Die allgemeine Einlagenver(un)sicherung

Startbeitrag von Gerry am 10.04.2013 09:47

Die Einlagensicherung ist in ihrer heutigen Ausgestaltung mehr ein massenpsychologisches Beruhigungsinstrument als ein finanztechnisch solides Konstrukt. Es beruht primär darauf, dass niemand erkennt, wie zweifelhaft das Versprechen ist, alle Einlagen bis 100.000 Euro sichern zu können.

Einlagensicherungen können den systematischen Kollaps eines Bankensystems nicht selber finanzieren, weil das Einlagensicherungssystem nicht etwa darauf beruht, dass es einen mit Kapital angehäuften Topf gibt, der im Krisenfall eingesetzt werden könnte, um den Verlust der Sparer zu decken.

Einlagensicherungssysteme basieren auf dem optimistischen Ansatz, im Krisenfall Gelder von anderen Banken einsammeln zu können oder schlussendlich die Finanzierung durch den Vater Staat sicherzustellen. Solange ein oder einzelne kleine Institute kollabieren, greift die Einlagensicherung. Doch beim Ausfall einer Großbank oder mehrerer mittelgroßen Banken wäre das Sicherungssystem schnell überfordert.

Folglich versprechen wir uns alle, dass unser Vermögen durch unser Vermögen geschützt ist. Wenn Sie nun eine gewisse Absurdität in dieser Aussage erkennen, liegen Sie ganz richtig. Die Einlagensicherung basiert eigentlich auf dem Vertrauen, dass man sie nie wirklich brauchen wird. Sobald die Frage der Solidität der Versicherung ernsthaft gestellt würde, würde erst recht Panik entstehen, weil alle erkennen würden, dass der Staat nur durch eine höhere Besteuerung oder durch Enteignung das Finanzloch decken könnte.

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