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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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vor 5 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 3 Monaten
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Drahbeck

Ein Hinweis für „Leute mit viel Zeit"

Startbeitrag von Drahbeck am 05.05.2013 22:29

Gibt es die überhaupt? Ich hätte da massive Bedenken.
Selbst Leute, die - vielleicht - etwas mehr Zeit als andere „abknapsen" können, werden es sich wohl dreimal überlegen, ob sie denn vom nachfolgendem Angebot Gebrauch machen. Beziehungsweise dieses Angebot letztendlich unvollendet abbrechen. Es soll somit keine Animieren stattfinden. Es ist nur ein Hinweis darauf, was es mittlerweile alles so gibt.
Geben tut es jetzt offenbar - im Internet - im Webarchiv, eine ziemlich vollständige Sammlung des WTG-Schrifttums von den ersten Anfängen an, bis hinein in die Zeit des jetzigen Jahrtausends - in Englisch. Sogar Englischsprachige Titel mit Erst-Erscheinungsdatum 2012 habe ich da registriert.

archive.org/download/WatchtowerLibrary/booklets/2012_jl_E.pdf

Wer sich einbildete, die WTG-CD-ROM-Angebote in Englisch ab 1945 einsetzend, in der deutschen Ausgabe erst ab 1970, die haben schon eine Menge einschlägiges Schrifttum anzubieten. Derjenige muss sich dann sagen lassen, es gibt nichts, was nicht noch überboten werden kann.

Das Angebot im Webarchiv beinhaltet, alle Dateien im pdf-Format. Einige davon nur in der Variante als Bilder, womit man dann eine Suchfunktion nicht nutzen kann, andere pdf-Dateien sind aber durchaus durchsuchbar. Das schwankt von Fall zu Fall.

Das ganze Konvolut umfasst, sehe ich richtig ein Volumen von mehr als dreizehn Gigabyte (GB) und rund 760 Einzeldateien. Angefangen von simplen Einladungszetteln zu Kongressveranstaltungen, die es schaffen im Volumen unter einem Megaybyt (MB) zu bleiben, bis zu Dateien von über 100 MB Volumenumfang.

Ein gravierendes „Schönheitsfehler" besteht aber sehr wohl. Das Angebot ist ohne eigene intensive Sucharbeit nur sehr schwer nutzbar.
Zwar kann man den Erstellern jener Watchtower Library eine gewisse Systematik nicht absprechen. Gab es davor viele der angebotenen Dateien, verstreut - und mit anderen URL-Angaben im Internet; und ist dieser Umstand weiterbestehend. So sind diese Dateien in diesem Angebot alle gebündelt, und in ein eigenes von der WTG-geprägtes URL-System eingeordnet. Die ursprünglichen URL's finden in diesem Konvolut keine Verwendung mehr.

Beispielsweise sind etliche Bücher und Broschüre (mit Ausnahme wohl der Schriftstudien) nach Erscheinungsdatum geordnet. Das heißt zum entsprechenden Jahre kann man zusammenhängend auch die diesem Jahre zugehörigen Publikationen weitgehend vorfinden. Diesen Vorteil hat indes nur derjenige, welche besagte Dateien sich auch tatsächlich herunterlädt, und die Original-URL dabei nicht verändert. Der genannte Gesamtvolumen-Umfang dürfte dabei allerdings abschreckend genug sein. Selbst wer über eine schnelle Rechnerverbindung verfügen sollte, muss für ein solches Vorhaben einen Zeitraum von Tagen, keineswegs „nur von Stunden" veranschlagen.

Das große Handicap ist, das Web-Archiv hat da quasi alle WTG-Dateien in einen großen Topf geworfen, so richtig durchgemengt, auf das die Suche besonders schwer ist.
Lädt man sich einzelne Daten auf den eigenen Rechner herunter, haben die dann nur eine verkürzte URL.
Das an einem Beispiel veranschaulicht:

Die URL
archive.org/download/WatchtowerLibrary/magazines/g/g1934_E.pdf

heisst heruntergeladen auf dem eigenen Rechner
g1934_E.pdf
Den vorangestellten URL-Vorsatz gibt es dann auf dem eigenen Rechner nicht mehr.
Nun komme man mir nicht mit dem Hinweis, das „Golden Age" Jahrgang 1934 (vorgenanntes Beispiel), ist aber vor dem jetzigen Hinweis schon erreichbar gewesen. Das weis selbstredend auch ich. Das soll nur verdeutlichen wie denn das URL-System vom Web-Archiv aufgebaut ist.
Als „Eselsbrücke", tauscht man die Jahreszahl gegen eine andere aus (etwa aus den 1920er Jahren), müsste man so auch die anderen Jahrgänge ermitteln können, sofern man sie denn sucht.
Eine willkürliche Aufzählung was man in diesem Datenkonvolut noch so alles weiteres vorfinden kann.

Zum Beispiel:

„SOUVENIR
Notes from
Watch Tower Bible and Tract Society's
Convention"
Ab Jahrgang 1904 und etliche weitere.
archive.org/download/WatchtowerLibrary/CO-report1905_E_01.pdf

Diese sehr umfangreichen Bände - zeitgenössisch durchaus im Kielwasser Russells schwimmend, wurde offenbar von einem Dr. L. W. JONES, M. D.,
3003 Walnut St., Chicago, Ill., U. S. A. herausgegeben.
Mit dem Einsetzen des Rutherford-Schisma, war mit dieser Publikationsreihe dann auch Schluss.

Im Deutschsprachigem und wohl selbst im Englischsprachigem Schrifttum, gibt es bis heute meiner Ansicht nach, keine relevante seriöse Aufarbeitung diesbezüglich. Der Rubrik unseriöse Aufarbeitung würde ich die Thesen zuordnen, die da zum Thema Freimaurer in der „Luft umherschwirren" und letztendlich auf nur halbgar „verstandenen" Aussagen in den „Souvenier Reports" basieren.
Da mag im Deutschsprachigem Raum, die schwere Erreichbarkeit mitgespielt haben. Indes, das gilt jetzt aber nicht mehr.
Da ist also ein wesentlicher volumenmäßig großer Brocken der WTG-Geschichte der Frühzeit als nicht aufgearbeitet zu bezeichnen. Da es davon keine deutsche Übersetzungen gibt, wird wohl dieser Zustand weiter bestehen bleiben.

In diesem „heruntergekommenen Schuppen" in Allegheny, begann Russell sein Wirken.


Bildausschnitt dem Jahrgang 1905 entnommen.

Und das war die erste New Yorker Residenz, nachdem man 1909 nach dorthin verzogen war.


Ein eigenes Kirchenähnliches Gebäude hatte man sich dort auch schon mal zugelegt.


Der Herr und sein Gehilfe. Bild aus der polnischen Zeitschrift „Swit" entnommen.


Ohne Frage ist die Bildqualität im „Souvenir Report" besser. Es soll halt nur verdeutlicht werden, dass auch „Swit" auf diese Quelle zurückgriff.
Oder auch dieses Bild. Russell bei einer Ansprache vor seinen Betörten.


Es gäbe sicherlich noch weiteres als interessant einzustufende Hinweise, in diesem Datenkonvolut.
Das Handicap aber nur Englischsprachig vorliegend erschwert das.

Weitere Stichpunkte
Die Old-Theologie-Traktate aus der Frühzeit.
Die „Messener"-Ausgaben, einer mit einer Homstory über Rutherford's Beth Sarim.
Das ansonsten schon vordem bekannte WTG Broschüren- und Bücherangebot.
Auch die WT-Jahrgänge 1879 bis 1949.

Angesichts der Gesamtkonzeption dieser Sammlung, fragt man sich allerdings, wieso nur bis 1949. Im übrigen waren die Jahrgänge bis 1949 schon vor dem Bekanntwerden dieser Sammlung, im Internet greifbar. Für diesen Aspekt ist also ein eindeutiger Negativpunkt an die Macher jener Sammlung zu vergeben.
Bezüglich einer Übersicht der angebotenen WT-Jahrgänge, siehe:

archive.org/download/WatchtowerLibrary/magazines/w/

Awake! und Vorgängerzeitschriften werden von 1919 bis 1969 angeboten. Da wieder die ähnliche Feststellung. Und was ist mit den weiteren Jahrgängen?
Bezüglich einer Übersicht der Angebote letztere Zeitschrift betreffend, siehe:

archive.org/download/WatchtowerLibrary/magazines/g/

Sieht man sich diese Übersicht genauer an, muss man verwundert registrieren, die „Consolation"-Jahrgänge 1938 - 1941 und „Consolation"/"Awake!" 1943 - 1946 sind in dieser Collection nicht mit enthalten.
Eine mögliche Erklärung dafür. Auch die Kritikerszene hatte besagte Jahrgänge bisher nicht ins Netz gestellt (bzw. nur unvollständig). Den Aufwand, diese offenkundigen Lücken auch noch zu schließen, haben die Macher der WatchtowerLibrary nicht betrieben!

Bezüglich der vorgenannten Lücken kann man fallweise auch noch vergleichen:

http://wtarchive.svhelden.info/english/consolation/

Der englische „Königreichsdienst" (respektive Vorläufer, Bulletin, Informant) und etliches weiteres.
Schriftstudien (auch Band 7, als Nachdruck, der Auflage 1917, mit einem Anhang, der bei selbigem einige spätere Veränderungen dortselbst nachweist).

archive.org/download/WatchtowerLibrary/ebooks/sis7_E.pdf

Zum Thema „Schriftstudien" darf eine kritische Anmerkung nicht unterbleiben. Es gab ja davon mehrere Ausgaben davon. Angefangen von der Zeit, wo die sich noch „Tagsanbruch" nannten. Es wurde verschiedentlich schon dokumentiert, dass in den verschiedenen Ausgaben Veränderungen, Abschwächungen einst vollmundiger Aussagen vorgenommen wurden.
Die Bände wie sie diese Wachtower Library" offeriert, sind offenbar Nachdruck-Ausgaben.
Sie bezeichnen sich auch ausdrücklich im Impressum als „Digital-Version" mit Erscheinungsjahr 2009. Völlig unklar ist, wer denn der tatsächliche Veranstalter jener „Digital-Version" ist. Die WTG? Ein „weltlicher" Nachdruck-Verlag? Eine historische Gruppierung aus dem Umfeld der WTG?
Wenn denn schon Wert auf wissenschaftliche Exaktheit gelegt wird, dann hätte auch dazu gehört, die einzelnen, unterschiedlichen Ausgaben zu dokumentieren. Das der besonders krasse Fall des Band 7, einige dieser Veränderungen (keinesfalls aber „alle" nachweist) kann nur als billiger Alibiversuch gewertet werden.

Die „Millinial Dawn"-Bände gibt es zwar auch, was anzuerkennen ist. Gleichwohl gilt der Vorhalt weiter. Auch innerhalb der verschiedenen Auflagen unter dem Serientitel „Schriftstudien" gab es Veränderungen, Retuschen, die durch dieses WTG Library keinesfalls in allen Einzelfällen dokumentierbar sind, also „dezent unter den Tisch geschoben" werden.

archive.org/download/WatchtowerLibrary/millennial-dawn/mid2_E.pdf

Die Jahrbücher. Bekanntermaßen gab es davon einige Jahrgänge nicht in einer deutschen Variante; bzw. nach 1933 nur in der Schweiz und somit heutzutage auch sehr schwer erreichbar.
Auch beim Thema Jahrbücher wäre eine kritische Rückfrage zu stellen. Angeboten werden diese bis einschließlich zum Jahrgang 1959. Und was folgt dann? Es folgt schlicht und einfach nichts, wenn man von dem „Irrläufer" des Jahrbuches 1975 einmal absieht, den es auch noch gibt.
Inwieweit denn die Zeit von 1960 bis zur Gegenwart, mit nur einem einzigen Jahrbuch „abgedeckt" wird, ist wohl auch so eine klärungsbedürftige Frage.

Bleibt noch die „Gretchenfrage" nach der Motivation der WTG (welche ja offensichtlich dieses Datenkonvolut eingestellt hat).
Der größte Teil dieser Daten-Collection ist in dieser Form, offenbar erst im Dezember 2012 ins Netz gestellt worden. Die Betonung liegt auf „in dieser Form". Den die Daten als solche, mit anderen URL-Angaben gab es schon früher (bzw. mit diesen anderen URL-Adressen noch heute). Dann aber eher zerstreut. Hier was, dort etwas. Die WTG-Anteil liegt offenbar in einer Bündelung an einem Ort. Was die terminliche Einschätzung Dezember 2012 anbelangt, siehe dazu:

ia600304.us.archive.org/27/items/WatchtowerLibrary/

Andererseits sind auf der Startseite, die ersten kommentierenden Lesermeinungen dazu, bereits seit März 2011 datiert.

archive.org/details/WatchtowerLibrary



Gemessen an früheren Zeiten hat sich die Sachlage schon mal dahingehend radikal verändert, dass frühere WTG-Konzept der „Beraubung der Ägypter" durch massenweisen Verkauf ihres Schrifttums per „Drückerkolonnen" auch an Außenstehende, klappt nicht mehr. Auf diesem Wege lassen sich weniger materielle Mittel erwirtschaften, als dies zu früheren Zeiten, bis in die Knorr-Ära hinein noch möglich war.
In dieser Konsequenz hat die WTG ja bereits ihr Publikationsangebot, seit geraumer Zeit reduziert („Erwachet!" nur noch monatlich, der übrige Zeitschrifteninhalt des Öffentlichkeits-WT halbiert und anderes mehr). Der Tribut den das Internet kostet, macht auch vor der WTG keinen Bogen.

Hierzulande war das Thema Leistungsschutzrecht bis vor kurzem auch (mit) in den Schlagzeilen. Die Don Quichott-Figuren des Springer-Verlages und oder auch der FAZ und einige weitere mehr, sahen darin ihren „letzten Rettungsanker". Sie haben zwar ihr Leistungsschutzrecht bekommen, dann aber inhaltlich so ausgehöhlt, das da kaum bei ihnen „Freude aufgekommen" sein dürfte. Der Umbruch wird weiter gehen. Etablierte Namen am Markt werden sich zwar einstweilen weiter behaupten. Indes Insolvenzen sind keineswegs ausschließbar.

Microsoft, bekannt auch für seine Gewinnorientiertheit, und jahrelanger „Platzhirsch" stand auch vor so einer Gretchenfrage.
Da tauchte plötzlich das Projekt der Wikipedia auf und nahm zusehende Konturen an. Was nun mit dem eigenen Lexikonprojekt der „Encarta" fragte sich Microsoft besorgt. Das hat ja nur dann einen Sinn, gibt es ständig Überarbeitungen, Aktualisierungen usw. Die aber kosten Geld. Ohne diese Aktualisierungen ist der Zeitpunkt voraussehbar, wo auch Microsoft mit der „Encarta", nicht mehr einen müden Dollar verdienen kann.
Und wie entschied denn nun Microsoft? Es entschied so. Löschung der gesamten „Encarta". Ein für die Öffentlichkeit kostenloses Fortbestehen, erachtete es als „unter seine Würde". Eben weil auf diesem Felde nichts mehr zu verdienen war.

Mit dem vorgenannten Beispiel in Sachen Microsoft/Encarta setze ich übrigens auch die Politik der Deutschen Nationalbibliothek auf eine Stufe. Von dem Spruch „Von den Amerikanern mal was lernen", wie es das hier referierte Beispiel Web-Archiv thematisierte. Davon halten die Herrschaften in Leipzig/Frankfurt/M. überhaupt nichts. Am liebsten würden sie ja den Zeiger der Geschichtsentwicklung radikal zurückdrehen, können es aber nicht ganz.

Ein Beispiel der dortigen Kleinkariertheit habe ich mal einem Bericht im ct-Magazin entnommen.
Auch die Deutsche Nationalbibliothek digitalisiert Bücher. Insonderheit solche, die vom akuten Papierzerfall bedroht sind. Und was geschieht dann mit diesen Digitatisaten? Technisch wäre es ja sehr einfach möglich, die auch ins Internet zu stellen. Das wird aber nicht gemacht. Wie eine gluckende Henne verweigert man selbst anderen wissenschaftlichen Bibliotheken, Kopien dieser Digitatisate. Interessenten können diese nur wie ehedem das Papierexemplar (das nach Anfertigung der Kopie dann für die Benutzung gesperrt wird), im Lesesaal der Deutschen Nationalbibliothek einsehen. Rückenwind für diese antiquitierte Politik meint man ja zu haben. Denn die antquitierten politischen die Zeit verschlafenden Parteien, sitzen ja in Deutschland immer noch am politischen Hebel. So wäscht eine Hand der ewig Gestrigen, die Hand der gleichfalls ewig Gestrigen, auf einem anderen Gebiete.

Kürzlich las ich die Meldung die „Berliner Zeitung" nach der wieder aufgelösten Fusion mit der „Frankfurter Rundschau", welche nicht zuletzt der Kostenersparnis dienen sollte, habe sie sich genötigt gesehen, die Zahl ihrer fest angestellten Mitarbeiter weiter zu reduzieren.
Als Abonnement jenes Blattes kann ich dann auch nur zu den Werbeaktionen, die jenes Blatt fast regelmäßig veranstaltet, um neue Abonnenten zu gewinnen, kommentieren. Die pfeifen schon ziemlich auf dem vorletzten Loch.
Beispiel einer Werbeaktion. Wer als Neukunde dort einen Zweijahres-Abonnementsvertrag abschließt (Kosten etwa 600 Euro für die zwei Jahre) konnte als Werbegeschenk ein Fahrrad im Wert von 500 Euro erhalten.
Auch wenn man unterstellt, dem Werbegeschenk-Auslober selbst kostet jenes Fahrrad nicht die 500 Euro (das bekommt er billiger), so bleibt doch die Frage zurück wie sich das denn „rechnen" soll, wenn von 600 Euro regulärer Abokosten, schon mal 500 als Werbegeschenk abzuziehen sind. Fast überflüssig hinzuzufügen. Solcherlei Werbegeschenke gelten nur für Neukunden. Bestandskunden schauen „in die Röhre". Für die sind vergleichbare Werbegeschenke nicht angesagt. Die müssen den vollen regulären Abobetrag ohne jegliche Ermäßigung zahlen.
Vielleicht steht die Hoffnung dahinter, vielleicht bleiben aber diese Neukunden länger als zwei Jahre Abonnement. Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Ein anderes Beispiel.
Wie es denn einige Blätter mit ihren mal ins Internet gestellten Artikeln halten.
Bei der FAZ ist mir verschiedentlich schon aufgefallen. Ein großer Anteil schon nach ganz kurzer Zeit wieder gelöscht. Als Gegenpol wäre da etwa auf den „Spiegel" oder auch „Die Zeit" zu verweisen, welche ein großes Archiv schon mit den Beständen aus ihren ersten Gründungstagen vorhalten, und das sogar kostenfrei. Nicht so die FAZ. Die sieht ihr Heil in der Fortsetzung ihres Don Quichott-Kurses.

Noch ein Beispiel, die vormalige SED-Gazette „Neues Deutschland" öffnet ihr digitalisiertes Archiv nur ihren zahlenden Abonnenten. Das mögen die Herrschaften halten wie sie wollen.
Kürzlich habe ich registriert, auch die Berliner Staatsbibliothek hat im Rahmen von Einscannungen von Zeitungsbeständen, auch ausgewählte Zeitungen der ehemaligen DDR im Angebot. Die Berliner Stabi ist Bundesweit für die Öffentlichkeit zugänglich. Zwar können die Ostzeitungen dort nur registrierte Nutzer im Internet einsehen. Und die Stabi verlangt auch eine Jahresgebühr. Die ist dann aber immer noch billiger als der andere genannte Weg des Abonnements beim „Neuen Deutschland" um an deren Archiv gelangen zu können.

Das waren so einige Streiflichter über die gegenwärtige Lage, die auch vor der WTG nicht halt macht.

Die WTG-Strategen wissen nur zu gut. Geld verdienen mit ihrem Schrifttum ist wohl weitgehend nicht mehr drin.
Ein Exklusivmonopol haben sie auf dieses Schrifttum auch nicht mehr. Das ist schon seid etlichen Jahren, an verschiedenen Orten im Internet durchbrochen worden.
Ergo hat die WTG nun die „Flucht nach vorne" angetreten, und offeriert (zumindest Englischsprachig) so umfänglich wie nie zuvor, selbst im Internet zu vielleicht 90 Prozent ihr eigenes Schrifttum. Ausgenommen von dieser Regel sind dann wohl bloß neuere Jahrgänge von „Unser Königreichsdienst", das „Gebt acht ..."-Buch und ähnliches.

Im Vergleich mit einigen schon früher im Internet vorhanden gewesenen Zeitschriften-Jahrgängen, und dabei im besonderen deren „Einzelfall-Macken", fällt schon mal auf. Sofern Vollständigkeit des entsprechenden Jahrganges gegeben, sind diese dann auch in vorstehende Kollektion übernommen worden. Es gibt in einigen Fällen also keine generelle Neueinscannung. Es kann aber unterstellt werden, die Ersteinsteller jener Jahrgänge mit den „Macken" gehören wohl nicht dem Bereich der offiziellen WTG mehr an. Insoweit nutzt diese Kollektion - teilweise - auch die Arbeitsergebnisse der Kritikerszene.
Exemplarisch auch diese Ausgabe, die offenkundig auf dem Exemplar einer wissenschaftlichen Bibliothek basiert (wie der entsprechende Bibliotheksstempel das verdeutlicht).


archive.org/download/WatchtowerLibrary/books/1913_dpa-pyc_E.pdf
Oder siehe auch dieses Beispiel eines offenkundig anderwärtigen Bibliotheksbestandes entnommenen Buches.

archive.org/download/WatchtowerLibrary/manuals/1902_edw_E.pdf

archive.org/details/WatchtowerLibrary

Antworten:

Noch ein Linkhinweis

Wer über die vielfältigen Irrtümer der WTG Klarheit gewonnen hat, steht häufig vor der Frage - und wie nun weiter?
Die U-Boot-Fälle, die aus familiären Zwangslagen, das weiter Mit-Heucheln mit der WTG, als das kleinere Übel bewerten, jetzt mal ausgeklammert.
Einige von den übrigen werfen sich dann anderen Religionsverkäufern, oder Esoterik-Apostel(linnen) in den Rachen. Viel „Spass" beim austauschen des Regens durch die Traufe, wäre mein Kommentar dazu.
Dann gibt es die, welche im Eigenfabrizierten Religionssystem wähnen ihr „Heil" gefunden zu haben. Ihr Schmalspur-Evangelium erschöpft sich dann vielfach im Vorwärtskauen und anschließendem Rückwärtskauen ihrer Kritik an der Evolutionslehre.
Den Satz einer älteren Karikatur, der Payer-Webseite entnommen:

Jubiläum (Zu Darwins 100jährigem Geburtstag.)": "Du, Darwin, in Deinem Werk stimmt aber verschiedenes nicht!" — "Ach, lieber Gott, in deinem auch nicht!". -- Karikatur von Lyonel Feininger (1871 - 1956). -- In Lustige Blätter. -- No. 8, 1909


Das wollen sie partout nicht wahrhaben.
Das der Mensch nur das ernten wird, was er sät, ebenfalls nicht.
Der große Zampano müsse sein, der da alles „dereinst" auf wunderbare Weise „regelt", indes wohl den Reglerschalter nicht mehr findet.
Ideologisch sind diese Typen auf dem Level der WTG stehen geblieben.

Was wäre zu schaffen, gäbe es Götter fragt Nietzsche sinngemäß. Und seine Antwort darauf:
Nichts, was nicht auch ohne Götter schaffbar wäre!
Und dieser Satz wäre wohl zu unterstreichen!
Russell wähnte wie ein kleines Kind über den wissenschaftlichen Fortschritt staunen zu sollen.

In der „Harfe Gottes" kann man ja noch heute solch eine Auflistung nachlesen. Er meinte sein Staunen dahingehend quantifizieren zu können. 1799 habe in seiner Lesart die „Endzeit" begonnen, und ordnet da auch den technischen Fortschritt mit ein. Diese Linie fortsetzend werden biblische Begriffe wie „Leviathan" und „Behemoth" von ihm auf „Lokomotiven" und ähnliches umgedeutet. Den wissenschaftlich-technischen Fortschritt hat es zwar gegeben, aber seine Deutung dabei auf „Behemoth" und Co ist da so überflüssig wie ein Kropf. Ergo hat Nietzsche mit seiner zitierten Aussage recht.
Hier das Beispiel, aus dem Jahrgang 1915, eines „gelehrten" Quacksalbers, der da über „Behemoth und Leviathan" salbaderte.


Meine Generation hätte es sich in ihren Kindertagen nicht träumen lassen, es gäbe mal Internet. Als heutiger Nutzer selbigen weis ich sehr wohl, es ist heutzutage existent. Insoweit kann man Russells Staunen-Gefühle sogar in gewissem Umfange nachvollziehen. Was allerdings auch heute überflüssig wie ein Kropf wäre, ist besagtes Internet, das auch bei mir Staunengefühle zu wecken vermag, nun gar in biblische Begriffe hineinzupressen a la „Behemoth". Mag man antworten, das ist aber nicht der Fall, so wäre die Gegenantwort: Was nicht ist kann aber noch werden.
Die Verfechter der religiösen Weltsicht, haben bis heute - scheibchenweise - immer eine Schlacht nach der anderen verloren. Sie sind in der Tat überflüssig. Und warum, das hat schon Nietzsche beantwortet.

Aus den Souvenir Report Bänden für das Jahr 1906.
Dort referierte, eigens aus Schottland angereist, auch der „Star-Bibbelforscher" der Frühzeit, John Edgar. Das Thema das er sich erkoren; die Zahlengaben aus dem Bibelbuch Daniel.
Und ohne erkennbaren Widerspruch zu seinen Ausführungen, getreu dem Motto, gibt es nichts mehr auszulegen, wird halt etwas untergelegt, belehrte er seine andächtig lauschende Zuhörerschaft, die darin enthaltenen 1260 Tage würden von 1789 bis 1799 währen.
Weiter in seinen notierten Daten über die Maße der Cheopspyramide blätternd, lautet sein nächster „Geistesblitz", die 1290 Tage indes währten von 1829 bis 1844.
Zur Erinnerung, das Ententeichdatum des William Miller, lautete auch auf 1844.
Damit ist Edgar aber noch nicht am Ende seiner „Weisheit". Die Krönung selbiger sieht er wohl in den 1335 Tagen, die in seiner Lesart von 1874 zählen (just jenes Jahr in dem auch ein C. T. Russell die Enttenteichbühne betrat) und würden bis 1915 währen.
Leider gibt es ja keine Tonaufzeichnung dieses Referates von Edgar. Wäre das nämlich der Fall, würde man an der Stelle wohl (vermutlicherweise) den tosenden Beifall der Betörten vernehmen. Und hätte es gar eine Videoaufzeichnung gegeben, würde man ebenfalls vermutlicherweise bewundern können, wie die andächtig lauschenden Herrschaften, an der Stelle ihren Kaffegrund als vermeintliche „Hauptmahlzeit" zu verzehren beliebten.
Den nicht anderes als Kaffesatz-Leserei ist diese ganze Religions-Geschäftemacherei, ohnehin nicht.
Allerdings meinte man nicht den Fingerzeig auf die politische Weltlage entbehren zu können. Und so begegnet man im Jahrgang 1906 auch die Ausarbeitung des John Edgar (im Kielwasser von Russells Band 4 schwimmend) die Edgar dann betitelte „Der Sozialismus und die Bibel". Letztere Ausarbeitung gab es in späteren Jahren auch noch als selbstständige Schrift.
Ein einziges mal auch von der deutschen WTG herausgebracht, weitere Auflagen indes nach dem Rutherford-Schisma, von den separierten Gruppen.

Weitaus weiterführend wäre meines Erachtens die Beherzigung dessen, was schon ein J. W. v. Goethe feststellte:



Das Internet hat es möglich gemacht, dass die Umsetzung der Empfehlung von Goethe heutzutage um ein vielfaches leichter ist, als in der Vor-Internetzeit.
Beispielhaft sei auf diese Links hingewiesen.
Etwa das „Projekt Gutenberg"

gutenberg.spiegel.de/buch

Oder auch die Philosophie und auch Geschichtsbezogenen Texte auf Zeno.org. Zwar reichlich (für mein Empfinden zu reichlich) mit Werbung „garniert". Mit solchen „Schönheitsfehler muß man heutzutage halt leben.

www.zeno.org/Philosophie/W/Inhaltsverzeichnis

Und - wer hätte das gedacht -, selbst im Webarchiv kann man die dort vorhandenen (auch) Deutschsprachigen Volltexte, alphabetisch sortiert, vorfinden.
Genug Stoff also der besseres bietet als die WTG und Co!

archive.org/details/opensource_German

Zu letzterem Link muss noch hinzugefügt werden. Er enthält auch diverse Braunangehauchte Texte. Das eben deshalb, weil wie die WTG, auch die Braunen, die Chancen des Webarchives erkannt haben. Indes niemand ist ja genötigt die braunen Angebote auch zu nutzen. Schon die eigene nur begrenzt vorhandene Zeit, zwingt dazu, Auswahlen zu treffen.

archive.org/details/opensource_German

Aus dem Angebot, unter anderem:
Das „Calwer Kirchenlexikon" Band I, mit dem darin den Votum des zeitgenössisch mit den Wölfen heulenden Artikels des Kurt Hutten, über die „Judenfrage".

archive.org/details/CalwerKirchenlexikon_AbisK

Auch der Band II ist dort erreichbar.

Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums

archive.org/details/Fuerbach-Ludwig-Das-Wesen-des-Christentums

The Watchtower Society and John und Morton Edgar

archive.org/stream/TheWatchtowerSocietyAndJohnAndMortonEdgar/Watchtower_John_and_Morton_Edgar#page/n23/mode/2up

"The Calendar of Jehovah God."

archive.org/details/theCalendarOfJehovahGod

Zu den dort vorfindlichen Skurrilitäten gehört vielleicht auch dieses
Ein Erfahrungsbericht aus dem Milieu der Drückerkolonnen.
Formal hat der zwar nichts mit dem Zeugen Jehovas-Thema zu tun. Das ist dann aber wirklich nur eine formale Sicht!

archive.org/details/DrckerkolonneErfahrungsbericht

Vielleicht ist der nachfolgende Hinweis auch passend für die Rubrik Skurrilitäten, wenn auch einzuräumen ist, „aktuell" ist er sicherlich nicht mehr.
Wer also so die Zeit verschlafen hat, kann nunmehr sein „Versäumnis" nachholen, indem er sich über „Kardinal Ratzinger in Wort und Bild" informiert.

archive.org/details/KardinalRatzingerExcerpt

Was das Google Buch-Einscann-Programm anbelangt, sind die Volltexte dort eher rar gesät, dieweil vieles vermeintlicherweise, noch „nicht alt genug dafür" sei.
Man sollte also bei Suchen, sich keineswegs nur auf Google Books beschränken.
Google würde das sicherlich auch gerne anders handhaben. Es ist letztendlich eine Machtfrage, wer seine Position durchzusetzen vermag.

Theoretisch wollen ja auch deutsche Bibliotheken, dann aber eher vereinzelt, auch Einscannungen ins Netz stellen. Sucht man die, hat man eher das Gefühl des einsamen Suchers im großen Wald.
Vielleicht ist beim „Karlsruher virtuellen Katalog" das ankreuzen der dortigen (auch) vorhandenen Option „Digitale Medien" ein Weg dazu.
Dann muss man aber beim Häkchen-setzen in diesem Katalog aufpassen, nicht zuviele zu setzen, sondern vor allem die „richtigen".

http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html

Noch ein Linkhinweis kombiniert mit einem Tipp.
Ruft man über das Webarchiv Bücher auf, bei denen sich herausstellt, die wurden bereits von Google als Volltext digitalisiert. Bei einer Direktaufrufung über Google Books indes, lassen sich dort nur einzelne Stichwörter abfragen, und dann ist schon Schluss.
In solchen Fällen kann der Weg über das Webarchiv weiterhelfend sein.
Dort wird auch nachgewiesen, das Buch wurde bereits von Google digitalisiert, aber - und jetzt kommt das aber - Anfragern mit deutscher Computer-IP wird das herunterladen des Volltextes verweigert. Google selber verweigert vielfach seinen deutschen Nutzern auch den Hinweis, es gibt bereits einen digitalisierten Volltext.
Dann ist im Webarchiv der Detaillink "Read Online" hilfreich

Mit diesem kann man in Deutschland, das Buch zumindest Online lesen (wenn auch nicht herunterladen).

Ein Beispiel dafür das Buch des Jesuiten Pachtler
"Der stille Krieg gegen Thron und Altar". Ein Buch mit dem die „Freimaurerriecher" sich mal auseinandersetzen sollten. Meiner Erfahrung nach hilft dieser Tipp auch in anderen ähnlich gelagerten Fällen (zumindest zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen). Eine „Garantie" für seine Beständigkeit kann allerdings nicht gegeben werden, denn auch die ewig Gestrigen „schlafen nicht". Mal sehen wann sie es schaffen, auch noch diese „Lücke" zu schließen.

www.archive.org/details/derstillekriegd00pachgoog

Schon früher wurde mal darauf hingewiesen. Es mag im jetzigen Kontext erneut getan werden. Die Texte der sogenannten „Bibliothek der Kirchenväter".
Da kann man sich dann in die Details einer Narren-Ideologie weiter vertiefen, und das sogar am Bildschirm des eigenen Rechners!

http://www.unifr.ch/bkv/awerk.htm

von Drahbeck - am 05.05.2013 22:46
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