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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck

Anmerkung zu einer „Heldensaga"

Startbeitrag von Drahbeck am 21.05.2013 14:46

Einerseits ist es ja nachvollziehbar, das ein Mann wie Dr. Garbe, da als Vortragsredner „herumgereicht" wird. Zumal das Preußische Zeugen Jehovas-Verbot vom 24. 6. 1933 den geeigneten äußeren Anlass abgibt. Dennoch lege ich meinerseits zu solcherlei „Heldensaga", partiellen Widerspruch ein.

Viel relevanter war zum Beispiel das vorangegangene Verbot in Sachsen, dieweil dort eben weitaus größere Bibelforscher-Konzentrationen vorhanden waren, als etwa in Preußen. Preußen bildete das Schlusslicht der diesbezüglichen Entwicklung. Allenfalls liegt die größere Bedeutung des Preußischen Verbots in der damit mit verbundenen Eliminierung, des Druckereibetriebes. Wenn eine Pressenotiz unterstellt

„der vermeintlichen Nähe zum Judentum den Hass völkisch-antisemitischer Kreise auf sich gezogen"

dann ist das eine sachfremde Bagatellisierung. Es gab nicht eine „vermeintliche", es gab eine tatsächliche Nähe zum Judentum.

Auch wenn man differenzieren muss, nicht mehr im Jahre 1933, so jedoch in den Jahren davor. Die philosemitischen Schriften der WTG waren für die Antisemiten, innerhalb und außerhalb der Kirchen, das gefundene Fressen.
Der Prozess in Bern im Jahre 1935 um die antisemitische Hetzschrift „Protokolle der Weisen von Zion" kulminierte auch in der These der nazistischen Gutachterkoryphäe Fleischhauer dabei, und jetzt zitiere ich nach der Zeitschrift „Welt-Dienst" Ausgabe vom 15. Mai 1936, die von der Gutachter-Koryphäe Fleischhauer herausgeben wurde, den darin auch enthaltenenen Satz:

„die „Internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher" deren Angehörige sich „Zeugen Jehovas nennen, Ziele verfolge, die dem der Protokolle geradezu haarscharf entsprechen.
Ebenso wie in den Protokollen sind die Kampfmittel Untergrabung der staatlichen Ordnung, Förderung des marxistischen Klassenkampfes und Verächtlichmachung der christlichen Religion, und genau so ist ebenfalls das Endziel der gleichen Vereinigung aller Länder zu einem die Erde umfassenden Weltreich unter einer jüdischen Regierung und unter dem obersten Schutze des jüdischen Jehova. Welthauptstadt soll Jerusalem werden."

Dieses nazistische Votum ist zwar hochgradig Verschwörungstheoretisch getränkt. Zugleich zeigt es aber auch, wie denn das Zerrbild bei den Nazis aussah, dass diese sich über die Zeugen Jehovas zusammengebastelt hatten. Und ein wesentliches Element innerhalb dieses Zerrbildes auch die Philosemitismus-Begünstigung der frühen WTG, angefangen von Russells „Die nahe Wiederherstellung Israels" über „Ruthrford'sd „Trost für die Juden" und anderes mehr.

Ich fasse mein Votum in Sachen Dr. Garbe dahingehend zusammen.

Er ist auf seinem Erkenntnisstand stehen geblieben, den er zur Zeit der Erstpublizierung seines einschlägigen Buches hatte. Dieser Erkenntnisstand weist durchaus einige Lücken auf.
Man wird berechtigterweise nicht sagen können, dass er die bis zum heutigen Tage tatsächlich „geschlossen" hätte.

nobilis.de/glaubensgehorsam-und-maertyrergesinnung-der-zeugen-jehovas/150/769/62866/

Antworten:

Garbe on Tour
Veranstalter des angekündigten Garbe Vortrages im Raum Hannover, ist die dortige „Gedenkstätte Ahlem", also nicht die WTG
Siehe zu dieser Gedenkstätte auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Israelitische_Gartenbauschule_Ahlem

Insoweit hat er die Chance, sich nicht blos als verlängertes „Trompetenrohr" der WTG zu betätigen, wie dieser Fall etwa im sogenannten „Standhaft-Video" nachweisbar ist. Ob er sie denn auch nutzt? Diesbezügliche Zweifel sind als keineswegs ausgeräumt zu bezeichnen.
Garbe ist zwar selbst Leiter einer Gedenkstätte, hat aber in seinem Werdegang auch (mit) evangelische Theologie studiert. Seine „salbungsvolle" Vokabel vom „Glaubensgehorsam" kündet noch heute davon.
Seine Geschichte hat ihn zwar auf den Posten eines Gedenkstättenleiters gehievt. Hätte dieser Biographieweg so nicht geklappt, würde man es vielleicht heutzutage mit einem Pfarrer Garbe zu tun haben.
Was mich von kirchlichen Kreisen, und somit auch von Garbe trennt, ist beispielhaft auch im Signaturtext erkennbar.
Es geht den Kirchen als auch Garbe um die Rettung ihrer Geschäftsgrundlage. Da man vielerlei Vorgänge der Geschichte unterschiedlich bewerten kann, ist meine Meinung nach wie vor die.
In der entschiedenen Ablehnung des Naziterrors, da stimme ich überein.
Damit ist aber - zumindest meinerseits - noch lange kein „Freibrief" für den Rattenfänger Rutherford und seinen Erfüllungsgehilfen, in Vergangenheit und Gegenwart, ausgestellt.

von Drahbeck - am 03.06.2013 22:07
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