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Abraham
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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Rupert Sheldrake

Morphogenetische Felder

Startbeitrag von Rupert Sheldrake am 04.07.2009 19:58

Die Physik und die Biologie, ja die ganze Naturwissenschaft war bislang auf ein mechanistisches Paradigma eingeschworen. Man nahm an, dass unser Universum bestimmten unwandelbaren und zeitlosen Gesetzen folgt. Diese Ansicht wurde in den letzten Jahrzehnten erschüttert. Wie entstehen die verschiedenen Formen des Lebens? Warum und wie entwickelt sich aus einem Ei ein Lebewesen, aus einem Samen eine Pflanze? Die Biologie versuchte, den Prozess der Entstehung von Formen mechanistisch zu erklären. Für sie gibt es nur chemische und physikalische Interaktionen und Abläufe . Aber wir können dadurch nur erfahren, was geschieht. Wo der letzte Grund liegt, konnte uns die mechanistische Auffassung nicht sagen. Warum entstehen z. B. Unsere Arme und Beine gerade in dieser bestimmten Form? Chemische Substanzen und Reaktionen erklären noch nicht die Form, die daraus wird. Wenn ein Architekt Steine, Mörtel und Holz eines Gebäudes analysiert, weiß er noch nichts über dessen Struktur.. Mit den gleichen Ziegeln, dem gleichen Mörtel und dem gleichen Holz kann auch ein ganz anderes Gebäude errichtet werden.

Organismen haben unsichtbare Felder, die ihre Formen bestimmen. Die Entwicklung eines Eies wird nicht von chemischen Abläufen gesteuert, sondern von diesen Metafeldern, die man weder sehen noch messen kann. Wenn z.B. das Ei einer Libelle in der Mitte abgebunden wird, entsteht in der abgebundenen Hälfte nicht ein Teil des Organismus, sondern die ganze Libelle. Schneidet man ein Stück von einer Weide ab und steckt es in den Boden, so entsteht eine neue Weide. Der Teil kann ein neues Ganzes hervorbringen.

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Das morphogenetische Feld wird nicht zerstört, es ist in jedem Teil vorhanden. Morphogenetische Felder nennt Sheldrake diese Metastrukturen, die den Lebewesen letztlich ihre Form geben. Er schreibt: „Die morphogenetischen Felder prägen und steuern die gesamte belebte und unbelebte Schöpfung. Und obwohl die Felder frei von Materie und Energie sind, wirken sie doch über Raum und Zeit und können auch über Raum und Zeit hinweg verändert werden. Eignet sich ein Angehöriger einer biologischen Gattung ein neues Verhalten an, wird sein morphogenetisches Feld verändert. Behält er sein neues Verhalten lange genug bei, beeinflusst die morphische Resonanz eine Wechselwirkung zwischen allen Angehörigen der gesamten Gattung. Die morphogenetischen Felder sind die eigentliche Ursache für die Ordnung, Regelmäßigkeit und Konstanz des Universums – können aber auch gänzlich neue Verhaltensweisen und Verhaltensformen zulassen. Wir sind also in erster Linie nicht physiologische und biologische Wesen,, sondern Wesen mit einer geistigen Grundstruktur. Aber nicht nur der Gesamtorganismus hat ein morphogenetisches Feld, sondern selbst die Moleküle und Atome, so dass ein Körper sich aus verschiedenen morphogenen Strukturen zusammensetzt. Das, was wir Universum nennen , ist wohl nichts anderes als die umfassende morphogenetische Struktur alles Existierenden.

Quellen: Rupert Sheldrake, Das schöpferische Universum, Goldmann Taschenbuch TB 14014
sowie Willigis Jaeger, Wiederkehr der Mystik, Herder Spektrum

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