der eigenen Courage. Schaff ich das alles? Hab ich mir zuviel aufgehalst? Fragen über Fragen - aber beides war einfach richtig !!! Sicher ist ein Hund kein Vergleich mit einem Menschenkind, aber auch da übernimmt man ja die Verantwortung für eine lange Zeit und ich bin nicht der Mensch, der sich da entziehen würde.

Auf alle Fälle drücke ich Dir die Daumen, dass die Schwangerschaft gut verläuft und sich alles so entwickelt, wie Du es gerne möchtest.

Alles Liebe für Euch alle

Monkele

von Monkele - am 25.02.2007 16:27
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