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Informationen zum Thema:
Forum:
kite2fly.com forum
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Sonicsurfer, michel, Paul, gerry

jetzt geht´s ab!

Startbeitrag von gerry am 10.09.2001 22:10

Pünktlich mit dem September kam auch der Wind, Freunde, und das ist gut so! Nach ein paar Sturm-Schrecksekunden gestern (nicht wahr Paul?;-)) war´s heut wieder recht nett am Wasser. Und die nächsten Tage dürften auch was hermachen.
Interessant, dass die gar nicht mal soooo tiefen Temperaturen die Aktiven auf einen harten Kern von vielleicht 10 Mann reduziert haben.cu gerry

Antworten:

Aloha!

...es sind nicht die Temperaturen allein.... Auch tagelange Auslandsmessen können ganz schön hinderlich an der Ausübung des Kitens sein. Aber morgen bin ich wieder daaaa! :)))
Mahalo

Norbert
www.kitepower.net


von Sonicsurfer - am 11.09.2001 06:45
Hier die ganze Story - vieleicht kann ja der eine oder andere was davon lernen.....

Auch am Montag haben sich außer einem kleinen Kratzer am Ellbogen (und Loch im Neo) keine weiteren Spätfolgen meines unfreiwilligen "Water to Land transition reverse Superman-air to slide" erkennen lassen.

Für alle die bei meinem "Stunt" nicht dabei waren:

WNW Wind ca. 6bf beim Aufbau des Kites (ARC 630).
Wollte Kite am Windfensterrand 60Grad zum Wind mit eingesandeter Spitze füllen und dann vorsichtig am Rand hochziehen. Während des Füllens hat ein (gutmeinender) Helfer den Kite hochgehalten und dann leider nicht ganz optimal gestartet (Drehimpuls beim Start).
Kurz nach dem Start Windspitze die laut schneider windmeter mind. 60km/h erreicht hat, am kite wahrscheinlich eher in Richtung 70 Sachen (bei 60 derfahr ich die 630er normalerweise noch recht locker) musste daher im starten die ARC 630 kurz depowern, Kite war aber zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz gefüllt daher mit einem Ohrwaschl eingeklappt und die steuerbarkeit verloren, driftete dann rückwärts in die powerzone, beim unweigerlichen leichten Aufklapper in der nächsten böe bin ich mächtig abgeflogen.

Ca. 20m weiter Air über Land, dank Glück und viel Routine sauber ausgesteuert und kontrolliert mit einem weichen Slide am Hintern gelandet (nicht einmal ein blauer Fleck).

Was kann man daraus lernen ?

1. Arcs so bei Starkwind in BODENKONTAKT vollfüllen !

2. Lasst EUCH NIEMALS von jemandem beim Start "helfen" der nicht 200% weis was er tut und in gleichen Situationen schon mit euch gemeinsam mehrmals gestartet hat.
Wenn niemand Entsprechender da ist - STOP oder selfstart
Wenn euch jemand "helfen" will sofort safety ziehen und - STOP

Bei diesen wirklich extremen Bedingungen - Ich wollte den kite wie gesagt eingesandet schrag zum Wind starten und mit eingesandeter Ecke vollwerden lassen um dann erst zu starten, und habe leider den startversuch nicht sofort abgebrochen als mir der Helfer den Kite starten wollte - Ist NICHT seine schuld, er wollte nur helfen - ganz klar mein Fehler#1

--> ändere nie einen guten und relativ sicheren Plan - wenn der kite bei einem eingesandeten Start ein Problem kriegt, rollt er über Land und man hat genügend zeit die Safety zu aktivieren.

3. Wenn die Arc im Flug eingeklappt (weil unterfüllt) dann hat man ca. 1 sec. fast keinen Zug auf den Leinen - diese Zeit hätte ich nutzen sollen um mich vom drachen zu trennen und Ihn per Safety sicher und gefahrlos zu landen Fehler#2

--> wenn der Kite nicht mehr 100% unter Kontrolle ist Safety aktivieren !

Generelle Anmerkungen zum Thema:

1. Westwind ist am Neusiedlersee fast immer böig daher extremste Vorsicht - Schwankungen von 3 auf 7 bf innerhalb von ein paar Minuten sind keine Seltenheit - DAHER IMMER MIT DEM KLEINSTMÖGICHEN KITE und lieber einem etwas größeren Board rausgehen (ist in meinem Fall 171 Wake) - besser unterpowert als im Krankenhaus oder tot

2. Niemals ohne 100% depowernde Safety bei Wind über 50km/h (obere 6bf) rausgehen (Also Rote Karte für ALLE Mattenkites mit Waageleinen (auch Stamos, da nicht 100 depowerbar)

NULL Zug = 2-leiner Inflatables und ARCs (bei Safety an einer Frontleine), bei 4-leiner inflatables lieber vorher bei weniger WIND testen ob die Safety
wirklich 100%ig funktioniert)

--> wenn euer kite über die Safety nicht 100 depowert dann STOP

3. Seid auch bewusst das der Start schiefgehen kann, spielt mögliche Szenarien und eure Reaktion im Kopf durch bevor Ihr den Kite hochzieht.

4. Wenn ihr kleinste Zweifel habt STOP

5. NIEMALS am See highwind Starts üben, das geht einigermassen gefahrlos nur auf wirklich großen möglichst weichen Sandstränden, erst wenn ihr die Sache im Griff habt könnt Ihr auch am See an Highwind (alles über 5bf) Starts wagen.

6. Wenn Ihr vom Kite ausgehoben werdet, dann Kite in den Zenit fliegen, Sprung sauber aussteuern, kite im Zenit halten
und der Sprung nimmt jegliche Beschleunigungsenergie auf - Ihr driftet jetzt mit ca. 1/3 der Windgeschwindigkeit Downwind.
Beim Landen einsheeten (Bremsen leicht ziehen) und mit komplett angezogenen Beinen (knie zur Brust) auf dem Hintern Landen (verhindert das ihr euch beim landen mit den Knien ausnockt oder knochel/Knie killt). Bis der Kite jetzt wieder Energie aufbaut vergehen 2 sec. das muss reichen um euch aus dem Chicken Loop oder Trapeztampen zu lösen.

Wichtigste Punkte bei der Notlandung:
- Nicht auf dem Bauch landen, Ihr könnt nicht mehr steuern, drückt den kite unweigerlich mit eurem Körper in die Powerzone und werdet Kopf voran mit Windgeschwindigkeit (50-70 km/H !!!) gezogen = Lorenz Böhler
- Nicht auf den gestreckten Beinen Landen Ihr werdet unweigerlich nach vorne umfallen (siehe oben) und oder euch die Knöchel brechen = AKH

Ich kann jedem nur empfehlen im nächsten Urlaub auf einem größen weichen Sandstrand an Land bei wenig Wind (2-3 BF)Landjumps zu üben - das rettet euch in einer Notsituation den Hals, denn wenn Ihr unfreiwillig abhebt dann müssen die Bewegungen 100%ig automatisiert sein !

Also Bitte größte Vorsicht in den Herbststürmen, riskierts nix, lieber nicht rausgehen und ein bissl warten bis eine Sturmfront durchgezogen ist anstatt die Gesundheit zu riskieren.

LG an alle Hardcorekiter da Draussen (jawoll an alle 10 ! ,-))

Paul, Mr. Stack und neuerdings auch Stuntman ,-)
Progressive Sports Network


von Paul - am 11.09.2001 11:29
^So was, jetzt warte ich schon 3-4 wochen auf kitebaren wind, und muß mir jetzt erzählen lassen, dass mich die "tiefen temperaturen" schrecken. Wozu gibt´s denn Neopren?
Nein, manche müssen arbeiten, haben nur am Wochenende zeit, und dann ist entweder kein Wind oder es jagt ein sturmtief das andere. Ich gestehe, dass ich von den böigen verhältnissen (Wind um 3-4, Böen bis 7+) eingeschüchtert bin. Mit einem Surfsegel unterwegs wär´s mir ja wurscht, aber im chicken loop mit 3 bft zuviel, dazu vielleicht knapp unter Land? Gäbe vielleicht wieder schlechte Presse ("Kiter schlägt 500m-Schneise in Naturschutzzone").
Man sieht sich nach den Herbststürmen....
bye
mic

von michel - am 11.09.2001 13:42
Das mit dem Üben von Landjumps auf freiem Gelände bringt echt viel und macht nebenbei viel Spass . Gehe selbst regelmässig bei uns in Oberwaltersdorf aufs Feld und trainiere dort Kitebeherrschung (Flying the lines), Automatisierung von Bewegungen in Grenz- bzw. Notsituationen.
Falls Ihr keinen Platz habt um sowas zu üben bzw. kein geeignet grosses weiträumiges Gelände, dann könnt Ihr Euch gern mal bei mir melden...Ich geh gern mit Euch üben. Hier gibt es ein riesen Feld, frei von jeglichem Baum, etc... Mit geignetem Hosen- und Schuhwerk kann man super Notsituationen trainieren und seinen Kite bis in die Kapillaren kennenlernen.

Mahalo

Norbert
www.kitepower.net


von Sonicsurfer - am 11.09.2001 18:03
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