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Abraham
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Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Gerry

Eine Geschichte für den Frühling 2015 (von Renate Schmid)

Startbeitrag von Gerry am 06.04.2015 09:48

Ein Bauer wollte seinen kargen Acker pflügen, um neue Saat in den Boden einzulegen. Aber der Boden war so trocken, dass er nur Staub aufgewirbelt hat und der Sand füllte im Handumdrehen wieder die freigepflügten Furchen. Er war verzweifelt, hatte Angst um seine Existenz und die seiner Familie. Als er unverrichteter Dinge müde nach Hause ging, wartete seine Frau bereits auf ihn. Besorgt sah sie ihn an und fragte: "Hattest Du Erfolg und konntest die Saat einbringen?" Er wagte es nicht ihr die Wahrheit zu sagen und schwieg. So sprach sie weiter: "Es wird Zeit, dass wir wieder mit einer guten Ernte rechnen können, denn unsere Vorräte neigen sich dem Ende zu und dann sieht es nicht gut aus für uns."

In dieser Nacht fand er keine Ruhe. Unruhig wälzte er sich hin und her, um dann schließlich aufzustehen und hinauszugehen in den Garten vor dem Haus. Er warf einen Blick zum Himmel hinauf, der Mond leuchtete wie eine riesige runde Kugellampe auf die Erde herab. „Ach wäre ich nur bei dir dort oben, dann hätte ich keine Probleme mehr und ich müsste mich nicht um das tägliche Brot für meine Familie sorgen“.
Noch ehe er diesen Gedanken zuende gedacht hatte, wurde er durch einen mächtigen Fangstrahl, den der Mond herabgesandt hatte, emporgezogen und landete mitten auf dem leuchtenden Mond. Er sah ihm direkt in die Augen, weil er auf seiner Nase saß. Es kam ihm vor, als sei er gelähmt, jedenfalls konnte er sich nicht mehr bewegen.

Der Mond sprach zu ihm: "Du Narr, was glaubst du würde passieren, wenn ich so denken würde wie du. Dann wäre es immer, wenn die Sonne nicht scheint, stockfinstere Nacht bei euch. Denn wenn die Tage kürzer werden und die Sonne sich früher zurückzieht, dann muss ich auch früher parat sein, um Licht zu spenden. Aber du hast deinen Acker immer nur ausgeraubt, du warst nicht in der Lage, ihn einmal ausruhen zu lassen und nun wunderst du dich das er auf einmal leer ist und dir nicht mehr dienen kann. Du siehst, was mich anbetrifft, war ich immer besorgt und präsent, also vergleiche dich nicht mir, denn das kann man von dir nun wirklich nicht behaupten. Ich sorge für die Einhaltung der Gezeiten, Ebbe und Flut werden durch mich beinflusst. Alles im Leben hat seine eigene Zeit. Arbeit bedingt Ruhe und wiederum folgt auf Ruhe Betriebsamkeit. Aber als du den Acker abgeerntet hattest, hast du dich auf die faule Haut gelegt. Du hast dich deiner Verantwortung entzogen und hast ihm nicht gedankt und du hast ihn auch nicht gepflegt und jetzt erwartest du, dass er selbstverständlich wieder für dich da ist und neue Saat in sich aufnimmt, um diese zu versorgen und gedeihen zu lassen. Nein, so geht das wirklich nicht."

Bekümmert schaute der Bauer drein, so hatte er es noch nie gesehen und er schämte sich sehr. "Ja, was schlägst du mir jetzt vor, was soll ich machen," fragte er den Mond. "Zuerst einmal besprich es mit deiner Frau und dann macht euch gemeinsam ans Werk, so wie die Sonne und ich es mit der Erde tun."
"Wie, meinte der Bauer. Ich bin doch der Ernährer und auch der Chef der Familie, sie soll sich um den Haushalt, die Kinder und unser Zuhause kümmern."

"Welch ein veralteter Hut", schnaubte der Mond, "da wird es aber Zeit dass du umdenkst. Die Zeiten der Trennung zwischen den Geschlechtern werden jetzt enden und die Gemeinsamkeit lebt wieder auf. Je eher du das begreifst, umso leichter wird dir die Umstellung fallen und umso schneller wirst du gute Resultate im Leben haben können. Also ran ans Werk, ich beobachte dich, und wenn du noch mal so einen Spruch machst, werde ich dich hier oben festhalten."

Er ließ den Bauern wieder auf die Erde herab und dieser ging schnell ins Haus hinein. Am frühen Morgen als er aufstand, nahm er seine Frau an die Hand und erzählte ihr was ihm geschehen war, auch das er keine Saat einbringen könnte. Seine Frau war zu seinem Erstaunen sehr glücklich darüber und meinte zu ihm: "Ich bin sehr froh, dass Du mir vertraust und mir die Wahrheit gesagt hast. Du wirst schon sehen. Gemeinsam schaffen wir alles und wir wollen es auch den Kindern erzählen, damit auch sie teilhaben können an unseren Überlegungen und auch an unseren Sorgen. Nur so können wir alle gemeinsam eine Lösung finden für unser aktuelles Problem."

Nach einem ausführlichen Gespräch gingen sie alle gemeinsam zum Acker hinaus und bedankten sich für seine Treue und dass er immer dafür gesorgt hätte, dass sie genug zum Essen hatten und nun wollten sie sich um seine Bedürfnisse kümmern. Da ging ein lautes Ächzen durch den gesamten Acker und alle hörten erstaunt wie er sprach: "Das wird aber mal Zeit, dass ihr nicht immer nur an euch denkt. Gebt mir ein Jahr Ruhe und gebt mir Nährstoffe, tut zur Abwechslung mal was für mich und ich werde bereit sein, wieder für euch zu sorgen."
Als die Menschen ihn fragten: "Aber was sollen wir in der Zwischenzeit machen, wovon sollen wir leben", bekamen sie als Antwort:

"Ja, wie wäre es denn mit meinem Nachbarn, der fett mit Gras überwuchert ist?"
Der Bauer gab zu bedenken: "Aber das ist kein Acker, das ist ein Unkrautfeld."
"Bemüht euch darum, ihn umzupflügen, gebt ihm ein neues Kleid, es ist ihm sowieso schon langweilig, immer nur dasselbe zu sein."

Ja, dieses Argument leuchtete ein und so machte sich die gesamte Familie auf, das Feld umzupflügen, und gemeinsam brachten sie das Saatgut hinein und gemeinsam ernteten sie. Der Vater fühlte sich so wohl wie noch nie in seinem Leben. Oh ja, das machte ihn weitaus glücklicher als der Chef zu sein, der dafür auch die volle Verantwortung für die anderen zu tragen hatte. Und so bedankten sie sich beim Mond für seine Weisheit und sie vergaßen nie wieder was sie durch ihn gelernt hatten. Gemeinsam schaffen wir alles, doch dafür bedarf es der Ehrlichkeit untereinander und dem Wissen, dass Nehmen und Geben sich im Leben immer die Waage halten müssen, wenn etwas gut werden soll.

Euer Weltenlehrer Team wünscht euch ALLEN viel Energie für den Frühling 2015 !

Gefunden bei quer-denken TV

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