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Abraham
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vor 2 Jahren, 11 Monaten
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Gerry

Schuldenkrise: Eine dramatische Wendung

Startbeitrag von Gerry am 04.07.2015 07:22

Lange Zeit war vielen Beobachtern unklar, welche Strategie die USA in der Griechenland Krise eigentlich verfolgen. Mehrfach hat die US-Regierung die Europäer aufgefordert, die Krise im Einvernehmen zu beenden. Doch insbesondere das Verhalten des IWF gab Rätsel auf. Der IWF lavierte. Er konnte sich nicht klar erklären, ob er nun einem weiteren Kreditprogramm mit Modifikationen zustimmen würde oder nicht. Immer wieder war jedoch ins Gespräch gebracht worden, dass für Griechenland ein Schuldenschnitt unumgänglich sei.

Mit den jüngsten Erkenntnissen, die sich aus der Analyse des IWF zur völlig außer Kontrolle geraten Schuldenorgie in Europa ergeben, wird das Bild klarer. Die Amerikaner haben den Zahltag für die Eurozone ausgerufen. Sie bedienen sich dabei einer griechischen Regierung, die mit dem Rücken zur Wand steht und bis zuletzt die Hoffnung hatte, noch irgendwie um weitere dramatische Einschnitte im Sozialsystem und Steuererhöhungen umhin kommen zu können.

Welche Rolle dabei der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis gespielt hat, ist unklar. Varoufakis ist in den internationalen Finanzeliten bestens vernetzt. Er hatte zuletzt eine Professur an einer amerikanischen Universität inne. Im Unterschied zu den meisten der Euro-Retter hat Varoufakis klar erkannt, dass die Schulden in Griechenland nicht tragfähig sind. Diese Erkenntnis deckt sich mit der Einschätzung des IWF. Gemeinsam mit seinem Regierungschef Tsipras hat Varoufakis dafür gesorgt, dass es keine faulen Kompromisse mehr geben kann.

Am Freitag hat die Schuldenkrise eine dramatische Wendung genommen. Der IWF veröffentlicht eine vernichtende Analyse, in der er feststellte, dass Griechenland im Grunde nach dem bisherigen Modell nicht mehr zu retten ist. Insbesondere in Deutschland hat diese Analyse Bestürzung ausgelöst. Denn sie führt zu keinem anderen Ergebnis als der bittere Erkenntnis, dass die Eurostaaten nun für die außer Kontrolle geraten Schulden geradestehen müssen. Aktuell reden wir hier von einer Summe von 360 Milliarden Euro, die die europäischen Steuerzahler nun verloren geben müssen. Noch versuchen die Finanzminister, insbesondere Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, diese Tatsache unter den Tisch zu kehren.

Doch dies funktioniert nicht mehr. Das Spiel ist aus.

Am Freitagabend brachte eine Nachricht von Reuters die endgültige Erkenntnis. Die EU hatte offenbar versucht, die Veröffentlichung des verheerenden IWF Berichts zu verhindern. Doch die Amerikaner, und mit ihnen die anderen IWF-Staaten, hatten entschieden: Die Zeit ist gekommen, um die ganze Wahrheit auf den Tisch zu legen.


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