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Abraham
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vor 8 Jahren, 7 Monaten
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Michael Grandt - KOPP Verlag

Kunden stürmen niederländische Bank

Startbeitrag von Michael Grandt - KOPP Verlag am 21.10.2009 20:38

Was, wenn diese Geschichte Schule macht? Immerhin wird hier deutlich, dass die Rache geschädigter Kunden unübersehbar machen kann, dass die Bank eben nicht das Geld der Kunden besitzt, das vorgegeben wird. Und dann gilt wohl nur noch: wer zu spät kommt, ...

Quasi über Nacht ist die »DSB Bank NV« pleite gegangen, weil viele Kunden aus Angst vor einem bevorstehenden Kollaps ihre Guthaben abgezogen haben. Jetzt wurde die Bank zwangsverstaatlicht mit der Folge, dass die restlichen Kunden nicht mehr an ihr Geld kommen.
Aufgrund meines Artikels »Holen Sie Ihr Geld von der Bank, so lange Sie es noch können!« haben mir einige Leser geschrieben, sie würden es für sehr unwahrscheinlich halten, dass Bankkunden in Deutschland nicht mehr an ihre Ersparnisse kommen würden.


Dass dieses Szenario durchaus nicht aus der Luft gegriffen ist, beweist ein Vorgang, der sich vor kurzem in unserem Nachbarstaat, den Niederlanden, abgespielt hat. Dort wurde nämlich eine Privatbank zwangsverstaatlicht. Die Kunden müssen nun warten, bis sie wieder über ihr Geld verfügen können, Zeitraum ungewiss.

Banker entschuldigen sich für ihr Fehlverhalten

Die Rede ist von der DSB Bank NV, die auch eine deutsche Zweigniederlassung in Düsseldorf hat und die sich selbst so darstellt: »In den letzten Jahren – hat (sich) die DSB Bank zum führenden Unternehmen im Finanzmarkt gemacht. Der Anteil der DSB Bank am Privatkreditmarkt in den Niederlanden beträgt ungefähr 15 Prozent.« Die Privatbank mit 1,3 Millionen Kunden und 2.000 Mitarbeitern soll acht Milliarden Euro an Vermögensbeständen haben.

Doch schon seit Jahresbeginn wird die DSB von der niederländischen Finanzaufsichtsbehörde untersucht. Der Grund: Die Bank drängte angeblich Hypothekenkunden zu teuren Versicherungspolicen als Sicherheit. Wegen dem Verkauf dieser Produkte wurde die Bank im August mit einer Strafe von 120.000 Euro belegt. Daraufhin entschuldigten sich die Verantwortlichen der DSB für diese nötigende Vorgehensweise ihrer Mitarbeiter und versprachen Lösungen für ihre Kunden.

Die Rache der Geschädigten

Doch das Vertrauen war dahin und der öffentliche Widerstand traf das Finanzinstitut mit voller Wucht: Eine Gruppe von Kunden, die sich selbst »Hypothekengeschädigte« nennt, dachte sich einen sehr effektiven Racheplan aus: Anfang Oktober hieß es zur besten Sendezeit im niederländischen Fernsehen: »Jeder, der ein Konto bei der DSB hat, muss das Geld abheben«, das sei für alle das Beste.

Das löste einen wahren Ansturm aus. Quasi über Nacht hoben die Kunden 600 Millionen Euro ab, was etwa 17 Prozent der Guthaben entspricht. Das Finanzpolster schrumpfte so schnell, dass die niederländische Zentralbank in einer Blitzaktion die Kontrolle über die Bank übernehmen musste, die jetzt unter der Verwaltung eines Konkursrichters steht.

Jetzt kommen die Kunden nicht mehr an ihre Gelder. Die DSB-eigenen Bargeldautomaten funktionieren nicht mehr und die Kunden dürfen nur noch 250 Euro pro Tag bei anderen Banken beziehen. Laut Einlagensicherungsfonds der niederländischen Banken sind die Guthaben zwar bis 100.000 Euro gesichert, aber es ist nicht bekannt, wie lange es dauert, bis die Kunden wieder Zugriff auf ihr gesamtes Guthaben bekommen. Diese Entscheidung liegt jetzt am Zwangsverwalter.

Wir lernen daraus: Auch wenn man uns erzählt, der Einlagensicherungsfonds würde unsere Gelder bis zu einem bestimmten Betrag »schützen«, heißt das noch lange nicht, dass wir dann auch jederzeit an unser Geld kommen.

Das, was in den Niederlande passiert ist, sollte jedoch unseren Bankern als Warnung dienen, denn wenn ARD oder ZDF um 20 Uhr auch einmal zu einem Bankensturm aufrufen, kann es für so manche Bank eng werden.



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Quelle:

http://www.dnb.nl/nieuws-en-publicaties/nieuwsoverzicht-en-archief/persberichten-2009/dnb223211.jsp



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