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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck

Tabubruch

Startbeitrag von Drahbeck am 18.03.2013 02:55

Im Zeitspiegel
Meldungen Zypern betreffend verdeutlichen was das Gewäsch der Politiker „wert" ist.
Namentlich der konservative Flügel pflegte in guten Zeiten den Satz vor sich herzubeten „Geld sei ein scheues Reh". Die Klientel der Betuchten, gehört traditionell zu den Günstlingen der Konservativen.
Nun sind die Zeiten wohl nicht mehr so rosig.
Auch und besonders deutsche Konservative wähnen - Zypern ist ja klein „und weit weg". Daher könne man dort schon mal die eigenen Glaubenssätze auf den Schrotthaufen befördern, wo sie ehedem hingehören.
Das Thema einer Zwangsabgabe auf Bankkonten in Zypern, hatten hochbezahlte Konservative sich eigentlich so leicht vorgestellt. Russische Oligarchen und andere „Schwarzgeldkünstler" sollen dort ja immense Summen geparkt haben.
Nun kommen schon mal die ersten „aber ..." zum Vorschein.
Die Britten sagen, betroffene Britten müsse Großbritannien dann wohl entschädigen.
Die Griechen sagen, im Zuge internationaler Bankenverflechtung gäbe es auch Zyprische Banken in Griechenland, mit einem Kundenstamm direkt aus Griechen (nicht etwa russischen Oligarchen). Die sind dann ja ebenfalls mitbetroffen.
Und ob die russischen Oligarchen - tatenlos - zusehen werden, wie sie da geschoren werden sollen, darf wohl berechtigt dem Bereich der Ammenmärchen zugeordnet werden.
„Exportweltmeister" Deutschland pflegt Analysten zufolge der tatsächliche Nutznießer des Euro jener Mißgeburt zu sein. Mißgeburt deshalb, weil er es etwa verunmöglicht, Euro-Mitgliedsländern, die wirtschaftlich schwächeln, mit dem Instrumentarium der Abwertung der eigenen Währung reagieren zu lassen, wie sie es vordem konnten.
Was für Deutschland „gut" ist, muss nicht zwangsläufig auch für Zypern und andere „gut" sein.
Ob der angedachte Tabubruch ultimativ von den deutschen Konservativen forciert, folgenlos bleiben wird, wird sich sicherlich noch deutlich zeigen.
Die Konservativen und ihre Sancho Panza Gehilfen in der SPD, laufen hohe Gefahr, ihr tatsächliches Waterloo zu erleben!

Antworten:

Tabubruch - Eine Meinung in Sachen Zypern

Zyperns Geschäftsmodell mit Billigsteuern und relativ hohen Zinsen, Kapital anzulocken, ist keineswegs eine "Erfindung" von Zypern.
Nur ein anderes willkürliches Beispiel.
Firmen wie Amazon.de und auch PayPal (ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt garantiert noch ein paar mehr) haben - aus steuerlich Gründen - die diesbezügliche Oase Luxemburg für sich auserkoren.
Ihre Gesellschaftsformationen in Luxemburg müssen dort erheblich weniger Steuern an den Staat zahlen, als wenn sie einen rein deutschen Geschäftssitz hätten.
Nun pfeift Luxemburg finanziell nicht "auf dem letzten Loch" wie man das Zypern wohl unterstellen kann.
Insoweit sind dem deutschen Fiskus in einer globalsierten Wirtschaftslandschaft weitergehend die Hände gebunden.
Ein bekanntes Politikmagazin pflegte bezüglich der Zeugen Jehovas mal den Satz zu prägen:
Zitat

Die frommen Brüder treten, wie Tenniscracks und Formel-1-Piloten, als Steuerflüchtlinge auf -
allerdings jonglieren sie mit ungleich höheren Summen.
So gelang es in der Schweiz letztes Jahr, den Gewinn mit null Franken zu deklarieren. Dort gelten die Zeugen Jehovas als Steuerpflichtiger Kommerzbetrieb mit einem Kapital von 10,37 Millionen Franken. In Luxemburg hingegen lag der - dort steuerfreie - Gewinn letztes Jahr bei 6,1 Millionen Francs (300000 Mark), trotz üppiger Überweisungen nach Brooklyn."

Anmerkung: Die Zahlenangaben beziehen sich auf das Jahr in dem jenes Politikmagazin den fraglichen Artikel publizierte.
Der Fall Zypern ist bekanntermaßen noch nicht ausgestanden.
Erstes Schreckenszenario. Alle dortige Sparkonten mit einer Zwangsabgabe zu belegen.
Gestaffelt unter und über die magische Grenze 100.000.
Dann kam der Aufschrei des Entsetzens in weiten Teilen der Öffentlichkeit.
Folge es wurde von zypriotischer Seite angedacht, lediglich Beiträge unter 20.000 Euro von dieser Steuer auszunehmen.
Letztendlich vom zypriotischen Parlament aber nicht abgesegnet.
Scheinheilig indes sagten und sagen deutsche Politiker. Aber Beträge bis 100.000 Euro könnten Steuerfrei bleiben, überbürden es aber gleichzeitig Zyperrn, selbst zuzusehen, wie es den Ausfall bei einer Freistellung bis 100.000 den so ausgleichen kann. Denn auf den vollen von Zypern zu erbringenden Anteil, besteht man auf deutscher Seite weiterhin.
Höchstwahrscheinlich müssten dann die Konten mit über 100.000 (russische Oligarchen usw.) mit einer Steuer belastet werden, die einer Kriegserklärung gleichkommt.
Die Deutschen indes wähnen scheinheilig ihre Hände dabei in „Unschuld" waschen zu können.
Ob ihr Kalkül aufgeht, erscheint so sicher nicht zu sein.
Von einer tatsächlichen Wirtschaftsunion, die eigentlich Konsequenz einer Eurozone sein könnte, ist dieses Euro-Europa Lichtjahre entfernt.
Es herrscht der Grundsatz des Hauens und Stechens, und wer denn die besseren Elbogen hat.
Bisher war Deutschland relativer Nutznießer des Euro-Europas. Es konnte wegen des massiv niedrigen Zinsniveaus auch seine Schuldenlast abbauen. Anderen Ländern Griechenland, Zypern, Italien usw. nutzt dieses relativ niedrige Zinsniveau herzlich wenig. Benötigen sie neue Kredite, dann nur zu Marktbedingungen erhältlich. Und die sind für diese Länder garantiert von anderer Höhe, als etwa für Deutschland.
Den deutschen Manchesterkapitalisten sei eines noch mit auf dem Weg gegeben.
Wir immer die zyprische Tragödie auch weiter geht. Ihre Scheinheiligkeit, kommt es zu einer Steuerlast für die Konten unter 100.000, und dabei wähnend man habe die ja dann nicht selber beschlossen, sie aber auch nicht verhindert.
Diese Scheinheiligkeit wird ihren zusätzlichen Preis fordern.
Eine Frau Merkel „erfreut" sich schon heutzutage Karikaturen die sie mit einem Schnauzbart zeigen. Bekanntermaßen pflegte auch ein Herr Hitler Schnauzbartträger zu sein.
Die Emotionen die sie durch ihr scheinheiliges Agieren auf den Plan ruft, haben keineswegs schon den Grad erreicht, dass man sagen könnte „nicht mehr steigerungsfähig".

von Drahbeck - am 22.03.2013 17:30
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