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Informationen zum Thema:
Forum:
Pfauenforum
Beiträge im Thema:
10
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren
Beteiligte Autoren:
Pfauenfan, Ruth13, Stefanie Steinsiek, Helga_

Erster Freigang

Startbeitrag von Pfauenfan am 27.05.2015 10:24

Hallo liebe Pfauenfreunde,
ich habe mir endlich einen Wunsch erfüllt und mir ein 2 - jähriges Pfauenpärchen angeschafft. Zuvor hatte ich natürlich einen entsprechenden Stall eingerichtet. Wir haben einen kleinen Bauernhof mit einer Gesamtfläche von 30.000 qm wovon ca. 25.000qm auf Pferdeweiden und ca. 5.000 qm auf die Hoffläche entfallen. Bei dem Stall handelt es sich um einen teils geschlossenen Pferde unterstand, angrenzend an unseren Garten. Einen Teil dieses Unterstand es (16 qm) haben wir für die Pfauen umgebaut. Eine Holztreppe wurde durch eine Bis zum Boden reichende Gitter Tür ersetzt, zweieinhalb Seiten wurden auf halber Höhe nach oben durch ein Drahtgittergeflecht (10x10cm cm) geschlossen. Zwei lange Sitzstangen (eine in der zufreien, geschlossen Ecke und eine zur offenen Seite mit ca. 270 Grad Rundumblick). Verwöhnt werden die Pfauen mit allen möglichen Leckeren wie hier im Forum beschrieben. Auf unserem Hof leben weiterhin noch 6 Pferde, 3 Katzen und 10 Laufenten.
Die Pfauen haben wir von dem Züchter, von welchem wir auch unsere Laufenten haben. Wie die Laufenten stammen auch die Pfauen aus Freihaltung (war mir besonders wichtig!!). Und da sollen sie natürlich jetzt auch wieder hin. Das Pärchen macht einen sehr ausgeglichenen Eindruck. Wenn die Pferde nebenan den Stall aufsuchen, wenn ich mit dem Aufsitzmäher am Stall vorbeifahre oder Arbeiten mit dem Freischneider vollrichte, bleiben Sie entspannt auf der Stange sitzen. Anscheinend haben sie viele äußere Reiz bereits kennengelernt. Wenn ich zu ihnen in den Stall gehe, kann ich mich bis ca. 80 cm nähern, ohne das sie ihren Sitzplatz verlassen. Panik scheint für die beiden ein Fremdwort zu sein. Spätestens nächstes Wochenende (dann sind sie 14 Tage bei uns) sollen Sie wieder ihre Freiheit genießen können.
Natürlich habe ich mich vor Anschaffung ausgiebig über Haltung, Futter usw. informiert. Meine derzeit offene Frage ist lediglich, wie man am besten den ersten Freigang gestaltet. Ich weiß, daß dieses Thema im Forum schon einge male angesprochen wurden, allerdings handelte es sich hier überwiegend um Pfauen die aus Volierenhaltung kamen oder als Pärchen neu zusammen gesetzt wurden. Der Züchter meinte, das die beiden auf seinem Hof viel zusammen gelaufen sind und wir sollten nach 14 Tagen erst den Hahn freilassen und einige Tage erst die Henne. So hätte er die besten Erfahrungen gemacht wenn er sich ein neues Pärchen angeschafft hätte. Wenn ich die Einträge im Forum lese, bin ich mir bei dieser Vorgehensweise nicht mehr sicher, ob es dann mit der Standorttreuigkeit funktioniert.
Würde mich über Antworten und Meinungen anderer Fachleute freuen.
VG
Andreas

Antworten:

Hallo,
ich glaube, 14 Tage sind zu kurz zum Eingewöhnen. Zuerst einmal gegen Abend rauslassen, damit sie nicht mehr zu weit von zu Hause weggehen. Viel Erfolg

von Ruth13 - am 28.05.2015 20:23
Nööö, 14 Tage sind nicht zu kurz... und herzlich Willkommen bei den Pfauenverrückten :-)

Ruth hat allerdimgs insofern recht, als das man erst abends... vielleicht 1,5 Std. vor der normalen Schlafenszeit - Freigang gewährt. Am besten immer mit mehreren Leuten, die einen begrenzten Raum umstellen, und die Vögel wieder in Stall/Voliere zurück bringen. An zwei, drei Tagen sollte diese Vorgehensweise wiedeholt... und mit besonderen Leckereien belohnt werden. Dabei wird die Ausgehzeit erhöht und der Radius erweitert.

Allerdings darf man danach nicht glauben, dass Standorttreue gewährleistet ist. Gegenwärtig sollten die neuen Pfaueneltern schon absolute Frühaufsteher sein, um die Vögel nach dem ersten freien Aufbaumen gut zu beobachten. Nach dem Motto " jetzt funktioniert es" ist nicht meins. Erst Hahn und dann Henne rauszulassen, auch nicht. Auch wenn die beiden vorher zusammen gelaufen sind... nun haben sie vorübergehenden Stress durch Einfangen, Trennung von ihrer Herde, Transport und fremde Umgebung.

Wenn ihr euch eine gute Woche beim Feigang Pfauenurlaub nehmt, bin ich sicher, dass die von einem guten Züchter stammenden Tiere euch viel Freude bereiten.

Beste Grüße und viel Erfog,
Helga

von Helga_ - am 29.05.2015 01:13
Hallo Helga,
vielen Dank für deine Antwort. Der Hahn fängt seit 2 Tagen an abends am Türgitter auf und ab zulaufen. Für mich das erste Zeichen, daß es ihm langweilig im Stall wird. Sollte er es heute Abend wieder machen, und bevor er noch einen "Stallkoller" bekommt, werden wir bereits heute den ersten Versuch Unternehmen und den ersten Freigang vorbereiten.
Viele Grüße
Andreas

von Pfauenfan - am 29.05.2015 07:08
Hallo,
wollte mal von dem ersten Freigang berichten. Wie berichtet sollte vor einer Woche der erste Freigang erfolgen. Also haben wir abends ca. 2 Stunden vorm Dunkelwerden den Stall geöffnet und auf die Pfauen eine Stunde lang "gewartet". Sie machten jedoch keine Versuche den Stall zu verlassen, riskierten höchstens mal einen langen Hals. Da ich sie aber auch nicht raustreiben wollte, habe ich Sonntag vor einer Woche provisorisch vorm Ausgang ein Gehege aus Bauzaunelementen gebaut, um ihnen noch einige Tage Zeit zu geben, um freiwillig aus dem Stall zu kommen und das Treiben im Garten und teilweise auf dem Hof besser wahrzunehmen. In dem Gehege haben Sie zudem Gras unter den Füßen und können sich zusätzlich selbst bedienen. Auch in dieser Zeit bin ich mehrmals täglich in den Stall gegangen, damit sie sich noch besser an mich gewöhnen. Zudem wurden morgens und abends weiterhin immer verschiedene Leckereien gegeben. Beim Hahn stehen die Rosinen und bei der Henne das Katzentrockenfutter an erster Stelle. Beide waren in dieser Zeit sehr ausgeglichen. Der Hahn schlug fleißig sein Rad. Vorgestern war es dann wieder soweit. Neuer Versuch des Freiganges. Zuerst kam der Hahn aus dem Stall und flog direkt auf dessen Dach. Er lief einige Zeit auf dem Dach herum, bevor er sich entschloss Richtung Entenstall/gehege zu fliegen. Danach machte er in aller Ruhe einen Spaziergang um unseren Regenwasserteich im Garten und ging wieder in den Stall, wo die Henne die ganze Zeit verblieben war. Danach habe ich mich in einer Ecke des Stalles gestellt. Nach einiger Zeit unternahmen dann beide zusammen einen Ausflug. Der Hahn blieb wiederum im Garten und die Henne rannte in die Pferdewiese. Der Hahn ging dann auch wieder von alleine in den Stall. Der Henne mussten wir etwas den Rückweg erklären. Aber alles war entspannt und wir freuten uns darüber wie gut es geklappt hatte. Gestern der gleiche Vorgang. Der Hahn flog wieder auf das Dach des Stalles und die Henne blieb wieder im Stall. Allerdings hatte er sich dieses Mal nach einigen Sekunden direkt entschlossen in das ca. 200 m entfernte Waldstück zu fliegen. Also hin zum Wald und den Pfau suchen.Nicht so einfach den Pfau in der Dämmerung im dicht bewachsenen Unterholz zu finden. Allerdings konnten wir ihn finden, da er nach einiger Zeit anfing zu "trompeten". Leider haben wir ihn dann doch in dem dichten,teilweise undurchdringlichen Unterholz verloren. Wir haben letztendlich die Suche abbrechen müssen. Habe nachts dann das Licht im Stall angelassen, in der Hoffnung, daß er in der Morgendämmerung leichter zurückfindet. Heute Morgen um 5.00 Uhr dann die Ernüchterung. Er war nicht wiedergekommen. Also habe ich mich auf den Weg gemacht und 2 Stunden lang den Wald durchkämmt. Kein Pfau in Sicht und zu hören war auch nichts. Danach direkt aufs Fahrrad und die Umgebung Feldwege etc. abgesucht. Ohne Erfolg. Also Fundbüro benachrichtigt, WhatsApp - Gruppe unserer Bauernschaft informiert, Suchmeldung über ebay-Kleinanzeigen geschaltet. Hoffe jetzt, dass er alleine zurückkommt. Werde auf jeden Fall heute Abend wieder das Waldstück absuchen. Die Pfauen haben das gesamte Verwöhnprogramm bekommen. Der Stall wurde so gut es ging Pfauengerecht hergerichtet. Meine Frage an Euch, kann ich sonst noch etwas unternehmen, damit der Traum von freilaufenden Pfauen auf unserem Hof nicht platzt.
Viele Grüße
Andreas

von Pfauenfan - am 09.06.2015 13:27
Der Hahn ist wieder da. Er hatte es sich bei Nachbarn in ca. 1 km Luftlinie im Garten bequem gemacht.

von Pfauenfan - am 10.06.2015 08:26
Hallo, ist der Hahn von alleine wiedergekommen oder habt Ihr ihn abgeholt und einfangen müssen?
Gruß
Ruth

von Ruth13 - am 10.06.2015 14:16
Hallo Ruth,
der Hahn war morgens um 5.00 Uhr schon bei den Nachbarn und hat auch seine Schreie losgelassen. Die Nachbarn hatten erst abends erfahren, dass es unser Pfau ist und hatten sich gemeldet. Wir haben ihn dann gegen 22.00 Uhr mit einem Kescher problemlos eingefangen. Er hatte sich schon auf dem Gartenzaun in einer abgelegenen Ecke seinen Schlafplatz gesucht. Stellt sich nun die Frage, ob man ihn erst wieder ein paar Tage im Stall hält oder mit dem Freigang direkt fortfahren soll. Die Henne hatte nicht direkt den Stall verlassen, so daß wir diesen geschlossen hatten nachdem der Hahn auf und davon war. Für mich erstaunlich, daß die Henne in der Zeit wo der Hahn nicht da war, sich total ruhig und zurückgezogen im Stall aufhielt. Keine Anzeichen von Panik/Hektik weil der Hahn nicht da war.
Viele Grüße
Andreas

von Pfauenfan - am 10.06.2015 22:12
Hallo Andreas...

...unser Hahn war am Anfang auch in der Nachbarschafft unterwegs und wir mussten ihn gegen Abend erst mal wieder einsammeln. Da unsere Nachbar das natürlich super fanden, haben sie ihn natürlich auch gefütter... aber unsere Henne blieb immer bei uns im Garten und nachdem er die nähere Umgebung kannte blied auch er zumindest in sichtweite.
Die Hähne müssen erst mal die Umgebung erkunden, hat man mir mal gesagt.Sobald sue wissen wo ihr Stall ist und wo es Futter gibt bleiben sie auch da. Ich hab meine beiden von Anfang an frei gelassen... werden wohl viele sagen wie verantwortungslos. Aber die waren so fertig von der Fahrt ... (leider weiß ich bis heute nicht wielange die beiden in den kartons eingefercht waren). Jedenfalls haben wir sie in den Stall gebracht aber die Tür offen gelassen so das sie raus konnten. ich wollte sie nicht nochmal einsperren. Sie blieb beim Stall, er ging etwas auf Erkundung und gegen Abend kam der Nachbar und sagte das unser Pfau auf seinem Zaun Schläft. da hab ich Ihn einfach vom Zaun nehmen können und ihn zum schlafen in den Stall gesetzt und am nächsten abend ist er allein heimgelaufen. ich immer ein stück vor ihm und von da an blieb er. Da hab ich wohl glück gehabt oder auch nicht.
Was vielleicht auch ein Grund war warum er nicht weiter weg ist, die beiden hatten furchbar kurz geschnittene Flügel. Daher konnten sie nicht fliegen oder gar flattern.
Dein Hahn wird sicher noch den einen oder anderen Erkundungsgang wagen, vielleicht solltet ihr ihn dabei in gewissen abstand begleiten und ihn dann mit rufen und leckerchen zurück locken damit er den weg nachhause findet und vielleicht merken kann.
Wir haben unsere die ersten 14 Tage immer im Blick gehabt, auch in hinblick auf Gefahren wie Hunde/ Katzen Autos ect...

Viel spaß noch mit deinem Abenteuer....
liebe Grüße
Steffi

von Stefanie Steinsiek - am 11.06.2015 09:50
Hallo Steffi,
unsere Nachbarn wissen alle Bescheid. Wo er es sich bequem gemacht hatte, die Nachbarn wohnen noch nicht so lange in der Bauernschaft. So wurde der erste Kontakt geknüpft. Sie hatte es auch nicht gestört, daß er sie morgens um 5.00 Uhr mit seinem Getröte geweckt hatte. Morgen gegen Abend werden wir einen neuen Versuch starten. Mal schauen, ob die Henne diesmal direkt mit rausgeht.
VG
Andreas

von Pfauenfan - am 11.06.2015 21:11
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