Wolfen unterliegt Hameln und muss letzten Spieltag nutzen

Startbeitrag von Matthias Berger am 17.05.2009 15:40

Hamelns Rückraumreihe schockt Wölfe
Niederlage in der Rattenfängerstadt - HSG Wolfen muss wieder letzten Spieltag nutzen


Von Matthias Berger

Die Niederlage in Hameln wiegt jetzt doppelt schwer. Das 39:35 offenbart die Schwächen der Gäste auf eklatante Art und Weise.“ Ohne Vieren und dann mit Schlussmännern die gemeinsam auf zwei Paraden und einen gehaltenen Siebenmeter kommen, kann man in der Hölle Nord nicht gewinnen.“, ist Wolfgang Spitz sauer und niedergeschlagen zugleich. Dabei erzählt er bereits zum sechsten oder siebten mal in dieser Saison am Ende des Spiels immer wieder das Gleiche: „Wir hatten die Chance, das Spiel für uns zu entscheiden.“, erklärte er und man sieht, wie es in ihm arbeitet. Er ist am Sonntagmorgen wahrlich nicht zu beneiden. Die Tabelle immer prekärer für die Wölfe und die Besetzungssorgen immer dramatischer. „Der Ausfall von den Alternativen war schon schwer zu kompensieren, und jetzt die Stammkräfte.“ Raik Baumbach gesellte sich mittlerweile zu Spitz sowie Lutz und Martin Lindner. Die Ursache hierfür muss am Montag sowohl im Mannschaftsrat als auch im Vorstand diskutiert werden. Ebenso die Zwischenfälle auf der Rückfahrt, welche den Ausfall von Martin Pratersch im Finalspiel nach sich ziehen. „Ich erwarte vom Mannschaftsrat eine ganz klare Positionierung und das sie Verantwortung übernehmen.“, weiß Präsident Siegfried Seidig von der Schwere seiner Worte.
So kann der Trainer kaum an das vergangene Spiel denken, sondern er arbeitet schon an dem Notfallplan für das Schlussspiel. „Jetzt muss sie Reserve aus der Zweiten beweisen, das sie für Wolfen spielen, jetzt können sie zeigen, das sie hinter dem Projekt Regionalliga an der Fuhne stehen.“, appelliert Wolfens Präsident an die gestandenen Kräfte aus der Zweiten ebenso wie an die Youngster.
„Hätten wir in Hameln gewonnen, stünden wir nicht an dem Punkt.“, so Seidig und weiß aber, wie schwer es ist in Hameln zu gewinnen.
Die Hausherren hatten aber auch einen Glanztag erwischt. Raddatz, Pille und Glatz drückten dem Spiel ihren Stempel auf. Die Torhüter aus Wolfen hatten keine Mittel, bekamen keine Hand an den Ball. 39 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache. Soviel hat Hameln noch nie in dieser Saison geworfen.
Neben den personellen Sorgen waren die Wölfe auch vom Spielverlauf her gehandicapt. Bereits in der 17.Minute musste Martin Pratersch seine zweite Zeitstrafe absitzen. Damit war die Handlungsfähigkeit des Wolfener Trainergespannes noch weiter eingegrenzt. „Auch wenn die beiden Stamm-Rückraumspieler weit hinter ihren Möglichkeiten blieben, fehlte Pratersch in der Deckung.“, erzählt Spitz über das Dilemma. Hendrik Hein war als Linkshänder auf die Rechtsaussenposiion gerutscht. Chris Thiele übernahm seinen Part am Kreis. Das funktionierte auch ganz gut. Bis zu den verhängnisvollen Zeitstrafen. Die Rückraumachse von Hameln kam zu einfachen Einwurfchancen, Wolfen nutzte seine Möglichkeiten nicht.
Bereits zur Halbzeit hatte man so 20 Gegentreffer auf dem Konto. Eine Hypothek, die schwer wog. Beim 20:16 war zwar noch alles drin, aber nicht in der Verfassung. Wolfen bewies Moral und Blechschmidt seine Klasse. So kämpfte das verlorene Häuflein der vermeintlich Gerechten bis zum Umfallen. In der 57.Minute stand es 36:34 und alles war drin. Zwei Konter später, welche nicht an Hamelns Schlussmann Rosenthal vorbei ins Netz befördert werden. Hameln schaffte es und siegte verdient 39:35.
Nun kommt es wieder zum großen Showdown am letzten Spieltag und keiner möchte in der Haut vom Vorstand und Trainer stecken.
Nur ein großer Schulterschluss innerhalb des Vereins und einige Stoßgebete können das glückliche Ende für die HSG erreichen.

Mannschaftaufstellung: Förster; Wiese (Tor); Winkel (1); Hein (3); Thiele (4); Pratersch (6); Luther (4); Sindermann (8/1); Herrmann; Blechschmidt (9/2)

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