Aufgabe und Sinn der Meditation

Startbeitrag von pinguin118 am 21.04.2009 18:00

Bei der Meditation geht es schlicht und einfach um das spirituelle Erwachen.... So einfach ist das!!!
Nur was ist spirituelles Erwachen? Im Buddhismus nennt man es das Erkennen der Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit, also das Erkennen der Wirklichkeit jenseits der Dualität.


Nun, einige Grundbegriffe müssen zuerst schon erklärt werden ---

Einige Funktionen Deines Geistes erkennen --

1. Die Wahrnehmung ( Perzeption )

Beim Aufwachen beginnt Dein Geist, sich die Umwelt durch das Fenster der fünf Sinne anzuschauen, und zwar nimmt er die Umwelt wahr ( der Zustand dauert in der Regel nur Sekundenbruchteile ) ohne sie zu beurteilen. Dann tritt das Denken in Kraft.

2.Das Denken ( Konzeption )

Einige Zeit nach der Wahrnehmung identifizierst Du die verschiedenen Gegenstände als Bild, Tisch, Stuhl u.s.w.

Im Prinzip durchläuft man einen zweistufigen Vorgang. Der erste Schritt ist die bloße Wahrnehmung, doch unmittelbar darauf setzt der denkende Teil Deines Geistes ein, d.h. er beurteilt die verschiedenen Formen mit einer Mischung aus Gedanken, Vorstellungen und Vorlieben, z.B. der runde Tisch, das häßliche Gemälde, das rote Tuch u.s.w.--- und jetzt kommen wir zum wichtigsten Begriff, zum Begriff der Dualität

3. Die nicht-dualistische Sicht der Dinge

Es gibt einen Moment, bevor der begriffsbildende Geist ins Spiel kommt. Dann kann Dein Geist einen flüchtigen Blick auf das Objekt werfen, so wie es ist, ohne Beurteilungen oder Interpretationen, so wie der Gegenstand ist ( im Augenblick zwischen Wahrnehmung und Denken ). In diesem Moment sieht man den Gegenstand, so wie er ist, nämlich NICHT- DUALISTISCH, unbelastet von Konzepten wie gut und schlecht u.s.w. Dies ist die Funktionsweise des 'erleuchteten' Geistes. Und dazu bedarf es in der Regel vieler Jahrzehnte Praxis und Meditation, um diese Sicht des Bewußtseins kontrolliert und bewußt zu erreichen. Dieses Ziel nennt man im Buddhismus Samadhi, der erleuchtete Zustand. Doch bis dorthin ist ein langer Weg, ich selbst habe 'Samadhi jedenfalls noch auf keinen Fall erreicht.



TEIL 2

Die Achtsamkeit auf den Atem richten

Suche Dir einen ruhigen Platz, an dem Du für mindestens 20 Minuten nicht durch laute Geräusche gestört wirst--

Schieb Deine Sorgen und Beschäftigungen für den Moment beiseite und setz Dich in eine bequeme Position; setz Dich in traditioneller asiatischer Manier mit gekreuzten Beinen auf ein Kissen---

Lenke jetzt Deine Aufmerksamkeit sanft auf das Kommen und Gehen Deines Atems. Entweder fokkussierst Du Dich auf die Empfindungen, die der Atem hinterlässt, wenn er über den Rand der Nasenlöcher strömt oder Du lenkst den Fokus auf das Heben und Senken des Bauches. Achte suf die feinen Veränderungen und Verschiebungen Deiner Empfindungen, wenn Du ein- und ausatmest. Wenn Dein Geist abschweift, bring Deine Bewußtheit sanft zum Atem zurück.--

Versuche nicht, das Denken zu stoppen - beim Meditieren kommen und gehen Gefühle und Gedanken ganz natürlich. Lass dich, so gut Du kannst, nicht von ihnen mitziehen. Genieße die einfache Erfahrung, ein- und auszuatmen---

Bewege nach 15 oder 20 Minuten langsam Deinen Körper, steh auf und wende Dich wieder dem Alltag zu....

Ein berühmter buddhistischer Zen-Meister sagte einmal: "Das 'Ich' ist wie eine Schwingtür, die sich bewegt, wenn man ein- und ausatmet"

Achtsamkeit

Die gezielte Anstrengung, mit seinem Bewusstsein von Moment zu Moment im Hier und Jetzt, also im gegenwärtigen Augenblick präsent zu sein, eine Kerntechnik der Meditation.

Bewusstsein/-heit

Die Kernfähigkeit oder -eigenschaft, gegenwärtig offen und aufmerksam zu sein.

Einsicht

Das direkte, aus der eigenen Erfahrung erwachsende Verstehen der Arbeitsweise des eigenen Geistes. Einsicht wird durch Meditation entwickelt und ermöglicht es , Deine gewohnheitsmäßigen Reaktionsmuster zu ändern - und dadurch Stress zu vermindern.

Konzentration

Achtsamkeit, die auf ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Aktivität gerichtet wird.

Liebende Güte

Unbedingte Liebe und Güte um das Wohlergehen aller Wesen ( das eigene eingeschlossen ).

Selbst ( auch Wesenskern, reines Wesen, wahre Natur oder Seele genannt )

Die tiefere Wahrheit, die in Dir ruht und Deiner Persönlichkeit und Ihren Verhaltensmustern zugrunde liegt und durch die Übung der Meditation zugänglich gemacht werden kann.

Mantra

Ein sinntragender Ausdruck ( ein Wort oder mehrere Wörter ), den man beim Meditieren laufend vokal oder mental wiederholt.

Kontemplation

Meditation, bei der man über ein bestimmtes Problem, eine Erfahrung oder eine spirituelle Wahrheit nachdenkt, um eine größere Einsicht und ein besseres Verständnis zu gewinnen
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Die Konzentration vertiefen

Je achtsamer Du bist, desto stärker und tiefer wird natürlich Deine Konzentration. dies ist ein zusätzlicher Nutzen der Achtsamkeit. Wenn Du Dein normales Alltagsbewusstsein mit einer 100-Watt-Glühbirne vergleichst, entspricht die Konzentration einem Flutlicht oder bei entsprechender Fokussierung einem Laserstrahl. Viele Traditionen des Buddhismus fördern die Entwicklung der fokussierten Konzentration, weil sie den Geist so stärkt, dass er tief in das Meditationsobjekt eindringen kann.

Die Entwicklung einer durchdringenden Einsicht

Nachdem Du Deine Achtsamkeit entwickelt und Deine Konzentration verstärkt hast, kannst Du Deine Aufmerksamkeit der Wirklichkeit zuwenden. Diese endgültige Stufe der Meditation - Einsicht oder Weisheit - bildet den Kern aller ( buddhistischen ) Traditionen.

Ruhiges Verweilen

Wenn Du Deine Achtsamkeit geschult und einige Einsichten in die Natur der Dinge erlangt hast, kannst Du eine Form der Meditation praktizieren, die im Zen als "Einfach-nur-sitzen" bezeichnet wird. Paradoxerweise umfasst diese Technik das Fehlen jeglicher Techniken zur Manipulation des Geistes, z.B. die weiter oben angeführte Atem - Meditation.
Um in der Natur des Geistes zu verweilen, muss man diese Geist-Natur direkt erfahren haben, die normalerweise von einem Lehrer auf einen Schüler übertragen wird. Im Zen wird "Einfach-nur-sitzen" ( Shikantaza ) oft als Ausdruck der innewohnenden Buddha-Natur betrachtet, ohne dass versucht wird, irgendetwas zu erlangen oder zu verstehen.

Teil 2 - Anhang

Die Sterne schauen

In einem Buch beschreibt Rabbi Aryeh Kaplan eine traditionelle Technik, die auf einem biblischen Vers basiert

1. Legen oder setzen sie sich in einer klaren Nacht bequem außerhalb Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung hin und blicken Sie zu den Sternen auf.

2. Während Sie ein Mantra wiederholen, fokussieren Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Sterne, als ob Sie sie untersuchen wollten, um das Geheimnis zu enthüllen, das ihnen zugrunde liegt.

3. Bleiben Sie so lange in Ihrer Kontemplation versunken, wie Sie wollen.




TEIL 3

Mit Licht heilen

Viele Meditationsarten vertreten die Auffassung, dass körperliche Krankheiten und emotionale Leiden verschiedene Facetten derselben grundlegenden Probleme sind. Die folgende Übung soll die Leben spendende Macht des Lichts auf Stellen innerhalb des Körpers und Geistes lenken, die nach Heilung schreien...

1. Setz Dich hin und meditiere wie gewohnt einige Minuten lang.

2. Stell Dir eine leuchtende Kugel aus weißem Licht vor; die etwa dreißig Zentimeter über Deinem Kopf und etwas vor Dir schwebt.

Diese Kugel verkörpert und verströmt alle positiven, heilenden, harmonisierenden Eigenschaften, die die meisten Menschen in ihrem Leben manifestieren wollen. (Anfangs solltest Du Dir spezielle Qualitäten vorstellen - Stärke, Klarheit, Frieden, Liebe. Später kannst Du Dich einfach auf das Licht konzentrieren ). Falls es Dir hilft, kannst Du Dir anstelle ( oder innerhalb ) der Kugel auch ein spirituelles Wesen, wie beispielsweise Jesus oder Buddha, vorstellen.

3. Stell Dir vor, wie Du diese Qualitäten mit dem heilenden Licht aufsaugst, als würdest Du ein Sonnenbad nehmen.

4. Stell Dir vor, wie dieses Licht in alle Richtungen in die entferntesten Ecken des Universums ausstrahlt und die Energien aller wohlwollenden Kräfte, die Dein Wachstum und Deine Entwicklung unterstützen, zurück in die Kugel zieht.

5. Stell Dir vor, wie die Kugel wie das Licht von tausend Sonnen scheint und diese positive, heilende Energie durch Deinen Körper und Geist strömt.

6. Halte das Bild dieses mächtigen, heilenden Lichts fest, das jede Zelle und jedes Molekül Deines Wesen durchdringt, alle Verspannungen und Blockaden auflöst, die Dir bewusst sind, und Dich sauber, klar und ruhig zurücklässt.

7. Stell Dir vor, wie diese leuchtende Kugel allmählich in Dein Herz hinabsteigt, wo sie fortfährt, dieses mächtige Licht auszustrahlen.

8. Stell Dich selbst als leuchtendes Wesen mit einer Kugel aus Licht in Deinem Herzen vor, das laufend Klarheit, Harmonie und Reinheit ausstrahlt - erst zu jeder Zelle und jedem Partikel Deines eigenen Wesens und dann durch Dich hindurch zu jedem anderen Wesen in allen Richtungen

Du kannst die Gefühle und Bilder, die diese Übung hervorruft, den Rest des Tages mit Dir herumtragen.




TEIL 4

Liebende Güte kultivieren

Die folgende Meditation hilft Dir, Dein Herz zu öffnen und einen Fluß der vorbehaltlosen Liebe ( auch liebende Güte genannt) zu Dir selbst und anderen in Gang zu bringen. Beginne mit fünf oder zehn Minuten einer grundlegenden Meditation ( Atembeobachtung ), um Deine Konzentration zu vertiefen und zu stabilisieren...

1. Schließe die Augen, atme ein paarmal tief durch und entspanne den Körper bei jedem Ausatmen ein wenig mehr.

2. Erinnere Dich an eine Zeit, als Du Dich sehr geliebt gefühlt hast.

Bleib einige Minuten bei dieser Erinnerung und gib Deinem Herzen Gelegenheit zu reagieren. Beachte, wie Dankbarkeit und Liebe für die Person entstehen, die Du geliebt hast.

3. Lass es zu, dass diese liebevollen Gefühle überfließen und allmählich Dein ganzes Wesen durchdringen.

Lass es zu, dass Du ganz mit Liebe gefüllt wirst. Möglicherweise möchtest Du auch die Wünsche und Absichten ausdrücken, die dieser Liebe zugrunde liegen. Beispielsweise kannst Du wie die Buddhisten zu Dir selbst sagen: " Möge ich glücklich sein. Möge ich friedvoll sein. Möge ich frei von Leiden sein." Benutze die Worte, die Dir passend erscheinen. Als Empfänger solltest Du die Liebe genauso annehmen, wie Du sie gibst.

4. Wenn Du fühlst, dass Du im Moment für Dich genug hast, dehne diese liebende Güte auf jemanden, den Du liebst oder einen lieben Freund aus und verwende dabei ähnliche Worte, um Deine Absichten auszudrücken.

Führe die Übung nicht im Eiltempo durch. Gib Dir die Gelegenheit, die Liebe so weit wie möglich zu fühlen, anstatt sie sich einfach nur vorzustellen.

5. Dehne diese liebende Güte von Deinem Herzen auf alle geliebten Personen und Freunde aus.

Nimm Dir auch hier Zeit.

6. Dehne diese liebende Güte auf alle Menschen und alle Wesen überall aus.

Mögen alle Wesen glücklich sein. Mögen alle Wesen friedvoll sein. Mögen alle Wesen frei von Leiden sein.

( aus Meditation für Dummies- WILEY-VCH Verlag, Weinheim )



LICHT UND FRIEDEN

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