Mediziner fordern: “Schulverbot für Kinder ohne Impfschutz”

Startbeitrag von ein Bürger, wie Du am 26.10.2014 19:46

15. Oktober 2014

Ob gegen Masern, Mumps, Tetanus oder Polio: Der Impfschutz sei bei vielen Kindern und Flüchtlingskindern in Deutschland mangelhaft, sagen Kinderärzte. Sie üben harsche Kritik an der Gesundheitspolitik.

Der Verband bemängelt, dass das Recht der Kinder auf körperliche und seelische Unversehrtheit in Deutschland zweitrangig gegenüber dem Erziehungsrecht der Eltern sei. Verbandspräsident Hartmann nannte in diesem Zusammenhang das lange heiß diskutierte Beschneidungsgesetz.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ist die Interessenvertretung der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland. Dem Verein mit Sitz in Köln gehören mehr als 10.000 Kinder- und Jugendärzte an. Sie arbeiten unter anderem in Kliniken, im öffentlichen Gesundheitsdienst oder praktizieren selbstständig.

Die medizinische Betreuung von Flüchtlingsfamilien in Deutschland ist nach Ansicht des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mangelhaft. Das gelte zum Beispiel für den Impfschutz.

“Alle, die ins Land kommen, müssten eigentlich eine erneute Grundimmunisierung bekommen, um die Gefahr zu bannen. Aber das kostet Geld und Personal. Und das ist im Moment nicht ausreichend gesichert”, kritisierte Verbandspräsident Wolfram Hartmann.

Jedes Kind habe ein Grundrecht auf Impfung gegen verhütbare Krankheiten. Flüchtlinge sollten gegen Masern, Mumps und Windpocken sowie gegen Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung geimpft werden, erklärte Hartmann.

Doch auch bei den anderen Kindern in Deutschland sei der Impfschutz nicht zufriedenstellend. Der Verband fordert daher: Kein Kind sollte ohne die kompletten Impfungen in öffentliche Kitas und Schulen gehen dürfen. Den Anteil der Impfverweigerer bezifferte der Verband auf drei Prozent bundesweit.

Auch nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist der Impfschutz von Kindern in vielen Bundesländern weiter lückenhaft. Insbesondere bei Masern werde nicht im zur Überwindung der Krankheit nötigen Umfang geimpft.

Auch bei den Standardimpfungen für Kinder gegen Mumps, Röteln und Hepatitis B müssten die Impfquoten aus Sicht der Experten noch weiter verbessert werden. Impflücken gebe es aber auch bei älteren Menschen, weil es in ihrer Kindheit noch keine Impfempfehlung gab.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) verlangt außerdem ein Kita-Qualitätsgesetz mit bundesweiten Mindeststandards. Bund, Länder und Gemeinden seien nicht bereit, der frühkindlichen Bildung einen vorrangigen Stellenwert einzuräumen.
Gesundheitspolitik vernachlässigt Kindermedizin

Deutschland gebe nur 5,3 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Kitas, Schulen und Universitäten aus. Dies liege deutlich unter dem Schnitt der OECD-Länder von 6,3 Prozent. Die Gesundheitspolitik konzentriere sich zu stark auf die Pflege von Alten und die Behandlung von chronisch Kranken und vernachlässige die Kindermedizin.

http://www.denken-macht-frei.info/mediziner-fordern-schulverbot-fuer-kinder-ohne-impfschutz/

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