Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Pfauenforum
Beiträge im Thema:
16
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Azul, Bjoern, sitabarbara, Myriam2, Gaby

Neuer Pfauenhalter mit Bitte um Tipps

Startbeitrag von Azul am 10.11.2015 14:41

Hallo an alle Pfauenfreunde.
Meine Suchen im Internet haben mich häufig auf diese Seite verwiesen, also dachte ich mir eine Anmeldung macht Sinn damit ich von der geballten Erfahrung hier profitieren kann... :-)

Zum Hintergrund:
Bisher hatte ich nur Hühner, Enten und Gänse - bin aber vor kurzem durch Zufall an drei Pfauen gekommen. Allerdings hatte ich schon immer den Wunsch, auf unserem großen Grundstück Pfauen frei laufen zu lassen. Nun habe ich einigen Nachholbedarf an Wissen, um den Tieren gerecht zu werden. Es handelt sich um einen Hahn und zwei Hennen, die Tiere sind zwei Jahre alt. Es sind keine Volierentiere, die Schwungfedern sind einseitig geschnitten (Bitte nicht beschweren, ich habe die Tiere so bekommen und hätte es nicht gemacht).

Mein Wunsch wäre, dass die Tiere später frei auf dem Grundstück laufen können, und Nachts aufbaumen. Ich habe über verschiedene Pfauenhalter gelesen die es auch so handhaben. Nun habe ich die Tiere seit etwa drei Wochen in einer provisorischen Voliere von etwa 30 m2, zwei Metern Höhe und großer Sitzstange. Aus dieser haben sie einen guten Ausblick auf das ganze Grundstück von ca. 7ha (Wiese mit hauptsächlich Obstbaumbestand, aber auch einer großen Eiche, Dächer und Terrassen zum auffliegen/ aufbaumen).

Als nächstes wollte ich die Tiere einige Stunden unter Aufsicht rauslassen oder gar ganz. Denkt ihr dass ist nach drei Wochen in Ordnung bzw. woran kann ich erkennen, dass die Pfauen genug eingewöhnt sind? Werden die Tiere trotz der geschnittenen Schwungfedern in der Lage sein hoch genug zu springen, um auf die Bäume zu gelangen? Außerdem ist es wohl ein Pärchen dass sich schon länger kennt, und dem eine Henne zugefügt wurde. Kann es passieren, dass diese dauerhaft ausgegrenzt wird?

Wie ihr seht viele Fragen. Ich hoffe inständig, dass ihr mir einige (oder natürlich alle) davon beantworten könnt und meinen Pfauen somit auch zu einem guten Start und einem schönen Leben bei mir verhelft. Vielen Dank dafür vorab.

Otto

Antworten:

Hallo und willkommen!

Zu Deinen Fragen: Nach 3 Wochen kannst Du guten Gewissens einen Versuch wagen.

Am besten gegen Abend, dann musst Du nicht den ganzen Tag aufpassen. Bleib in der Nähe, falls sie doch abhauen wollen. Füttere vorher nichts oder wenig, stell aber Futter in die Voliere, um sie dort anzulocken.

Pfaue orientieren sich gerne an einer vorhandenen Hühnerschaar, das passt schon mal.
Ob sie aufbaumen können muss sich erweisen, das kommt drauf an wie viel die Federn gestutzt sind. Ich würde sie aber bis zur sicheren Eingewöhnung nachts in die Voliere sperren.

Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Henne dem bestehenden Pärchen einfach anschliesst ist hoch.

Beste Grüsse,
Bjoern

von Bjoern - am 11.11.2015 10:46
Besten Dank Björn für die Antworten auf meine Fragen, dass hilft mir schon sehr weiter. Ich denke ich werde dann dieses Wochenende den ersten Freigang versuchen, dann kann ich da auch entspannt rangehen.

Zumindest bei dem Hahn und einer Henne sind die Federn leider schon sehr arg kurz. Daher hoffe ich dass die Tiere zumindest auf die Terrasse oder das Vordach in etwa 3m Höhe kommen. Meine aktuell größte Sorge ist dass sie nicht hoch genug kommen um vor Freßfeinden sicher zu sein, und sich in Anbetracht dieser Erkenntnis aber auch nicht wieder in die Voliere locken/treiben lassen.

Otto

von Azul - am 11.11.2015 12:34
Da hast Du sicher Recht - auf dem Boden sitzend sind sie nachts leichte Opfer.

In Anbetracht der fortgeschrittenen Jahreszeit ist es vielleicht besser, sie derzeit noch (wetter-)geschützt in einem absperrbaren Raum übernachten zu lassen.

Dummerweise ist es noch lange hin bis zur nächsten Mauser, die Federn wachsen ja gerade wieder und ich weiss nicht, ob schon "neue" Federn gestutzt wurden.

Ohne Flügelfedern kommen die Tiere zwar 1 bis 1,5m hoch aus dem Stand, aber für eine Flucht reicht das nicht.

von Bjoern - am 11.11.2015 13:25
Ja, das ist sicher eine vernünftige Option Björn.

Ich werde dann wohl bei dem Freigang beobachten ob die Tiere eine brauchbare und erreichbare Schlafstelle finden würden, und wie gut es um die Flug-/Sprungeigenschaften aktuell tatsächlich bestellt ist. Notfalls habe ich dann eine geräumige Garage, in die man sie zumindest einfacher treiben könnte als in die provisorische Voliere. Die Garage könnte dann auch nötigenfalls vorerst als Winterquartier herhalten.

Otto

von Azul - am 11.11.2015 13:56
Meine schlafen im Sommer draussen, sind aber so schlau im Winter freiwillig in den Stall zu den Hühnern zu gehen :-)

von Bjoern - am 11.11.2015 17:16
Also... nach dem ersten Freigang gemischte Gefühle.

Es ging sich gut an, die Gruppe ist zu dritt erstmal in die gegenüberliegende Tannenreihe verschwunden und hat von dort die weitere Erkundung des Geländes vorgenommen. Am Ende sind sie sogar ganz entspannt über die Wiese gelaufen und haben ihre Schnäbel in jede Ecke gesteckt.

Das auserkorene "Basislager" schien dabei das am höchsten Punkt gelegene Teehaus zu sein, welches ebenfalls von großen Tannen eingerahmt ist. Dorthin haben sie sich auch bei der Dämmerung zurückgezogen. Das Dach des Teehauses schien erreichbar und ich habe mich schon darauf eingerichtet dass die Tiere dort wohl nächtigen.

Allerdings habe ich dann zum Zapfenstreich noch einen Rundgang gemacht, und da sitzen der Hahn und die eine Henne (das Pärchen) wieder in der Voliere auf der Stange :-O ...die andere, neue Henne habe ich zwischen den Tannen entdeckt. Die Voliere mit den zwei Tieren habe erstmal wieder verschlossen, jetzt ist es eh dunkel.

Was mache ich denn jetzt mit der Henne da draußen, soll ich versuchen sie im dunkeln einzufangen oder ist es besser sie dort in Ruhe schlafen zu lassen? Und weiters, kann ich hoffen dass auch die anderen beiden die Voliere beim nächsten Versuch (oder den nächsten Versuchen) verlassen? Soll ich die Voliere gar abbauen, um die beiden dazu zu bringen?

Ich bin verwirrt, ich dachte die können es gar nicht erwarten raus zu kommen.

von Azul - am 14.11.2015 19:06
Die beiden in der Voliere sind kluge Vögel. Lass sie erst mal dort.

Was heisst "zwischen den Tannen"? Auf dem Baum oder auf dem Boden?

Unten => gleich einfangen
Oben => kurz vor Tagesanbruch hingehen und schauen was sie treibt. Wenn Du Glück hast, gesellt sie sich wieder zu den beiden Volierenvögeln.

Wenns geht lass ihnen die Voliere, da scheinen sie sich sicher zu fühlen.

von Bjoern - am 14.11.2015 23:24
Guten Morgen Björn, sie ist zwischen den Tannen die Äste hoch gehüpft. Nachdem ich heute früh die Türe wieder geöffnet habe sind sie wieder einträchtig gemeinsam über die Wiese gelaufen.

Natürlich kann ich ihnen die Voliere noch lassen, ich war mir nur nicht sicher ob sie sich dann vollends drauf einstellen für immer dort zu nächtigen. Es sollte ja eigentlich nur eine provisorische Einrichtung sein... Lieber baue ich ihnen etwas neues/vernünftiges hinter dem Teehaus, da sich die Tiere dort scheinbar auch wohlfühlen.

Es hat auf jeden Fall den Eindruck, dass die neue Henne "freiheitsliebender" ist, wenn man das so ausdrücken kann, sie war auch die erste die aus der Voliere raus war.

von Azul - am 15.11.2015 07:41
Kleines Update für evtl. interessierte Pfauenfreunde.

Ich habe mittlerweile die Voliere so umgebaut, dass es nun auch eine große Sitzstange in ausreichend sicherer Höhe von etwa 3m gibt. Die hoch gelegene Stange wird (zumindest von dem Pärchen) auch gerne genutzt - zur besseren Erreichbarkeit ist quer versetzt eine weitere Stange in etwa 1m Höhe. Die "Einzelgängerin" hingegen wechselt ihren Schlafplatz - aber nie mit den anderen zusammen - und verlässt dafür auch gerne mal das Grundstück. Hierfür wählt sie stets Bäume die auch tiefer beastet sind, so dass sie über mehrere Sprünge aufsteigt. Tagsüber schließt sie sich dem Pärchen wieder an.

Den Schlafplatz der einzelnen Henne finde ich persönlich nicht ausreichend sicher, denn ein Fressfeind könnte evtl. auf die gleiche Weise aufsteigen. Allerdings komme ich nicht an sie heran, und durch die wechselnden Plätze (und die vielen verfügbaren Bäume) benötige ich auch immer sehr lang bis ich sie überhaupt entdecke. Um nun den Tieren mehr Möglichkeiten zu bieten (wir haben schöne, hohe Bäume die eigentlich zum aufbaumen prädestiniert sind), plane ich jetzt "Aufstiegshilfen" aufzubauen. Das könnten zum Beispiel Holzböcke unter den Ästen sein oder quer fest montierte Pfostenstangen - abhängig von der Erreichbarkeit der untersten Äste.

Auf jeden Fall sind es tolle Tiere, jedes mit einem eigenen Charakter und mit einer ordentlichen Prise Intelligenz und vor allem Neugier gesegnet. Es macht ein riesen Spaß zuzusehen, wie sie jede Ecke des Grundstücks inspizieren. Mein Herz haben sie jedenfalls gewonnen, andersherum hat es Mozzarella und Milchbrötchen bedurft...

von Azul - am 18.11.2015 15:56
Kaum schreibe ich das obige, hat sie sich für letzte Nacht ein - wie ich finde - schönes und sicheres Plätzchen gewählt. Entschuldigt die lausige Qualität des Handyfotos, aber ich wollte es gleich festhalten weil ich mich so gefreut habe. Scheint also doch nicht so schlecht bestellt um die Flug-/Sprungfähigkeit wie ich dachte.



von Azul - am 19.11.2015 12:45
Hallo Otto,

schön das sie sich so gut eingelebt haben. Mein Traum hab ich mir vor ein 1/2 Jahr erfüllt, hier ist ein Adultes Pärchen eingezogen (7 u. 5 J.).Vor der Dämmerung werden sie im Stall geschickt, was auch gar kein Problem ist. Mir ist das zu gefährlich sie übernacht draussen zu lassen, zumal wir im Wald wohnen. Sie nehmen den Stall gut an, wenns dunkel ist wird die Tür verschlossen, nächsten Morgen, wenns hell wird dürfen sie wieder raus.
Eingewöhnungszeit hatten sie 4 Wochen. Ich hab mir ein provisorischer Gehege aus einem Laubnetz und Schafszaun gebaut.Die zwei mussten sich auch erstmal an meine Hunde gewöhnen und die Hunde an den Pfauen. Das Gehege war mit dem Stall verbunden, so haben sie von anfang an ihr Zuhause gut angenommen, auch nur da steht Futter, draussen werden sie nicht gefüttert. Ansonsten leben sie in ein eingezäuntes Grundstück, sie könnten auch über den Zaun Fliegen und den Wald erkundigen, wenn sie wollten, der Zaun ist nicht hoch und obendrauf wurden extra Stangen angebracht für die Pfauen damit sie einen besseren Landeplatz haben, tun sie aber nicht, die zwei sind sehr Standorttreu.

Grüsse
Myriam

von Myriam2 - am 30.11.2015 09:47
Hallo Myriam, lieben Dank für deine Antwort.

Ja, ich freue mich sehr über die Pfauen. Sie sind sehr neugierig und erkunden fleißig das Grundstück, während ich versuche mich mit Bananen oder Rosinenbrötchen bei ihnen beliebt zu machen. Als ich einmal im Haus war während das Tor zur Garage/Werkstatt offen stand, sind sie sogar dort rein zum schauen - denn das kannten sie noch nicht.

Allerdings wollte ich ja partout keine Stallhaltung, es gibt auch genügend windgeschützte Ecken und Möglichkeiten zum Unterstellen bei uns - selbst der Schnee vorletzte Woche schien ihnen nichts auszumachen. Sie waren dann tagsüber entsprechend häufiger am Haus wo es geschützte Ecken gibt.

Da wir ebenfalls am Wald wohnen war es mir aus Sicherheitsgründen halt wichtig dass sie einigermaßen gut aufbaumen können, so lange bis die Schwungfedern nächstes Jahr wieder nachgewachsen sind und sie dann wieder vernünftig fliegen können. Diese Sorge schien allerdings unberechtigt, denn sie haben tolle Plätze gefunden die so in 4-5 Metern Höhe liegen.

Es bleibt auf jeden Fall spannend. Schöne Grüße, O.

von Azul - am 07.12.2015 16:59
Hallo Azuzl,
es ist natürlich toll, wenn die Pfaue so frei leben können. Kälte und Schnee machen ihnen normalerweise nichts aus (solange es nicht minus 20 ist). Aber spätestens wenn es an den Nestbau geht, wird die Waldnähe gefährlich. Ein Nest auf dem Boden wird die Henne bei 28 Tagen Brutzeit wahrscheinlich nicht überleben. Von daher wäre es gut, wenn du jetzt schon einen sicheren Platz anbieten könntest. An den muss man sie natürlich auch gewöhnen. Nur aus diesem Grund haben wir einen Stall, in den sie abends brav hineingehen zum Übernachten. Unsere Henne baut seit Jahren ihr Nest im Stall. Vor dem Stall haben wir eine große Voliere, dort ist sie dann einige Wochen mit den Küken (wegen der Gefahr durch Greifvögel). Ansonsten sind unsere Pfaue tagsüber völlig frei draußen unterwegs.

Gruß
Gaby

von Gaby - am 09.12.2015 09:54
Hallo Gaby, das stimmt natürlich. Vielleicht wäre es dann doch ein Gedanke, eine der Garagen für diesen Zweck herzugeben - schön groß und mit Fenstern. Alternativ denke ich darüber nach, den Außenzaun mit Strom zu sichern. Einen Teil des Areals habe ich so für die Enten und Gänse gesichert, damit habe ich jedenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch diese Tiere leben ganzjährig draußen, bisher ohne Verluste.

von Azul - am 09.12.2015 14:15
Hallo Azul
Unsere Pfauen leben ganzjährig draußen. Unsere Henne hat einmal im Wald gebrütet und ein Tier hatt alle Eier geholt. Danach hat sie direkt am Hauseingang in einem Blumenbeet die Eier gelegt und erfolgreich ausgebrütet. Diese Henne ist schlau.
Wir locken unsere Pfauen mit regelmäßigen Futter in den Stall falls es mal sehr kalt wird schlafen sie im Stall. Licht lockt sie an, so haben wir eine Zeitschaltuhr mit dem Lichtschalter verbunden so das sie abends immer neu entscheiden können ob sie in den hellen geschützten Stall gehen oder baumen.Unsere lieben Katzenfutter und Kuchen :spos:herzliche Grüße Sita

von sitabarbara - am 11.12.2015 11:43
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.