Schon im Mainstream: Zypern als Vorbote

Startbeitrag von Gerry am 24.03.2013 13:58

Auszug aus einem "Standard" Artikel:

Die Schuldenkrise wird den Vermögenden noch viele Opfer abverlangen

Der Aufschrei ging von Zypern durch die Welt: Die ursprünglich geplante Zwangsabgabe auf alle Einlagen wurde als unsozial und dilettantisch verteufelt, noch dazu untergrabe sie das Vertrauen in die Sicherheit der Ersparnisse. Darüber kann man trefflich streiten. Unstrittig ist hingegen, dass das Schuldenproblem keine Spezialität einiger Randstaaten der Eurozone darstellt. Vielmehr muss sich die internationale Staatengemeinschaft langsam, aber sicher Gedanken machen, wie sie die Schieflage der öffentlichen Haushalte in den Griff bekommen will.

Davon ist, abgesehen von den Floskeln, wonach sich Sparen und Wachstum nicht gegenseitig ausschlössen, wenig zu hören. Faktum ist: In den Industriestaaten steigt die Verschuldung heuer auf 111 Prozent der Wirtschaftsleistung und nähert sich damit gefährlich nahe dem während des Zweiten Weltkriegs erzielten Höchstwert von 116 Prozent - mit dem Unterschied, dass die Wachstumsraten der Nachkriegszeit heute höchstens von Schwellenländern erreicht werden können, nicht aber von Europa, den USA oder Japan.

Somit steigt die Gefahr von Zwangsmaßnahmen, die überfallsartig verhängt werden (müssen). Und da kommen eben wieder drastische Vermögensabgaben ins Spiel, bei denen es tatsächlich viel zu holen gibt. Dazu wird wohl eine seit längerem fertige, aber (warum nur?) immer noch unveröffentlichte Studie der Europäischen Zentralbank einen Beitrag leisten. Nach den bisherigen Ergebnissen einiger nationaler Notenbanken kann man davon ausgehen, dass die durchschnittlichen Haushaltsvermögen in Europa in der Gegend von 200.000 Euro liegen.

Die Zeche werden auf jeden Fall die Vermögenden zu zahlen haben. Sie wissen es nur noch nicht. Das Tauziehen um die Rettung Zyperns hat nun erstmals klargemacht, dass es kaum Alternativen gibt - zumindest keine, die nicht anderweitige Kollateralschäden hinterlassen.

Vollständiger Artikel bei Andreas Schnauder, DER STANDARD, 23./24.3.2013

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