G7 und Bilderberg: Die Angst der Mächtigen vor der Öffentlichkeit

Startbeitrag von ein Bürger, wie Du am 11.06.2015 12:18

Dr. Daniele Ganser sprach letztens in einer Diskussionrunde davon, dass es neben den USA eine zweite Supermacht gibt. Er meinte damit nicht Russland, China oder die EU. Sondern er meinte damit uns. Sie, mich, uns alle, die Öffentlichkeit.


Wie richtig er mit seiner Einschätzung liegt, zeigt sich für mich darin, wenn man den Aufwand betrachtet, der in diesen Tagen beim G7-Gipfel und aktuell bei den Bilderbergern betrieben wird. Millionen an Steuergeldern, Tausende Polizisten und Sicherheitskräfte, Flugverbotszonen, Straßensperrungen, zugeschweißte Kanaldeckel, Demonstrationen nicht am jeweiligen Tagungsort und frisch geteerte Pflastersteineinfahrten zeigen uns, dass die – mehr oder weniger, das kann jetzt jeder individuell beurteilen – Mächtigen Angst haben. Angst vor Ihnen, mir, uns allen, der Öffentlichkeit.

Der Souverän wurde als Gefahr ausgemacht. Der Souverän muss seine Unschuld beweisen – quasi die Umkehrung der Unschuldsvermutung -, wenn er sein legitimes Recht auf Protest wahrnehmen oder beispielsweise in der Gegend von Telfs Wandern gehen will.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900), der deutsche Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller, schrieb einen wunderbaren Satz über Angst:

Furcht und Intelligenz: Der Grad der Furchtsamkeit ist ein Gradmesser der Intelligenz.

Wenn wir diesen Satz aus dem Blickwinkel der Sicherheitsmaßnahmen beim G7-Gipfel und jetzt bei der Bilderberg-Konferenz betrachten, können wir erkennen, dass uns die Mächtigen weder überlegen, noch anderweitig voraus sind. Der einzige Unterschied zu uns dürfte sein, dass sie aufgrund der eigenen exekutiven, judikativen und legislativen Gewalt ihre Furcht überdecken können.

Ein Aphorismus aus Frankreich besagt

Wer droht, hat Angst.

In diesem Kontext sollte man auch die „Warnung an Moskau“ in der Abschlusserklärung des Treffens in Elmau einordnen:

Wir (sind) bereit, auch weitere beschränkende Maßnahmen zu ergreifen, um die Kosten für Russland zu erhöhen, sollten seine Handlungen dies erforderlich machen.

Die Mächtigen der Welt wissen nur zu genau, dass sie ihr Spiel gegen die Öffentlichkeit in dieser Form nicht mehr länger spielen können. Die Supermacht Öffentlichkeit mag zwar träge, langsam und machmal laut und ungehobelt sein, aber die Öffentlichkeit ist am Erwachen. Und die überbordenden Sicherheitsmaßnahmen sind nur die Reactio auf die Actio des Erwachens.

http://www.konjunktion.info/2015/06/g7-und-bilderberg-die-angst-der-maechtigen-vor-der-oeffentlichkeit/

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