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vor 8 Jahren, 1 Monat
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Harald-Talamána - AbundantHope

Die Erb(sünden)falle

Startbeitrag von Harald-Talamána - AbundantHope am 08.08.2009 19:57

Kennt Ihr diesen Kanon:

„Die Menschen sind schlecht. Sie denken an sich, nur ich denk an mich.“?

Wir haben ihn früher manchmal gesungen, weil er auf so einfache Weise das deutliche Gefühl vermittelt, dass hier irgend etwas nicht stimmen kann; und er gibt auch gleich die Antwort dazu, woran das wohl liegt. Oder verstehen die meisten Leute darunter, dass einem ja nichts anderes übrig bleibt als seine eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen, weil alle anderen das auch so machen?


Die erlebte Wirklichkeit scheint das zu bestätigen, wenn wir die Zeitung aufschlagen oder die Fernsehberichte anschauen. Täglich Krieg, Terror, Gewalt, Korruption, Raub, Lüge; Ärger mit dem Nachbarn, weil jemand seinen Rasen nicht gemäht hat und die Pusteblumen seinen schönen englischen Rasen verunstaltet haben, – die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Von klein auf ist es uns eingeimpft worden: das ist so, weil die Menschen von Natur aus eben so sind; da kann man halt nichts machen. Und außerdem: hat nicht jeder schon genug Bosheiten und Schlimmeres ertragen müssen? Könnte es sein, dass diese Ansicht über die Beschaffenheit „des Menschen“ geradezu von einer Generation zur nächsten – nicht mehr hinterfragt – vererbt wird?

Als sich kürzlich jemand darüber ausließ, dass „der Mensch“ in seinem ganzen Wesen von Grund auf schlecht ist, hielt ich ihm entgegen: „Hast Du aber eine schlechte Meinung von Dir!“ – Nun ja, da scheint wohl meistens ein Hintergedanke zu sein: das sind die anderen, aber ich doch nicht; ich würde ja, wenn die anderen …

Die Folge: da müssen Gesetze her, Verbote und Gebote, um der Bosheit Schranken zu setzen. Mindestens aber Regeln, auf die sich Nachbarn einigen. Wenn der Mensch nicht aus sich selbst wissen kann, was gut und für das Zusammenleben zuträglich ist, dann muss es ihm gesagt und notfalls bei Verstoß bestraft werden. Ist doch logisch – oder? Wir brauchen eben Führer, Leitbilder, Gesetzgeber, denen wir folgen können (wenn auch oft zähneknirschend). Und da nicht jeder alle Vorschriften und Verbote kennen kann, die mittlerweile ins Unüberschaubare aufgehäuft wurden, entwickeln viele ein geradezu pflichtmäßiges schlechtes Gewissen.

Seht Ihr die Abhängigkeit, die sich aus dieser verinnerlichten Anschauung ergibt, indem einer kleinen Gruppe von Menschen dadurch Macht über Euch gegeben wird, und das auch noch freiwillig? Ich betrachte das als einen Angriff auf die sittliche Integrität einer jeden Person und die Demontage eines gesunden Selbstbewusstseins. An dieser Stelle ist die Frage zu stellen: besteht aus machtpolitischen Interessen heraus die Absicht, diese Grundanschauung über die Schlechtigkeit der Menschen emotional möglichst tief zu verankern, und das seit Jahrtausenden? Versuchen wir, diese Behauptung ein wenig zu überprüfen.

Was für das sittliche Denken gilt, erscheint mir geradezu parallel im intellektuellen Bereich feststellbar. Das schlechte Abschneiden bei der Pisa-Studie spricht hier für sich, und dafür sind gewiß nicht einfach die Lehrer verantwortlich zu machen, sondern bereits deren Ausbildung und die Bildungspläne und –inhalte, und das seit Jahrzehnten. Schaut Euch doch nur einmal an, wieviel von dem Zeug, das Ihr bis zum Abi gepaukt habt, ist Euch jemals wieder nützlich geworden? Was vielen dabei übrig bleibt, ist der Frust über die verlorene Zeit und das Gefühl, in Wirklichkeit zu wenig zu wissen, um eine intellektuelle Sicherheit zu gewinnen.

Die Fortsetzung erleben wir seit langer Zeit in der Arbeitswelt, wo ein erworbenes Zertifikat als Beweis der Sachkompetenz behandelt wird, und ohne ein solches Papier geht eben nichts. „Fachleute“ sind nur die mit dem richtigen Abschlußzeugnis, und wenn sie noch so viel Mist produzieren.

Ist das nicht das gleiche Spiel: der Mensch ist von Natur aus dumm (obwohl das wissenschaftlich mehrfach widerlegt ist) und wird als „tabula rasa“ (unbeschriebene Tafel) geboren, darum muss er erst gründlich belehrt werden, und wenn er beweist, dass er brav gelernt hat, dann ist er erst etwas „wert“. – Ich betrachte das als Demontage des intellektuellen Selbstbewusstseins des Einzelnen, um ihn beherrschbar zu machen. Dieses Grundgefühl intellektueller Wertlosigkeit scheint mir mittlerweile ebenso erblich geworden zu sein wie die sittliche. Wer will da noch behaupten, dahinter stecke keine Absicht?

Die Kirchen (und auch andere Religionen in vergleichbarer Weise) setzen da noch eins drauf mit der Lehre von der Erbsünde, womit die anfangs gemachte Behauptung ja noch einmal untermauert wird und die moralische Wertlosigkeit des Menschen erst durch die Befolgung der Anweisungen und Lehren der Kirchenleitungen gelindert und das schlechte Gewissen beruhigt werden kann.

Ist es noch verwunderlich, dass so viele Leute in diese ererbten Fallen getappt sind? Dass sie beispielsweise nicht merken, was es mit der Schweinegrippe auf sich hat, oder mit einem Amoklauf und Attentaten, um ihnen zu demonstrieren, wieviel unvermutete Schlechtigkeit in jedem angeblich steckt? Und vermutlich wird jeder von uns Beispiele finden, bei denen er selbst in diese Falle getappt ist.

Wie kommen wir aus dieser Konditionierung heraus? Nun, ich denke, es ist einfacher als es scheint. Schaut auf Euer göttliches Geburtsrecht, denn als Söhne und Töchter des Gottes der Liebe, Güte und Schönheit seid Ihr selbst ein Teil von Ihm. Gleiches gilt natürlich für jeden Eurer Mitmenschen, mag er sich noch so weit von diesem seinem Ursprung entfernt haben. In Euren Herzen findet Ihr die Gewißheit, dass Ihr gesegnet seid mit grundlegender Güte und Liebe und mit reichem Wissen und Verstehen. Schaut also mehr in Eure Herzen als in die Zeitungen.

Wenn Ihr aus einem so liebenden Herzen Euren Umgang mit den Menschen um Euch herum gestaltet, dann schreibt Ihr den Kanon von seinem Ende her um – und damit die Geschichte der Menschheit neu, denn auch das ist so ansteckend wie die geschilderten negativen Bewusstseinsinhalte. Nichts fürchten die Machthaber mehr, denn damit entzieht Ihr ihnen die Grundlagen ihrer Macht und die Möglichkeit, Euch zu manipulieren. Denn LIEBE ist die stärkste Macht, der nichts zu widerstehen vermag.

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