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Gaby Guder
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Hermann Mayer

Venezuela droht mit Stopp der Öl-Lieferungen an die USA

Startbeitrag von Hermann Mayer am 07.02.2006 16:40

Von: heptagon-forum:

Den USA droht jetzt allseitig ein totaler Ölboykott

Montag, 6. Februar 2006

Venezuela droht mit Stopp der Öl-Lieferungen an die USA

CARACAS - Venezuela hat im neu entfachten Streit mit den USA mit einem Stopp der Erdöllieferungen gedroht. Wenn Washington einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen beschliessen sollte, werde Venezuela das bisher an die USA verkaufte Öl an andere Länder liefern.

"Ständig kommen Länder zu uns, die unser Erdöl kaufen wollen. Länder wie China, Indien, Länder aus Europa und auch aus Amerika wollen unser Erdöl kaufen", sagte Staatspräsident Hugo Chávez am späten Samstagabend (Ortszeit) in Caracas.

"Warten wir ab, auf welchen Preis dann das Benzin (in den USA) steigt." Der venezolanische Präsident wies darauf hin, dass sein Land 1,5 Millionen Barrel pro Tag an die USA liefert. Venezuela ist der drittgrösste Öl-Lieferant der USA.

Der Linksnationalist drohte auch mit einer Schliessung der venezolanischen Raffinerien in den USA. Die US-Filiale der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft "Petróleos de Venezuela", Citgo, hat acht Raffinerien und etwa 14’000 Tankstellen in den Vereinigten Staaten.

Die seit Jahren getrübten Beziehungen zwischen den Regierungen von Chávez und US-Präsident George W. Bush hatten sich diese Woche weiter verschlechtert, nachdem Venezuela einen US-Militärattaché unter dem Vorwurf der Spionage ausgewiesen hatte. Die USA reagierten mit der Ausweisung einer venezolanischen Diplomatin.

Antworten:

Schweden plant Verzicht auf Erd-Öl

Gänzlicher Verzicht auf Öl

Thomas Pany 08.02.2006
Schweden will seine Energiewirtschaft vollkommen umstellen
Um [extern] vierzig Prozent sind die Ölpreise im letzten Jahr gestiegen. Während dieser Tage Rekordgewinne bei den großen Ölkonzernen [extern] gemeldet werden und die westliche Welt voller Beklemmung einmal mehr die leicht entzündlichen Empfindlichkeiten derjenigen erkennen muss, die am Ölhahn sitzen, erstaunt uns ein Königreich im Norden mit einem mutigen und ehrgeizigen Vorhaben: Schweden will sich innerhalb der nächsten 14 Jahre vollkommen vom Öl "entwöhnen" - ohne diesen Verzicht mit einer neuen Generation von Kernkraftwerken zu kompensieren.


Wie die englische Zeitung "Guardian" heute [extern] berichtet, will Schweden bis 2020 von jeder Anhängigkeit vom schwarzen Gold befreit sein.

Es wird immer bessere Alternativen zum Öl geben. Das bedeutet, dass kein Haushalt Öl zum Heizen brauchen und kein Autofahrer nur von Benzin abhängig sein sollte.
Mona Sahlin, Energieministerin

In den nächsten Monaten soll ein Komitee, das unter anderem aus Industriellen, Wissenschaftlern, Autoherstellern und Bauern zusammengesetzt ist, dem schwedischen Parlament ein detaillierteres Konzept für diesen unter führenden Industrienationen beispiellosen Plan vorstellen.
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Die Weichen für eine derartig grundlegende Änderung sind in Schweden schon seit längerem gestellt worden. Das Land wurde durch die hohen Ölpreise in den siebziger Jahren, als der Ölpreis in damals unglaubliche Höhen schnellte, besonders schwer getroffen. Seither hat man versucht, sich weniger vom Öl abhängig zu machen: durch den Bau von Kernkraftanlagen und durch Nutzung anderer Energiequellen wie z.B. Wasserkraft, Bio- und Restwärme.

Ein Referendum im Jahr 1980 hat zwar entschieden, dass das Land bis zum Jahr 2010 aus der Kernenergie aussteigen soll, aber letztendlich umgesetzt wurde dieser Beschluss jedoch noch nicht. Mittlerweile ist das südschwedische Kraftwerk Barsebäck vom Netz gegangen, doch Kritiker [extern] monieren, dass dafür die Kapazitäten in anderen Meilern erhöht wurden. Darüberhinaus soll ein Unterseekabel Strom aus polnischen Kohlekraftwerk importieren. Und im Jahr 2003 speisten sich immerhin 33,5% der verbrauchten Energie aus der Atomenergie. Man darf also gespannt sein, wie Schweden diesen Anteil langfristig ersetzen will.

Doch ist schon einiges erreicht worden auf dem Weg zur gänzlichen Ölentwöhnung, den die Energieministerin Sahlin bereits im Oktober letzten Jahres in einem Zeitungsbeitrag [extern] angekündigt hatte:

Wir werden weltweit die Ersten sein, die unabhängig von fossilen Brennstoffen sind.

Fossile Brennstoffe ("fossil fuel") werden nach dem [extern] Bericht des Guardian im Grunde hauptsächlich nur mehr in Verkehr und Transport verwendet. Das Heizungssystem wurde demzufolge im letzten Jahrzehnt großflächig auf Dampf oder heißes Wasser aus geotherthermalen Quellen bzw. auf Verwendung von Bio- und Restwärme umgestellt. 2003 stammten 26 % der verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen (der europäische Durchschnitt liegt bei 6%), Wasserkraft ist hier der Hauptlieferant. Kohle und Erdgas erzielten sehr niedrige Werte - 4,7 und 1,5 Prozent. 34,2% der verbrauchten Energie ging auf Erdöl zurück (1977 sollen es noch 77% gewesen sein).

Auch die schwedische Autoindustrie stellt sich um. Volvo und Saab sollen bei der Entwicklung von Kraftfahrzeugen, die mit Ethanol und anderen Biotreibstoffen fahren, eng mit der schwedischen Regierung zusammen arbeiten.

von Hermann Mayer - am 08.02.2006 15:32

Hintergründe zum geplanten Angriff auf den Iran

Von: ask1.org:

Donnerstag, 26. Januar 2006
Hintergründe zum geplanten Angriff auf den Iran
Internationalistan
Der Countdown zu einem Krieg mit dem Iran ist offenbar eingeläutet. Für US-Außenministerin Condoleeza Rice sei der Dialog zwischen Iran und der internationalen Gemeinschaft am "toten Punkt" angelangt, man solle die Diplomatie stoppen und der UN-Sicherheitsrat müsse nun Maßnahmen ergreifen. Das Strickmuster ist das gleiche wie beim Angriffskrieg auf den Irak: Durch nichts bewiesene Unterstellungen. Dort angebliche MVW, hier desgleichen in Form angeblicher Nuklearwaffen, an deren Herstellung der Iran angeblich arbeitet, während deren Einsatz von Teilen der westlichen "Wertegemeinschaft" (USA,Israel, Frankreich) groteskerweise ganz offen und unverhohlen angedroht wird. Der Iran begründet sein Atomprogramm mit dem wachsenden Strombedarf:

Zwar schwimmt das Land in Öl und Gas, aber das Argument ist nicht ganz falsch: 40 Prozent seiner ganzen Ölförderung verbraucht Iran selbst. Klüger scheint es, das immer wertvollere Öl für gute Devisen zu exportieren und den wachsenden Strombedarf aus anderen Quellen zu decken: etwa aus Atom.

Wenn Iran auf Anreicherung im eigenen Land besteht, dann steht dahinter der Wunsch nach Autarkie: ohne Anreicherung keine Brennstäbe. Und ohne Brennstäbe nutzt das schönste Kraftwerk nichts. Der Kompromissvorschlag des Westens zu einer gemeinsamen Anreicherung in Russland würde Iran in gänzliche Abhängigkeit zu Moskau bringen. Kein Land möchte sich in so existenziellen Fragen so abhängig machen.

Praktisch völlig übersehen wird im Westen, dass Anreicherung absolut legal ist. Kein Vertrag, kein Völkerrecht verbietet das. Im Gegenteil: Der Westen ist eigentlich verpflichtet, Iran dabei sogar zu helfen. So sieht es der Atomwaffensperrvertrag vor. Solange ein Land auf die Bombe verzichtet, hat es Anspruch auf technische Hilfe der Atommächte.

Nun ist es nicht nur so, das der Iran so "ganz nebenbei" riesige Vorkommen an Gas- und Erdölvorkommen hat- die der weltgrößte Energiefresser USA dringend benötigt, um seinem "american way of life" noch etwas länger zu frönen- er will, was für die USA samt ihrem künstlich aufgeblähten Papiergeld existenzbedrohend ist, im März seine seit dem Jahr 2000 geplante Ölbörse eröffnen, die in Euro abrechnen soll- was die US-Währung gehörig unter Druck bringen wird. Bis jetzt wird auf den Ölbörsen in London und New York Öl nur in Dollar gehandelt, durch eine Abrechnung auf den Euro möchte man andere Käufer als ausgerechnet die USA an sich binden. Für die Europäer würden durch die Euro-Bindung Transaktionskosten wegfallen, aber auch Indien und China sind interessante Abnehmer für den Iran, insbesondere auf der Grundlage, dass der Iran mit diesen Partnern vor allem auf Gegengeschäfte (etwa bei der Infrastruktur) setzt.

Schon der irakische Diktator Saddam Hussein hatte geplant Iraks Ölgeschäfte über den Euro abzuwickeln:

Der Mann, der tatsächlich Euro für sein Öl verlangte, war Saddam Hussein im Jahr 2000. Zunächst wurde seine Forderung mit Spott und Hohn begegnet, später mit Gleichgültigkeit, aber als es klarer wurde, daß er es ernst meinte, wurde politischer Druck ausgeübt, damit er seine Meinung ändert. Als andere Länder, wie der Iran, die Bezahlung in anderen Währungen, insbesondere in Euro und Yen, verlangten, war die Gefahr für den Dollar offensichtlich und gegenwärtig und eine Strafaktion stand an. [George W.] Bushs Operation "Schock und Ehrfurcht" [shock and awe] im Irak drehte sich nicht um Saddams nukleares Potential, nicht um die Verteidigung der Menschenrechte, nicht um die Verbreitung der Demokratie und auch nicht darum, die Ölfelder zu erobern; es ging allein darum, den Dollar zu verteidigen, sprich das amerikanische Imperium. Es sollte ein mahnendes Exempel statuiert werden, daß jeder, der andere Währungen als den US-Dollar akzeptieren wollte, auf die selbe Art bestraft würde.

Viele kritisierten Bush für seinen Angriff auf den Irak, weil sie glaubten, daß es Bush um die Eroberung der irakischen Ölfelder ging. Allerdings können diese Kritiker nicht erklären, warum Bush es überhaupt nötig hätte, diese Ölfelder zu erobern - er könnte ja einfach kostenfrei Dollar drucken und mit diesen soviel Öl kaufen, wie er benötig. Er muß daher andere Gründe für seine Invasion gehabt haben.

Die iranische Ölbörse - der Todesstoß für den US-Dollar? Und mit ihm des ebenso aufgeblasenen amerikanischen Imperiums:

Dies stellt eine viel größere Bedrohung für die Hegemonie des Dollars dar als seinerzeit Saddam, weil es jedermann ermöglicht, Öl für Euro zu kaufen und zu verkaufen und damit den US-Dollar völlig zu umgehen. Es ist wahrscheinlich, daß fast jeder das Euro-Öl-System übernehmen wird:

- Die Europäer bräuchten keine Dollar mehr zu kaufen und zu halten, um Öl zu kaufen, sondern würden statt dessen mit ihrer eigenen Währung bezahlen. Die Einführung des Euro für Öltransaktionen ließe die europäische Währung den Status einer Reservewährung einnehmen, was den Europäern auf Kosten der Amerikaner zum Vorteil gereichen wird.

- Die Chinesen und Japaner werden mit besonderem Eifer die neue Börse annehmen, weil es ihnen erlaubt, ihre enormen Dollarreserven drastisch zu reduzieren und mit Euro zu diversifizieren, womit sie sich gegen die Abwertung des Dollars schützen können. Einen Teil ihrer Dollar werden sie auch in Zukunft halten wollen; einen zweiten Teil ihrer Dollarreserven werden sie vielleicht sofort auf den Markt werfen; einen dritten Teil werden sie für spätere Zahlungen verwenden, ohne diese Dollarbestände je wieder aufzufüllen, denn sie werden dafür ihre Eurobestände erhöhen.

- Die Russen haben ein inhärentes ökonomisches Interesse an der Einführung des Euro - der Großteil ihres Handels ist mit europäischen Ländern, mit ölexportierenden Ländern, mit China und mit Japan. Die Einführung des Euro würde mit sofortiger Wirkung den Handel mit den ersten beiden Blöcke abdecken, und im Laufe der Zeit den Handel mit China und Japan erleichtern. Darüber hinaus verabscheuen die Russen offensichtlich das weitere Halten von an Wert verlierenden Dollar, weil sie seit kurzem wieder auf Gold setzen. Die Russen haben außerdem wieder ihren Nationalismus belebt, und falls die Übernahme des Euros die Amerikaner umbringen kann, werden sie ihn mit Freude übernehmen und selbstgefällig den Amerikanern beim Sterben zu schauen.

- Die arabischen erdölexportierenden Länder werden den Euro begierig übernehmen, um auf diese Weise den Anteil ihrer steigenden Mengen an an Wert verlierenden Dollar zu senken. Wie die Russen handeln sie vornehmlich mit europäischen Ländern, weswegen sie die europäische Währung sowohl wegen ihrer Stabilität als auch als Schutz gegen Währungsrisiken präferieren, ganz zu schweigen von ihrem Jihad gegen den ungläubigen Feind.

Es ist also kein Wunder, das je näher der März rückt, umso lauter die Kriegstrommeln der USA und ihrer speichelleckenden Verbündeten zu hören sind.
Geschrieben von samhain in Internationalistan

von Hermann Mayer - am 10.02.2006 14:07
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