Foodsharing: Lebensmittel teilen statt wegwerfen

Startbeitrag von Gerry am 31.05.2013 17:58

Jedes dritte Brot, jede dritte Tomate und jeder dritte Apfel landen im Müll. In Österreich werden jährlich 157.000 Tonnen Lebensmittel und Speisereste weggeworfen. Davon könnten eine halbe Million Menschen ein Jahr lang ernährt werden. Im Kampf gegen die Verschwendung hat sich ein Trend entwickelt, der jetzt auch Österreich erobert: Foodsharing.

Jeder Österreicher und jede Österreicherin wirft laut einer Studie des Instituts für Abfallwirtschaft der BOKU Wien jährlich 19 Kilogramm Essen weg. Am häufigsten werden Brot, Süß- und Backwaren (28 Prozent), Obst und Gemüse (27 Prozent), Milchprodukte und Eier (12 Prozent) sowie Fleisch, Wurstwaren und Fisch (11 Prozent) entsorgt. Insgesamt eine Milliarde Euro schmeißen wir jedes Jahr an verpackten und unverpackten Lebensmitteln sowie Speiseresten weg. Foodsharing (Essenstausch) könnte diese Verschwendung drastisch senken. Doch was verbirgt sich hinter dem Trendwort?

Angefangen hat alles 2010 in New York. Damals hat Buchautorin Kate Payne der Imkerin Megan Paska aus Brooklyn per E-Mail ihre Marmelade angeboten, um sie gegen Honig einzutauschen. Zu dem Treffen in Paynes Wohnung sind schließlich laut "New York Times" insgesamt 23 Hobby-Köche erschienen, um ihre überschüssigen Lebensmittel zu tauschen anstatt sie wegzuwerfen. Der Trend Foodsharing war geboren. Im November 2011 haben Payne und Paska die Plattform "foodswapnetwork.com" gegründet und gelten heute als die Foodsharing-Pioniere.

Von den USA aus ist der Trend schließlich auch nach Europa übergeschwappt. In Großbritannien, der Schweiz und Deutschland wächst die Fangemeinde des Essenstauschs stetig.

Der Trend erobert Österreich

Auch in Österreich ist die Zeit nun reif für Foodsharing. Auf Initiative der Wiener Tafel und des Lebensmittelministeriums ist am Freitag die Website "myfoodsharing.at" online gegangen. Entstanden sei die Seite in intensiver Zusammenarbeit mit dem deutschen Filmemacher und Foodsharing-Pionier Valentin Thurn, teilt Markus Hübl von der Wiener Tafel mit. Thurn ist Vorstand der in Deutschland bereits erfolgreichen Plattform "foodsharing.de". Dort haben Privatpersonen, Händler und Produzenten die Möglichkeit, überschüssige Lebensmittel anzubieten oder abzuholen. Nach diesem Vorbild soll auch die österreichische Website funktionieren, so Hübl.

Getauscht werden darf alles, was essbar ist. Ausgenommen von dieser Regel sind in den meisten Fällen leicht verderbliche Waren wie Geflügelfleisch, Faschiertes und Fisch. "Nur in Ausnahmefällen, wenn ein Händler eine nahtlose Kühlkette nachweisen kann, stehen diese Produkte zum Angebot", sagt Hübl. Auch rohe Eierspeisen und zubereitete Lebensmittel sowie Medikamente dürfen nicht getauscht werden.

Genaueres hier bei NEWS.at


FOODSHARING ist eine Internet-Plattform, die Privatpersonen, Händlern und Produzenten die Möglichkeit gibt, überschüssige Lebensmittel kostenlos anzubieten oder abzuholen. Über FOODSHARING kann man sich auch zum gemeinsamen Kochen verabreden, um überschüssige Lebensmittel mit Anderen zu teilen, statt sie wegzuwerfen. Erfahre mehr

Informationen über Foodsharing:

für Österreich
für Deutschland
für die Schweiz


TASTE THE WASTE
Ein Film von Valentin Thurn




50 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen: Jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Das meiste davon endet im Müll, bevor es überhaupt den Verbraucher erreicht. Und fast niemand kennt das Ausmaß der Verschwendung.

Wer macht aus Essen Müll? Welche Folgen hat die globale Nahrungsmittel-Vernichtung für das Klima? Und für die Ernährung von sieben Milliarden Menschen?

Der Film findet Antworten bei Bauern, Supermarkt-Direktoren, Müllarbeitern und Köchen. In Deutschland, Österreich, Japan, Frankreich, Kamerun, Italien und den Vereinigten Staaten. Und er findet Menschen, die unserem Essen mehr Wertschätzung entgegenbringen und Alternativen entwickelt haben, um die Verschwendung zu stoppen.

Essen wegzuwerfen findet niemand gut — „weil andere nichts zu essen haben“, sagen die Jüngeren und die Älteren erinnern sich noch an den Hunger im Krieg: „Da waren wir um jeden Kanten Brot froh.“ Aber wir alle machen mit beim großen Ex und Hopp!

Valentin Thurn hat die Wirklichkeit in unseren Mülltonnen aufgespürt. In den Abfall-Containern der Großmärkte, der Supermärkte und denen vor unserer Haustür. Sie enthalten Massen einwandfreier Lebensmittel, teilweise noch originalverpackt, oft ist nicht einmal das Haltbarkeitsdatum abgelaufen. Über zehn Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr werden allein in Deutschland weggeworfen. Und es werden immer mehr! Warum werfen wir so viel weg? Auf der Suche nach Erklärungen spricht Valentin Thurn mit Supermarkt-Verkäufern und -Managern, Bäckern, Großmarkt-Inspektoren, Ministern, Psychologen, Bauern und EU-Bürokraten.

Was er findet ist ein System, an dem wir uns alle beteiligen: Supermärkte bieten durchgehend die ganze Warenpalette an. Bis spät in den Abend muss das Brot in den Regalen frisch sein, zu jeder Jahreszeit gibt es Erdbeeren. Und alles muss perfekt aussehen: Ein welkes Salatblatt, ein Riss in der Kartoffel oder eine Delle im Apfel, und sofort wird die Ware aussortiert. Joghurtbecher schon zwei Tage vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Dass wir die Hälfte unseres Essens verschwenden, wirkt sich verheerend auf das Weltklima aus.

Die Folgen reichen weit, denn die Auswirkungen auf das Weltklima sind verheerend. Die Landwirtschaft verschlingt riesige Mengen an Energie, Wasser, Dünger und Pestiziden, Regenwald wird für Weideflächen gerodet. Mehr als ein Drittel der Treibhausgase entsteht durch die Landwirtschaft. Nicht unbedeutend sind auch die auf den Müllkippen vergärenden Lebensmittel-Abfälle, denn die entstehende Klimagase haben entscheidenden Einfluss auf die Erderwärmung.

TASTE THE WASTE zeigt, dass ein weltweites Umdenken stattfindet und dass es Menschen gibt, die mit Ideenreichtum und Engagement diesem Irrsinn entgegen treten.

Kleine Schritte, die eine große Chance bedeuten.

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