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Abraham
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grenz|wissenschaft-aktuell

Ausstellung in Dortmund: "Wach sind nur die Geister" - Über Gespenster und ihre Medien

Startbeitrag von grenz|wissenschaft-aktuell am 06.05.2009 18:37

Mittwoch, 6. Mai 2009

Dortmund/ Deutschland - Vom 16. Mai bis zum 18. Oktober zeigt der Dortmunder "Hartware MedienKunstVerein" in der Phoenix Halle in Dortmund-Hörde die Ausstellung "'Wach sind nur die Geister' - Über Gespenster und ihre Medien", die sich mit der Präsenz des Übernatürlichen, der Anwesenheit von Geistern und eine durch technische Medien ermöglichte (Trans-) Kommunikation mit dem Jenseits auseinandersetzt.

Auftakt der Ausstellung ist das Tonbandarchiv von Friedrich Jürgenson, dem Entdecker des so genannten Electronic Voice Phenomenon (EVP), das auch als "Tonbandstimmen-Phänomen" bekannt ist, im Jahre 1959 (s. "Hintergrund" u.). Ausgehend von dem regen Interesse zeitgenössischer Künstler an dem Thema fragt die Ausstellung, warum trotz unserer Aufgeklärtheit in regelmäßigen Abständen den jeweils neuen Medien und Technologien irrationale Fähigkeiten zugeschrieben werden – wie z.B. ein Kanal für Botschaften aus dem Jenseits zu sein.


Die Ausstellung zeigt 22 internationale künstlerische Positionen, die nach der Existenz von Geistern fragen, sich für den Einsatz neuer Medien und Technologien in spiritistischen Zusammenhängen interessieren, sich mit der Sicht- oder Wahrnehmbarmachung von Unsichtbarem beschäftigen und den politischen Implikationen sowie der Ästhetik solcher Phänomene zeitgenössischer Transkommunikation nachspüren.

Hintergrund: Das Phänomen der Tonbandstimmen

Im Jahre 1959 bemerkte der schwedische Kunstmaler und Opernsänger Friedrich Jürgenson auf einer Tonbandaufnahme seltsame Stimmen, die ihn mit Namen ansprachen und Dinge sagten, die eigentlich nur er wissen konnte. Fortan widmete er sich ganz der Erforschung des "Tonbandstimmen-Phänomens", das er im Jahre 1967 mit seinem Buch Sprechfunk mit Verstorbenen als "Stimmen aus dem Jenseits" publik machte. Einer der ersten, der auf Jürgensons Entdeckung aufmerksam wurde, war der lettische Autor Konstantin Raudive. Durch sein 1968 erschienenes Buch Unhörbares wird hörbar (engl. Titel: Breakthrough) wurden die Stimmen schließlich weltweit bekannt.

Jürgenson selbst war zeit seines Lebens immer darum bemüht gewesen, das Phänomen wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Er wandte sich dazu an Rundfunktechniker und machte Physiker und Psychologen auf sich aufmerksam. So ließ etwa das Parapsychologische Institut der Universität Freiburg unter der Leitung von Hans Bender in Zusammenarbeit mit Jürgenson in den Jahren 1964 und 1970 Untersuchungen des Stimmenphänomens durchführen, welche die Existenz des Phänomens zwar grundsätzlich bestätigen konnten, die jedoch nicht weitergeführt wurden, da die erzielten Ergebnisse den strengen Anforderungen der verwendeten Analyseverfahren nicht genügten. Weitere Untersuchungen in London Anfang der 1970er Jahre - diesmal zusammen mit Raudive - bestätigten ebenfalls die Existenz des Phänomens.

Aus heutiger Sicht stellt sich natürlich die Frage, wie aussagekräftig diese frühen Untersuchungen gewesen sein können. Wurden wirklich alle denkbaren Vorkehrungen getroffen, um "normale" Einflüsse auszuschließen?

Dessen ungeachtet blieb jedoch die Popularität des Phänomens bis heute ungebrochen. Die geheimnisvollen "Stimmen aus einer anderen Welt" haben nichts von ihrer Faszination verloren, zumal jeder, der ein wenig Geduld mitbringt, sie mit relativ einfachen technischen Mitteln selbst erhalten kann. Erforderlich ist dazu im Prinzip nichts weiter als ein funktionierendes Aufnahmegerät mit angeschlossenem Mikrofon. Dies muss kein Tonbandgerät sein, sondern kann auch ein Cassettenrecorder, MiniDisc-Recorder oder Computer mit Soundkarte sein. (Quelle: tonbandstimmen.de)

- Ausführliche Informationen zum Phänomen der Tonbandstimmen finden Sie auf Tonbandstimmen.de sowie beim Verein für Transkommunikations-Forschung (VTF)

- Einen skeptischen Beitrag zum Tonbandstimmen-Phänomenen finden Sie auf den Seiten der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)

- Der Volltext von Friedrich Jürgensons Buch Tonbandkontakte mit dem Jenseits finden Sie HIER

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