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Abraham
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vor 2 Monaten, 1 Woche
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Gerry

Zum Ostersonntag: Ein Mediziner spricht über Glauben und Wissenschaft

Startbeitrag von Gerry am 16.04.2017 08:42

Kurzer Auszug aus einem Interview in der "Kronen Zeitung". Das ganze Interview steht HIER.

"Krone": Herr Professor, am Ostersonntag feiern Christen das Fest der Auferstehung. Ein Phänomen, das sich wissenschaftlich nicht beweisen lässt. Was hat Sie bewogen, solche Phänomene zu legitimieren?

Johannes Huber: Meine Intention war es keinesfalls, die Naturwissenschaft zu benutzen, um Gott zu beweisen. Aber es ist eine Tatsache, dass sich dem menschlichen Gehirn nur ein ganz kleiner Teil der Wirklichkeit erschließt. Vieles bleibt uns verborgen. Trotzdem existiert es! Das gilt auch für physikalische Phänomene. Bei der Lichtgeschwindigkeit beispielsweise hört die Zeit auf, Zeit zu sein. Das übersteigt unseren Erkenntnishorizont bei Weitem. Es zeigt uns, dass es viele Dinge, sogar in der Physik, gibt, die wir zwar berechnen, aber nicht verstehen können.

Sie attestieren in dem Buch auch der Aura, dem Karma, sogar Schutzengeln eine Existenzberechtigung. Woher kam dieser Mut?

Früher hat die Medizin in die Organe geschaut. Aber heute müssen wir als Mediziner auch hinter die Organe schauen. Wir müssen das ganzheitliche System unseres Körpers verstehen. Oft hängen Dinge in einer wundersamen Art und Weise zusammen, wie es der Wissenschaft bis dato noch nicht bekannt ist. Es gibt in der Wissenschaft eine enorme Arroganz. Eigentlich müssten wir - jetzt völlig unabhängig von der Gottesfrage - viel verlegener sein vor diesem großen schwarzen Loch, das wir nicht kennen. Der Wissenschaftler müsste viel demütiger sein.

Was hat Sie letztlich bewogen, dieses Plädoyer zu schreiben?

Es hat tatsächlich viel mit Ostern zu tun. Die ganze Theologie lebt ja letzten Endes davon, dass es auch andere Welten gibt. In der Ausbildung werden Mediziner jeden Tag mit dem Tod konfrontiert. Für den religiösen Menschen ist der Tod so etwas wie eine Gütertrennung. Ein Teil, der Körper, wird entsorgt, ein anderer Teil kehrt dorthin zurück, wo es weder Raum noch Zeit gibt. Die Engel sind auch zeitlose und raumlose Wesen, jenseits aller Universen. Ich denke, dass das ein existenzieller Trost ist - vor allem in der Moderne, die alles im Diesseits ansiedeln möchte und sich dann eingestehen muss, dass es eine Endlichkeit gibt. Sogar der Krebsarzt Christoph Zielinski hat über den Tod von Sabine Oberhauser gesagt: "Wir alle müssen mit der Endlichkeit leben." Diese Endlichkeit ist ein Faktum, für den religiös- musikalischen Menschen ist das Osterfest deshalb ein Trost.

Glauben Sie persönlich an die Auferstehung?

Was vereint den, der glaubt, und den, der nicht glaubt? Beide vereint der Zweifel. Ich persönlich glaube daran, obwohl ich es nicht beweisen kann. Aber wenn es sogar in der Physik das Raumlose und Zeitlose gibt, dann darf man es doch auch intellektuell als redlich ansehen, wenn ich glaube, dass sich meine Existenz nach dem Tod weitertransportiert. Nicht alles kann man mit der Vernunft erklären. Und es wäre anthropomorph zu sagen: "Nur das, was unser Gehirn erkennt, gilt, und alles andere gilt nicht."

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