Tatort Zypern

Startbeitrag von Gerry am 26.03.2013 15:40

Die Geschehnisse der letzten Woche haben uns in Atem gehalten, wie sonst kaum etwas. Fast ist es so wie im Kino, und wir können es kaum glauben, was sich direkt vor uns abspielt. Doch leider ist es allzu wahr: der große Raubzug der Banken hat begonnen.

Durch die finanzielle Situation, in die Zypern geraten ist, kommt der Plan der Elitären zügiger ans Licht, den sie gerne noch verborgen gehalten hätten. Doch die ausgesprochene Mög- lichkeit, daß die EU-Finanzminister jederzeit Zugriff auf alle Bankkonten hätten, die Euros beherbergen, hat wohl die Menschen in ganz Europa wachgerüttelt – zumindest eine Men- ge von ihnen. So haben sie ihr restliches Vertrauen vollkommen verspielt, und das wird nicht ohne Folgen bleiben. An Zyperns Situation wurde erkennbar, wie wackelig das System steht, denn wäre es stabil, so hätte man nicht so ein Aufheben davon machen müssen. Unser Mainstream wagte sogar zu sagen, daß Zypern die EU erpresst – natürlich lief es genau anders herum. Was dabei die Korruption betrifft, so ist diese sicher in allen Ländern zu finden – mal offener, mal sehr versteckt. Deren Ursache liegt jedoch nicht an den Mentalitäten, sondern an ungleich verteilten Ressourcen, und an der Gier als Kompensation für den Mangel an Liebe.

Wir waren nur noch einen Hauch vom Euro-Crash entfernt. Die EU-Finanzminister strickten ein Haircut-Paket, das jedem zyprischen Unternehmer den Schweiß auf die Stirn treiben dürfte, und wir sehen an diesem unrühmlichen Beispiel, wie die EU im Ernstfall mit uns allen verfahren wird.

Da ist so viel passiert, daß ich es unmöglich auflisten könnte, doch sind excellente Berichte dazu in den Deutschen Wirtschaftsnachrichten zu finden. Über zwei Artikel bin ich regel- recht gestolpert, und indem man ihre Aussagen verbindet, finden wir Antwort auf diese Frage: Warum hatte unsere Regierung soviel Angst, daß dieser Kuhhandel schiefgehen oder auffliegen könnte?

Zum einen war es die Nachricht, daß EZB-Direx Draghi angeblich das Geld Zyperns braucht:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/24/ezb-schieflage-draghi-braucht-das-geld-der-bank-kunden-in-zypern/

Wohlgemerkt, es handelte sich um 5,8 Milliarden – Peanuts im Gegensatz zu sonstigen Rettungspaketen. Ich dachte zuerst, na und? Wenn er das Geld nicht bekommt, wird er es halt drucken, wie immer … Dann wird in diesem Artikel offenbar, daß die EZB so viele zyprische Staatsanleihen hält, daß sie – sage und schreibe – 1/3 des EZB- Kapitals ausmachen. Nun wird es klarer: wenn Zypern konkurs geht, dann ist die EZB ebenso pleite. Dies würde sich sofort im ganzen EU-Raum auswirken, zumal die EZB die Kredite für alle Bundesbanken vergibt.

Die zweite Nachricht war diese:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/23/pensionsfonds-brandenburg-hat-mit-zypern-bonds-spekuliert/

Das deutsche Bundesland Brandenburg hat also mit Zypern-Bonds spekuliert, was bedeutet mit Steuergeldern, und diese Bonds wären bei einem Konkurs Zyperns auch sofort betroffen. Wir hätten demnach auch mit einer Pleite Brandenburgs rechnen müssen. Doch auch das hätte Germania nicht sofort umgehauen, wäre da nicht mein Verdacht, daß die anderen Bundesländer nicht auch ein wenig mit diesen Bonds gespielt hätten … die Verstrickungen dürften riesig sein, sonst wäre nicht soviel Angst in den Gesichtern der Regierung. Außerdem ist anzunehmen, daß auch andere EU-Länder an Bond-Spekulationen beteiligt sind. Auch hat die EZB in den vergangenen Jahren immer wieder Staatsanleihen der Länder aufgekauft, die Probleme hatten. Somit wissen wir jetzt, daß ein minimaler Ausfall von liquidem Geld das ganze Finanzsystem ins Wanken bringt.
Eines ist sicher: diese Situationen werden wiederkommen, in immer kürzeren Intervallen.

Lesen Sie weiter bei OSIRA, die hier auch die astrologosche Betrachtung der Situation erklärt.

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.