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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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vor 5 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 1 Monat
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Drahbeck, der einzig wahre Bauer

„Nach mir kommt keiner mehr"

Startbeitrag von Drahbeck am 22.05.2013 09:13

Im Zeitspiegel
Nicht nur die Zeugen Jehovas, auch andere Kreise, etwa die „Neuapostolische Kirche" sind für das künstliche Hochpeitschen von Endzeit-Naherwartungen berüchtigt bekannt.
Diesem Thema geht Heinz-Peter Tjaden in einer bei Lulu.com publizierten neueren Ausarbeitung bezogen auf die NAK, nach.

(Als Randbemerkung noch dieses. Bei lulu.com kann man dort angebotene Texte entweder zum Sofort-Download bekommen, oder mit entsprechender Lieferzeit, auch als gedrucktes Printexemplar. Was mir in diesem Falle auffiel. Schon früher hatte ich Texte von lulu.com in der Variante Sofort-Download geordert. Diesmal fiel mir auf, neben den ausgewiesenen Kaufpreis wird noch ein Steueraufschlag aufgeschlagen. 3,50 + 0,67 Euro.
Das mit dem Steueraufschlag war früher so nicht der Fall. So ändern sich die Zeiten).

Um auf den eigentlichen Tjaden-Text zurückzukommen.
Furore machte ein dortiger Stammapostel in den 1950er Jahren durch seine These, nach ihm werde keiner mehr kommen, dieweil die „Wiederkunft Christi" „bald" angesagt sei.
Dazu gab und gibt es dann die Rückfrage, nach dem genauen Text dieser Aussage, bzw. wann und wo, was dazu gesagt wurde.
Diesen Details geht der Autor auch in seiner Ausarbeitung nach.

Die „Binnenwirkung" dieser These wird vom Autor auch mit dem Satz beschrieben:
Zitat

„Krach gab es an vielen Orten, aber die meisten glaubten entweder dem Stammapostel oder sie trauten sich nicht, den Mund aufzumachen."

Denen, die es wagten dennoch den Mund aufzumachen, ist das in der Regel nicht gut bekommen. So einem Bezirks-Apostel Kuhlen der NAK, der dafür mit der Exkommunzierung abgestraft wurde.

Genannt sei auch der Fall des seinerzeitigen Hauptschriftleiters der NAK-Zeitschrift „Unsere Familie". Letztere in ihrem Stellenwert durchaus dem „Wachtturm" der Zeugen Jehovas vergleichbar.
Entgegen seinen vollmundigen Ankündigungen verstarb jener Stammapostel indes doch. Nach seinem Tode musste sich auch der Hauptschriftleiter mit diesem Umstand auseinandersetzen. Und wie tat er es? Dazu Tjaden:
Zitat

„Zum Knall kam es in jenen Juli-Tagen.
Erich Meyer-Geweke ging ins Büro des "Unsere Familie"- Herausgebers und sagte: "Jetzt ist der Wechsel geplatzt." Dann kündigte er das Arbeitsverhältnis."

Dazu weiter der Verfasser:
Zitat

„Aufmerksame "Unsere Familie"-Leser erfuhren aus dem Impressum von dem Bruch. Am 20. Juli 1960 stand dort noch
"Die Redaktion führt Erich Meyer-Geweke."
Am 5. August 1960, als auf Seite 3
Bischoffs Tod gemeldet wurde, kam ein e dazu: "Die Redaktion führte Erich Meyer-Geweke." Das e blieb bis zum 5. September 1960, am 20. September 1960 verschwand der Satz. Nun stand im Impressum:
"Unsere Familie - Die Zeitschrift für das Neuapostolische Heim wird
herausgegeben, redigiert, verlegt und gedruckt von Friedrich Bischoff..."

Über diesen Schriftleiter erfährt man dann noch:
Zitat

„Erich Meyer-Geweke fand "gleichgeartete Bildungswesen" in freireligiösen Kreisen, 1965 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel
"Wer glaubt denn noch an diesen Gott?" ... Für die Neuapostolische Kirche hatte Erich Meyer-Geweke keine Zeile übrig."

Zwar weisen unterschiedliche Biographien auch unterschiedliche Einzelheiten auf. Und dem Raymond Franz aus dem Zeugen Jehovas-Bereich kann man wohl kaum unterstellen, er hätte noch eine den „Freireligiösen" ähnliche Entwicklung eingeschlagen.
Was aber beide Kirchenorganisationen wohl gemeinsam haben, dürfte das relativ hilflose Agieren sein, mit dem diese sich nun mit ihren Dissidenten „auseinandersetzen".
Abgeschlossen wird diese Ausarbeitung dann noch durch Faksimilie-Dokumente in Sachen des von der NAK auch geschassten Bezirks-Apostel Kuhlen.


Wegen Strafarbeit stirbt ein Freidenker

“So lange wie Johann Gottfried Bischoff in dieser Predigt, nämlich bis Jesus wiederkommt, hat die NAK-Spitze aber nicht immer warten wollen. Einige Gegner wurden schon früher bestraft. Der Onkel des neuapostolischen Jungen Heinz zum Beispiel, über den in “Unsere Familie” vom 5. März 1953 berichtet wurde. Die Überschrift: “Den Gottlosen wird das Unglück töten”. Onkel Felix war Freidenker, lud seinen dreizehnjährigen Neffen auf sein Gut ein, im Unterricht, den ein Privatlehrer gab, bekam der Junge die Aufgabe: “…schreibe zu morgen zehnmal den Satz: Es gibt keinen Gott!” Heinz aber blieb dabei: “Es gibt einen Gott.” Das brachte den Lehrer aus der Fassung und das brachte ihm auch den Tod, stand damals in “Unsere Familie”: ” (Der Lehrer) wurde…sehr zornig, so daß sein Gesicht förmlich entstellt war. Seinen ganzen Haß gegen alles, was Gott und Gotteswort war, goß er über Heinz aus, auch die Neuapostolischen vergaß er nicht.”

Wieder bekam der Dreizehnjährige eine Strafarbeit aufgebrummt, doch abgeben musste er sie nicht mehr: “Zur selben Stunde wurde auch seine Mutter bewegt, an Heinz zu denken, und in ihr entstand der Entschluß, zu ihm zu fahren, um sich zu überzeugen, ob alles in Ordnung sei. Natürlich ging Heinz am Morgen recht beklommen zum Unterricht. Was würde der Lehrer nun zu der Strafarbeit sagen?…Aber dazu sollte es gar nicht mehr kommen. Die Kinder warteten vergeblich auf den Lehrer, denn der war tot!”

Auszug aus Heinz-Peter Tjaden, “Nach mir kommt keiner mehr”,

Antworten:

Neuapostolischer „Eiertanz"

Reichlich spät gibt es da eine Verlautbarung der NAK - jetzt. Ihr unausgesprochenes Motto.
Man möge zwar den Pelz waschen, dieweil das sich als unumgänglich erweist.
Man möchte aber dabei nicht „nass werden".
Übrigens gilt dieser Vorhalt auch für andere Zweige der Religionsindustrie. Also nicht „nur" für die aus aktuellem Anlass angesprochene.



Höchstwahrscheinlich gibt es auch in der NAK die gleichen blöckenden Lemminge, die in einem anderen „Kultur"kreis den Spruch skandierten:
„Führer befiehl - wir folgen dir".
Jetzt hat der aktuelle Führer offenbar es für notwendig erachtet, „irgendwie", doch noch „die Kurve hinzubekommen".


Wie gehabt, wie bei den ZJ-Lemmingen.






Es gibt halt „nichts neues unter der Sonne.


nl.xeu.de/j.cfm?i=456319&k=41596

von Drahbeck - am 31.05.2013 14:39

Re: Neuapostolischer „Eiertanz"

Kurt Keinath, zugehörig zur größeren Sekte der katholischen Kirche, in einem mehrere kleinere Sekten zusammenfassend referierenden Artikel aus dem Jahre 1962, veröffentlicht in:
„Kölner Pastoralblatt"
Beilage zum "Kirchlichen Anzeiger für die Erzdiözese Köln". Dort eben wurde von Keinath, in einem Abschnitt auch die Neuapostolische Kirche referiert. In der Substanz ergänzt das wohl die bereits vorstehenden Ausführungen.
Im nachfolgenden sei also aus der Ausarbeitung von Keinath noch etwas zitiert:
Zitat

In einer weiteren Nummer der "Wächterstimme" wird über die falschen Propheten geklagt,
Zitat

"die eine falsche Lehre verkünden, die als falsche Christi angeblich Gnade spenden, obwohl sie dazu keinen Auftrag haben. Es sind diejenigen, die sich in der Nachahmung befinden und in der Verfälschung, die aber nicht in der Nachfolge und in der Wahrheit stehen."

Zitat

In einer Rede, die der Stammapostel in Bendorf/Rhein hielt, wies er den Vorwurf zurück, daß die Neuapostolischen alle Menschen, die nicht zu ihrer Gemeinschaft gehören, als Verdammte ansähen. Die Neuapostolischen jedoch nähmen eine bevorzugte Stellung im anbrechenden tausendjährigen Reich ein.
In der "Wächterstimme vom 15. Dezember 1959 wird darauf Bezug genommen, daß die Neuapostolischen das Wort Gottes immer in der modernsten Form hätten:

Zitat

"Durch das ganze Kirchenjahr spult sich von einem Fest zum andern die Entwicklung des Lebens Jesu ab bis zu seinem Tod am Kreuz, der Auferstehung und Himmelfahrt. Und schließlich feiert man noch das Pfingstfest. Dieser Jahreskreislauf beschäftigt sich nur mit der Vergangenheit."

Zitat

Am 17. April sprach er in der Grugahalle in Essen.
Der Tod des Stammapostels wurde den neuapostolischen Gemeinden erst einige Tage später mitgeteilt. Das Apostelkollegium gab einfach bekannt, Gott habe seinen Ratschluß geändert. Schon am 10. Juli wurde ein neuer Stammapostel gewählt
in der Person des Walter Schmidt, der ein treuer Anhänger seines Vorgängers war und jede Opposition gegen dessen Botschaft niederkämpfte. Es bedarf keiner besonderen Hervorhebung, wie beschämend und unehrlich das Verhalten eines solchen
Mannes ist, der sich anmaßt, Organ des Heiligen Geistes zu sein. ...
Ein vom Apostelkollegium in Frankfurt verfaßter Brief, der am 10. Juli in allen neuapostolischen Gemeinden verlesen wurde, nimmt Stellung zur Person des Stammapostels. Bischoff wird
darin mit Moses verglichen, bei dem sich die anfänglich an ihn ergangene Verheißung auch nicht erfüllt habe. In der Zeitschrift "Unsere Familie" vom 15. August heißt es:
Zitat

"Gleich einem Moses rief ihn der Herr vor der Erreichung seines Zieles in die himmlische Heimat ab."

Zitat

In verschiedenen Gottesdiensten wurden die einzelnen Gemeinden gewarnt, Gespräche mit den Feinden der Sache Gottes ... zu führen. Beim Trauergottesdienst für Bischoff war der Inhalt der ganzen Predigt
ein einmaliges Rühmen der Taten des verstorbenen Stammapostels: Jesus fand die rechten Worte, indem er zum Stammapostel sagte:

Zitat

"Du bist der Fels und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde ..." Er teilte die Schätze der Ewigkeit aus, er schloß uns auf die Geheimnisse Gottes, die noch unter dem Siegel verborgen gehalten wurden, er übermittelte uns die göttlichen Offenbarungen."

Zitat

Das Wunder ist darin zu erblicken, daß die neuapostolischen Gemeinden nicht auseinanderbrachen. In den neuapostolischen Blättern wurde an keiner Stelle auch nur erwähnt, daß die Botschaft des Stammapostels wirklich ein Irrtum gewesen sei, und nun wird von der "zeitgemäßen Wahrheit" geredet und wieder
wird vor den falschen Propheten gewarnt:

Zitat

"Aus unserer Erfahrung heraus können wir sagen, daß gegenwärtig mehr gegen uns geschrieben und gesprochen wird als vorher..."

Zitat



von Drahbeck - am 01.06.2013 15:41

Die Neuapostolische Kirche in der Diskussion

Einige bemerkenswerte Zitate, bei denen man sofort auch an die Zeugen Jehovas erinnert wird.

"Ich bin kaputt gemacht worden", sagt (eine Interviwte) "mein Leben bestand aus Angst und völliger Willenlosigkeit".

Und weiter:
"Verboten war eigentlich alles, was zu einer normalen Jugend dazugehörte"

„Die zahlreichen Vorwürfe ehemaliger NAK-Mitglieder gehen noch weiter: "Wenn man aus der Kirche austritt, wird das nicht akzeptiert. Ehemaligen Mitgliedern wird nachgestellt. Auch bei einem Wohnungswechsel setzt die NAK alles daran, die neue Adresse zu bekommen, um ihre Bespitzelungen weiter zu führen",

"Angesichts der Naherwartung Jesus' verzichtete mancher darauf, sein Haus anzustreichen oder die Kinder aufs Gymnasium zu schicken, weil man dachte, dass es sich nicht mehr lohne."

„Aber auch die NAK habe, wie die großen Kirchen, mit wachsenden Austrittszahlen zu kämpfen. Daher, so vermutet er, ließen sich die ehemals autoritären Vorschriften, mit denen Berufswahl, Freizeitverhalten, Familienplanung oder selbst Kleidung der Mitglieder kontrolliert wurden, heute nicht mehr halten."

Bei letzterem Zitat bleibt die Frage zurück, ob das bei den Zeugen Jehovas auch schon so sei. In Ansätzen vielleicht, aber weniger auf breiter Ebene.

Dann muss noch auf einen Unterschied hingewiesen werden.
Vom „Stamme nimm" sind sicherlich beide Teile der hier genannten Zweige aus der Religionsindustrie.
Bei der NAK hat sich das dergestalt manifestiert, dass ziemlich unverblümt der Zehnte, möglichst von den Bruttoeinkünften verlangt wird. Und das deren Funktionärsschicht vielfach Spitzengehälter kassieren.
Wasser predigen - und Wein saufen können sie wohl alle gleichermaßen.
Bei den Zeugen läuft das eher über die „indirekte Schiene"; (noch) nicht so ungeschützt krass zur Kasse bitten.
„Hohe" Gehälter eher weniger. Das indes versteht die Funktionärsschicht der Zeugen, nicht selten, durch „individuelle Spenden" auszugleichen. Ob da schon das Niveau der NAK-Funktionäre erreicht ist, mag man - vielleicht - in Zweifel ziehen.
Vielerlei Annäherungen (nicht unbedingt der positiven Art) sind wohl nur eine Frage von Zeit und Umständen.
Die Weichen sind jedenfalls gestellt.
Siehe als Beispiel aus der jüngeren Zeit, die Ausstattung der Funktionärsschicht der Zeugen mit einer Dienstwagenflotte.
Besagte Funktionäre pflegten auch davor nicht „zu Fuss zu gehen". Dann lief das aber mehr auf der verschämten, heimlichen Ebene ab.
Diese Skrupel hat man inzwischen schon mal abgelegt. Und weitere Steigerungen darf man getrost der Rubrik zuordnen:
„Alles eine Frage der Zeit!"

http://www1.wdr.de/themen/kultur/religion/christentum/neuapostolischekirche110.html

http://www1.wdr.de/themen/kultur/religion/christentum/neuapostolischekirche112.html

Als Kontrast dazu:

http://obkandidattjaden.blogspot.de/2013/06/tjaden-tappt-lcxxxviii.html

von Drahbeck - am 09.06.2013 01:34

Re: Die Neuapostolische Kirche in der Diskussion

Würden Jehovas Zeugen so eine Steuer einführen, dann würden diejenigen die aktiv das Mobile in Schwung halten (und pusten) die Hauptlast der Finanzierung tragen müssen.

Das würde dann kontraproduktiv sein.

So verlagert man die Hauptlast der finanziellen Leistung auf die Schultern der "armen Masse" an Anhänger. Spenden für jeden Gottesdienst. Was in der Kirche der Klingelbeutel, ist bei Jehovas Zeugen das Spendenkästchen, das auch schon mal beim Buchstudium im kleinen Kreis auf den Wohnzimmertisch gestellt wird.

Neben Spenden für alle möglichen Dinge wird ja auch gerne mal suggeriert, dass dem Zeugen Jehovas jeder Besuch der Zusammenkünfte auch etwas wert sein sollte. Natürlich in Form von Geld das er ganz nach persönlichem Ermessen diskret in den Spendenkasten in der Nähe des Ausganges stecken darf.

Doch spendiert der Kirchenbesucher meist 1 oder 2 Euro, so gibt der freudige Spender (vor Jehova) dann schon mal 10 oder 20 €. Bei Jehovas Zeugen klingelt es nur ganz, ganz selten mal im Spendenkasten, aber es "raschelt" immer.

Es werden in der Regel Geldscheine gespendet. Und ist mal eine Münze drin, dann war es sicherlich ein Kind, das sich früh übte und von seiner Ersparnis eine "Opfergabe" spendete.

von der einzig wahre Bauer - am 16.06.2013 11:07
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