Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 5 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren
Beteiligte Autoren:
www.gimpelfang.de, Drahbeck

Eine verspätete (?) Annotation

Startbeitrag von Drahbeck am 24.06.2013 00:21

Antworten:

Meines Erachtens ist die Verfasserin jener Annotation in einem Punkt, durch Ungenauigkeit übers Ziel hinausgeschossen.
Richtig ist die Herausstellung der Erziehung zum Außenseitertum durch Jehovas Zeugen.
Falsch indes ist, diesen Aspekt auch auf den Bereich schulischer Schwimmunterricht darzustellen.

Gibt es den Aspekt Verweigerung der Teilnahme am schulischen Schwimmunterricht. Es gibt ihn sehr wohl.
Beispielhaft dargestellt an der Zitierung einer Pressenotiz aus dem Jahre 2007:

Zitat

„Einladung an religise Fundamentalisten
24. März 2007 07:38:20 -

... beinahe hysterischen neuen Bekenntnislust einer christlichen Minderheit mit Mehrheitsanspruch ...

Nach der Intervention tiefreligiöser Eltern verbannt ein Chemnitzer Gymnasium Harry Potter aus dem Unterricht

Wenn schon Magie, dann bitte christliche! Zwei Elternpaare haben am Johannes-Kepler-Gymnasium im sächsischen Chemnitz mit Erfolg die Absetzung eines "Harry Potter"-Bandes als Unterrichtsmittel verlangt.
Die Darstellung der Zaubergeister stehe im Widerspruch zur religiösen Erziehung ihrer Kinder, begründeten sie ihr Ansinnen. Die Eltern hätten sich in ihren religiösen Gefühlen als Christen verletzt gefühlt, sagte Schulleiter Stephan Lamm. Statt Potter werde nun das Rennschwein Rudi Rüssel behandelt.

Harald Lamprecht, Beauftragter der Evangelischen Landeskirche Sachsen für Weltanschauungsfragen, hält das Verbot für "unnötig und unsinnig

"Man könne die Kinder ohnehin von diesen "herrlichen" Büchern nicht fernhalten.

Julia Bonk, schulpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, verlangte die Rücknahme der Entscheidung. Sie sei geradezu eine "Einladung an religiöse Fundamentalisten". Nach der gleichen Logik müssten auch Grimms Märchen aus den Schulen verbannt werden. Bonk befürchtet, dass nun auch gegen die Evolutionstheorie, gegen Sexualkunde oder den Schwimmunterricht vorgegangen werden könnte."

Ist die eben zitierte Meldung eher mehr allgemein, mehrere Aspekte erfassend, gibt es auch eindeutigere Voten.
Oder die Zitierung einer erfassten Meldung aus dem Jahre 2004:
13. November 2004 07:26:11:
Zitat

„Islamische Parallelgesellschaft.
In Deutschland, könnte man meinen, lauern an jeder Ecke Menschenfänger: Sie warten nur darauf, dass unschuldige muslimische Kinder um die Ecke biegen, die dann in die Gottlosigkeit gestoßen werden sollen.

Wer die Zeitschrift Milli Gazete liest, die der islamistischen türkischen Massenorganisation Milli Görüs nahe steht, muss zu diesem Schluss kommen.

Da heißt es etwa: "Dutzende von perversen Institutionen, allen voran Juden- und Christenkomitees, lauern nur auf eine günstige Gelegenheit, um uns unsere Kinder abspenstig zu machen. Werfen wir unsere Kinder jenen verirrten Ungeheuern nicht zum Fraß vor!"
... Die Abschottung, die von Fundamentalisten immer wieder gefordert wird, wird langsam Realität: Lehrer und Sozialarbeiter registrieren, wie sich muslimische Familien zurückziehen.

Sie beklagen, dass türkische Mädchen immer seltener an Klassenfahrten teilnehmen dürfen und Kinder immer dann krank werden, wenn Sexualkunde auf dem Lehrplan steht. Im Sommer waren nach Auskunft des Berliner Ausländerbeauftragen allein in Kreuzberg 70 Mädchen vom Biologie- oder vom Sportunterricht abgemeldet....
Organisierte Verweigerung

An der Rütli-Hauptschule in Neukölln werden seit mehr als zehn Jahren keine Klassenfahrten mehr veranstaltet, weil die Eltern sich weigern, ihre Kinder mitzuschicken. Von der deutsch-türkischen Europaschule meldeten Dutzende islamische Eltern ihre Kinder ab, weil diese den Namen des berühmten, aber atheistischen türkischen Dichters Aziz
Nessin erhalten hatte.

Die Verweigerung wird mittlerweile oft regelrecht organisiert. An Schulen kursieren vorgedruckte Entschuldigungszettel mit Hinweisen auf entsprechende Urteile, auf denen türkische Eltern nur noch den Namen ihres Kindes einsetzen müssen. Darin heißt es: "Wir bescheinigen hiermit, dass die Beteiligung an dem koedukativ veranstalteten Schwimmunterricht nach dem Islam unerlaubt ist.

Die weiblichen Angehörigen des Islam dürfen sich ohne islamische Bekleidung auch untereinander nicht sehen lassen. Das deutsche Grundgesetz erkennt den Muslimen in Deutschland diesbezüglich den Genuss der vollen Religionsfreiheit an." ...

Meines Erachtens lässt sich eine Schwimmunterricht bezügliche Passage im Buch von Jana Frey auch überhaupt nicht nachweisen.
Bei gegenteiliger Meinung erbitte ich um konkrete Zitierung, mit Seitennachweis.
Einstweilen gehe ich aber davon aus, jener Beweis kann nicht geführt werden.
Insoweit muss die Verfasserin jener Annotation (respektive die Redaktion des veröffentlichenden Blattes), sich diese Ungenauigkeit anlasten lassen.
Solcherlei Ungenauigkeiten, man sah es beispielhaft am
Fall Langel, sind für die WTG letztendlich das gefundene Fressen, um Splitter herauszustellen, und dabei den Balken per Winkeladvokatentrick "verschwinden" zu lassen.

www.fr-online.de/rhein-main/schwimmunterricht-muslime-junge-muslimin-muss-schwimmen,1472796,19894474.html

www.fr-online.de/politik/schwimmunterricht-muslime-muslimin-verlaesst-schule-wegen-schwimmunterricht,1472596,20583118.html

von Drahbeck - am 24.06.2013 06:56
Es ist zwar schon ein altes Buch, jedoch im Erleben des Lebens eines Kindes bei Jehovas Zeugen nach wie vor sehr aktuell.

Es ist eine echte Ausstiegshilfe.

Wer Kindern und Jugendlichen eine Hilfe beim Ausstieg geben möchte, der sollte ihnen dieses Buch in die Hand geben.

Es wirkt! Mehr als Erwachsene denken!

Kinder lesen mit anderen Gefühlen und Emotionen. Und sie erkennen, dass der Weg von Hannah nicht der richtige Weg ist.

von www.gimpelfang.de - am 24.06.2013 06:58
Es ist eben die Frage, wie gut und wie gläubig die Eltern von Jehovas Zeugen sind oder sein wollen.

Wie gut es die Eltern meinen, eine theokratische Erziehung umzusetzen.

Der Schwimmunterricht ist ein (gutes) Beispiel. Sicher gibt es kein ausgesprochenes Verbot bei Jehovas Zeugen. Kein Verbot des Schwimmunterrichtes.

Doch Stilblüten gibt es allemal. Man betrachte sich nur die bekannt gewordenen Urteile im Rahmen von Schulbesuchen. Da werden auch Filme "verboten" die die Ideologie von Jehovas Zeugen gefährden können oder den Jugendlichen ihre Augen öffnen könnten. Was da Kinder von Jehovas Zeugen nicht machen sollen bzw. nicht dürfen, ist immer wieder zum Kopfschütteln.

Sich bei diesem Buch über den Schwimmunterricht auszulassen ist für mich Pillepalle.

Und wenn die Buchautorin aus der Elebniswelt von Hannah schreibt, dass ihr der Schwimmunterricht verboten war - von ihrer Mutter. So ist das sicherlich ein realer Bericht. Dass das kein Dokma von Jehovas Zeugen ist muss nicht recherchiert werden. Es ist eben so wie Hannah es erlebt hat.

Und ALLE die als Kind bei Jehovas Zeugen aufwachsen, wissen und haben es ganz sicherlich womöglich mehrmals und immer wieder erlebt, wie borniert Eltern sein können und im vermeintlichen Gehorsam im Glauben mitunter abstruse Anforderungen an ihre Kinder gestellt haben.

Und um die Thematik abzuschließen:

Ich halte das Buch von Jana Frey eben als Beweis dafür, dass es bei Jehovas Zeugen sogar vorkommen kann, dass Kindern die Teilnahme am Schwimmunterricht verboten wird. Es steht dort autobiografisch schwarz auf weiß. Und darum geht es letztendlich. Es geht um das sinnlose Leid eines Zeugenkindes dem ein normales Leben versagt geblieben ist.

von www.gimpelfang.de - am 24.06.2013 07:14
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.