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redfive

Hesselteich wieder mit Trainer!

Startbeitrag von redfive am 18.07.2011 10:42

Späte Genugtuung entschädigt kaum

Formale Mängel: Bezirksspruchausschuss hebt Urteil gegen Hesselteicher Handballtrainertrio auf
Versmold-Hesselteich (guf). Holger Beck darf ab sofort wieder als Trainer der Spvg. Hesselteich fungieren und seine weiteren Funktionen in Vereinen des Handballverbandes ausüben. Der Bezirks-Spruchausschuss hat die vom Kreisspruchausschuss (KSA) Gütersloh verhängten Sperren und die Geldstrafe gegen den Verein aufgehoben.
Die Sperren von Holger Beck (links) und Michael Bohnemeier (Mitte) wurden für nichtig erklärt. Hesselteichs Abteilungsvorsitzender Gerald Klekamp (rechts) wartet jetzt auf eine Reaktion des Handballkreises.
In der Begründung folgt die Sportgerichtsinstanz den Argumenten, mit denen die Spvg. Hesselteich ihren Einspruch gegen das KSA-Urteil wegen formaler Mängel Ende April begründet hatte. Wie mehrfach berichtet, hatte die Spvg. Hesselteich im Januar bei einem Turnier mit Trainingsspiel-Charakter in Havixbeck für den Verein nicht spielberechtigte A-Jugendliche eingesetzt. Daraufhin waren mit Urteil vom 27. April Holger Beck (Trainer der 1. Mannschaft) für sechs Monate, Thorsten Blümel (A-Jugend-Coach) für drei und Michael Bohnemeier (Co-Trainer der Ersten und A-Jugend-Coach) für zwei Monate gesperrt worden. Die Spvg. Hesselteich wurde zudem zu 400 Euro Geldstrafe verdonnert.
Der Bezirksspruchausschuss unter Vorsitz von Rechtsanwältin Ruth Siekmeier (Kreis Minden/Lübbecke) hat das Urteil aufgehoben und beschlossen, dass die Kosten des Kreisverfahrens der Spvg. Hesselteich zu erstatten sind. Die Kosten des Berufungsverfahrens trägt der Kreis Gütersloh.
In der Urteilsbegründung verweist der BSA darauf, dass kein rechtswirksamer Bestrafungsantrag vorliege. Den hätte bei einem Turnier in Havixbeck aus formellen Gründen der dort zuständige Handballkreis Münster stellen müssen. Zugespitzt bedeutet dies: Der Spruchausschuss Gütersloh war überhaupt nicht zuständig. Gerald Klekamp von der Spvg. Hesselteich zitiert in diesem Zusammenhang eine weitere Passage aus der BSA-Begründung: »Die überdies bestehenden Mängel des Urteils, wie fehlende Angabe der Rechtsgrundlage (...), mangelnde Sachverhaltsaufklärung und darauf beruhende unsichere Beweiswürdigung, bedürfen aufgrund der bereits festgestellten fehlenden Zuständigkeit des KSA Gütersloh (...) keiner weiteren Auseinandersetzung.«
Wenige Tage nach dem KSA-Urteil hatte Hesselteich Einspruch eingelegt, erst zweieinhalb Monate später hat der BSA seine Entscheidung getroffen. Als die Hesselteicher Ende Juni, kurz vor Ablauf der ersten Sperre gegen Michael Bohnemeier, eine Rückmeldung bei der BSA-Vorsitzenden anmahnten, erhielt Gerald Klekamp nach eigenen Worten telefonisch die Auskunft, dass die angeforderte Akte des KSA immer noch nicht vollständig vorliege und deshalb nicht entschieden werden könne. Ein Vorwurf gegen den Gütersloher Spruchausschuss unter Vorsitz von Rechtswart Jörg Bechtel (Versmold), der sich gestern nicht äußern wollte: »Kein Kommentar - ich habe das Urteil noch nicht einsehen können.«
Bei der Spvg. Hesselteich herrscht einerseits Genugtuung, andererseits aber auch nach wie vor Verärgerung darüber, wie das Verfahren auf Kreisebene gelaufen ist und wie lange sich die Entscheidung der übergeordneten Instanz verzögert hat. Gerald Klekamp schreibt in einer Stellungnahme der Handball-Abteilung: »Aus dem Vorstand des Handballkreises Gütersloh heraus wurde in einer einmaligen und damit wohl nur als willkürlich zu bezeichnenden Aktion ein fehlerhaftes und völlig unverhältnismäßiges Bestrafungsverfahren inszeniert. Dieses konnte offenkundig erst drei Monate später beendet werden, weil der KSA Gütersloh seine Unterlagen im Berufungsverfahren nicht (vollständig) zur Verfügung gestellt haben soll.«
Holger Beck kann sich kaum darüber freuen, dass seine Sperre im Nachhinein als nicht rechtens beurteilt wurde: »Es ist gut und richtig, dass so entschieden wurde. Aber die drei Monate, die man uns gewissermaßen genommen hat, gibt uns keiner mehr zurück.« Beck musste in den entscheidenden Spielen um den Landesliga-Aufstieg seinen Platz auf der Bank räumen, konnte seine Aufgaben in der Jugendabteilung der TSG Harsewinkel nicht wahrnehmen und durfte nicht als Organisationchef bei den Künsbecker Handballturnieren amtieren. Die Spvg. Hesselteich, die den Einsatz der Jugendspieler in Havixbeck nicht bestritten hat, sieht weiteren Klärungsbedarf mit dem Handballkreis Gütersloh, will aber zunächst abwarten, wie der Kreisvorstand von sich aus auf das Urteil reagiert.

Kommentar

Mit dem Einsatz der Jugendspieler in Havixbeck haben die Hesselteicher Verantwortlichen im Januar einen Fehler gemacht. Auch wenn sie sich dadurch keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollten, hätte man sie maßvoll zur Verantwortung ziehen sollen. Aber was daraus wurde, ist ein ganz dunkles Kapitel in der Geschichte des Kreisspruchausschusses (KSA): Angefangen bei der überzogenen Härte der Strafen bis zu den offensichtlichen formellen Mängeln im Verlauf des Verfahrens, die jetzt die übergeordnete Instanz noch einmal ausdrücklich festgestellt hat.
Zudem steht der Vorwurf im Raum, Teile der angeforderten Unterlagen seien selbst nach mehr als einem Monat noch nicht beim Bezirksspruchausschuss gelandet. Kreis-Rechtswart Jörg Bechtel wollte gestern dazu keinen Kommentar abgeben. Er wird sich noch äußern müssen, denn das offenbar fehlerhafte Verfahren ist eine nachhaltige Belastung für die Arbeit des Kreisvorstandes. Im Fall Hesselteich hätte man sich von vornherein eine öffentliche Verhandlung (wie bei Fußball-Spruchkammern üblich) gewünscht. In Rede und Gegenrede hätte man Missverständnisse vermeiden können, die jetzt - auch längerfristig gesehen - zwischen Vereinen und Kreis viel Porzellan zerschlagen haben.
Gunnar Feicht


Quelle: Westfalenblatt
Artikel vom 18.07.2011

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