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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck

Eine schwierige Biographie

Startbeitrag von Drahbeck am 21.01.2013 09:16

Eine Frau steht unter Mordanklage.
Nicht so sehr jene Anklage, als vielmehr die Biographie der jetzt Angeklagten, interessiert vordergründig an diesem Ort.
Und da vernimmt man auch die Details über die jetzt Angeklagte. Sie selbst sei in einer Pflegefamilie aufgewachsen
„die den Zeugen Jehovas angehöre, es sei ihr (dort) nicht gut gegangen. Mit ihrer Pflegemutter habe es ständig Streit gegeben, sie sei geschlagen worden. Von einem Mitglied der Zeugen Jehovas sei sie sexuell missbraucht worden. ...
2005 wurde sie 18 und musste bei ihrer Pflegefamilie ausziehen".

Die späteren indirekten „Nachwirkungen" dieser Biographie sind offenbar jetzt Gegenstand einer gerichtlichen Bewertung.

Man vergleiche ergänzend auch das Fallbeispiel einer männlichen Biographie in:

Forumsarchiv256

Erziehungs-Ergebnisbewertungen

www.tagblatt.de/Home/nachrichten/ueberregional/baden-wuerttemberg_artikel,-Mordanklage-Mutter-steht-in-Rottweil-vor-Gericht-_arid,200370.html

Antworten:

Details aus weiteren Meldungen zu dem Fall:
Über die Pflegemutter (Zeugin Jehovas) der Angeklagten gibt es die Aussage, dass sie die Pflegetochter

"ständig kontrolliert und drangsaliert habe".
Und weiter

„Die leibliche Tochter der Pflegemutter habe sich vor mehr als zehn Jahren das Leben genommen."

Über die jetzt Angeklagte heißt es weiter:
„Nach ihrem Hauptschulabschluss brach die Angeklagte ihre Ausbildung ab, war eigenen Angaben zufolge seit 2008 arbeitslos."

Nun kann es zwar für einen Abbruch der Ausbildung vielerlei Gründe geben. Indes ist ein solcher Fall in einer Zeugen Jehovas Familie beobachtbar, mit ihrer generellen Orientierung aufs Hilfsarbeiterdsein, damit die WTG, die so Betörten, besser ausbeuten kann, dann lässst das durchaus einige Rückfragen offen.

Nachrichten.t-online.de/rottweil-zweijaehrige-verhungert-mutter-schweigt-vor-gericht/id_61679752/index

In diesem Pressebericht gibt es auch ein Foto:

www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/rottweil-mutter-der-verhungerten-maja-schweigt-vor-gericht-faz-12024741.html

www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1358161050768&openMenu=1013083806405&calledPageId=1013083806405&listid=1018881578737


Weitere Links, welche teilweise nur in gekürzter Form auf den Fall eingehen, teilweise aber auch zusätzliche Details nennen

www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regiolinegeo/badenwuerttemberg/article112743201/Kleines-Kind-verhungert-Mutter-in-Rottweil-vor-Gericht.html

www.spiegel.de/panorama/justiz/verwahrlostes-kleinkind-stirbt-in-baden-wuerttemberg-a-835602.html

44 Zeugen, drei Sachverständige in dem Gerichts-Verfahren.

www.spiegel.de/panorama/justiz/totes-kind-in-aldingen-mutter-wegen-mordes-vor-gericht-a-877365.html
www.bild.de/news/inland/kindstoetung/kleines-maedchen-neben-bruedern-verhungert-28086252.bild.html

Sechs Verhandlungage sind für den Fall angesetzt.

„Ihre alkoholkranke Mutter gab sie mit sechs Wochen in eine Pflegefamilie. Mit der Pflegemutter versteht sie sich nie. Statt Zuwendung gibt es nach ihren Worten Schläge und seelische Grausamkeiten. Auch die schnell wechselnden Männerbeziehungen bringen der dreifachen Mutter, die mit 14 Jahren ihr erstes Kind zur Welt bringt, später kein Glück. Depression, Alkohol und Schulden kommen hinzu."

www3.e110.de/index.cfm?event=page.detail&cid=2&fkcid=1&id=62173

„ ...An Fastnacht 2012 überwirft sich die Frau mit ihrer Pflegemutter, die dann auch nicht mehr bereit ist, sich um den älteren Jungen zu kümmern. An Ostern der nächste Schlag. Vierte Stufe: Eine schwere Krankheit des Großvaters macht die weitere Betreuung der Kleineren durch die Großeltern unmöglich. Jetzt sind die Kinder im Wesentlichen auf sich selbst gestellt ..."

www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.rottweil-kind-verhungert-mutter-weint-und-schweigt.68cba491-58a8-45b9-9c90-a456035f184b.html

von Drahbeck - am 22.01.2013 06:22
Zweiter und Dritter Verhandlungstag

Kein gutes Zeugnis wird der Angeklagten von den vernommenen Zeugen (Zeugen im juristischem Sinne des Wortes) ausgestellt.
Einer von denen, der vier Wochen mit in ihrer Wohnung lebte, bescheinigt:

"Sie hatte es auf mein Geld abgesehen und mich abgeschoben, als es weg war",

Auch andere vernommene Zeugen lassen kein gutes Haar an ihr.
Auch der weiteren Reflexion wert wäre meines Erachtens der Satz in dem Bericht:

"das Jugendamt (habe) an Fasnet 2012 den Achtjährigen (der älteste Sohn der Angeklagten den sie bereits mit 14 Jahren geboren hatte) von der Pflegefamilie weggenommen („Die Oma wurde des Zimmers verwiesen") und der Mutter das alleinige Sorgerecht übertragen habe."

Die Pflegefamilie und die genannte Oma, sind dann doch wohl in dem Fall mit getauften Zeugen Jehovas identisch.

Wieso wurde die "des Zimmers verwiesen" und der "Mutter" (der jetzt Angeklagten) "das alleinige Sorgerecht übertragen", das wie die sonstigen Details zeigen, von der desaströs "wahrgenommen" wurde.
Da haben wohl einige Behörden-Angestellte sich wohl kaum "mit Ruhm bekleckert"!

www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/tuttlingen/rund-um-tuttlingen_artikel,-Hilferufe-von-Mayas-Bruder-blieben-ungehoert-_arid,5381644.html


In einem witeren Pressebericht gibt es auch die Detailaussage

„Ein Attest lag vor, nach dem der nach zwei Infekten stark angeschlagene frühere Groß- und Einzelhandelskaufmann nicht vor Gericht vernommen werden könne."

Ergänzend auch dieses Detail:
„Der schwer kranke 78-Jährige kam mit einem Sauerstoffgerät und hätte nach ärztlichem Attest nicht auszusagen brauchen. Seine Frau liegt ebenso im Krankenhaus wie der gemeinsame Sohn, der eine Zeit lang mit Mayas Mutter zusammen war „

Und weiter
„Der Mann hatte sich um die Kleine und ihren älteren Bruder gekümmert: »Die beiden Kinder sind praktisch bei mir aufgewachsen«, sagt er. ... denn der Sohn, mit dem die Angeklagte zu jener Zeit zusammen war, hatte die Verbindung zu den Eltern abgebrochen. Erst seit dem Tod des kleinen Mädchens bestehe wieder Kontakt."

Um auf den mit genannten Kaufmann zurückzukommen. Dieser wird dann auch mit der Aussage wiedergegeben:
„alles, was sie – hier weist er auf die Angeklagte – uns erzählt hat, von vorne und hinten erlogen war, dass sie uns getäuscht hat, hintergangen hat ... (sie habe) von einem nicht existierenden geregelten Leben berichtet. Weshalb zuletzt noch von einer gemeinsamen Freizeit mit den Kindern und dem neuen Freund erzählt, als die kleine Maja vielleicht schon in dem Bett lag, in dem sie am nächsten Tag sterben würde."

www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.kreis-rottweil-ploetzlich-wollte-maja-nicht-mehr-essen.d7a01099-ba45-46a2-a7e7-5dac596f6db4.html

www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/trossingen/rund-um-trossingen_artikel,-Im-Fall-Maya-werden-Dramen-hinter-Drama-deutlich-_arid,5378309.html

Meines Erachtens belegt der Fall erneut die These.
Jehovas Zeugen sammeln "allerlei" Menschen. Auch solche die in ihrer Vor-Zeugen Jehovas-Zeit bereits problembeladen sind.

Der nur auf den eigenen Egoismus bedachte WTG-Einfluss, potenziert bei diesen so vorgeprägten, deren Probleme noch.
Die Ergebnisse kann man dann in solchen Fällen "bewundern" wie einem Hochstapler der für seine Tat als Sühne, 28 Jahre in Gefängnissen zubringen musste.
Oder auch in Selbstmordfällen, beispielsweise Fall Vjekoslav Marinic oder auch solchen Fällen, wie jener, der jetzt zur gerichtlichen Bewertung ansteht.

von Drahbeck - am 23.01.2013 07:30
Aus der Fülle der Presseberichte zum Thema erscheint mir einer der ersten, die dazu publiziert wurden, noch mit am beachtlichsten, weil in ihm deutlicher als in den anderen Berichten dort auch die Zeugen Jehovas Komponente der ganzen Sache mit ersichtlich ist.
In diesem Bericht ist auch zu lesen:

„Die Pflegefamilie gehört den Zeugen Jehovas an und übt Druck auf das Mädchen aus, mit von Haus zu Haus zu gehen. „Mit der Pflegemutter gab es viel Streit, Stress und Gewalt", berichtet die 25-Jährige, die mit 14 das erste Kind bekam und nach dem dritten einmal abgetrieben hat, dem Gericht. Eine besondere Beziehung entwickelte sie zur Stiefschwester („Sie war meine eigentliche Mutter"), doch als die sich das Leben nahm, zog es ihr den Boden unter den Füßen weg. „Das hat mir den Stecker gezogen, mit dem Tod bin ich nie fertig geworden", sagt sie. Sie geriet an falsche Freunde, verfiel teilweise dem Alkohol und anderen Drogen. „Ich hatte öfters einen Blackout", sagt sie. Sie litt an Diabetes und an Depressionen, sie musste als Kind sexuelle Annäherungen eines Erwachsenen abwehren. Mit 14 unternahm sie einen Selbstmordversuch, .... Selbst als sie bei einem Unfall erste Hilfe leisten wollte, lief es schief: Sie wurde angefahren und schwer verletzt, bekommt 10.000 Euro Schmerzensgeld. Das habe die Pflegemutter an sich genommen, mit dem Kommentar „als Schmerzensgeld für 18 Jahre", sagt die 25-Jährige."

schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/tuttlingen/rund-um-tuttlingen_artikel,-Maya-bekam-nur-Wasser-und-trockenes-Brot-_arid,5377288.html

Was der Aspekt des angesprochenen Suizides in dieser Zeugen Jehovas-Familie anbelangt, empfiehlt sich auch ein vergleichsweisweiser Blick auf den Suizidfall „Evi und Sybille", mit zitiert in:

Suizid



Vierter Verhandlungstag

Staatsanwalt und Verteidigung haben gegenüber der aussagenden Mitarbeiterin des Jugendamtes „keinerlei Fragen" Den Part nahm dann der medizinische Sachverständige war. Der hatte Fragen. Und was bekam er als Antwort?
Nicht wörtlich aber in der Sache.
Man solle doch bitte schön ein geruhsames Beamtenleben nicht in seiner Ruhe stören. „Es sei doch alles in Butter" ...

„Ob es auch unangemeldet Hausbesuche gegeben habe? „Nein." Ob überprüft worden sei, ob Oma oder Mutter am Streit schuld sei: „Nein." Dass die Mutter allein auf die Kinder aufpassen könne? „Nein." Dass Maya abgemagert gewesen sei? „Nein. Auf mich machte sie einen guten Eindruck." Ob die finanzielle Lage Thema gewesen sei? „Nein." Ob Vorsorge-Untersuchungen der Kinder kontrolliert worden seien? „Nein."

www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/tuttlingen/rund-um-tuttlingen_artikel,-Gutachter-stellt-im-Maya-Prozess-kritische-Fragen-_arid,5382181.html

www.suedkurier.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/aktuelles/baden-wuerttemberg/Maya-Prozess-Jugendamt-sah-keine-groben-Maengel;art417921,5872057

www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/trossingen/rund-um-trossingen_artikel,-Maya-Neue-Vorwuerfe-gegen-das-Jugendamt-_arid,5386513.html

www.nrwz.de/nrwz/region/00047052

von Drahbeck - am 23.01.2013 16:26

Noch weitere sechs Verhandlungstage

Einer Pressenotiz zufolge seien nebst den bereits absolvierten fünf gerichtlichen Verhandlungstagen, bis Anfang April, noch weitere sechs Verhandlungstage vorgesehen.

www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.rottweil-noch-immer-bleibt-das-geschehen-fuer-manchen-unfassbar.7a60b464-7837-4bf6-abcc-93dbe5022b8e.html

Nächster angekündigter Verhandlungstermin am 20. Februar.

www.suedkurier.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/aktuelles/baden-wuerttemberg/Erschuetterndes-im-Maya-Prozess;art417921,5887889

von Drahbeck - am 01.02.2013 21:26

Re: Noch weitere sechs Verhandlungstage

Letzte Meldung bezüglich der Prozesstermine:

Der Prozess wird am 22. März fortgesetzt.
(Aktualisiert: 12.03.2013 10:04)
www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/tuttlingen/rund-um-tuttlingen_artikel,-Am-Ende-war-Maya-zu-schwach-zum-Essen-_arid,5406775.html

von Drahbeck - am 12.03.2013 12:48

Donnerstag, 18. 4. 2013, Plädoyers sowohl der Staatsanwaltschaft als auch der Verteidigung

Offenbar zehn Verhandlungstage sind in dem Fall schon absolviert worden, ohne das die sich alle allerdings auch in der Pressebericherstattung reflektiert wieder gefunden haben (sofern ich das richtig sehe).
Für Donnerstag dieser Woche sind nun die Plädoyers sowohl der Staatsanwaltschaft und auch der Verteidigung angekündigt.
Folgt man dem hier zitierten Pressebericht, ist mit der Urteilsverkündigung für Dienstag nächster Woche zu rechnen.

www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/tuttlingen/rund-um-tuttlingen_artikel,-Gutachter-widersprechen-sich-im-Fall-Maya-_arid,5424275.html

von Drahbeck - am 16.04.2013 16:51

Die Anträge sind gestellt

nunmehr muß noch das Gericht entscheiden (voraussichtlich am kommenden Dienstag).

Strafantrag der Staatsanwaltschaft:
www.t-online.de/regionales/id_63018336/kleines-kind-verhungert-anklage-fordert-sechs-jahre-haft.html

www.focus.de/intern/archiv/prozesse-kleines-kind-verhungert-anklage-fordert-sechs-jahre-haft_aid_963547.html

Der Antrag der Verteidigung ist in den nachfolgenden Link's mit erwähnt:

www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/tuttlingen/rund-um-tuttlingen_artikel,-Kleines-Kind-verhungert-Streit-ueber-die-Schuld-der-Mutter-_arid,5425177.html

Eine Zusammenfassung der Plädoyers:
www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=11300050/jyq9x8/


www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.rottweil-kind-verhungert-plaedoyers-erwartet.a8f470e6-5a17-4fbf-b8a5-f060705cd06f.html

von Drahbeck - am 18.04.2013 13:05

Eine Zusammenfassung

Eine Zusammenfassung:
www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/tuttlingen/rund-um-tuttlingen_artikel,-Zu-schwach-zum-Essen-Urteil-im-Maya-Prozess-faellt-heute-_arid,5427717.html

Aktualisiert: 23.04.2013 11:34

www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Im-Kinderbett-verhungert;art4319,1964556

www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/tuttlingen/rund-um-tuttlingen_artikel,-Mutter-liess-Maya-verhungern-und-muss-dafuer-fuenf-Jahre-in-Haft-_arid,5427717.html



Das Urteil ist nun gesprochen

www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/rottweil/Urteil-Mutter-von-Maya-muss-fuenf-Jahre-ins-Gefaengnis;art372529,6028441

Das Urteil ist rechtskräftig

www.123recht.net/F%C3%BCnf-Jahre-Haft-f%C3%BCr-Mutter-nach-Hungertod-der-Tochter-__a143916.html

Man kommt nicht umhin zu konstatieren, die Unfassbarkeit des Geschehens hat letztendlich bewirkt, dass die an diesem Ort besonders angesprochene Zeugen Jehovas-Problematik in der gerichtlichen Beurteilung keine weitere Rolle spielte.
Zwei "Blitzlichter" nochmals aus den vielfältigen Berichten herausgegriffen.
Die leibliche Tochter der Zeugin Jehovas, wo die Angeklagte als Adoptivkind Aufnahme fand, beging Selbstmord. Schon allein dieser Umstand spricht Bände.
Es ist weiter davon die Rede, einer der Zeugen (im juristischen Sinne) bekam ein ärztliches Attest, er brauche nicht vor Gericht auszusagen. Er tat es dennoch. Wie? Ausgerüstet mit einem Sauerstoffbeatmungsgerät seitens des Krankenhauses. Auch dieser Umstand spricht Bände. Ohne Zweifel hat ihn das Geschehen empfindlich mitgenommen.
Wenn es denn um Schuldzuweisungen geht dürfen sicherlich nicht die Beamten der Jugendbehörde vergessen werden, die da eine "Kultur des Wegsehens" praktizierten. Indes Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren sich darin einig, jene die "Kultur des Wegsehens" praktizierenden nicht auch noch in den Fokus einer intensiveren gerichtlichen Bewertung hineinzuziehen.
Und nochmals auf dem Herrn mit dem Sauerstoffgerät zurückkommend.
Fakt ist die Angeklagte wurde mit 15 Jahren erstmals Mutter. Auch bei jenem Herrn - dann aber gerichtlicherseits - wurde eine "Kultur des Wegsehens" praktiziert. Man sagte sich, der ist ohnehin schon gestraft genug. Ihn in insistierender Form mit in das Verfahren einzubeziehen, kann letztendlich auch der Angeklagten keinen Nutzen bringen. Durchaus nachvollziehbar. Damit aber eine Fünfzehnjährige denn Mutter wird, ist wohl auch ein gewisser männlichen Anteil dazu vonnöten.
Den nun auch noch gezielt auszuloten, erachtete das Gericht dann auch nicht für nötig, getreu dem Motto, das nützt der Angeklagten dann auch nichts mehr.
Allenfalls fanden diese Aspekte bei der Urteilsfindung eine Berücksichtigung. Zieht man ein Beispiel aus der Nazizeit mit heran, wäre ja eine weitaus drastischere Strafe mit Bereich der möglichen.

Es soll hier keine Urteilsschelte betrieben werden, zumal es zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung noch eine weitere Übereinstimmung gibt.

Sie praktizierten, ohne wenn und Aber, das Rechtskräftigwerden lassen des verkündeten Urteils.

von Drahbeck - am 23.04.2013 11:08
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