Kornkreisforscher kommentiert ARD-Weltspiegel-Reportage

Startbeitrag von Gerry am 05.09.2013 17:03

gekürzt, vollständiger Artikel hier bei grenz|wissenschaft-aktuell


Saarbrücken (Deutschland) - Eigentlich hat sich Kornkreisforscher und Sachbuchautor Andreas Müller schon vor längerer Zeit entschieden, die zahlreichen Berichte und Reportagen in den Massenmedien, die immer wieder darum bemüht sind, das Phänomen der Kornkreise als nichts anderes abzutun als Studentenulk oder das Werk selbsternannter LandArt-Künstler, nicht mehr zu kommentieren. Eine aktuelle Kurzreportage der ARD-Sendung "Weltspiegel" zur besten Sendezeit sorgt jedoch seit Ausstrahlung am vergangenen Wochenende für soviel Rückfragen, dass er für "grenzwissenschaft-aktuell.de" eine Ausnahme macht.


Collage der bisherigen englischen Kornkreise 2013


Hauptaussage des Beitrages des Londoner ARD-Korrespondenten Volker Steinhoff ist die Behauptung, ein noch Wochen vor Ende der Saison postulierter zahlenmäßiger Rückgang, gar Schwund der Kornkreise im Hauptkornkreisgebiet, der südenglischen Grafschaft Wiltshire, sei mit dem selbsterklärten Ausstieg menschlicher Kornkreisfälscher zu erklären, der so der sogenannten "Kornkreis-Religion" (Zitat aus dem Beitrag) die Grundlage entzogen habe.

- Der Weltspiegel-Beitrag finden sie bislang nur in der ARD-Mediathek

"Schon die Anmoderartion des Beitrags strotzt nur so von wertenden Klischees und Weltraumstereotypen, doch die Reportage selbst weiß diese Überfrachtung noch zu toppen", kommentiert Andreas Müller (kornkreise-forschung.de).
"Zunächst einmal sind Kornkreise für die meisten Forscher die ich kenne eben keine Religion. Faszination und Forschungsinhalt ja, aber keine Ersatzreligion."

Vor allem kritisiert Müller, dass im Beitrag besagte Kornkreisforschung und deren Ergebnisse eigentlich gar nicht zu Wort kommen: "Man zeichnet ein Zerrbild von Kornkreisinteressierten und Forschern, die in den Kornkreisen alleinig Botschaften aus dem All oder 'transzendenter Energien' sehen oder die Hippie-artig anhand von Handskizzen am Feldrand hockend, unverständlich daherphilosophieren. Forscher wie Colin Andrews und Terence Meaden, der stattdessen davon überzeugt war, dass das Kornkreisphänomen auf rein atmosphärische Vorgänge zurückgeführt werden könne, werden mit wenigen Sätzen, aus dem Zusammenhang heraus und damit sinngemäß entstellt zitiert, damit das Ganze in das besagte und amüsiert abmoderierte Zerrbild aus (Zitat) 'Flowerpower, New-Age, Esoterik' passt. Ich will nicht behaupten, dass es niemanden gibt, der sich auch esoterisch und spirituell mit den Kornkreisen beschäftigt, aber auch diese Herangehensweise findet meist auf weitaus fundierterer Grundlage statt, als es der Beitrag dem Zuschauer vorgaukelt. Und es ist eben auch nicht die einzige Herangehensweise. Viele Kornkreisforscher sind durchaus um Wissenschaftlichkeit bemüht und die meisten denken auch über die Hypothese, dass Kornkreise - wenn nicht von Menschenhand gemacht - dann doch Botschaften von Außerirdischen sein müssen, hinaus. Dieser Aspekt und die entsprechenden Ergebnisse dieser Forschung kommen in dem Beitrag überhaupt nicht vor. Kein etwa Wort davon, das Kornkreise ein historisch nachweisbares und schon seit Jahrhunderten beschriebenes Phänomen sind. Kein Wort von den Veränderungen an betroffenen Pflanzen und Böden, die sich so nicht im 'normalen' Feld finden lassen und auch nicht durch natürliche Prozesse erklärt werden können und natürlich auch kein Wort von den zahlreichen Augenzeugenberichten 'echter' Kornkreisentstehungen, die binnen kürzester Zeit vor sich gehen. Diese Liste könnte noch lange fortgesetzt werden."

MIttlerweile liegt uns der Bericht eines Augen- und Ohrenzeugens der Vorgehensweise des ARD-Korrespondenten in England vor: GreWi-Leser Jens S. schreibt in einer E-Mail:
"Als ich in diesem Sommer auf Kornkreis-Reise in Südengland war, besuchte ich auch das Silent Circle in Crop Circle Coordination Center. Zufällig zeitgleich war auch ein Team der ARD aus London anwesend und hat (den Kornkreisforscher) Charles Mallett um ein Interview gebeten, denn es gäbe ja viele Leute, welche Interesse an dem echten Phänomen der Kornkreise hätten. Auch der Reporter gab sich (im Vorfeld) recht überzeugt, dass es einen harten Kern gäbe, der nicht 'man-made' sei. Der Beitrag, der dann eine Woche später ausgestrahlt wurde. belächelte das Thema dann eher und gab die Erklärung, dass es sich natürlich allesamt um Fälschungen handele - diese werden weniger, da der populärste Kornkreismacher an Heuschnupfen leide. Nun ja, so entstehen also die Nachrichten im Mainstream…"

Dass auch das öffentlich rechtliche Fernsehen zu vergleichsweise ausgewogener oder zumindest nicht wertender Berichterstattung über die Kornkreise in der Lage ist, zeigte erst kürzlich Angelika Vogel in ihrem Beitrag für den "Euroblick" des Bayrischen Rundfunks. Nicht nur für Müller eine TV-Reportage an der sich eigentlich zur Sorgfalt verpflichtete Journalisten wie Volker Steinhoff ein Beispiel nehmen könnten...

Kornkreise 2013 bei "Euroblick" (BR)

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.