Mysterium Bewusstsein: Die ungelösten Rätsel des Gehirns

Startbeitrag von Gerry am 10.08.2013 15:20

Ist das Gehirn tatsächlich das Organ des Bewusstseins, als welches die moderne Wissenschaft es betrachtet? Sind unsere Gedanken, unser Ich und unsere Erinnerungen wirklich im Gehirn zu finden? Oder erliegt die Wissenschaft einem großen Irrtum, wenn sie das Bewusstsein durch das Gehirn zu erklären versucht, als wäre es Bewusstseins-Maschine und Erinnerungs-Festplatte zugleich?

1. Wo ist das Bewusstsein?

So viel die moderne Hirnforschung auch über das Gehirn verstanden haben mag, die zentrale Frage bleibt nach wie vor gänzlich unbeantwortet: Was ist Bewusstsein und wie hängen Gehirn und Bewusstsein zusammen? Grundsätzlich stehen sich hier wohl zwei Positionen gegenüber:

Die materialistische Sichtweise geht davon aus, dass Bewusstsein ein Produkt rein chemischer und elektrischer Vorgänge im Gehirn ist. Das Gehirn würde das Bewusstsein also generieren und all seine Inhalte enthalten.

Die spirituelle Sichtweise geht davon aus, dass das Gehirn vielleicht so etwas wie ein Radio ist: Es empfängt und sendet Informationen aus und in ein immaterielles Bewusstseins-Feld. Dieses energetische Informationsfeld wäre dann der eigentliche "Ort" des Bewusstseins, das Gehirn nur mehr ein Empfänger, eine Art „Arbeitsspeicher des Bewusstseins", in welchem temporär Informationen verarbeitet werden.

Neben dem individuellen Bewusstseinsfeld kennt zum Beispiel die Philosophie des Yoga in diesem Zusammenhang auch das Akasha-Feld, in welchem kollektive Informationen gespeichert werden und welches potenziell allen Menschen zugänglich ist.

Die spirituelle Sichtweise verlagert natürlich das philosophische Problem des Bewusstseins eigentlich nur - denn wie ein immaterielles Feld so etwas wie Bewusstsein hervorbringen oder sein kann, wäre nach wie vor völlig unklar. Trotzdem scheint die Frage, wo Bewusstsein zu suchen ist, zentral für unser Selbstverständnis als Menschen: Sind wir biophysikalische Maschinen, oder gibt es eine energetische Realität des Bewusstseins, jenseits des Körpers? Das Verständnis des Gehirns scheint hier eine zentrale Stellung einzunehmen.

Die letzten Jahre der Hirnforschung scheinen zunächst die materielle Sichtweise zu bestätigen: Die Neurologie weiß heute ungefähr, welche Art von Erfahrungen wo im Gehirn verarbeitet werden, und versteht recht gut, wie verschiedene Hirnschädigungen das Gehirn beeinträchtigen. Auf den zweiten Blick jedoch widersprechen diese Erkenntnisse erstens nicht notwendig der spirituellen Sichtweise und zweitens gibt es noch so viele Rätsel um das Gehirn, dass wir letztlich doch noch recht wenig wissen.

Wenn wir beim Radio-Beispiel bleiben, können wir uns vorstellen, dass ein Schaden am Radio die Ausgabe Musik verzerrt. Das heißt aber nicht, dass das Radio dieses Signal erzeugt, oder dass das Signal selbst beschädigt wäre. Wir können auch die Elektrizität innerhalb des Radios messen und für jemanden, der nichts vom Radio-Signal weiß, müsste es aussehen, als würde die Musik irgendwie im Radio entstehen. Unter Umständen ist es deshalb vielleicht gar nicht möglich, durch eine Erforschung des Gehirns, die eine oder andere Theorie zu beweisen oder widerlegen.

Ein Beweis für die spirituelle Sichtweise ist derzeit überhaupt nur schwer denkbar. Sie erhielt im letzten Jahr aber überraschende Unterstützung ausgerechnet von einem renommierten Hirnforscher der Havard University. Es scheint fast wie göttliche Ironie, dass ausgerechnet der Neurochirurg Eben Alexander, der vormals eine eher materialistische Sichtweise des Gehirns vertrat, seine Meinung durch eine Nahtod-Erfahrung revidieren musste. Sieben Tage lag Alexander im Koma und erlebte eine der wenigen "echten" und wissenschaftlich dokumentierten Nahtod-Erfahrungen, echt deshalb, weil sein Neokortex tatsächlich keinerlei Aktivität mehr zeigte - nach der materialistischen Sicht des Gehirns, sind Denken und Erleben in diesem Zustand absolut unmöglich. Aber Alexander dachte und erlebte eine Menge - sein Erfahrungsbericht ist eine der spannendsten spirituellen Lektüren der letzten Jahre, da hier jemand berichtet, der das Jenseits aus erster Hand erlebt hat. "Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass der Tod des Körpers und des Hirns nicht das Ende des Bewusstseins sind, dass der Mensch Erfahrungen macht über den Tod hinaus", schreibt Eben Alexander. Womöglich sind Gehirn und Bewusstsein also doch zwei sehr verschiedene Dinge.

Auch außerkörperliche Erfahrungen werden oft als Indiz angeführt, dass das Bewusstsein nicht im Körper ist, diese könnten jedoch auch eine Illusion des Gehirns sein, wie viele Forscher vermuten, weshalb echte Nahtod-Erfahrungen bisher das vielleicht beste Indiz darstellen, dass Bewusstsein unabhängig vom Gehirn existieren kann.

2. Was sind Erinnerungen?

Ein weiteres großes Rätsel, welches die Hirnforschung derzeit beschäftigt, ist das Gedächtnis. Denn bis heute wissen wir nicht, wie das Gedächtnis eigentlich funktioniert, wo und wie Informationen gespeichert sind und wie sie wieder abgerufen werden. Zwar hat die Hirnforschung herausgefunden, wo bestimmte Informationen womöglich "im Gehirn gespeichert" sein sollen und konnten auch beobachten, wie Synapsen sich verstärkten, wenn Informationen "abgespeichert" wurden. Wie, ist aber völlig unklar.

In diesen Forschungen hat sich gezeigt, dass die Neuronen, die beim Abrufen einer Erinnerung aktiv werden, exakt jene sind, die beim tatsächlichen Erleben einer Situation aktiv waren. Das Gehirn bildet also die Erfahrung so ab, wie sie erlebt wurde. Dabei hat sich auch gezeigt, dass einzelne Neuronen scheinbar sehr komplexe Dinge abzuspeichern scheinen, was das Rätsel eher größer als kleiner gemacht hat. Wie kann eine einzelne Nervenzelle durch ein paar chemische Botenstoffe komplexe Informationen abspeichern?

Was genau macht das Gehirn da? Wie hängen die Synapsen mit der Erinnerung zusammen? In welcher Form sind sie gespeichert? Und vor allem: Wie rufen wir sie allein durch unseren Willen ab? Was ist mit Erinnerungen, die nie stattgefunden haben? Oder Vorstellungen von der Zukunft, die ähnlich zu funktionieren scheinen? Warum vergessen wir Dinge und wie funktioniert das?


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