Ein Abstieg der eigentlich keiner ist

Startbeitrag von Matthias Berger am 06.04.2010 14:07

Ein Abstieg der eigentlich keiner ist
HSG beginnt Festjahr mit Sportlerball – starke Mitteldeutsche Liga erwartet


Von Matthias Berger

Auch auf dem Sportlerball gab es ein bestimmendes Thema. Die sportliche Zukunft der 1.Männermannschaft wurde auch am Rande des traditionellen Sportlerballs heiss diskutiert. Gesprächspartner fanden sich viele. In Reihen der 130 Gäste war es für die Regionalligamannschaft eine Selbstverständlichkeit zuzuhören und Fragen zu beantworten. Lutz Lindner erlebte seinen ersten Handballer-Sportlerball an der Fuhne und dann auch noch anlässlich des 10.Geburtstatges der Wolfener Handballsportgemeinschaft. „Es ist schon beeindruckend, wie sich Fans, ehemalige Funktionäre, aktuelle Trainer und Eltern von Vereinskindern zusammenfinden und so einen schönen, gemeinsamen Abend verleben.“, lobte auch Christoph Falke die Veranstaltung.

Auch er stand Rede und Antwort, welche sportliche Zielstellung denn für die restlichen Spiele bestehen und was kommt danach.
„Natürlich wollen wir immer noch jedes Spiel gewinnen.“, erklärte Guido Najmann stellvertretend für das Team. Was am Ende dabei heraus kommt wird man sehen. Aber eigentlich haben sich die Aktiven und die treue Anhängerschar bereits mit der Situation arrangiert. Ein Erreichen des rettenden zehnten Tabellenplatzes wird jetzt in der fortgeschrittenen Saison immer unwahrscheinlicher. „Das war auch vor der Saison nicht das maßgebliche, sondern die Entwicklung des Teams.“, erzählt Vereinspräsident Siegfried Seidig und betont, dass die Mannschaft sich das Saisonmotto selbst gesetzt und die HSG immer mit offenen Karten gespielt hat. So war allen Beteiligten klar, das es eine schwere Qualifikationsserie werden wird. Die erste Halbserie eine freudige Überraschung. In der zweiten Saisonhälfte konnte man nicht an den Verlauf anknüpfen. Dennoch muss man mit dem Erreichten nicht unzufrieden sein. Nun gilt es aber das Augenmerk bereits auf neue Ziele richten.
„Viele Gespräche haben es uns gezeigt, es gibt den Informationsbedarf. Jeder denkt, wir steigen in die Oberliga Sachsen-Anhalt ab.“, erzählt Guido Najmann die Erfahrung der vielen Diskussionen der letzten Stunden und Wochen.

Dabei wird die mitteldeutsche Liga nicht viel einfacher als die jetzige Regionalliga. Sie rekrutiert sich aus den Spitzenvereinen aus Sachsen; Sachsen-Anhalt und Thüringen, darunter mindestens sechs Vertreter der jetzigen dritten Liga. Neben den Meistern, welche den Aufstieg in der Relegation verpassen werden, qualifizieren sich die Zweit – und Drittplatzierten aus den Oberligen der drei mitteldeutschen Bundesländer. Die Teams der drei Länder, welche in diesem Jahr in der Regionalliga Süd; Süd-West oder Nord den Klassenerhalt verpassen, ergänzen dann das starke Starterfeld.
„Dann ist es doch gar kein richtiger Abstieg.“, lobt auch der eingefleischte Wolfener Handballfan Heinz Tennert die Zusammensetzung der neuen Liga. Mit Spielen gegen Dresden, Leipzig und Hermsdorf gibt es nach dem jetzigen Stand interessante Duelle. Damit werden auch schöne Erinnerungen an die ehemalige Staffel Mitte wach. Das sind Spiele, welche die Fans auch sehen wollen. Kurze Wege beflügeln bekanntlich auch die Schlachtenbummler, welche ihre Mannschaft auch in den fremden Hallen anfeuern wollen. Mit Anfahrtszeiten von maximal zwei Stunden, reizt es doch einige Fans mehr, sich ein solches Kräftemessen anzusehen.

Für Wolfen hieße das auch das begonnene Projekt fortzusetzen. „Wir setzen nach wie vor auf junge, talentierte und entwicklungsfähige Spieler, welche ihre Wurzeln hier in der Region haben.“, freut sich auch Siegfried Seidig auf die Weiterentwicklung des seit drei Jahren beschrittenen Weges. Er warnt aber jetzt schon vor der Stärke der Liga. Auch wenn die Blau-Gelben hoffen, dann im nächsten Jahr im oberen Tabellendrittel mitspielen zu können, wird dies kein Selbstläufer. So können bei der Ausgeglichenheit der neuen mitteldeutschen Liga alle Spiele mit einem Tor gewonnen, aber auch verloren werden. „Auf jeden Fall haben es sich unsere Fans und Spieler verdient, ihre Mannschaft auch mal in anderen Tabellenregionen wieder zu finden.“, hofft Seidig auf positive Impulse. „Wer weiß was in zwei drei Jahren ist, vielleicht spielt Wolfen ja dann um einen Aufstieg mit.“, fügt er augenzwinkernd an. Wenn die Mannschaft dann etwas gereift ist, ist dies sicher nicht ausgeschlossen.

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