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Informationen zum Thema:
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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 6 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck, offthehook , Gerd B.

Stich ins Wespennest

Startbeitrag von Drahbeck am 05.04.2012 04:23

Herr Grass beliebt den Berichten zu Folge ins Wespennest zu stechen (wieder mal).
Und prompt hört man allerorts aufgeschreckte „Wespen" ihre bedrohlichen Stachel zücken.
Wie er, der mal in der SS war, wagt es den Mund aufzutun?
Wie er, der da die wahrlich westlichen Vorstellungen nicht entsprechende iranische Herrscherclique bagatellisiert, greift ein anderes westliches Hätschelkind an?

Erst kommt das Fressen - und dann die Moral (wenn sie denn noch „kommt"), weis der Volksmund nicht zu Unrecht zu berichten.
Diejenigen die da mit U-Boot-Verkäufe Geschäfte machen, werden in der konkreten Situation nicht zu den Freunden des Herrn Grass gehören.
Er ist ja für die letztendlich ein „Geschäfts-Schädiger".
Ein „Geschäfts-Schädiger" sind dann wohl auch Beispielhaft jene Journalisten, die etwa den Verkauf von „Schrottimobilien" in „Über den Tisch zieh Manier", mal thematisierten.
Was die (relative) Gemeinsamkeit in beiden, doch sehr unterschiedlichen Fällen anbelangt. Die Nutznießer solcher Machenschaften, die Geschäfts-Nutznießer sind besonders konzentriert in gewissen politischen Parteien, als ihre Interessenvertreter versammelt.

Solange es klappte „Der 'Gentleman' kassiert und schweigt", war und ist für diese Herrschaften „die Welt noch in Ordnung". Für die „Über den Tisch gezogenen" etwas weniger.
In beiden Fällen fühlen sich besagte „Wespen" in ihrer gemächlichen Ruhe gestört, und pflegen entsprechend aggressiv zu reagieren.
Über Politikentscheidungen kann man in der Tat manchmal (nicht nur manchmal) „das kotzen bekommen".
Umfragen zufolge - ob seriös oder nicht - wage ich nicht zu bewerten, sei der Newcomer" „Piratenpartei" derzeit bei 12 % in der Wählergunst angelangt. Aber man tröstet sich ja, das wird sicherlich nur eine Eintagsfliege sein, und dann ist anschliessend „die Welt wieder in Ordnung". Und überhaupt, besagte 12% seien ja nur fiktiv und noch nicht tatsächlich irgendwo erreicht.
So ist halt wieder die Welt in Ordnung.

Herr Grass wird wohl weiter für seine derzeitigen Äußerungen Prügel beziehen.
Bis dann eines Tages die Verfechter des „Präventivschlages" vollendete Tatsachen geschaffen haben.
Dann mag Herr Grass - verspätet - noch als gerechtfertigt dastehen.
Nur dann dürfte es zu spät sein, die angestaute Hasslawine mit ihren Folgewirkungen noch stoppen zu können.
Grass mag mit seinem Votum in den Details überzogen haben.
In seiner Warnung, den Verfechtern des Präventivschlages eine deutliche Warnung vor den Bug zu setzen, sicherlich nicht!

Antworten:

Wespennest Nr. 2
Verschiedene Pressorgane berichteten über den Zuzug von Rumänen nach Berlin-Neukölln.
Die Freizügigkeit im EU-Europa macht schon mal einen dreimonatigen Aufenthalt in Deutschland, ohne größere Schwierigkeiten möglich.
Und siehe da, es fanden sich noch ein paar zusätzliche Schlupflöcher.
Offenbar besteht für den Status eines Selbständigen, eine größere Freizügigkeit, als wie für jemand, der nur als einfacher Arbeitnehmer einreist. Und siehe da, Deutschland (in diesem Falle „vorerst" wohl nur Berlin) wurde wundersam um „Selbständige" vermehrt, die eben ihre eigentlichen Wurzeln mal in Rumänien hatten.
Die Unterkunftfrage löste sich auch auf „wunderbare" Weise. Ein Wohnhaus war durch Brand schwer beschädigt. Diese bessere Ruine wäre eigentlich in dem desolaten Zustand, kaum vermietbar. Indes Hauseigentümer und Rumänen wurde schnell Handelseinig. Und so blieb diese Ruine auch nicht unbewohnt sondern füllte sich sehr schnell mit den vorgenannten Neu-Selbständigen. Die hatten offenbar keine „übertriebenen" Ansprüche waren selbst mit dem zufrieden, was früher mal als Wohnungen betitelt wurde, durch besagten Brand aber arg mitgenommen war. Und gemessen an ihren vorherigen Umständen in Rumänien, empfanden einige von ihnen die Berliner Umstände gar als „paradiesisch".
Selbständige müssen halt sehen, wie sie ihren Unterhalt selbst verdienen. Es zeigte sich aber, in vielen Fällen war für sie nicht viel zu verdienen. Da sie aber „Gewerbemäßig" angemeldet waren, fanden schlaue Berater Mittel und Wege, ihnen zumindest einen Hartz IV-Lebenstandard zu ermöglichen, aus der deutschen Steuerzahlerkasse.
Was lehrt dieser Fall, wo ein gravierendes wirtschaftliches Gefälle besteht, in dem Fall zwischen Deutschland und Rumänien, finden gewiefte "Berater", immer noch ein oder mehre Schlupflöcher, welche hiesige Sonntagspolitiker sich vordem so nicht erträumt hatten. Dann werden sie also auf etwas handgreiflichere Art, aus ihren Träumen herausgerissen.
Selbst die Religion spielt mit hinein. Namentlich von der Pfingstbewegung ist die Rede. Und auch davon Familienplanung ist in diesen Kreisen eher nicht angesagt. Ergo für deutsche Verhältnisse ungewöhnliche Großfamilien sind da zugezogen. Kindergeld gibt es ja hierzulande auch noch. Wer mit den skizzierten Wohnumständen zufrieden ist, ist es dann auch nicht selten, mit dem deutschen Kindergeld.
Das alles ist selbstredend Wasser auf die Mühlen der Populisten vom Stile Thilo S.
Deren Erregung kann man zwar verstehen, damit haben sie aber immer noch kein Praxisrezept wirksamer Art geliefert, wie denn solcherlei Schlupflöcher vermieden werden können.
Und siehe da auch noch einen Eigentumswechsel der „Wohn"häuser gab es. Die gingen offenbar von vorherigen privaten Eigentümern auf die katholische Kirche über. Und damit hat jene rumänische Kolonie einen neuen potenten Schutzherren, namentlich im Falle kinderreicher Familien erhalten.

Wer für Freizügkeit in Europa plädiert, zugleich die Augen verschließt vor wirtschaftlich relevanten Gefälle, und sich auch über eine Angleichung keinerlei ernsthafte Gedanken macht, der wird halt kommt er an die richtigen Gesetzeslücken-Ausdeuter, fallweise auch mal „auf die Fresse fliegen".
Dem Vernehmen nach sollen es die Griechen in ihrer Cleverness noch nicht soweit gebracht haben, wie die Rumänen.
Aber was noch nicht ist, kann ja vielleicht noch werden ...

von Drahbeck - am 05.04.2012 09:13
Ich kann den Proteststurm gegen die Äußerungen von Günter Grass auch nicht nachvollziehen...

von offthehook - am 05.04.2012 15:12
Henryk M. Broder: ... Problem mit den Juden?

"Kronen Zeitung", 06.04.2012, Seite 18:



von Gerd B. - am 06.04.2012 09:36
Ich bin nicht der Ansicht von Broder.

Grass als Antisemiten zu bezeichnen, ist ganz einfach völlig daneben...

von offthehook - am 06.04.2012 12:44
Zitat
offthehook
Ich bin nicht der Ansicht von Broder.

Grass als Antisemiten zu bezeichnen, ist ganz einfach völlig daneben...


Herr Grass hat denn, verstehe ich es richtig, seine umstrittene Äußerung dahingehend eingeschränkt, er hätte besser nur von der derzeitigen Israelischen Regierung reden sollen (also nicht von Israel insgesamt).
Dieser Differenzierung ist zuzustimmen.
Eine Hasardeur-Politik, die bereits latent vorhandenen Hass weitere Nahrung liefert, sollte nicht das Gebot der Stunde sein.

derstandard.at/1333528407180/Israel-kuendigt-Ausbau-von-Siedlungen-im-Westjordanland-an

Siehe auch:
Forumsarchiv A 14

Einleitend wird dort der Theologe Hollenweger genannt, welcher im jetzigen Kontext nicht gemeint ist (bei den Forumsarchiven handelt es sich ohnehin um Sammeldateien).
Danach gegt es dann weiter (und das ist in der Tat gemeint) mit "Theologische Israelverklärung".


Schüsse, welche die Welt veränderten. Der Mordfall in Sarajevo
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=29a1&year=1914&month=06&project=3&anzahl=4

Eine einmal begonnene abschüsse Bahn, noch zu stoppen, soll in der Praxis mehr als schwer sein.
Insoweit hat eine warnende Stimme im Vorfeld, durchaus ihre Berechtigung!

von Drahbeck - am 09.04.2012 06:14
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