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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck

Im Zeitspiegel

Startbeitrag von Drahbeck am 01.03.2013 03:26

Letzte vorangegangene Meldungen dieser Serie:
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,145840,145840#msg-145840


Eine gigantische Arbeitsbeschaffungsmaßmahme für die Abmahnindustrie.
Ein Grund mehr vor den verantwortlichen Lobbyistenparteien „auszukotzen".

www.spiegel.de/politik/deutschland/leistungsschutzrecht-netzpolitiker-machen-kurz-vor-der-abstimmung-mobil-a-886141.html

Antworten:

Hexenmeister

Im Zeitspiegel
Die Hexenliste von Oldenburg - Mittelalter noch heute - Der Hexenmeister vor Gericht.
So der Titel eines Berichtes der „Freiburger Zeitung" vom 2. 3. 1933

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=04&day=02b2&year=1933&month=03&project=3&anzahl=4

von Drahbeck - am 03.03.2013 03:32

Verbotsdrohung

Im Zeitspiegel
Auch die „Freiburger Zeitung" bekommt, wie ihrer Ausgabe vom 16. 3. 1933 zu entnehmen ist, die unverhüllte Verbotsdrohung der neuen Nazi-Terror-Machthaber zu spüren.
Zwar im Text nicht ausgeführt, aber in der Praxis dann eingetreten. „Die Schere im Kopf", die Selbstzensur, bis hin zum vorauseilendem Gehorsam.
Sicherlich nicht nur in diesem Fall so, aber eben a u c h in diesem Fall!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=16b2&year=1933&month=03&project=3&anzahl=4

von Drahbeck - am 17.03.2013 01:40

Ammenmärcher-Erzähler Thierse

Im Zeitspiegel
Das von letzteren prognostizierte Ende mag kommen, aber aus anderen Gründen als er den wähnt!

hpd.de/node/15371

Nachhilfeunterricht von August Bebel

von Drahbeck - am 18.03.2013 03:08

Deutsches Pfarrerblatt

Im Zeitspiegel
Deutsches Pfarrerblatt
Gelesen im „Deutschen Pfarrerblatt" Jahrgang 1953.
Seit Anfang jenes Jahres ist Kurt Hutten, neuer Chefredakteur jenes Blattes. Hutten bereits bekannt durch sein Sektenkundliches Standardwerk „Seher Grübler Enthusiasten".
Sollte man aufgrund dieses Umstandes mutmaßen, man würde in jenem Jahrgang auch der Zeugen Jehovas Thematik gelegentlich mit begegnen, hat man sogar richtig gemutmaßt.
In der Nummer 5/1953 etwa gibt es die Meldung, der damalige USA-Präsident Eisenhower sei seit kurzem Mitglied der Presbyterianischen Kirche.
Letzterer Umstand ist insoweit bemerkenswert, als Eisenhower sich für die WTG-Vermarktung weniger eignet, gleichwohl versäumten auch WTG-Kreise nicht, darauf hinzuweisen, dass seine Eltern einst unter WTG-Einfluss standen.
Dies hinderte indes ihren Filius nicht daran, dann eine Militärlaufbahn einzuschlagen, nach 1945 halt dann Politiker.
Indes von theoretischen Prämissen der Zeugen Jehovas, war dann wohl auch Eisenhower Lichtjahre entfernt.

In der Ausgabe 6/1953 nennt er dann Zahlengaben die Zeugen Jehovas zu damaliger Zeit betreffend.
Eine afrikanische Zahl erschien im wohl besonders notierenswert:
Zitat

„Die Gebiete Nigeria, Njassaland, Rhodesien und Südafrika zählen etwa 46.000 Verkündiger."

In der Nr. 14/1953 kommt er nochmals auf Afrika zu sprechen, wenn er notiert:
Zitat

„Die Zeugen Jehovas beklagen sich bitterlich darüber, daß ihrem Präsidenten N. H. Knorr die Einreisebewilligung sowohl nach Nigeria als auch nach der Goldküste (heutiges Ghana) ohne Angabe von Gründen verweigert wurde. Zur gleichen Zeit habe z. B. der Präsident der amerikanischen Südbaptisten ohne weiteres ein Visum für Nigeria erhalten. ... In Nigeria waren die Zeugen Jehovas 1941 bis 1945 verboten gewesen."

Bezüglich Ostdeutschland notiert er, nach der Höchstzahl von 21.048, nach dem Ostdeutschen Verbot, sei diese auf 12.815 als nächste ausgewiesene Zahl abgesackt.
Diese Zahl muss wie Hutten weiter notiert, durchaus mit der zeitgleichen Zahl des Jahres 1951 in Westdeutschland verglichen werden. Nämlich dort 33.890.
Das aber kann nur dann richtig bewertet werden, setzt man diese absoluten Zahlen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung von Ost- und Westdeutschland. Und dieser Vergleich ergibt dann ohne Zweifel, die höhere Bedeutung der Ostdeutschen Zahl.
In der Nummer 22/1953 kommt er auf die Ostdeutsche ZJ-Situation, unter Bezugnahme auf das 1952er ZJ-Jahrbuch (welches es zu der Zeit nur in einer Englischsprachigen Variante gab) dergestalt zurück, als er auch notiert (nebst den Verhaftungszahlen in früheren Ausgaben des Dt. Pfarrerblattes):
Zitat

„Das Jahrbuch der Zeugen Jehovas berichtete, daß trotz aller Verbote und Behinderungen die Zahl der Verkündiger in der Ostzone während des Jahres 1952 um 33 v. H. gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. ... Mit der Zunahme um 33 v. H. ist der durch das Verbot im September 1950 eingetretene Rückgang fast wieder aufgeholt worden."

Bezüglich der Tschechoslowakei gibt es von ihm die Notiz (Nr. 17/1953).
Zitat

„Von den 2.660 Mitgliedern der Zeugen Jehovas in der Tschechoslowakei wurden in den letzten Monaten 460 verhaftet. Der Leiter der Sekte, Bohumil Miller, wurde zu 15 Jahren Zwangsarbeit, sein Vorgänger zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt."

Auch das notiert er:
Zitat

„Ende 1952 wurde der „Wachtturm" von der französischen Regierung für ganz Frankreich und alle französischen Territorien verboten".

Den Nürnberger ZJ-Kongress des Jahres 1953 widmet er dann einen etwas umfänglicheren Bericht (Nr. 19/1953).
Zitat

„Von dem Kongreß ... an dem bis zu 50.000 Menschen teilnahmen, berichtet ein Teilnehmer u. a.:
„Unter den Mitgliedern scheint die Kleinbürgerschicht und der gehobene Arbeiterstand vorherrschend zu sein. Wohl sah man viele fanatische Sektierergesichter, aber auch die Jugend war ziemlich stark vertreten.
Einige Teilnehmer, anscheinend wohlhabende Geschäftsleute fahren im eigenen Wagen vor ... Den öffentlichen Berichten der Kreisdiener war zu entnehmen, daß die Anhänger in Norddeutschland, vor allem in Schleswig-Holstein, Heimatvertriebene sind.
Aus Süddeutschland wurde immer wieder geklagt, wie steinig der Boden sei und auf wie hartnäckige Ablehnung die Zeugen Jehovas stoßen.
In der Schlußkundgebung stellte der Zweigdiener Erich Frost die Gegensätze zwischen der Furchtbarkeit der Schlacht von Harmagedon und der Herrlichkeit der zukünftigen Neuen Welt heraus ..."

Die von heutigen kirchlichen Konfessionskundlern, kaum noch erwähnte „Kirche des Reiches Gottes" des F. L. A. Freytag (eine Abspaltung vom WTG-Stamme) und somit als bedeutungslos eingestuft, war zumindest dem Hutten des Jahres 1953 noch eine Notiz wert.
Über sie berichtet er (Nr. 22/1953)
Zitat

„Kirche des Reiches Gottes.
Die Chemie habe zur Bekämpfung von Krankheiten und Ungeziefer nur neue Gifte erfunden.
Auf den Versuchsstationen soll deshalb grundsätzlich z. B. auf Kunstdünger und Mittel zur Bekämpfung des Ungeziefers verzichtet werden. Aber dagegen erhob sich unter den Gliedern Widerstand, da sie offenbar schlimme Auswirkungen auf den Ernteertrag befürchten. Die Leitung der Sekte fordert jedoch, daß alle Kompromisse beseitigt werden."

Unter der Überschrift „Sektierer und Schwarmgeister - psychiatrisch gesehen" gab es dann in der Nummer 13/1953 denn Aufsatz eines externen Autors (Dr. med habil Walter Schultz), aus dem, da aufschlußreich durchaus noch einiges zitiert sei:
Zitat

„Das Leben der Sekten wird also, im allgemeinen nicht vom echten religiösem Wahn geprägt. Um so bedeutsamer erscheinen überwertige Ideen.
Diese Überwertigen Ideen werden von Persönlichkeiten getragen, die zwar sicherlich nicht im eigentlichen krank, unter Umständen aber charakterlich etwas abnorm anmuten. Es sind zuweilen mehr oder weniger Sonderlingsnaturen. Unter den Führenden finden sich Verhältnismäßig viel fanatische und geltungssüchtige und unter den Geführten selbstunsichere, suggestible Naturen. Sie alle kennzeichnet ein ziemlich hoher Grad von Ichbetonheit, auch wenn sie manche Aufoperungsbereitschaft aufwiesen. Fast durchgehend ist der Zug einer gewissen Unausgereiftheit.
Der Einfluß solcher fanatischer Menschen kann dadurch verstärkt werden, daß sie die Bereitschaft, sich für ihre Sache einzusetzen, bis zur Selbstaufopferung treiben können. Man denke nur daran, welche Versuchungen und Prüfungen z. B. die Zeugen Jehovas im 3. Reich auf sich genommen und bestanden haben, und wie das gezündet hat. Der Trieb aber, der solchen Menschen und den Gefährten zum Unheil werden kann, ist der der Machtgewinnung über andere, auch wenn er noch so sehr im Auftrage eines anderen Herren zu stehen scheint. Dieser Trieb kann immer beherrschender werden und den Inhalt, um den es geht, in den Hintergrund rücken."

Inwieweit vorzitierte Charakteristika „nur" für das Sektenwesen zutreffend sei, würde ich eher mit einem Fragezeichen versehen. Gleichwohl gibt es dieses inhaltliche Fragezeichen in besagtem „Deutschen Pfarrerblatt" nicht.

von Drahbeck - am 19.03.2013 23:46

Dollar und Dummheit - brüderlich vereint

Im Zeitspiegel
Dollar und Dummheit - brüderlich vereint
Zitat

„Jetzt wissen wir's ganz genau. Warum der Weltkrieg kommen mußte, in der Bibel ist er prophezeit worden!"

Dies die einleitenden Sätze eines Artikels in der März-Ausgabe 1923 der in Wien erscheinenden Zeitschrift „Der Freidenker" (28. Jg.)
Und weiter:
Zitat

„Jetzt wird Christus seine Macht als rechtmäßiger König antreten. Er ist schon da, man sieht ihn nur noch nicht ... Wenn man auch von Christus noch nichts sieht, so ist der Satan in allen (!) gegenwärtig bestehenden Organisationen sichtbar."

Und da kann es sich der Artikelschreiber doch nicht verkneifen in Klammern gesetzt hinzuzufügen:
Zitat

„(also auch in der Vereinigung ernster Bibelforscher"?)"

Weiter:
Zitat

„Wenn wir uns die Grundlehren der Bibel als „Harfe Gottes" vorspielen werden, dann können die Menschen das „Vollendete Geheimnis" verstehen, wodurch ... „Millionen jetzt Lebender nie sterben", denn solange es Dumme geben wird, werden auch die „Ernsten Bibelforscher" nie sterben.
Dollar und Dummheit scheinen hier brüderlich vereint."

Gelesen in genanntem Blatt unter der Überschrift
Zitat

„Ernster Bibelforscherunsinn".


Laut Untertitel war sie (zumindest im Inflationsjahr 1923 noch) das „Organ des Bundes proletarischer Freidenker für Rheinland und Westfalen" mit dem Titel „Der proletarische Freidenker."
Die Zeitverhältnisse waren ihm nicht gewogen, und so suchte auch er denn (mehr schlecht als recht), sich in den nachfolgenden Jahren, mit Zusammenlegungen mit anderen Blättern, und oder Titelveränderungen über „Wasser zu halten" spätestens dann 1932, hatte dieses eher Trauerspiel sein Ende.
Da brauchten die Kirchen nicht bis zum Eintritt des Hitlerismus zu warten. Eine Vorgänger-Regierung besorgte schon mal deren Geschäfte, unter Ausnutzung der berüchtigten Notverordnungen, und hauchte der „Proletarischen Freidenkerstimme", wie das Blatt in jenem Jahre hieß, das Leben per Verbotsverordnung aus.
Des Jubels in den Bischofspalästen gewiß!
Die wirtschaftlichen Komponenten (eine Kirchensteuer a la Großkirchen konnte jenes Blatt ja nicht einziehen, und so war es schon mal wirtschaftlich der kirchlichen Konkurrenz unterlegen).
Also die wirtschaftlichen Komponenten wären das Eine; und die inhaltlichen dann das Andere.
Jedenfalls schaffte es in der Juni-Ausgabe 1923, unter der Überschrift
Zitat

„Religiöser Wahnsinn"
, ein die Bibelforscher bezüglicher Artikel, auch in jenes Blatt.
Er sei im nachfolgenden einmal kommentarlos vorgestellt.
Zitat

„Immer aufdringlicher macht sich in neuerer Zeit der religiöse Wahnsinn geltend, der in der Tätigkeit der 'Ernsten Bibelforscher' liegt, einer internationalen Vereinigung, die ihre Zentrale in Amerika und ihren deutschen Sitz als 'Wachtturm-, Bibel- und Traktatgesellschaft' in Barmen hat.
Von diesen verrückten Hühnern gibt es auch in Essen eine ziemliche Anzahl, die sehr eifrig sind, um den jetzt durch die allgemeine geistige Depression hervorgerufenen Hang zum Mystizismus für ihre Zwecke auszunutzen. Jede Woche halten sie Vorträge bei freiem Eintritt ab, was sie recht wohl können, denn die amerikanische Zentrale liefert ihnen unter Ausnützung der Valuta die Mittel dazu.
Und speziell das abergläubische Weibervolk läuft in hellen Scharen zu den Veranstaltungen. Es ist auch zu nett, was da alles prophezeit wird.
Im Jahre 1925 kommt der Gottessohn auf die Erde und hält Gerichtstag. Das ist den frommen Schafen im laufe der Jahrhunderte schon dutzendmale versprochen worden, aber diesmal trifft's bestimmt ein - in der Bibel steht's ja und jeder kann's dort lesen vorausgesetzt, daß er in die verzwickte Lesekunst der Bibelforscher eingeweiht ist und deshalb schrei'n diese Leute nun aus voller Lunge, daß „Millionen jetzt lebender Menschen nie sterben werden", da in zwei Jahren der Rummel losgeht, daß dann eine „neue Weltordnung" kommt, was allerdings auch höchst notwendig ist, kurzum, wir stehen vor großen Ereignissen. Und das alles verkünden uns diese frommen Bibelforscher, deren religiöse Delirien jede Woche gratis bestaunt werden können."

Erneut, in der Nummer 11/12 desgleichen Jahrganges, kam diese Zeitschrift unter der Überschrift:
Zitat

„Welt-Erneuerungs-Phantasterien"
auf diese Thematik zurück. In letzterem Artikel wurde unter anderem ausgeführt:
Zitat

„In der nächsten Zeit wird das Weltgericht durch die Sekte der „ernsten Bibelforscher" verfochten, auch ein amerikanisches Gewächs, daß sich ein wissenschaftliches Mäntelchen umhängt und dabei den tollsten Unsinn predigt. Im „göttlichen Plane" liege es, daß 1925 der „Schöpfer der Erde und des Menschen" wieder auf die Erde komme und hier sein Reich aufrichte. Wer bis 1925 nicht gestorben ist, hat also das Vergnügen, bei lebendigem Leibe diese umstürzende Veränderung alles Irdischen mitzumachen und prompt dann, vorausgesetzt, daß er sich weiterhin gut aufführt, überhaupt nicht zu sterben. So lesen die tollen Schwärmer es in der Bibel. Aber auch da hat sich bereits eine Absplitterung vollzogen, indem ein Teil der Bibelforscher herausgeklügelt hat, daß der liebe Gott erst im Jahre 1936 uns mit seinem Besuche beehren werde. Sein Sohn, der Herr Jesus, ist allerdings schon seit 1874 auf der Erde, um da die schwierigen Vorarbeiten für das „Jüngste Gericht" zu bewerkstelligen. Sonderbarerweise hält er sich aber streng verborgen, sonst hätte ihn doch schon einmal einer seiner Anhänger zu Gesicht bekommen müssen. Aber die Bibelforscher versichern ganz bestimmt, daß er unter uns sei, um die schwierige Geschichte zu schieben.
Diese tollen Frömmler treiben mit amerikanischem Gelde in Deutschland ihren Unfug in recht schwunghafter Form und auch in Essen geben sie ihre Gastrollen und verstehen es, die geistig Armen, besonders Frauen, in ihren Bann zu ziehen. Wer ein bißchen logisch Denken kann, merkt natürlich sofort, wie unsinnig und widerspruchsvoll ihre Tiraden sind, aber leider ist Logik bei der großen Maße ein unbekannter Begriff.
Wer in der heutigen Zeit wirtschaftlicher Not, dem Volke recht tollen mystischen Unsinn vorzugaukeln versteht, kommt immer auf seine Rechnung.
Der Geist, der das öffentliche Leben beherrscht, ist traditionell klerikal und dagegen anzukämpfen ist keine kleine Aufgabe.
Wir Freidenker scheuen trotzdem diesen schweren Kampf nicht, sondern führen ihn voll Mut und guter Zuversicht weiter bis zum Sieg des Lichtes über die Finsternis.
Gläubige, zittert ihr angesichts eurer großen Sündenlast vor dem Jahre 1925?"


von Drahbeck - am 21.03.2013 00:29

Hitlers Regierungserklärung

Im Zeitspiegel
In einer Regierungserklärung, in der „Freiburger Zeitung" vom 23. 3. 1933 nachlesbar, streift Hitler auch das Thema der Kirchenpolitik. Formal verspricht er, die Interessen der Kirchen nicht einschränken zu wollen. Und prompt könnte man in den darauf folgenden kirchlichen Kommentaren dazu den Eindruck gewinnen, nun bricht wohl das „kirchliche Paradies" an. Ein paar den Kirchen unbequeme politische Kräfte, aus dem linken politischen Spektrum, waren ja bereits, einstweilen nur „neutralisiert" (als Zwischenstation, bei der man sich allerdings nicht sonderlich lange aufhielt, und die durch die Phase der direkten Vernichtung dann noch abgelöst wurde). Die Kirchen indes wähnten, dass betreffe sie ja nicht, sie befänden sich ja mit auf der „Siegerseite", und meinten jenen Zweckoptimismus aus jener Regierungserklärung des Hitler, herauslesen zu können.

Siehe etwa auch:
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=29b2&year=1933&month=03&project=3&anzahl=4

Im „Kaffeesatzlesen" waren sie ja schon seither geübt. Pech nur (auch für die Kirchen), das sie sich wohl bei ihrer Lesungsart, dann „verlesen" hatten, was in nicht allzu später zeitlicher Folge, dann auch ihnen noch zusehend deutlich werden sollte.
Indes schon in dieser Regierungserklärung, knüpfte Hitler das verkündete „goldene Zeitalter" für die Kirchen, an Bedingungen.
Just jene genannten Bedingungen hätten sich mal auch besonders die Zeugen Jehovas näher ansehen sollen. Dann hätte auch ihnen klar werden können, jetzt weht halt ein anderer Wind. Und dieser Wind lässt sich auch durch keinerlei Taktieren, mehr abstellen.



http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=23b1&year=1933&month=03&project=3&anzahl=4

Schon einen Tag später (der Bericht der „Freiburger Zeitung" vom 24. 3. 1933) zum Thema Ermächtigungsgesetz, zu dessen ehrlosen Annehmern, auch die katholische Zentrumspartei gehörte, konnte klar geworden sein, was die Stunde geschlagen hatte!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=24a1&year=1933&month=03&project=3&anzahl=4

de.wikipedia.org/wiki/Ermächtigungsgesetz#Ermächtigungsgesetz_vom_24._März_1933

von Drahbeck - am 24.03.2013 00:15

Aufhebung der Prohibtion in den USA

Im Zeitspiegel
Ein Bildbericht der „Freiburger Zeitung" vom 27. 3. 1933

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=04&day=27b2&year=1933&month=03&project=3&anzahl=4

Unterm Strich hat die alles und jeden gängelnde Religionsindustrie damit eine Schlappe erlitten. Sie ist der eigentliche Verlierer, was nicht ausschließt, dass Niederlagen bekanntlich auch in Siege umgefälscht werden können, worin die Religionsindustrie, bekanntermaßen ungekrönter "Weltmeister" ist.

Man muss Herrn Rutherford nicht mögen, aber dass er sich in dieser Streitfrage auf die Seite der Gegner der Religionsindustrie stellte, konnte er sicherlich als Punktsieg für sich verbuchen.
Punktsieg - aber kein "k o. Sieg".

von Drahbeck - am 27.03.2013 06:35

Konzentrationslager

Im Zeitspiegel
Ein makabre „Errungenschaft" teilt in der Form eines Bildberichtes, die „Freiburger Zeitung" vom 27. 3. 1933 mit.
Die Eröffnung eines zweiten Konzentrationslagers in Württemberg.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=27b3&year=1933&month=03&project=3&anzahl=2

Siehe auch den Artikel in der Ausgabe vom 29. 3. 1933
„Das Konzentrationslager auf dem Heuberg"

Siehe auch den bagatellisierenden Artikel „Ein Besuch auf dem Heuberg" in der Ausgabe vom 4. 4. 1933

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=29b3&year=1933&month=03&project=3&anzahl=2
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=04b3&year=1933&month=04&project=3&anzahl=2

Thematisch auch noch:
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=24b3&year=1933&month=04&project=3&anzahl=2

Als Zeitdokument auch bemerkenswert der Artikel in der Ausgabe vom 30. 3. 1933

„Die Boykottbewegung (gegen Juden) im Reich"

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=30a1&year=1933&month=03&project=3&anzahl=4

von Drahbeck - am 28.03.2013 03:07
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