Vogelgrippe und Rinderwahnsinn

Startbeitrag von Gaby Guder am 26.11.2005 15:26

Das habe ich grade in meinem anderen Forum gefunden:


Rudolf Steiner und BSE

Während des Baus des neuen (zweiten) Goetheanums traf sich Rudolf Steiner regelmäßig an Vormittagen mit den Bauarbeitern, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, in einem offenen Gespräch einen Einblick in Steiners Gedankenwelt, die Anthroposophie, zu erhalten. Die Vorträge, die Steiner dort in spontaner Beantwortung der Fragen hielt, wurden von Anhängern mitgeschrieben und sind im Rahmen der Gesamtausgabe von Steiners Werk veröffentlicht worden. In einer dieser Stunden, am 13.1.1923 sprach Steiner über das Thema "Gesundheit und Krankheit" und erklärte in diesem Zusammenhang aus seiner Sicht, welche Folgen es hätte, wenn ein Pflanzenfresser wie das Rind plötzlich Fleisch zu fressen bekäme.

Da die Verdauung von Pflanzenmaterial, so Steiner, eine weit größere Umwandlung der Stoffe erfordert als Fleisch, das gleichsam bereits verdautes Pflanzenmaterial ist, bleiben bei Rindern beim Verzehr von Fleisch "Kräfte", die für jene Umwandlung bestimmt sind, ungenutzt, bzw. werden an anderer Stelle im Organismus frei und führen so zu einer Fehlfunktion des Organismus. Steiner "prophezeit", dass in einer solchen Situation (die dem Vortragenden wie seinen Hörern seinerzeit offenbar reichlich absurd und nur theoretisch erschien), das Rind Symptome zeigen würde, die es wie "verrückt" aussehen lassen würden.

Dieses Zitat (den vollen Wortlaut finden Sie am Ende) erinnert in der Tat sofort an die aktuelle BSE-Problematik, den sog. Rinderwahnsinn, bei welchem das Rind in der Tat genau diese Symptome zeigt und ein Zusammenhang mit der Verfütterung von Tiermehl besteht, also mit Fleisch und perverserweise auch noch mit Fleisch von Artgenossen. Steiner sagt allerdings weiter, dass diese Symptomatik organisch durch eine Überproduktion von Harnsäure und deren Ablagerung im Gehirn des Rindes hervorgerufen werde, was von den aktuellen Befunden zu BSE wiederum nicht bestätigt wird. Der Vortrag Steiner wurde nun keineswegs vor medizinischem Fachpublikum gehalten und kann insofern nicht als wissenschaftliche These im Sinne einer medizinischen Forschung gelten, zumal jener Hinweis auf das "Verrückte Rind" auch nur als Beispiel für den Unterschied von planzlicher und tierischer Nahrung dienen sollte.

Ob Steiner hier in der Tat die Ursache für BSE vorausgesehen hat, läßt sich nicht ohne weiteres sagen, insbesondere auch deswegen, weil die moderne BSE-Forschung durchaus noch keine geeigneten Erkenntnisse hat, um diese Krankheit und ihre Ursachen hinreichend zu beschreiben. Sicherlich braucht es aber keinen Vortrag von Rudolf Steiner, sondern einen Rest gesunden Menschenverstandes, um auf die Idee zu kommen, dass einer Kuh Kühe zu fressen zu geben, kein artgerecher Umgang ist und dass aus dieser Widernatürlichkeit unabsehbare Probleme folgen können.

"(...) Nun ißt ja der Mensch fortwährend. Er ißt Tierisches, und er ißt Pflanzliches. Ich habe Ihnen schon einmal gesagt: Es fällt mir gar nicht ein, irgendwie zu agitieren für diese oder jene Nahrungsweise, sondern ich sage nur, wie sie wirkt. Und es ist oftmals vorgekommen, daß Vegetarier zu mir gekommen sind und gesagt haben, sie fühlen sich manchmal so zu einer leisen Ohnmacht geneigt und so weiter, und da sagte ich ihnen: Ja, das rührt eben davon her, daß Sie kein Fleisch essen. - Nicht wahr, man muß die Dinge ganz objektiv betrachten. Man muß nicht irgend etwas erzwingen wollen. Aber «objektiv betrachten» - was heißt das mit Bezug auf Pflanzenessen und Fleischessen? Sehen Sie, meine Herren, betrachten Sie eine Pflanze. Eine Pflanze bringt es dazu, daß sie ihren Keim, der in die Erde gesenkt wird, bis zu den grünen Blättern und farbigen Blumenblättern entwickelt. Und nun vergleichen Sie so etwas, was Sie von der Pflanze bekommen - also entweder, sagen wir, Sie pflücken direkt Ähren ab oder Sie pflücken Kraut ab und machen das zu irgendeinem Kohlgemüse oder dergleichen, indem Sie es kochen -, vergleichen Sie das mit dem Fleisch, mit dem Muskelfleisch der Tiere es ist ein ganz anderer Stoff, nicht wahr. Aber in welchem Verhältnis stehen diese zwei Stoffe? Sie wissen ja, es gibt Tiere, die sind einfach gute vegetarische Wesen.

Es gibt doch Tiere, die kein Fleisch essen. Sagen wir also zum Beispiel unsere Kühe, die essen kein Fleisch. Pferde sind auch nicht auf Fleisch erpicht; die fressen ja auch nur Pflanzen. Nun müssen Sie sich klar sein: Das Tier, das schoppt nicht bloß immer die Nahrung in sich hinein, sondern es stößt auch fortwährend das, was in seinem Körper ist, heraus. Bei den Vögeln wissen Sie, daß es so etwas gibt wie die Mauserung. Da verlieren die Vögel ihre Federn und müssen sie durch neue ersetzen. Sie wissen, daß die Hirsche ihre Geweihe abwerfen. Und Sie schneiden sich die Nägel ab; die wachsen wieder nach. Aber dasjenige, was da so sichtbar äußerlich auftritt, das ist ja fortwährend da! Wir stoßen fortwährend Haut ab. Ich habe Ihnen das schon einmal auseinandergesetzt. Und in einem Zeitraum von etwa sieben bis acht Jahren haben wir den ganzen Körper abgestoßen und durch einen neuen ersetzt. Das ist aber bei den Tieren auch der Fall.

Also betrachten Sie eine Kuh oder einen Ochsen: Ja, wenn Sie ihn nach Jahren betrachten, so ist ja das Fleisch, das in ihm drinnen ist, ein ganz anderes. Beim Ochsen ist es etwas anders als beim Menschen; es geht das Auswechseln sogar schneller. Es ist also ein anderes Fleisch da. Woraus ist aber das Fleisch geworden? Das müssen Sie sich fragen. Das ist ja aus lauter Pflanzenstoffen geworden! Der Ochse hat selber aus Pflanzenstoffen Fleisch in seinem Körper erzeugt. Das ist ja das Allerwichtigste, was man dabei bedenken muß. Also der tierische Körper ist imstande, aus dem Pflanzlichen Fleisch zu machen.

Nun, meine Herren, Sie können Kohl noch solange kochen, dann kriegen Sie noch immer kein Fleisch daraus! Das gibt es nicht, daß Sie Fleisch kriegen in Ihrer Pfanne oder in Ihrem Haferl! Ebensowenig hat schon jemals einer einen Kuchen gebacken so, daß daraus Fleisch geworden ist. Also das kann man nicht durch äußere Kunst machen. Aber, im Grunde genommen, im tierischen Körper wird das gemacht, was man äußerlich nicht machen kann. Es wird eben einfach Fleisch erzeugt im tierischen Körper. Ja, dazu müssen die Kräfte eben erst im Körper sein. Unter unseren technischen Kräften haben wir keine solchen, durch die wir einfach aus Pflanzen Fleisch machen können. Das haben wir nicht. Also in unserem Körper und im tierischen Körper sind Kräfte, welche aus Pflanzensubstanz, Pflanzenstoffen Fleischstoffe machen können.

Jetzt betrachten Sie eine Pflanze. Das soll die Pflanze sein. Da ist sie noch auf der Wiese oder auf dem Feld. Bis daher haben die Kräfte gewirkt, haben grüne Blätter, Blüten hervorgebracht und so weiter. Nun denken Sie sich, eine Kuh frißt nun diese Pflanze.

Wenn die Kuh oder der Ochse diese Pflanze frißt, dann wird sie in ihm zu Fleisch. Das heißt, er hat die Kräfte, durch die er aus dieser Pflanze Fleisch machen kann, in sich.

Nun denken Sie sich, diesem Ochsen fällt es auf einmal ein, zu sagen: Das ist mir zu langweilig, daß ich da herumgehen und mir erst diese Pflanzen abbeißen soll. Das kann für mich ein anderes Vieh machen. Ich fresse gleich dieses Vieh! Nun schön, der Ochse würde anfangen Fleisch zu fressen. Aber er kann doch das Fleisch selber erzeugen! Er hat die Kräfte dazu in sich. Was geschielt also, wenn er statt Pflanzen Fleisch direkt frißt? Er läßt die ganzen Kräfte ungenützt, die in ihm Fleisch erzeugen können! Wenn Sie irgendwo eine Fabrik sich denken, durch die irgend etwas erzeugt werden soll, und Sie erzeugen nichts, aber bringen die ganze Fabrik in Tätigkeit - denken Sie sich einmal, was da für Kraft verlorengeht! Es geht ja ungeheure Kraft verloren. Aber, meine Herren, die Kraft, die im tierischen Körper verlorengeht, die kann ja nicht einfach verlorengehen. Der Ochse ist endlich ganz angestopft von dieser Kraft; die tut etwas anderes in ihm, als aus Pflanzenstoffen Fleischstoffe zu machen. Diese Kraft, die bleibt bei ihm, die ist ja da. Die tut etwas anderes in ihm. Und das, was sie tut, das erzeugt in ihm allerlei Unrat. Statt daß Fleisch erzeugt wird, werden schädliche Stoffe erzeugt. Der Ochse würde also, wenn er anfangen würde, plötzlich ein Fleischfresser zu werden, sich mit allen möglichen schädlichen Stoffen ausfüllen. Namentlich mit Harnsäure und mit Harnsäuresalzen würde er sich ausfüllen. Nun haben solche Harnsäuresalze nämlich auch ihre besonderen Gewohnheiten. Die besonderen Gewohnheiten der Harnsäuresalze sind, daß sie eine Schwäche haben gerade für das Nervensystem und für das Gehirn. Und die Folge davon würde sein, wenn der Ochse direkt Fleisch fressen würde, daß sich in ihm riesige Mengen von Harnsäuresalzen absondern würden; die würden nach dem Gehirn gehen und der Ochse würde verrückt werden. Wenn wir das Experiment machen könnten, eine Ochsenherde plötzlich mit Tauben zu füttern, so würden wir eine ganz verrückte Ochsenherde kriegen. Das ist so der Fall. Trotzdem die Tauben so sanft sind, würden die Ochsen verrückt werden."

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