"Ein paar gegen eine Armee" - Interview mit Stephan Blechschmidt

Startbeitrag von Matthias Berger am 21.05.2009 11:47

«Ein paar gegen eine Armee»
Vor der entscheidenden Partie am Sonnabend gegen Oebisfelde spricht Stephan Blechschmidt über den Zustand der Mannschaft.


erstellt 20.05.09, 18:17h, aktualisiert 20.05.09, 21:38h

WOLFEN/MZ. Wenn am Sonnabend ab 19.30 Uhr die Handballer der HSG Wolfen in der Sporthalle Krondorf gegen den SV Oebisfelde um den Klassenerhalt in der Regionalliga kämpfen, dann gehört Stephan Blechschmidt zu den wenigen aufrechten HSG-Akteuren, die noch spielfähig sind. Verletzungen, Ausfälle und die Entlassung von Torjäger Eric Sindermann haben das Team dezimiert - doch Blechschmidt ist trotzdem optimistisch, dass es auch kommendes Jahr Regionalliga-Handball in Wolfen geben wird. MZ-Mitarbeiter Thomas Schaarschmidt hat mit dem 24-jährigen Linkshänder gesprochen.
Sie laufen jetzt seit dem Jahr 2003 für das erste Männerteam auf und haben in dieser Zeit fast pausenlos gegen den Abstieg gespielt. Macht da Handball noch Spaß?


Blechschmidt: Den Spaß an diesem Sport verliert man nicht so einfach. Dass Wolfen seit Jahren in diesen unteren Tabellenregionen anzufinden ist, hat ja verschiedene Gründe. Und außerdem ist der Abstiegskampf ja auch spannender als so ein Mittelfeldgeplänkel. (lacht). Aber mal im Ernst: Die Mannschaft will natürlich viel mehr, als immer nur da unten zu stehen. Doch sie muss sich eben immer wieder auf den Abgang von wichtigen Spielern einstellen und neue integrieren. Das dauert seine Zeit und lässt neue Ziele schwierig werden.
Wo würden Sie die Spielzeit 2008 / 09 denn einordnen?


Blechschmidt:
Ein wenig erinnert das an das Jahr unter Trainer Frank Mühlner, wo wir eine prima Hinrunde gespielt haben und dann in der Rückrunde stark nachgelassen haben. Diesmal war es andersherum. Die Hinserie war eine der schlechtesten, die ich hier erlebt habe, richtig katastrophal, das kann man nicht beschönigen. Die Rückrunde dagegen ist prima, wir haben ordentlich Punkte geholt und vieles gut gemacht. Wenn wir diese Leistung schon zuvor angeboten hätten, würden wir jetzt weit weg sein vom Abstiegskampf.
Wie haben Sie, wie hat das Team auf den Rauswurf von Eric Sindermann reagiert?


Blechschmidt: Was da alles passiert ist in der vergangenen Woche, dazu will ich nichts mehr sagen. Als Handballer und Mannschaftssportler kann ich das jedoch alles schwer nachvollziehen. Die Vorfälle und ihre Folgen sind natürlich vor so einem letzten Spiel mehr als hinderlich. In der Konsequenz wird Eric nicht für uns spielen und hinter zwei weiteren Leuten steht ein dickes Fragezeichen.
Unter diesen Umständen: Freuen Sie sich noch auf die letzten sechzig Minuten der Saison.


Blechschmidt: Natürlich, warum nicht. Durch unsere gute Rückrunde kann man sich auf so eine Partie freuen. Im Team habe ich so ein gewisses "Jetzt erst recht" beobachtet, die Mannschaft will es allen zeigen und wir sind uns sicher, dass wir von vielen Fans unterstützt werden. Ein bisschen fühle ich mich wie in dem Film "300", wir sind ein paar Leute gegen eine ganze Armee. Aber wir wollen und können es trotzdem schaffen.
Hand aufs Herz, wie groß ist die Lust, mal nicht gegen den Abstieg spielen zu müssen?


Blechschmidt:
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich möchte immer nur um den Klassenerhalt kämpfen. Mal da oben mitzuspielen, einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel zu haben oder noch mehr, das wäre schon schön. Doch man muss sich auch ehrlich die Verhältnisse hier in Wolfen anschauen. Immer dann, wenn sich ein Team gefunden und eingespielt hat, gehen Leute und es kommen neue. Das ist ja auch in diesem Sommer nicht anders. Eric gehört nicht mehr zum Team und Martin Pratersch hat sich für Dessau entschieden, damit fehlen uns kommende Spielzeit schon wieder zwei wichtige Leute.
Finaler Tipp: Wie endet die Partie am Sonnabend?


Blechschmidt: Wolfen gewinnt und hält die Klasse.

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