Der kleine Luftballon – ein Märchen über das Ab- und Aufsteigen

Startbeitrag von Gerry am 02.04.2015 16:32

Quelle: seelen-t-raum.de

Eine kleine Schöpfungsgeschichte oder die Erfindung des Vanilleeises

Es war einmal das Sein. Es wusste, es war alles oder auch das All-Es. Es gab nichts, was es nicht war und fand das großartig, wenn es überhaupt etwas fand. Seine Haupttätigkeit, wenn man so sagen will, war das reine Sein. Und so war es … und war … und war … über Ewigkeiten hinweg. Und so wie es uns in meinem letzten Beitrag mit dem Sein ging, ging es auch dem All-Es irgendwann. Es hatte Lust! Es hatte Lust, nicht nur zu sein, sondern auch zu erfahren. Es wollte wissen, wie sich all das, was es war, anfühlte! Es wusste, dass es z.B. Vanilleeis war und auch, dass es schmeckt und gleichzeitig nicht schmeckt, doch es wollte den Geschmack von Vanilleeis nicht nur wissen, sondern eben schmecken.

Diese Idee fand All-Es unheimlich aufregend, All-Es fand seine Idee so aufregend, dass es seinen ersten Orgasmus bekam und vor lauter Freude und Extase einfach platzte. Dieser Moment in der Geschichte des Seins nennt All-Es auch gerne den Urknall und verwickelt sich selbst in aufregende Diskussionen über unterschiedlichste Theorien darüber.

Aus seinen Einzelteilen entwickelten sich über die Jahrmilliarden Planeten, Sterne, Engel, Kobolde, Katzen, Dämonen, Menschen, Bäume, blauglibberige Schwabbeleien mit 12 Armen und andere tolle Wesen. Am Anfang waren sie alle noch etwas verwirrt, denn plötzlich war alles ganz anders als vorher und manche wusste, sie würden sich dereinst noch materialisieren und fester werden.

So probierten sie erst einmal aus, was sie konnten, welche Fähigkeiten sie hatten und stellten fest, dass sie wundervolle schöpferische Kräfte hatten. Sie probierten aus, erschufen dieses und jenes und irgendwann auf dem Planeten Erde geschah es, dass das Vanilleeis erfunden wurde.

Die Wesen, die auf der Erde lebten, lebten lange in dem Bewusstsein, dass sie eins mit allem waren. Sie genossen, was sie waren und was sie konnten. Doch eines Tages kam ihnen eine vorwitzige Idee! Sie wollten die Dunkelheit erforschen, erfahren und erschaffen – das Dunkel des Vergessens und sie schmiedeten einen Plan (Manche nennen diesen Plan, den göttlichen Plan, doch das tun sie nur, weil sie vergessen haben, dass sie sich selbst in all diese Abenteuer verwickelt haben, durch die sie in den letzten Jahrtausenden gewandert sind.) …

Sie wussten, dass sie weder alleine ins Dunkel gehen konnten, noch alleine dann wieder dort raus finden würden.

(Das “dicke Ende” kommt noch.)

Um den Ab- und Aufstieg zu erzählen, muss ich euch vom Luftballon auf dem Meer berichten. eine Geschichte in der Geschichte.

Die Geschichte vom kleinen Luftballon

Es war einmal ein Luftballon auf dem Meer. Er war voll und prall gefüllt mit Luft, so wie ein Luftballon es sein sollte. Doch unser Luftballon war ein neugieriges, kleines Kerlchen und wollte unbedingt wissen, wie es wohl unter Wasser aussehen mochte. Er hatte von Fischen gehört und Quallen (Man sagte, manche Quallen seien so gut wie unsichtbar!), von Korallen, Algen und Krabben. Er versuchte immer, unter die Wasseroberfläche zu gelangen, doch es gelang ihm immer nur ein kurzer Blick.

Eines Tages traf er auf einen Seeigel und er fragte den Igel, ob er ihm nicht ein paar Löcher in die Haut stechen könne. So konnte er die Luft aus sich heraus lassen und unter die Wasseroberfläche gelangen. Der Seeigel tat ihm den Gefallen. Und unser Luftballon ließ sich einfach in das dunkle Nass fallen. Viele aufregende Abenteuer erlebte er dort. Er brauchte Mut, verliebte sich in ein Seepferdchen (erfuhr auch den Herzschmerz, denn mal ehrlich: ein Seepferdchen und ein Luftballon passen einfach nicht zusammen), genoss den Anblick und fand Tiefseewesen, die ihm halfen noch weiter in die Tiefe zu gehen. Diese banden sich an ihn und zogen ihn mit runter.

Viele Jahrtausende verbrachte er in den Tiefen der Ozeane und vergass nach und nach, dass er eigentlich ein sehr luftiges Wesen war. Seine Haut war inzwischen vollkommen zerlöchert und an ihn waren lauter Tiefseewesen gebunden, die sich zum Teil noch verpflichtet fühlten, dem Luftballon zu helfen und zum anderen die aufregenden Erlebnisse unseres Luftballons so spannend fanden, dass sie nicht von ihm loslassen wollten. Und unser kleiner Luftballon wude immer müder. Er hatte langsam keine Kraft und keine Lust mehr. Er wollte sich einfach irgendwo hinlegen und schlafen, die Welt um sich herum vergessen, denn die kannte er und war ihm inzwischen beschwerlich. Er hatte keinen Spaß mehr an seinem Leben.

Doch sein Leben ließ ihn nicht in Ruhe. Er fand keinen Platz, der gemütlich genug war, traf auf Quallen, die ihm erstaunliche Dinge über den Himmel und die Sonne, die Wolken und den Wind berichteten. zuerst meinte er, er höre einfach nur Stimmen, denn die Quallen waren sehr durchsichtig und es fiel ihm schwer, sie zu sehen. Doch dann schaute er immer genauer hin. Sie erzählten ihm, dass es da, wo der Wind wehte, noch andere Luftballons geben würde. Es gab die Neugier noch in ihm. Und so begann er sich zu informieren. Er suchte Meerhexen auf und fragte sie, wo denn die Sonne sei und der Wind wehen würde.

Er bekam zum Teil verwirrende Antworten. Es gab Hexen, die hatten die Sonne nie selbst gesehen, nur davon erfahren. Es gab welche, die ursprünglich aus dem Meer kamen und schon mal ihre Nase aus dem Wasser gehalten hatten und es gab welche, die ursprünglich früher mal auf dem Land gelebt hatten und den Wind, die Sonne und die Wolken sehr gut kannten und einfach mal eine Weile im Ozean leben wollten. Manche von ihnen begannen unter Umständen selbst schon zu vergessen, wie es an der Oberfläche war.

Oft verirrte er sich und fand seine Suche sehr anstrengend. Bis ihn eines Tages eine der Hexen darauf hinwies, dass er in sich noch eine letzte kleine Luftblase hatte. Wenn er dieser folgen würde, würde er seinen Weg schnell finden. Und so spürte der Luftballon tief in sich hinein. Doch erst merkte er vor allem all die Löcher in seiner Haut, die ihn schmerzten und all die Tiefseewesen, die ihn herunter zogen. Also bat er als erstes diese Wesen, ihn wieder loszulassen. Er erklärte ihnen, dass er gerne wieder nach Hause wollte, wo auch immer das sei und bedankte sich bei ihnen, weil sie ihm so schön geholfen hatten. Und auch die Wesen bedankten sich bei ihm, weil sie mit ihm so tolle Abenteuer erlebt hatten. Manche fanden es schade, dass sie ihn loslassen sollten, sahen aber dann doch ein, dass es besser wäre, ihn gehen zu lassen, weil er einfach alle und leer war. Mit ihm würden sie nichts neues mehr erfahren. Und bei den ganz Hartnäckigen, bat er die eine oder andere Meerhexe, ihm mal zu helfen. Manche der Wesen, sah er ja auch gar nicht, weil die an seinem Rücken hingen. Wie gut auch, dass es immer wieder glänzende Flächen gab, die ihm als Spiegel dienen konnten!

Manchmal überkamen ihn Schuldgefühle, dass er sich auf all das überhaupt eingelassen hatte. Doch dann schaute er auf all seine Erfahrungen und das, was er erlebt hatte und wusste wieder, warum er damals voller Vorfreude Löcher in seine Haut pieksen ließ, auch wenn er nicht wusste, wie anstrengend es werden würde.

Als er endlich irgendwann frei von allen Tiefseewesen war, begann er, sich zu fragen, wie er wohl seine Löcher wieder flicken konnte. Er suchte eine ganze Weile, bis er eine Meerhexe fand, die verstand, mit den Elementen umzugehen. Sie sagte ihm, dass er sich würde einmal auflösen müssen und dann neu zusammengesetzt würde. Es würde sehr heiß werden und vielleicht auch ein wenig weh tun. Er hatte ein wenig Angst, doch er wollte unbedingt wieder fliegen. Und so ließ er sich auf seinen Transformationsprozess ein. Wieder gab er sich einfach hin, so wie damals, als er sich einfach fallen ließ.

Die Meerhexe rief also die Elemente zu sich und bat sie, dem kleinen Luftballon zu helfen. Und so gaben die Elemente ihm, was sie zu geben hatten … die Erde gab ihm neue Materie, den Stoff, aus dem er gemacht war, das Feuer verschmolz diese Materie, so dass er wieder ganz war, das Wasser kühlte ihn ab und die Luft füllte ihn und – schelmisch wie sie ist – packte sie ihm ein wenig mehr Helium in ihn hinein, als er es früher in seinem inneren Gemisch hatte. Die Luft kannte den kleinen Luftballon gut und wusste, dass er Abenteuer liebte.

Als der Luftballon aus seinem Prozess wieder aufwachte, spürte er deutlich, dass etwas anders war. Er fühlte sich so frisch und leicht, wie er sich nie zuvor gefühlt hatte. Es trieb ihn immer weiter nach oben, so dass er kaum Zeit hatte, sich bei allen zu bedanken. Die Hexe und die Elemente winkten ihm freundlich hinterher. Sie wussten ja, dass der Luftballon genauso ein Teil des Ganzen war, wie sie selbst und dass er all die Abenteuer auch für sie erlebte. Sie waren ihm genauso dankbar wie er ihnen.

Bald war unser kleiner Luftballon an der Wasseroberfläche angelangt. Auf seinem Weg dorthin traf er auf alte Bekannte, auch auf den Seeigel, der ihm einst die Löcher in die Haut gestochen hatte. Auch ihm rief er ein Danke zu und war aber glücklich, endlich wieder eine schöne glatte und heile Haut zu haben. Ein bisschen schämte er sich, weil er den Seeigel so manches Mal zum Teufel schicken wollte, als es ihm so schlecht ging. Doch er sah den Igel glücklich und zufrieden einfach sein Leben leben und ließ auch diese Scham einfach los. An der frischen Luft genoss er den Wind und spürte endlich wieder die warmen Strahlen der Sonne. Er machte sich bereit, sein altes Leben zu leben.

Doch was war das?

Er blieb nicht einfach nur an der Wasseroberfläche. Nein, er stieg weiter nach oben! Die Luft lachte ihm entgegen und sagte ihm, dass er nun neue spannende Abenteuer erleben würde, wenn er denn wolle. Sie könne aber auch dafür sorgen, dass er einfach auf der Wasseroberfläche bleiben würde, denn schließlich war sie nicht nur außerhalb von ihm, sondern ebenso in ihm und wenn er sie bäte, dann würde sie das Helium in etwas Schwereres verwandeln.

Der Luftballon musste nicht lange überlegen! Er genoss es, durch die Luft gewirbelt zu werden, auf Vögel zu treffen, den Regenbogen herunter zu schliddern! Bald gesellte sich auch eine fröhliche Luftballonine zu ihm und er traf dort oben auf Engel. Die erinnerten ihn irgendwie an die Quallen im Meer. Sie erzählten ihm …

Das dicke Ende

Die Menschen wussten, dass sie genauso verloren sein würden, wie der Luftballon sich gefühlt hatte. Und so baten sie die anderen Wesen, die nicht mit in das Vergessen gehen würden, gut auf sie aufzupassen und ihnen nach ein paar Tausend Jahren zu helfen, sich wieder zu erinnern, wer sie waren und woher sie kamen. Diese Wesen versprachen, immer für die Menschen da zu sein, solange sie sie brauchten. Sie waren stolz auf die Menschen, denn ihnen war klar, wie mutig es war, sich selbst komplett zu vergessen. Und sie waren dankbar, denn die Menschen hatten ihnen versprochen, all die Erfahrungen in großen Bibliotheken allen Wesen zugänglich zu machen. So manches Kino hat im Universum inzwischen eröffnet, wo sich andere Teile des Ganzen, die Lebensfilme der Menschen anschauen und sie spannend finden, mehr über das Leben erfuhren und gleichzeitig heilfroh waren, dass nicht sie all das erleben mussten, denn sie erlebten schließlich ihre eigenen Abenteuer.

Nachdem die Menschen nun also festgestellt hatten, dass Vanilleeis zwar manchen Menschen schmeckt, aber auch nicht jedem, hatten sie vor allem eines über ihre Kreation gelernt: der übermäßige Konsum macht vor allem dick!

Und so endet nun das Zeitalter des Vanilleeises. (Meine Geister haben mir vor etlichen Jahren im Traum tatsächlich eine leere Packung Vanilleeis aus der Tiefkühltruhe gezeigt.) Sie – also wir – haben es vollkommen erforscht, erfahren und ausgekostet.

Doch wie die Menschen und das All-Es nun mal so sind … es gibt ja noch die Geschichte des Schokoeises …

Ein kleiner Nachtrag

Unter den erwähnten Meerhexen gibt vermutlich auch männliche. Es kann aber auch sein, dass sie ggf. auch geschlechtsneutral sind. Man munkelt so etwas …


Luftballon & Luftballonine

… die Armen!

PS: Ich möchte klar stellen, was ich unter “Wahrheit” verstehe. Ich betrachte jeden einzelnen Menschen als Schöpfer, also auch als Schöpfer von Realität. Somit gibt es nicht die eine Wahrheit, sondern mindestens ebenso viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt. Und um noch genauer zu sein, wir erschaffen die Gesamtwahrheit in jeder Sekunde neu. Ich bitte euch also, das, was ich hier schreibe, als das anzuerkennen, was es ist: meine Wahrheit. Wenn ihr damit etwas anfangen könnt, dann freut es mich. Wenn nicht, dann vergesst es getrost einfach wieder.

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