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Abraham
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Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 2 Monaten
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ein Bürger, wie Du

Sparkasse Rosenheim - Stoff zum Nachdenken: Der Zinseszinseffekt

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Der König und der Fremde / Wie funktioniert unser Geldsystem?





Es gab einmal einen gutmütigen König, der sein Volk liebte und das Volk liebte seinen König.



Alle Menschen lebten in Frieden waren glücklich und trieben regen Handel durch den Tausch von Waren oder Dienstleistungen. Die Menschen lebten in friedlicher Eintracht mit Ihren Nachbarn, sie bekamen Kinder, arbeiteten und lebten glücklich und sorgenfrei in den Tag hinein.



EinesTages kam ein Fremder in das Königreich -der die Mathematik beherrschte wie kein Zweiter, und sagte zum König: „König, du hast ein glückliches Volk und alle sind zufrieden. Nur lieber König, wie sieht es mit dir aus, was hast du von alle dem? Wäre es nicht redlich, wenn du an dem Handel und an der Dienstleistung deiner Untertanen mitverdienen würdest? Schließlich bist du König und sicherst den Menschen dieses glückliche Leben und alle sind froh und zufrieden.“



Der König sagte: „Mhmm, vielleicht hast du Recht, doch wie soll ich einen Anteil an einem lebenden Ochsen oder an Kühen bekommen ohne diese zu töten, oder einen Anteil an dem Hof ohne ein Stück aus dem Haus zu reißen. Sag Fremder wozu rätst du mir: „König, sagte der Fremde, ich rate dir, schaffe Münzen als Tauschmittel und nenne diese dann Euro. Nimm einen Euro und unterteile diesen in 100 kleine Münzen und nenne diese Cent und nimm einfach ein zehntel im Jahr von jedem Euro und ich denke somit bleibt genug für deine Untertanen und deine Leistung ist auch angemessen vergolten.“



Der König sagte: „Das scheint mir angebracht, so soll es dann auch sein. Wir prägen Münzen und lassen in Zukunft diese als Tauschmittel gelten. Doch sag Fremder, du scheinst sehr klug und weise, wie kann ich dir für deinen weisen Rat danken?“



„Ach,“ sagte der Fremde „lieber König ich bin ein recht bescheidener Mann der froh ist, wenn sein Rat Gehör findet und ich anderen eine Freude damit bereiten kann. Jedoch einen kleinen Wunsch könntet ihr mir dennoch erfüllen. König seht ihr euer Schachbrett hier auf dem Tisch. Wenn ihr mir auf das erste Feld nur 1/100 € also einen Cent legt und mit jedem weiteren Feld den vorherigen Wert verdoppelt, das würde mir schon reichen. Mehr begehre ich wirklich nicht.“



Der König überlegte kurz und willigte ein, dies scheint ein wirklich gutes Geschäft für beide Seiten zu sein. Ein Geschäft, bei dem es nur Gewinner geben kann, denkt er. Anschließend besiegelte man den Vertrag und verkündete das neue Handelsgesetz im ganzen Land.



Der König ließ Münzen prägen, verteilte diese im Land und von da an garantierte die Münze den Wert für die Waren und Dienstleistungen. Nachdem die Steuereintreiber im ersten Jahr die Steuern in Höhe von 40.000,00 € im Land einsammelten und diese dem König die Münzen zurück ins Schloss brachten, sagte dieser: „ So Fremder ich will dir nun deinen Lohn auszahlen.“ Der König legte auf dem ersten Feld des Schachbretts 0,01 € aufs zweite Feld 0,02 € dann 0,04 €, 0,08 €, 0,16 €, 0,32 €,0, 64 €, 1,28 €, 2,56 €, 5,12 €, 10,24 €, 20,48 €, 40,96 €, 81,92 €, 163,84 €,327,68 €, 655,36 € und so weiter (siehe Tabelle).



Auf dem 23 Feld übertraf die Summe bereits die eingenommenen Steuern von 40.000,00 € da schwante dem König Böses. Er sagte: „Fremder, wir sind jetzt bei einer ganzen Jahressteuer angekommen, meinst du nicht das müsste jetzt reichen für deine Dienste?“



Der Fremde erwiderte: „Lieber König, wir haben einen Vertrag, Ich habe dir die Möglichkeit aufgezeigt durch Steuern an deinen Untertanen zu verdienen und nun willst du mir meinen gerechten Lohn vorenthalten?“


Der König fragte den Fremden darauf: „Was soll ich tun? Mehr habe ich nicht.“ Nun erwiderte der Fremde: „König, du hast die Möglichkeit die Steuern zu erhöhen, nimm von jedem Handel und jeder Dienstleistung in Zukunft 3 zehntel, somit bleibt den Untertanen immer noch genug und du kannst deine Schulden weiterbezahlen. “Der König willigte ein, erließ ein neues Gesetz so wie der Fremde ihm geraten und ließ mehr Münzen prägen.


In Zukunft musste jetzt jeder 3 zehntel Steuern bezahlen. Nach einem Jahr strömten die Steuereintreiber aus und kamen mit 200.000,00 € an Steuern zurück. Der König zahlte seine Schulden an den Fremden weiter. Kam jedoch schon bei Feld 26 an seine Grenzen, es fehlten 135.544,32 €. Der König kam immer mehr in Not und sagte: „Fremder was soll ich tun, das Geld reicht weiterhin nicht.“ Der Fremde sagte: „König, was fragst du mich? Du weißt doch die Lösung bereits, erhöhe die Steuer auf 6 zehntel, weite die Geldmenge durch prägen von Münzen aus und da dies wohl noch nicht reicht, überfalle das Nachbarreich und mache dir dessen Menschen zu Untertanen.“



Der König in seiner Not wusste keinen anderen Rat und erlies ein Gesetz um die Steuer auf 6 Zehntel zu erhöhen, er ließ mehr Münzen prägen und überfiel den befreundeten Nachbarkönig um sich dessen Bauern und Arbeiter Untertan zu machen. Nach einem Jahr gingen die Steuereintreiber hinaus und sammelten 6 zehntel allen Handels und aller Dienstleistungen im nun doppelt so großen Reich des Königs ein. Die Steuereintreiber kamen mit nunmehr 2.000.000,00 € Steuern zurück ins Schloss und der König zahlte den Fremden weiter aus. Er kam bis zum Feld 29 auch hier fehlten nun 684.354,56 Euro. Der König wurde immer verzweifelter. „Fremder was soll ich nur tun?“



„Nun König, ich kann dir nur raten erhöhe die Steuer, weite dein Reich aus und präge noch mehr Münzen, sonst wirst du deine Schulden niemals zurückzahlen können, meine Geduld ist schließlich nicht unendlich.“ Der König tat wie geheißen, er erhöhte wiederum die Steuer auf nunmehr 9 zehntel und überfiel die beiden Nachbarkönigreiche zur Linken und zur Rechten um sein Reich auszuweiten und führte auch dort seine Münzen ein.


Als das Jahr um war, ritten die Steuereintreiber aus und sammelten die Steuern in höhe von 5.300.000,00 € im großen weiten Königreich ein und brachten das ganze Geld ins Schloss. Der König zahlte sofort seine Schulden weiter und kam bis zum Feld 30 und schon waren die Steuern weg, nicht einmal die Hälfte des Spielbretts war belegt und die Steuern waren alle schon wieder weg. Die Not des Königs war noch größer. „Was soll ich tun“, fragte er den Fremden. „Die Steuer beträgt bereits 9 zehntel, mein Reich ist 4-mal so groß wie zu beginn und dennoch kann ich meine Schulden nicht zurückzahlen.“



„Nun“, sagte der Fremde zum König, „macht euch die Welt zu untertan und führt Krieg gegen alle anderen Länder, prägt noch mehr Münzen und nehmt Ihnen dann 9 zehntel Steuern, dann könntet ihr auch eure Schuld weiterzahlen.“ Der König in seiner Not befahl Krieg gegen die Welt zu führen, prägte noch mehr Münzen und machte sich alle Menschen zu Untertan. Die ganz Welt gehörte nun ihm und jeder musste 9 zehntel für Handel oder Dienstleistung an Steuern bezahlen.


Der König ließ wiederum die Steuereintreiber in die Welt hinausziehen, um die Steuern einzutreiben. Als diese ins Schloss zurückkehrten, haben sie 500.000.000.000,00 € an Steuern mitgebracht. Der König zahlte sofort den Fremden weiter aus und kam bis zum Feld 37 und es fehlten weitere 187.194.767,36 €. Das Geld reichte also immer noch nicht. In seiner Not wusste der König nicht mehr ein noch aus.


„Was soll ich nur tun, was soll ich nur tun“, fragte er den Fremden. “ Nun“, sagte der Fremde, „du hast Dir die Welt zu Untertan gemacht und verlangst 9 zehntel an Steuern, alle Untertanen müssen rund um die Uhr arbeiten, um zu überleben und dennoch kannst du deine Schulden nicht bezahlen. Ich mache dir einen Vorschlag, ich habe genug Geld, welches ich im Moment nicht brauche. Ich leihe es dir, damit du deine Schulden an mich zurückzahlen kannst.“ Der König überlegte kurz, was sollte er anderes tun: „Ich willige ein“ ,sagte er, „ anders werde ich wohl meine Schulden nie zurückzahlen können.“



Der Fremde sprach: „Ich kann dir natürlich mein schwer verdientes Geld nicht einfach so verleihen, es muss sich schließlich auch für mich lohnen, denn zu verschenken habe ich sicherlich nichts. Ich schlage dir vor, wenn du mir nur 1 zehntel an Zinsen bezahlst, für das Geld welches ich dir leihe, um deine Schulden bei mir zu bezahlen, dann reicht mir das schon.“


Der König hatte keine andere Wahl und lieh sich das Geld. Und am Ende bekam der Fremde nicht nur den König, die Welt und alle waren ihm zu Untertan. Nein, er herrschte über 9 zehntel des Geldes in der Welt, somit konnte er sich mit seinem Geld die Soldaten kaufen und Kriege führen so, wie er es wollte, um sein Geld zu retten. Er war der allumfassende Herrscher, der den Planeten versklavte, alle mussten unter dem Deckmantel der Demokratie im „Hamsterrad der Arbeit“ rennen, um an den Fremden zu zahlen. All die ehemals glücklichen und frohen Untertanen unterlagen nun dem Zwang 9 zehntel zu erwirtschaften und niemand war fortan mehr froh und glücklich.

von ein Bürger, wie Du - am 15.04.2015 05:45
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