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Informationen zum Thema:
Forum:
Gaby Guder
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Andreana, Michael Heinen-Anders, lessien, Agnostiker

Agnostiker sagt der Geisterbahn ... Ade !

Startbeitrag von Agnostiker am 21.02.2005 20:17

Agnostiker sagt der Geisterbahn ... Ade !

Abschließend noch mal kurz "back to Geisterbahn" (Forum hier) ...

Mein Ausflug in die Welt der surrealistischen Irrationalitäten, der mythischen und okkulten Organisationen, - voller Gespenster, Magie, Geisterbeschwörungen und "Gläserrücken" - des Spiritismus - also der Esoterik oder besser gesagt: der ‚New Age‘-Bewegung - war für mich doch ganz "erleuchtend".

In der Summe ein Sammelsurium an "Weisheiten" deren Nährwert sich nur in Homöopathischer Dosis messen lässt. Nahe Null. Das wundert mich auch nicht, sehe ich doch die Definition wie in Wikipedia gegeben als bestätigt:

Naturwissenschaftliche Beobachtung und Logik werden abgelehnt. New Age habe kein Problem mit widersprüchlichen Aussagen und sehe in der Welt viele Einflüsse am Werk, die von der modernen Naturwissenschaft nicht in Betracht gezogen würden. Daher seien die Aussagen der Naturwissenschaft bestenfalls ergänzungsbedürftig. Es wird auch abgelehnt, New-Age-Praktiken nach wissenschaftlichen Kriterien zu prüfen - wenn eine New-Age-Praktik nicht funktioniere, liege das nicht an einer fehlerhaften darunterliegenden Theorie, sondern an zusätzlichen (unbekannten) Einflüssen. Zum New Age gehöre auch ethischer Relativismus - richtig sei das, was der Einzelne als richtig empfindet.

Begibt man sich auf eine solche Ebene - verlässt man die "reale Welt" - taucht ein in ein Meer von Ungewissheiten, Spekulationen, Mutmaßungen deren einzige Basis eben das ist "was der Einzelne als richtig empfindet". Davon zeugen auch alle Debatten hier. Es gibt nix, aber auch gar nix an dem man sich "festhalten" könnte. Alles steht irgendwie zu Disposition.

So gesehen gibt es eigentlich tatsächlich keinen signifikanten Unterschied zwischen (was den Wahrheitsgehalt oder die Plausibilität angeht) Guru (A) und Guru (B) - zwischen Steiner oder dem Dalai Lama etc. Was die spiritistischen Weisheiten angeht - ein riesiger Steinbruch an dem sich jeder in seiner Weise vergreift. Schließt nicht aus da auch mal ein "Edelstein" zu finden ist. Wobei es sauschwer sein dürfte einen "Edelstein" von einem Dreckklumpen wirklich zu unterscheiden.

Gänzlich obskur wird es aber wenn einzelne, wie hier Gaby oder Andreana ihre "Weisheiten" zum Besten geben oder esoterische Thesen kommentieren. Beide nur stellvertretend für die vielen Tausende genannt welche sich - mehr oder weniger qualifiziert - in der Szene produzieren. Einen gewissen Überblick habe ich mir da verschafft. Wie ich glaube durchaus repräsentativ für diese letztlich nicht überschaubare esoterische Szene.

Es dominieren Auffassungen und Vorstellungen die mich entweder belustigen oder aber, leider die Mehrheit, eher beängstigen und entsetzen. Dabei geht es gar nicht nur um die Frage inwieweit die rein materialistische, naturwissenschaftlich orientierte Weltanschauung die einzig richtige ist, oder ob es jenseits unserer "nüchternen" Vorstellungswelt Dinge existieren die nicht alleine rational erklärbar sind.

Das lasse ich mal dahingestellt sein. Ganz sicher aber lasse ich mich nicht "belehren" von Leuten wie Andreana. Andreana ist durchaus typisch für die Szene. Wenn ich mir Andreana´s "Gegacker" der letzten Tage hier nur anschaue, - dann möchte ich da gar keinen inhaltlichen Kommentar dazu abgeben. Wer sich mit so einem unqualifizierten Gegacker überhaupt ernsthaft auseinander setzt disqualifiziert sich ja selbst.

Feststellen konnte ich bei fast allen Freischwebenden Esoterikern einen hochgradigen Verlust an Realitätsbezogenheit. Das reicht m.E. bis hin zur ausgewachsenen Paranoia. Nur wenige bekommen offenbar den Spagat zwischen ihrer Traumwelt und der realen Wirklichkeit noch hin. Die Fähigkeit Dinge zu hinterfragen verkümmert in dem Maße wie man sich in die div. esoterischen Scheinwelten ein-spinnt. Das macht auch den Dialog mit den meisten fast unmöglich. Ich kann in den esoterisch begründeten Lösungswegen für persönliche Krisen oder der Sinnsuche nur einen Fluchtweg sehen um sich mit Realitäten nicht auseinander setzen zu müssen. Das mag sich subjektiv für den einzelnen anders darstellen - aber mit Abstand betrachtet sieht man die ganze Irrationalität.

Eine gewisse Ausnahme machen für meine Begriffe die Anthroposophen. Weniger weil ich nun den geisteswissenschaftlichen Hintergrund für besonderes schlüssig oder überzeugend hielte, - sondern deshalb weil hier eine Bodenhaftung im realen Leben besteht. Diese Bewegung kann heute auf eine fast 100jährige Geschichte zurück blicken. Das liegt m.E. nicht an der Faszination der Steinerischen esoterischen Lehre, sondern hauptsächlich daran das es den Anthroposophen gelungen ist mit vielfältigen Projekten in der Gesellschaft Fuß zu fassen und damit zu überzeugen.

Gerade mit und durch diese Projekte sind die tätigen Anthroposophen mit der realen Wirklichkeit verklammert und zwingt sie dazu ihrer Theorien in der Praxis zu überprüfen. Je weiter weg div. Anthroposophen von dieser Ebene sind, desto mehr neigen sie aber auch zu einer spinnerten Vergeistigung.

Ich für meinen Teil bleibe lieber im Irdischen verwurzelt – so nahe wie irgend möglich an der Realität. Arbeite mit in den anthroposophischen Projekte – dort wo sie mich konkret tangieren. Demnächst z.B. eine Versammlung der BundesElternVereinigung für anthrop. Heilpädagogik und Sozialteraphie wo man sich mit Themen wie „Selbstbestimmung und Fürsorge -- ein Widerspruch?“ beschäftigt. Den konkreten Zukunftsfragen für das Leben von Seelenpflege-bedürftigen Menschen.

Anthroposophische Sichtweisen fließen dort in sehr qualifizierter und hilfreicher Weise in die Debatte ein. In einer Form wo man auch drüber diskutieren kann. Man stellt sich da z.B. ganz konkret dem Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe der vielfältige Auswirkungen auf die betroffenen Menschen hat. Auch andere Themem wie "Bioethik im Gespräch" - oder „Die anthroposophische ganzheitlich orientierte therapeutische Gemeinschaft“ sowie „Selbst-sein-können, Sorge um den Anderen und Gerechtigkeit"

Für eure abstrakten, welt- und lebensfremden, für mich geradezu irrwitzig anmutenden Debatten - will ich eigentlich meine Zeit nicht mehr länger verschwenden.


Aber - wie sagt der Spruch ? Schön das wir drüber gesprochen haben ;-)

Antworten:

Machs gut Agnostiker!
Liebe Grüsse, Licht und Liebe an Dich
anwa/lessien

von lessien - am 21.02.2005 20:22
Schade Agnostiker, du hättest uns weiter behilflich sein können, hier einen rationalen Diskurs über die Esoterik und ihre vielfachen Unterströmungen hinzukriegen...

Gruß

Michael

von Michael Heinen-Anders - am 21.02.2005 23:22
Ciao Agnostiker! :-)

Bis denne - man sieht sich!

@Michael:

Alles ist immer richtig wie es ist - wenn Agnostiker hätte helfen können, würd er bleiben.
Es ist selten gut zu versuchen, jemanden halten zu wollen - für keinen.
Jeder darf völlig freiwillig gehen und auch kommen, keine Vorschriften, keine gefühlsmäßigen Beengungen. immer lassen - loslassen



von Andreana - am 22.02.2005 03:22
Ich hab eben folgendes geschrieben:

Etwas für unmöglich zu halten ist, als würde mensch Gott die Flügel stutzen wollen.

Dabei ist mir eingefallen, wer eigentlich wirklich eh und von vorneherein im falschen Forum war.
Wenn ich ein Problem hab mit real-unreal, dann würd ich echt in wissenschafftlich/politischen Foren bleiben. Also zumindest würd ich nicht überrascht tun, wenn nu da einer mit ner selthaften Theorie kommt. Denn wenn ich nu glaub, dass nu so ein esoterisches Forum meine Grenzen annimmt, nur weil ich nu da mit meinen Scheuklappen ankomm, also dann denk ich mir, würd ich mich ganz real vollkommen überschätzen. heißt ja net umsonst:

Schuster bleib bei deinen Leisten.

Und Michael - ich hab ne echt nix gegen den Rudi, aber Esoterik beinhaltet numal AUCH mehr als Steiners Rudi mit Anthro und Sophie.
Viel mehr

is mir mur grad so eingefallen.



von Andreana - am 22.02.2005 03:34
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