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Gaby Guder
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vor 13 Jahren, 10 Monaten
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Michael Heinen-Anders

Ein Buch zum 11.9.01 (Vorwort)

Startbeitrag von Michael Heinen-Anders am 08.10.2004 14:46

"Der 11. September 2001 und der offizielle Untersuchungsbericht


Aus dem Vorwort zum neuen Buch von Thomas Meyer
Der 11. September, das Böse und die Wahrheit – Fakten, Fragen, Perspektiven.

Erscheinungstermin: 14. September 2004, siehe unter Bücher, Neuerscheinungen


Unerledigte Fakten
Die Verbrechen vom 11. September 2001 sind bis zum heutigen Tage von der US-Administration nicht in rückhaltloser Weise aufgeklärt worden. Die Administration und jene Teile der nationalen und internationalen Medien, die ihr – aus welchen Gründen auch immer – mehr oder weniger hörig sind, beschränkten sich im Wesentlichen auf die bis zum Überdruss wiederholte Darstellung der offiziellen «Verschwörungstheorie»: Die Attentate seien erstens für jedermann eine Überraschung gewesen und zweitens auf die Aktivitäten von Islamisten zurückzuführen, deren Aktionszentrum «Al-Qaida» heißt. Diese Verschwörungstheorie ist inzwischen durch eine Reihe von nichtamtlichen Untersuchungen erschüttert, wo nicht zerstört worden.
An Stelle der demontierten offiziellen Ur-Verschwörungstheorie sind Fragen zurückgeblieben, die auch heute noch ungeklärt sind:

• Wo sind die Original-Passagierlisten der verschollenen Passagiere und «Hijacker»?
• Wo sind die Belege einer Identifizierung der (angeblichen) Insassen der vier Zivilmaschinen?
• Wo sind die Black Boxes der vier Maschinen?
• Wo sind die Aufzeichnungen der Flugsicherung über die vier Flugrouten?
• Was enthalten die Aufzeichnungen der Überwachungskameras des Pentagons und des gegenüberliegenden Sheraton-Hotels, dessen Videobänder beschlagnahmt wurden?
• Usw. Usw.

Gerhard Wisnewski hat diese und weitere Fragen und Ungereimtheiten in seinem neuen Buch Mythos 9/11. Der Wahrheit auf der Spur prägnant zusammengefasst.

Pearl Harbor als Schlüssel zu den Anschlägen vom 11. September
Bereits im November 2001 hatten wir unsere Leser darauf aufmerksam gemacht, in welcher tendenziösen, ja geradezu verlogenen Weise die Terroranschläge schon am Tage der Attentate durch den US-Präsidenten und andere, regierungsnahe Persönlichkeiten mit dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor verglichen wurden. Der Überfall der Japaner am frühen Morgen des 7. Dezember 1941 wurde in den Massenmedien als der große Präzedenzfall der amerikanischen, ja der Weltgeschichte hingestellt. Aber der Mythos vom heimtückischen japanischen «Überfall» ist längst widerlegt und die Attacke in unendlich vielen Einzelheiten wie in ihrem wirklichen Gesamtcharakter dargestellt worden. Die Administration vertraute jedoch darauf, dass der Pearl-Harbor-Mythos mittlerweile weltweit derart unverrückbar in den Bewusstseinen installiert sei, dass sie glaubte, die ersten «Überraschungs»-Erklärungen über den 11. September ausgerechnet auf Pearl Harbor gründen zu können. Sie verhöhnte damit vom allerersten Tag ihrer «Untersuchungen» an nicht nur die Wahrheit, sondern auch im Nachhinein die jeweils etwa 2500 Opfer (1) beider Katastrophen.
Unsere im Oktober 2001 unternommene und im darauffolgenden Monat erstmals im Europäer veröffentlichte Analyse dieses Vergleichs zeigte den zugleich verlogenen und zynischen Charakter desselben auf. Verlogen, insofern er den Pearl-Harbor-Mythos erneut zur emotionalen Wirksamkeit brachte und ganz Amerika und einen großen Teil der übrigen Welt in eine ferngesteuerte Empörung trieb; zynisch in Bezug auf die Kenner der Wahrheit um Pearl Harbor (und die gibt es auch in Amerika!) – Hauptsache, bei der Masse wirkt der Mythos, an den sie auch ein paar Monate vor den Anschlägen mit einem kitschigen Holywoodstreifen erneut erinnert wurde. Den Kennern (d.h. den tatsachengemäß Informierten) aber gab der offizielle Vergleich den eigentlichen Schlüssel zur Beurteilung der Attentate von 2001 in die Hand. Wer diesen Schlüssel ergreift, dem kann gerade dieser Vergleich zum Ausgangspunkt für die kritische Beleuchtung sämtlicher nachfolgender offizieller Äußerungen über den 11. September dienen. Es wird ihm dann zum Beispiel im Hinblick auf die Arbeit der offiziellen Untersuchungskommission auffallen, wie der Pearl-Harbor-Mythos für diese Arbeit von vornherein eine geradezu grundlegende Rolle spielte. Es wird ihm ferner auffallen, dass die nunmehr erfolgten Eingeständnisse in Bezug auf das «Versagen» der Dienste jenen, die die Roberts Commission, die offizielle Untersuchungskommission zu Pearl Harbor, geltend zu machen suchte, nachgestrickt sind. (Angesichts des sofort zu untersuchenden und mittlerweile zugegebenen ähnlichen «Versagens» beim 11. September war die fröhliche Party, die George W. Bush mit George Tenet und seinen Angestellten nur zwei Wochen nach den Anschlägen im CIA-Hauptquartier feierte, allerdings ein höchst sonderbares, wohldokumentiertes, aber merkwürdigerweise von der kritischen Literatur zu den Anschlägen meines Wissens bisher völlig übersehenes oder übergangenes Ereignis. (Siehe www.whitehouse.gov/news/releases/2001/09/20010926.3html.)
Im Hinblick auf alle nachfolgenden Ungereimtheiten oder Unwahrheiten in der offiziellen Version kann deshalb die Art und Weise, wie die Administration selbst (und nicht irgendwelche «Verschwörungstheoretiker») Pearl Harbor als historischen «Parallelfall» ins Spiel brachte, als explikatorische Ur-Verlogenheit aller nachfolgenden offiziellen Erklärungen zum 11. September betrachtet werden.

Der Abschlussbericht der offiziellen Untersuchungskommission – eine Establishment-Farce
Am 22. Juli wurde der 567 Seiten starke Abschlussbericht der offiziellen US-Untersuchungskommission veröffentlicht. (2) Der Schlussbericht zementiert die von vornherein feststehende Grundvoraussetzung sämtlicher von ihm dargestellten «Untersuchungen»: dass es sich für jedermann um eine Überraschung und um die Täterschaft von Al-Qaida gehandelt habe. Bereits im ersten Public Hearing vom 31. März 2003 hatte Kommissionsmitglied Timothy Roemer die Thesen des «hervorragenden» Buches Pearl Harbor – Warning and Decision von Roberta Wohlstetter angeführt, ein Buch, für das Donald Rumsfeld schon vor seinem Amtsantritt eifrig Reklame betrieb und das im Europäer im Oktober 2003 kritisch betrachtet wurde. Roemer zitierte aus dessen Vorwort u.a. folgende Worte: «Eine bemerkenswert gut informierte Regierung hat es einfach versäumt, in einer Krise des Kalten Krieges den nächsten Schritt des Feindes vorherzusehen.» Und er hatte sogleich die Anwendung auf die Septemberanschläge hinzugefügt: «Heute könnten dieselben Worte verwendet werden. Nur dass es sich nicht um eine Krise des Kalten Krieges und auch nicht um die Japaner handelte, sondern um Al-Qaida.» (3)
Der «falsche» Vergleich mit Pearl Harbor war außer durch Roemer auch durch den Kommissionsvorsitzenden Thomas Kean und Kommissionsmitglied Richard Ben-Veniste ins Spiel gebracht worden.
Der von Bush selbst ernannte Kean hatte allerdings vor übertriebenen Erwartungen an das Resultat der Untersuchung von Anfang an gewarnt. Er sah die September-Kommission in der Nachfolge der Roberts- und der Warren-Kommission, die Pearl Harbor und den Mord an JFK aufzuklären vorgegeben hatten. Kean hatte sich bereits im Voraus die Hände in Unschuld gewaschen, als er sagte: «Keine von ihnen befriedigte die Hoffnungen, die in sie gesetzt wurden.» (3) Weshalb ein derartig gravierender Vorbehalt, bevor die Untersuchung überhaupt begann?
Im Kapitel 11 des Schlussberichts («Rückblick und Vorblick») soll nun, wie vorauszusehen war, die willkürliche Grundthese der Arbeit der Kommission endgültig zementiert werden. Die Kommission nimmt erneut zur Autorität Wohlstetters Zuflucht, die gesagt hatte: «Nach dem Ereignis ist es natürlich immer sonnenklar, was ein Signal bedeutete. Wir sehen jetzt, was für eine Katastrophe es ankündigte, weil die Katastrophe eingetreten ist. Aber vor dem Ereignis ist das Signal meist unverständlich und mehrdeutig.» (2)
So wird das mehrschichtige Verbrechen vom September 2001 am Schluss des Berichts erneut in die falsche Perspektive des früheren «Überraschungsangriffs» gerückt.
Inzwischen haben allerdings unabhängige Rechercheure nicht nur akribische Einzeluntersuchungen im Internet und auf inoffiziellen 9-11-Konferenzen bekannt gemacht; auch das Bewusstsein über den wahren Charakter des «Überraschungsangriffes» auf Pearl Harbor ist gewachsen, nicht zuletzt dank des im Jahre 2000 erschienenen Buches Day of Deceit von Robert Stinnett (deutscher Titel: Pearl Harbor – Wie die amerikanische Regierung den Angriff provozierte und 2476 ihrer Bürger sterben ließ.) Die administrationstreuen Kommissionsmitglieder sind nun in Bezug auf Pearl Harbor vielleicht etwas vorsichtiger geworden. So sagte Kean anlässlich der Vorstellung des Berichts am 22. Juli 2004 vor einer Schar von Journalisten in Washington: «Manche von uns haben den Schock, den wir erfuhren, mit Pearl Harbor, andere mit der Ermordung Kennedys verglichen. Doch hier gibt es keine Vergleiche. Dies war in unserer langen Geschichte ein einzigartiger und harter Augenblick.»4 Nun scheint man den selbst herbeigeholten Vergleich, der von mehr und mehr Menschen in ganz anderem Sinne ausgelegt zu werden beginnt als im Sinne von Wohlstetter, Rumsfeld, Bush & Co, allmählich etwas zu fürchten. Mit gutem Grund: Pearl Harbor ist der wahre Präzedenzfall zum 11. September 2001.
Aus der auserlesenen Schar von Journalisten, denen der (kurz zuvor schon im Internet zu findende) Bericht durch die 10-köpfige Kommission erstmals präsentiert wurde, verlautete eine einzige kritische Frage: Warum die Geschäftsverbindungen der Bushs mit der Familie Bin Ladens, auf die auch Michael Moore in seinem Film Fahrenheit 9/11 hinweise, nicht untersucht worden seien. Keans Antwort: Er habe den Film von «Mr. Moore» nicht gesehen und wisse also nicht, was seine Beschuldigungen genau beinhalten.
Von den vielen essentiellen, vom Bericht nicht einmal gestreiften Tatsachen greife ich nur eine einzige heraus: die von Larry Silverstein, dem Pächter der beiden WTC-Türme, am 9. Oktober 2002 auf PBS, einem privaten Fernsehunternehmen, abgegebene Äußerung, das Gebäude Nr. 7, das um 17.20 Uhr zusammensackte, obwohl es durch kein Flugzeug getroffen worden war und nur geringfügige Feuer im Innern ausgebrochen waren, sei «abgerissen» worden. Es sei mit dem Leiter der Feuerwehrbehörde beschlossen worden, es «abzureißen (Original: to «pull it»), und wir schauten zu, wie das [WTC-7-]Gebäude in sich zusammensank»5 (www.911independentcommission.org/giuliani31804.html.) In ganz ähnlicher, auf eine professionelle Sprengung deutender Weise sind auch die beiden Türme in sich zusammengesunken und buchstäblich zu Staub pulverisiert worden.
Der Bericht enthält sich jeglicher konkreter Schuldzuweisungen und schiebt, gemäß seiner a priori feststehenden Marschroute, alles auf ein kompliziertes Gefüge von Einzelpannen und mangelnder Kooperation zwischen CIA, FBI und Administration.
Umso mehr macht er der Regierung Empfehlungen für die Zukunft.
Ein die Arbeit aller Geheimdienste koordinierender Anti-Terror-«Zar» (so in der Präsentation durch BBC-World) solle ernannt werden, dessen Budget dafür sorgen soll, dass die CIA und andere Dienste «die richtigen Leute anstellen» können (Kean).
Von besonderem Gewicht ist, dass sowohl Thomas Kean wie Lee Hamilton vor den Journalisten mehrfach davon sprachen, dass sich ein ähnlicher Anschlag wiederholen werde. Und wenn im Gegensatz zu früheren Behauptungen zugegeben wurde, dass es keine Verbindung zwischen Al-Qaida und dem Irak gegeben habe, aber, wie nun behauptet wird, vermutlich solche mit dem Iran bestehen, so lässt das Schlimmes befürchten.
Die wirkliche Funktion des offiziellen Schlussberichtes ist also: dem eigenen Volk und der ganzen Welt die Mythen von der Überraschung und der Täterschaft von Al-Qaida endgültig einzuhämmern und, was vielleicht noch wichtiger ist, die Stimmung der Erwartung weiterer Anschläge zu verbreiten, denen die Regierung mit erhöhtem Budget und noch schärferen Mitteln entgegentreten müsse.
Kein Wunder, dass G.W. Bush in einem theatralischen Kurzauftritt vor dem Weißen Haus den Bericht aus den Händen Keans und Lee Hamiltons (Vizepräsident der Kommission) mit voller Befriedigung entgegennahm und der Kommission für ihre «wirklich gute Arbeit» dankte.

Der ehemalige CIA-Analytiker Ray McGovern bezeichnete am 22. Juli 2004 gegenüber BBC-World die Tatsache, dass kein Einzelner zur Rechenschaft gezogen wurde, als Verhöhnung der Opfer der Anschläge. Er verglich den Bericht mit den britischen Hutton- und Butler-Berichten, die Blair weißzuwaschen hatten, und sprach von einer «Establishment-Arbeit». Eine Hand wäscht die andere.
Dass Der Spiegel in dieser Sache wie auch schon im vergangenen September nichts als eine alle wesentlichen Fragen übergehende Papageienarbeit der offiziellen US-Doktrin als «Nachricht» verbreitet, gehört zu den traurigen Symptomen des Kampfes gegen eine freie Urteilsbildung in Europa.
Vom Wahrheitsgesichtspunkt aus betrachtet war der US-Bericht schon Makulatur, bevor auch nur eine einzige Zeile von ihm vorlag.
Als Symptom einer Ankündigung noch schlimmerer Entwicklungen für die Innen- und Außenpolitik der USA muss er allerdings sehr ernst genommen
werden.
(...)

Ein Blick auf «Skull & Bones»
Gewisse britisch-amerikanische Clubs wie der inzwischen bekannt gewordene Yaleclub «Skull & Bones» können durch die von ihnen angestrebte Benützung bestehender oder die Schaffung von neuen Gegensätzen oder Konflikten am besten gekennzeichnet werden, wie dies schon Anthony Sutton vor über zwanzig Jahren erstmals unternommen hat. Dabei wird diesen Bestrebungen oftmals der Anschein verliehen, man würde Gegensätze schlichten, während sie in Wirklichkeit gesteigert und daraufhin maximal ausgebeutet werden sollen.
Man werfe einen Blick auf die mit Hilfe der britisch-amerikanischen Diplomatie unternommenen Friedensvermittlungen in den letzten hundert Jahren. Warum sind fast alle von ihnen gescheitert? Weil es in Wirklichkeit fast immer darum ging, durch Ausnützung (und Steigerung) von Gegensätzen Macht zu gewinnen. Auch der enorme Machtzuwachs des US-Systems in den letzten Jahren beruht auf der Ausnützung von Konflikten, die zuvor gesteigert, wenn nicht sogar gänzlich neu geschaffen wurden. Erst wurden die Gespenster vom «Kampf der Kulturen» und eines die «westlichen Werte» bedrohenden kommenden «Islamistan» um den Globus geschickt. Dann konnte nach «islamistischen» Terroranschlägen dazu übergegangen werden, die Ernte der Macht einzuholen, von Afghanistan über den Irak bis nach Palästina.
Es ist entscheidend für den weiteren Verlauf des 21. Jahrhunderts, ob mehr und mehr Menschen sich einen klaren Blick für die zweierlei Arten, mit Gegensätzen umzugehen, aneignen oder nicht.
Wer glaubt, es gehe seit dem 11. September 2001 um einen «Krieg gegen den Terror», lässt sich vom Schein täuschen. In Wirklichkeit geht es um die Erhaltung und Globalisierung der Herrschaft der USA, der «einzigen wahrhaft globalen Supermacht» (Brzezinski). In diesem, von einer britisch-amerikanischen Elite besonders mit wirtschaftlichen Mitteln (Finanz- und Rohstoffmärkte) geführten Kampf spielen US-Präsidenten und ihre Administrationen nur die Rolle von Marionetten und Statisten. Wie wenig es auf einer bestimmten Ebene auf die hochgespielten «Gegensätze» zwischen Präsidenten ankommt, zeigt die schlichte Tatsache, dass sowohl der gegenwärtige US-Präsident wie dessen Herausforderer Kerry dem gleichen Skull-&-Bones-Club angehören. Zur Technik der Macht gehört es also auch, Gegensätze vorzutäuschen, wo in Wirklichkeit gar keine bestehen. Ein US-Präsident hat weder den Kern der USA-Politik zu schmieden noch zu ändern. Er ist – von wenigen, meist in langer Vergangenheit liegenden Ausnahmen abgesehen – nichts als deren Hülle. X oder Y als neuer Präsident – das ist eine reine Verpackungsfrage. Im Kern vertritt der neue Kandidat dasselbe wie der amtierende Präsident. Aber man erhofft sich von ihm unter Umständen eine leichtere Akzeptanz einer diskreditierten US-Politik.
Es ist damit zu rechnen, dass vonseiten der nach Macht strebenden Gruppierungen nach so viel «erfolgreicher» Täuschung im 20. Jahrhundert danach gestrebt wird, das «Prinzip Täuschung» im 21. Jahrhundert in noch viel radikalerer Weise zur Anwendung zu bringen als bisher.

Denkverbot oder individuelle Urteilsbildung?
Dazu gehört auch das Bestreben, das Denken der Menschheit weltweit in den Griff zu bekommen. Gerade in der Diskussion um den 11. September 2001 kann dies klar beobachtet werden. Das übelste Mittel, das gegen alle Menschen, welche die offizielle Version in Frage stellen, bisher ins Feld geführt wurde, ist die versuchte Gleichsetzung von Kritikern des 11.-September-Mythos mit Holocaust-Leugnern. So geschehen in einem Arte-Themenabend vom 13. April 2004, welcher die unsachlichen Spiegel-Artikel vom 8. September und 27. Oktober 2003 aufgriff und in Bezug auf deren Diffamierungscharakter noch überbot. Eine Sendung dieses TV-Abends hieß: «Der 11. September fand nicht statt.» Um die mit diesem Titel suggerierte Gleichsetzung entsprechend zu würdigen, muss man sich vergegenwärtigen, dass die natürlich absurde Leugnung des Holocaust in Deutschland ein strafbares Delikt darstellt.
Gerhard Wisnewski kommentiert dazu: «Gelänge die Gleichsetzung von '9/11-Skeptikern' und 'Holocaust-Leugnern', könnte man über kurz oder lang auch auf ein Verbot jedweder kritischen Äußerung zu den Attentaten des 11.9. hinwirken. Noch besser wäre natürlich eine Gleichsetzung von 'Holocaust-Leugnern' mit 'Verschwörungstheoretikern', denn dann wäre in Zukunft das öffentliche Nachdenken über jedwede Hintergründe von irgendetwas untersagt.» (6) Wisnewski spricht in solchem Zusammenhang von «Denkverboten».
Auf das Herannahen einer solchen Gefahr ist in Mitteleuropa bereits vor bald neunzig Jahren, mitten im Ersten Weltkrieg, einmal eindringlich hingewiesen worden: «Es wird gar nicht lange dauern, wenn man das Jahr 2000 geschrieben haben wird, da wird nicht ein direktes, aber eine Art von Verbot für alles Denken von Amerika ausgehen, ein Gesetz, welches den Zweck haben wird, alles individuelle Denken zu unterdrücken.» (7) Dieser Satz stammt von Rudolf Steiner, der ihn in einem Vortrag mit dem Titel «Zeichen, Griff, Wort» am 4. April 1916 geäußert hat.
Derselbe Steiner war auch der tief begründeten Auffassung, dass unsere Epoche jedem Menschen die Aufgabe stelle, mit allen Erkenntnismitteln die Auseinandersetzung mit den Mächten des Bösen aufzunehmen, und das heißt vor allem, sich ein unbeirrbares Unterscheidungsvermögen für Wahrheit und Täuschung anzueignen. (8)
(...)

Anmerkungen
(1) Die Zahl der Opfer von Pearl Harbor betrug 2476; die von New York laut neueren Schätzungen unter 3000.
(2) Zu finden unter http://www.9-11commission.gov/
Die im Bericht angeführte Passage von Roberta Wohlstetter ist zitiert aus der deutschen Fassung des Werkes: Pearl Harbor – Signale und Entscheidungen, Erlenbach-Zürich 1966, S. 404.
(3) Deutsch durch TM. Zu finden unter http://www.9-11commission.gov/hearings/index.htm.
(4) BBC World vom 22. Juli 2004. Kursivsetzung durch TM.
(5) Eine Transkription dieses Interviews kann gefunden werden unter http://www.whatreallyhappened.com/cutter.html. Es konnte eine Zeitlang unter der ISBN-Nummer 0-7806-4006-3 auf der PBS-Webseite als Video bestellt werden, bis der PBS-Shop die Auslieferung stoppte. (Unter http://youthfulindiscretions.com kann eine Bildversion, unter http://VestigialConscience.com/PullIt.mp3 eine Aufzeichnung der Tonspur heruntergeladen werden.)
Vertreter der Angehörigen von Opfern der Anschläge forderten den New Yorker Bürgermeister Giuliani dazu auf, u.a. die Aussage Silversteins gegenüber der offiziellen Untersuchungskommission zur Sprache zu bringen (http://www.911independentcommission.org/giuliani31804.html).
Silversteins Schlüsselaussage wird im Schlussbericht der Kommission mit keinem Wort erwähnt.
(6) Mythos 9/11. Der Wahrheit auf der Spur, München 2004, S. 215f.
(7) R. Steiner, Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste, GA 167.
(8) Siehe dazu zum Beispiel Steiners Faust-Vorträge vom 3. und 4. November 1917 in GA 273."

Viele Grüße

Michael

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