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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck, X ~ mysnip, der einzig wahre Bauer

Vor sechzig Jahren

Startbeitrag von Drahbeck am 02.07.2013 00:43

Letzte Teile dieser Serie
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,152555,152555#msg-152555


„Haltet den Dieb!"
Wieder einmal setzt der "Wachtturm" in seiner Ausgabe vom 1. 7. 1953 einen "Nebelvorhang", indem er scheinheilig fragt:
Zitat

"Ist die Watch Tower Bible and Tract Society [Wachturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft] Gottes Weib oder seine universelle Organisation? Wir antworten: Nein. Besteht die Religion, für die wir eintreten, aus den Lehren der Zeugen Jehovas? Wir antworten wiederum: Nein. Die Watch Tower Bible and Tract Society ist nur ein Werkzeug, das von der Neuen-Welt-Gesellschaft benutzt wird, das wir lieben und das in der Belehrung des Volkes Gottes wunderbar gesegnet wird. Die Religion, die wir befürworten und predigen, ist die Anbetung Gottes gemäß der Bibel!"

In der Praxis erweist sich eine solche Aussage als "päpstlicher als der Papst". Es wird als undiskutierbar vorausgesetzt und suggeriert; die Weltsicht und Lebensauffassung der Zeugen Jehovas sei "Anbetung gemäß der Bibel". Das andere ebenfalls "gemäß der Bibel" zu anderen, teilweise konträren Auffassungen gelangen, wird nicht reflektiert. In der Praxis ist es weiter die WTG, welche die Bibel in für ihre Anhängerschaft undiskutierenswerter Weise fest auslegt. Jegliche Individualität ist dabei verpönt. Angesichts dieses Vergleiches zwischen Theorie und Praxis ergibt sich die Schlussfolgerung.

Hier schreit wieder einmal der Dieb: "Haltet den Dieb!"

Antworten:

Kriegsverluste

Vor sechzig Jahren
"Erwachet!" schreibt in seiner Ausgabe vom 8. 7. 1953:
Zitat

"Menschenverluste zweier Weltkriege.
Unter obigem Titel veröffentlichte Prof. Dr. H. Arntz, Bonn, im 'Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung' eine Darstellung, der folgende Ziffern entnommen sind:

Zitat

Für den Ersten Weltkrieg von 1914 - 1918 wurden die Gesamtverluste auf 9.700.000 Tote errechnet. Aufschlußreich ist die Tatsache, daß heute noch 100.000 deutsche Soldaten des Ersten Weltkrieges als 'vermißt' gelten.

Zitat

Der Zweite Weltkrieg hat diese Ziffern versechsfacht. Allerdings beruhen die Zahlen teilweise auf Schätzungen. Für Deutschland gibt Prof. Arntz folgende Daten:

Zitat

Die Wehrmacht hat 3.050.000 Tote zu beklagen. Davon wurden (bis Ende Oktober 1946) 1.650.000 als tot beurkundet. Von den 1.600.000 als vermißt Gemeldeten sind nach Ansicht der Sachverständigen 400.000 gefallen und 800.000 in der Gefangenschaft gestorben.

Die deutsche Zivilbevölkerung verlor durch den Luftkrieg schätzungsweise 500.000 Menschen. Diese Zahl enthält jedoch nur die Toten der späteren vier Besatzungszonen, nicht eingerechnet die abgetrennten Gebiete. Nach Unterlagen des amerikanischen State Department forderte aber zum Beispiel allein der Luftangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 250.000 Todesopfer. Weit höher sind aber die Verluste, die die deutsche Zivilbevölkerung der Ostprovinzen bei ihrer Vertreibung in den Jahren 1944-1946 erlitt: 1.500.000 werden als verschollen gemeldet, die wohl zum größten Teil als tot anzusehen sind. Dazu sind noch 1 Million Deutsche aus den Oststaaten umgekommen oder in die Sowjetunion verschleppt worden.

Zitat

Ziffern über die Verluste der übrigen Welt zu geben, ist nicht sehr leicht, da vor allem die Angaben aus der Sowjetunion fehlen. Immerhin hat der russische Oberst Kalinov, der bis 1949 im sowjetischen Hauptquartier in Berlin war und somit Zugang zu verschiedenen Dokumenten hatte, 13.600.000 Tote allein für die Sowjetunion angegeben. Dazu kommen noch die Verluste der russischen Zivilbevölkerung, welche am 13. März 1946 von Stalin auf 7 Millionen Menschen beziffert wurden. Die Gesamtverluste der Sowjetunion dürften somit etwa 20 Millionen betragen. - Zum Schlusse macht Prof. Arntz die Feststellung,
Zitat

daß die Gesamtverluste im Zweiten Weltkrieg sich auf ungefähr 55 Million Tote belaufen."

Anzumerken wäre noch, dass weder der erste noch der zweite Weltkrieg, allen WTG-Unkenrufen zum Trotz, dem großen "Zampano" dazu bewegen konnte, seinen nicht endenden "Mittagsschlaf" zu beenden. Wie auch, vielleicht hat ihn selbst schon das Schicksal erwischt, dass er auch allen anderen zugedacht. Das Schicksal der Vergänglichkeit!

von Drahbeck - am 09.07.2013 03:36

Vorherbestimmung

Vor sechzig Jahren
Mit einer Lehre der Konkurrenzreligionen setzt sich die „Wachtturm„-Ausgabe vom 15. 7. 1953 auseinander. Dazu schreibt der „Wachtturm":
Zitat

„Indem aber viele Religionisten die Vorherbestimmung (Prädestination) predigen und erklären, das Geschick des einzelnen sei schon vor der Geburt von Gott festgelegt, sagen sie, Gott sei parteiisch. … Die Vorherbestimmung wird in einem gewissen Sinne in 5. Mose 4:19 angedeutet, in dem Text, wo Jehova sein Bundesvolk warnte: 'Und daß du deine Augen nicht zum Himmel erhebest und die Sonne und den Mond und die Sterne, das ganze Heer des Himmels, sehest und verleitet werdest und dich vor ihnen bücktest und ihnen dienest.' Unter den ehemaligen heidnischen Religionen war es allgemein Brauch, aus den Himmelskörpern Götter zu machen, diese anzubeten und zu behaupten, daß das Geschick der Menschen von diesen Göttern oder Himmelskörpern geleitet werde. Dies wird auffallend dargetan durch Jehovas Worte an die babylonischen Sterngucker: 'Du bist müde geworden durch die Menge deiner Beratungen. sie mögen doch auftreten und dich retten, die Himmelszerleger, die Sternebeschauer, welche jeden Neumond kundtun, was [welches Schicksal, AU] über dich kommen wird!' (Jes. 47:13) Man zerlegte den Himmel in zwölf Teile, einen für jeden Monat, und je nach dem Monat oder der Stellung der Sterne zur Zeit der Geburt eines Menschen wurde dessen Lebenslauf bestimmt. Man glaubte, daß die Sternengötter mehr oder weniger das Leben vorherbestimmten. Die heidnischen Religionen der Griechen wie der Römer betrachteten die Himmelskörper als Götter, und die gegenwärtigen Namen der Planeten entstammen der römischen Mythologie."

Weiter in die Geschichte zurückgehend urteilt der „Wachtturm" über die Pharisäer zur Zeit Jesu:
Zitat

„Diese glaubten nicht an die Vorherbestimmung durch die Sternengötter der Heiden, glaubten aber, daß Jehova das Leben der Menschen so bestimme. … Der hervorragende jüdische Geschichtschreiber Josephus sagt uns: 'Die Pharisäer schreiben … alle Handlungen der Menschen, teils der göttlichen Einwirkung [dem Schicksal oder der Vorsehung] … teils der Gottheit zu, rechtschaffen zu handeln oder nicht, liege, sagen sie, größtenteils in der Menschen Macht, doch sei die göttliche Einwirkung [das Schicksal] … zu allem beförderlich.' 'Wenn sie behaupten, alles geschehe nach einem bestimmten Schicksal, so wollen sie damit dem menschlichen Willen nicht das Vermögen absprechen, sich selbst zu bestimmen, sondern lehren, es habe Gott gefallen, die Macht des Schicksals und die menschliche Vernunft zusammen wirken zu lassen, so daß jeder es nach seinem Belieben mit dem Laster oder der Tugend halten könne [oder nach engl. Übers.: da es ihre Auffassung ist, daß es Gott gefallen habe, eine Veranlagung zu erschaffen, durch die das getan wird, was er will, doch so, daß der Wille des Menschen tugendhaft oder lasterhaft handeln kann].' ('Vom jüdischen Kriege', Buch II, Kapitel VIII, Abschn. 14; 'Jüdische Altertümer', Buch XVIII, Kapitel I, Abschn. 3)."

Weiter notiert der WT:
Zitat

„Den Fußstapfen der Pharisäer folgend, behauptete der hervorragende römisch-katholische Heilige Augustinus, 'daß die Gnade ein innerliches Wirken Gottes an denen sei, die zu retten er plane, wobei er nicht nur die Kraft, sondern auch den Willen, das gute zu tun, verleihe. Die Tatsache, daß etwas gerettet und andere verlorengehen, schrieb er dem Willen Gottes zu. Daher seine Lehren der absoluten Vorherbestimmung, der Erlösung [partikulare Erlösung] und der besonderen, unwiderstechlichen Gnade. Die Verwerfung oder 'Reprobation' - so gestand er zu - stütze sich auf eine vorauszusehende Schuld. Anscheinend ohne sich der Ungerechtigkeit bewußt zu werden, verneinte er aber die Anwendbarkeit desselben Prinzips auf die Erwählung.
Im Jahre 529 wurde das Lehrsystem des Augustinus von der Synode von Arausio (Orange) als Kirchenlehre festgelegt, aber die Reaktion wieder die zwar streng logische, doch wesentlich unmoralische Natur seines Dogmas trat immer wieder zutage.' …"

Einen Blick auf dem Islam werfend führt der WT an:
Zitat

„Während derselben allgemeinen Zeitspanne lehrte eine andere Religion Fatalismus und Vorherbestimmung und verwendete Schrifttexte zu ihrer Stütze: 'Niemand stirbt ohne Allahs Erlaubnis gemäß dem [für das Leben] Termine setzenden Buche.' 'Einige von ihnen leitete Allah [Gott] recht, und anderen war der Irrtum bestimmt …Doch Allah [Gott] leitet die nicht, welche er irreführen will.' 'Kein Unheil geschieht auf Erden oder euch, das nicht in einem Buche stünde, bevor 'wir' es geschehen ließen. Solches ist Allah leicht.' 'Dies ist [wahrlich] eine Ermahnung, und wer da will, der nimmt zu seinem Herrn einen Weg. Doch könnt ihr ihn nicht wollen, es sei denn, daß Allah will. Allah ist wissend und weise. Er führt, wen er will, in seine Barmherzigkeit.' (Sure 3:139; 16:38,39; 37:22; 76:29,31 …)"

Allmählich zur Reformationszeit überleitend, liest man:
Zitat

„In der Gärungszeit der Reformation kam das Thema der Vorherbestimmung von neuem ins Leben, und während der 1530er Jahre und der zwei darauffolgenden Jahrzehnte beherrschte Johann Calvin das Forum als der Verfechter der absoluten Vorherbestimmung, nicht nur derjenigen, die gerettet werden, sondern auch jener, die verlorengehen. Wiederum verurteilte die Römische Kirche diese Ansichten, gleichwie sie dies siebenhundert Jahre früher getan hatte, als der sächsische Mönch Gottschalk dafür eingetreten war. "

Einen Blick nach Großbritannien werfend liest man:
Zitat

„Indes kam hundert Jahre später aus der Synode, die als die Westminster Synode bekannt wurde, das zur Hauptsache calvinistische Glaubensbekenntnis heraus, welches im Jahre 1646 vom Britischen Parlament angenommen wurde, um das Glaubensbekenntnis der englischen Kirche und die Lehrgrundlage von fast allen gegenwärtigen presbyterianischen Kirchen zu werden. Durch die Puritaner wurde die Lehre von der Vorherbestimmung über ganz Neu-England verbreitet, und durch die Gruppe holländischer Reformierter und andere presbyterianische Gruppen wurde sie durch die meisten Staaten von Mittel- und Westamerika getragen. Heute sind die hervorragendsten Befürworter der Lehre Presbyterianer, obwohl viele der neuzeitlichen Kirchengemeinschaften dieses besonderen Glaubens ihre Ansichten gemäßigt und die strenge Lehre verwässert haben."

Fassen wir zusammen. Die Vorherbestimmungslehre, sowohl im „Heidentum", in der Esoterik und in Teilen des Christentums fröhlichen Urstand feiernd, wird von der WTG abgelehnt. Dieser Ablehnung ist beizupflichten.

Allerdings, reflektiert diese WT-Ausgabe, wie generell insgesamt die WTG-Lehre nicht, dass auch sie in besonderem Maße eine Form der Vorherbestimmung huldigen, Namentlich jener, welche soziale Passivität zum Maße aller Dinge erklärt, da „nur" Gott, die Probleme dieser Welt lösen soll - am Sankt Nimmerleinstag!

von Drahbeck - am 16.07.2013 01:31

New York 1953

Vor sechzig Jahren
Anlässlich ihres Kongresses im Yankee-Stadion von New York in der Zeit vom 19. bis 26. 7. 1953 zudem die WTG auch gezielt Besucher aus anderen Ländern eingeladen hatte. Anlässlich dessen brachte sie in ihren Publikationen auch einige "flankierende" Artikel. So etwa über das New Yorker U-Bahn-Netz und anderes mehr. Dem Bereich "flankierende" Artikel ist offenbar auch die "Erwachet!"-Ausgabe vom 22. 7. 1953 gewidmet die über eine ganz spezielle Schattenseite berichtet.

Formal hat die WTG damit nichts zu tun. Sie berichtet nur. Das sei nicht in Abrede gestellt. Indes ist es durchaus auch ein Signal dafür, in welchem Gesamtrahmen die WTG-Verkündigung sich bewegt. Die Frage ist weiter: Gibt es nur materiell orientiertes Verbrechertum? Was ist mit den Ideologieverkäufern Marke Illusion?! Stellt man letztere Frage auch (die WTG stellt sie nicht), bekommt das ganze schon ein anderes Gesicht. Die Frage wäre auch nach dem tatsächlichen Finanzgebaren der WTG-Funktionäre zu stellen. Insbesondere ihre individuellen Aufbesserungen ihres theoretisch niedrigen Gehaltes, durch "Sponsoring"; unter dem Motto: "Das sind doch nur Geschenke".

Ihren Artikel versah die WTG mit dem Untertitel: "Ein Bericht, der sich wie ein Schundroman liest". In der Tat, im Gesamtkontext der WTG-Geschichte, passt dieser Untertitel auch auf diese Geschichtsklitterorganisation.

Aber natürlich, kann sie in ihrem Artikel, der nachstehend etwas näher vorgestellt werden soll, sich in der Rolle des Biedermannes sonnen.
"Wir waren es nicht - Adolf Hitler war es". Den Spruch kennt man auch aus einem anderen Kulturkreis zur genüge.
"Erwachet!" berichtet:
Zitat

VIELE Leser werden diesen Bericht kaum glauben können. Weil sie ehrliche Menschen sind, denken sie, andere seien es auch. Doch was hier folgt, ist weder erfunden noch das Phantasieprodukt eines Kriminalromanschriftstellers noch der Drehbuchentwurf zu einem Schundfilm noch ein aufgebauschter Presseskandal. Sondern was hier folgt, ist das erschütternde Bild der Situation auf den New Yorker Piers, das durch eine Untersuchung enthüllt wurde. Unheimliche Gestalten haben sich im reichsten Hafen der Welt ein Territorium geschaffen, wo dem Gesetz Hohn gesprochen und das Leben gering geachtet wird. Ihre Anführer sitzen oft in der Tinte, aber nie im Gefängnis; ihre Organisation ist so mächtig, daß die Zeitschrift 'Time' schrieb, es sei fraglich, ob man sie je ausrotten könne. Hier verschließt die Furcht vor einem gewaltsamen Tode den Mund ehrlicher Männer; hier sind ungeklärte Morde und "tödlich verlaufende Unglücksfälle" unter jenen, die aus der Reihe tanzen, zu zahlreich, als daß man leicht darüber hinweggehen könnte; ausgebeutete Hafenarbeiter beklagen sich selten beim Bezirksanwalt, aus Furcht, als unbekannte Leiche aus dem Hudson gezogen werden. Gouverneur Dewey nannte das Gangsterunwesen im New Yorker Hafen "die Nuß, die man während fünfzig Jahren vergeblich zu knacken versuchte"; doch diese Mißstände gehen auch den Leser etwas an, weil von allen Gütern, die durch den größten Hafen der Welt verfrachtet werden, ein Teil als Tribut an diese Gangster geht.

Diese Gaunereien werden unterstützt von den Gewerkschaften, von den Schiffsgesellschaften schweigend in Kauf genommen und von der Polizei so gut wie unbeachtet gelassen. Sie umfassen gefälschte Lohnlisten, Darlehensbetrug, sogenannte "Kickbacks" (Rückzahlung eines Teiles des Lohnes an den Vormann), Rauschgifthandel, "freiwillige Zuwendungen", direkte Erpressung und Bestechung im großen Ausmaß. All das zusammen ergibt phantastische "Einnahmen" für die "Bosse", die über die verschiedenen Hafengebiete herrschen. In der 'National Police Gazette' vom Januar wurden folgende Worte eines New Yorker Bundespolizisten zitiert:
Zitat

"Solange ein Strafregister die beste Empfehlung für eine Anstellung im Hafen ist, wird das Verbrechen die wichtigste Handelsware sein, die in diesem Hafen umgeschlagen wird … Diese ungehinderte Aufnahme von Verbrechern in die Reihen unserer Gegner steigert ihre Zahl, so daß sie gegenüber der Handvoll Bundespolizisten und anderer Hüter des Gesetzes, die gegen sie eingesetzt werden können, eine starke Übermacht bilden."

Zitat

Welches sind die Kosten dieses Unwesens? Sie betragen jährlich 350 Millionen Dollar oder ungefähr 5% des Gesamtwertes aller Güter, die in diesem Hafen umgeschlagen werden. Jedes Jahr werden Güter im Werte von mindestens 60 Millionen Dollar gestohlen, und die jährlichen Ausgaben für das Laden und Löschen der Schiffsfrachten sind infolge dieser unsauberen Machenschaften 15 bis 20 Millionen Dollar höher. Auch andere unsaubere Geschäfte blühen. Die Untersuchungen der "New York Crime Commission" im vergangenen Dezember und Januar zerrten die traurigen Verhältnisse ins Blickfeld der Öffentlichkeit, doch wurde wahrscheinlich erst ein kleiner Teil aufgedeckt. Sie zeigten, daß der Hafen ein Ort für Mörder und Schwindler ist, wo Repressalien so wenig Staub aufwirbeln wie der Tod einer Fliege; wo Wächter es nicht wagen, eine Verhaftung vorzunehmen; wo ganze Wagenladungen von Waren verschwinden und wo ein ehemaliger Sträfling leicht Arbeit findet.

Der Leser bezweifelt vielleicht, daß der erstreckende, im Schatten der größten Bauten der Welt liegende New Yorker Hafen ein friedlicher Ort zu sein. Das Auge erblickt nicht die geringsten Anzeichen seiner heimtückischen Beherrscher, noch Spuren davon, wie leicht sie ihre Feinde für immer zum Schweigen bringen können.

Als die Untersuchungen, die zur Aufdeckung dieser Situation beitrugen, begannen, protestierten prompt über 1000 Hafenarbeiter, aber nicht etwa gegen ihre Arbeitgeber, sondern gegen die Untersuchung. Sie glaubten, der Hafen befinde sich außerhalb der Reichweite des Gesetzes, und es ist auch lange so gewesen!

Die besorgniserregenden Tatsachen, die diese Untersuchung enthüllten, sollten jeden biederen Bürger, der glaubt, alles sei in bester Ordnung und fast jedermann sei ehrlich, ernüchtern. Es folgen einige Beispiele:

Zitat

Schiffsgesellschaften mußten bis 4.000 Dollar jährlich an Löhnen für nicht vorhandene Angestellte auszahlen; der "patriotische" Streik vom Jahre 1950, der sich gegen das Ausladen russischer Pelze richtete, war alles andere als patriotisch, denn er wurde ausgelöst durch diese Gangster, die von den Importeuren 70.000 Dollar erpressen wollten, und sobald diese das Geld bezahlten, wurden die Pelze ausgeladen. Die Piers stellten derart ertragreiche Jagdgründe für die Gangster dar, daß drei Detektiven von Jersey City 85.000 Dollar angeboten wurden, wenn sie die Hafenpolizei während eines Jahres daran hindern würden, die Banditen in der Militär-Hafenstation Claremont zu belästigen und 75.000 Dollar im Jahr während der Dauer dieser gesetzwidrigen Tätigkeit. Auch andere Personen nahmen und gaben Bestechungsgelder. Frank W. Nolan, der Präsident der größten Ladefirma Amerikas, gab zu, daß seine Firma in den vergangenen fünf Jahren beinahe eine halbe Million Dollar für "Gratifikationen" ausbezahlt habe. Damit wurden die Verantwortlichen von Schifffahrtsgesellschaften, Vertreter der Unterwelt und Gewerkschaftsleute und andere, deren Mithilfe wichtig war, bestochen.

Zitat

Der Leser bezweifelt vielleicht, daß der Hafen einen so großen Gewinn abwerfe, daß sich solche Summen lohnen. Mickey Bowers ein ehemaliger Bankräuber, bezweifelte dies auch, und nahm ums Jahr 1940 nur widerwillig die Arbeit in der Zweigstelle 824, der sogenannten "Pistolen-Zweigstelle" der Internationalen Hafenarbeiter-Gewerkschaft auf, weil er dachte, es schaue dabei nicht viel heraus. Fette Gewinne, die ihm Darlehensbetrug, Glücksspiele und Diebereien eintrugen, sowie ungesetzliche Tätigkeit in Verbindung mit dem Güterumschlag änderten bald seine Meinung. Die scheinbar ruhigen West Side-Piers, wo die größten Luxusdampfer der Welt anlegen, welche sein Arbeitsfeld sind, wurden ein Hoheitsgebiet des Diebstahls, der Schwindeleien und Morde genannt.

Die Aussagen, die Frances (Buster) Smith, der gegenwärtig eine Gefängnisstrafe verbüßt, am 22. Januar machte, lesen sich wie ein billiger Unterweltsroman. Im Jahre 1935 habe er beschlossen, Pier 59, wo die italienischen Dampfer anlegen, "zu übernehmen". Die Arbeiter, die bis dahin dort ihr Brot verdient hatten, "wußten, was geschehen würde"; wenn sie nicht gingen; und so gingen sie eben. Smith und seine Spießgesellen zogen jeden Samstag die Ladegebühren ein; als er von der Crime Commission gefragt wurde, ob er für dieses Geld auch gearbeitet habe, blickte er die Frager nur erstaunt an. Als er später von der Polizei gesucht wurde (dies geschah öfters), soll er sich nach seinen eigenen, unter Eid gemachten Aussagen in Cliffside Park (New Yersey) unter dem Schutz des Polizeichefs Frank Borrell (der immer noch im Amte ist und behauptet, er kenne Smith nicht) versteckt gehalten haben. Borell habe ihn dann wissen lassen, daß die Bundespolizei ihm auf den Fersen sei, und ihm geraten, die Stadt zu verlassen.

Das Banditentum des New Yorker Hafens könnte nicht so gedeihen, wenn die Beamten nicht ein Auge zudrücken würden. Es wurden im Verlaufe der Untersuchungen verschiedene Namen genannt. Am 16. Dezember hörte die Kommission Aussagen, die zeigten, daß der "Reform"-Bürgermeister John V. Kenny von Jersey City ein Gönner und Teilhaber berüchtigter Desperados war und das Banditentum energisch schützte. Er wurde angeklagt, er habe einheimische Banditen gegen Eindringlinge verteidigt, als diese versuchten, die Militär-Hafenstation Claremont in Jersey City zu übernehmen. Der Bürgermeister erklärte am Fernsehsender, er sei angeschwärzt worden wie der tschechische "Erzbischof Stepinac". (Wenn er den jugoslawischen meinte, dann gibt es viele Leute, die der Auffassung sind, daß Stepinac wirklich mit den Nazis zusammen gearbeitet hat.) Anfangs Januar kündigte er den Piervertrag der Ladegesellschaft John W. McGrath als Strafe, weil McGrath ausgesagt hatte, dem Schwiegersohn des Bürgermeisters Bestechungsgelder ausbezahlt habe. Der Bürgermeister ist der Meinung, unanständige Aussagen wie diese seien nicht "fair".

Führende Männer der Unterwelt haben auch mit New Yorker Bürgermeistern und Politikern auf sehr gutem Fuß gestanden, und die Tatsache, daß das Banditentum im New Yorker Hafen unter den Augen der Behörden so üppig gedieh, zeigt, wie groß die Macht dieser Männer sein muß. Als ein junger Strolch einmal gesucht wurde, weil er auf dem Pier der Cunard Line in Manhattan geplündert hatte, wurde ein Streik ausgelöst, bis sich die Schiffsgesellschaft bereit erklärt hatte, die Anklage fallen zu lassen. Als zehn Tonnen Stahl von einem Pier verschwanden, wurde dies als "ein äußerst bemerkenswerter Diebstahl" bezeichnet. Der Präsident der Dockarbeiter-Gewerkschaft, Joseph P. Ryan, gab beim Verhör zu, daß er im Jahre 1948 mit einem Hafenarbeiterstreik gedroht habe, weil Gewerkschaftsbeamte verhört worden seien wegen eines noch immer ungeklärten Mordes. Am 28. Januar sagten Pierwächter aus, daß es nutzlos sei, versuchen zu wollen, den Warendiebstahl zu verhindern; Grund: Prügelstrafen, Bedrohung des Lebens und Druck. Dies ist kein Angriff auf die Gewerkschaften, von seiten der Gewerkschaft. Ein Wächter, der von einem nächtlichen Eindringling verhauen wurde, reichte gegen diesen Klage ein, zog sie aber schließlich wieder zurück, weil "die Hafen-Banditen solche Verbindungen mit den Gerichten haben". Er fügte noch bei, "damals war ich noch nicht lange im Hafen tätig. Hätte ich damals gewußt, was ich heute weiß, so hätte ich mir nicht die Mühe genommen, den Mann vor Gericht zu bringen".

Die Gewerkschaften waren nicht nur in diese Gaunereien verwickelt, sondern sie fischten noch in einem anderen Teich im Trüben. Die Hundertausende von Dollar, die einige von ihnen als Beiträge einzogen, wurden selten auf das Bankkonto einbezahlt, fast nie verbucht und manchmal überhaupt nirgends notiert. Alex DiBrizzi, ein Gewerkschaftsführer von Staten Island, "verlor" seine Geschäftsbücher, als die "Crime Commission" sie nachprüfen wollte. Obschon er jährlich mehr als 30.000 Dollar einzog, hatte er nie ein Bankguthaben dafür gehabt; und es blieb ihm jeden Monat so wenig übrig, daß das Wenige im Hause des Kasssierers "in einer Ziervase" aufbewahrt wurde. Der Kassierer der berüchtigten Zweigstelle der Gewerkschaft in Manhattan gab zu, daß auch er nie ein Bankkonto hatte und daß er zwischen den Gewerkschaftsgeldern und seinem Geld keinen Unterschied machte. Der Präsident der Hafenarbeiter-Gewerkschaft, Joseph P. Ryan gab am 30. Januar zu, daß er in den vergangenen fünf Jahren den Geldern seiner Gewerkschaft den Betrag von 271.097 Dollar entnommen habe und auch, daß er die "privaten Gelder", die Schiffahrtsgesellschaften und Ladefirmen bezahlten, in seine eigene Tasche steckte. Er sah kein Unrecht darin, Geld von den Arbeitgebern und der Gewerkschaft, deren Interessen er wahren sollte, für private Zwecke zu verwenden. …


von Drahbeck - am 23.07.2013 06:15

Das WTG-Patentrezept

Vor sechzig Jahren
"Demut in der Organisation", so eine Zwischenüberschrift im "Wachtturm" vom 1. 8. 1953.
Zitat

"Demut wird dem ergebenen Diener Gottes die Organisation Jehovas erkennen helfen, seine Vorkehrung, Dinge auf Erden zu tun, und sie wird ihm behilflich sein, zu erkennen, daß er nur durch sein Verbleiben in der Organisation, durch die Bewahrung seiner Lauterkeit, durch Treue gegenüber Jehova vor jedem Schaden behütet wird. Sie wird ihm helfen, seinen rechten Platz in der Organisation zu bewahren und im Einklang mit ihr zu wirken."

Das dürfte dann wohl so eine Art Patentrezept der WTG sein. Nicht die Erziehung des mündigen Bürgers, sondern solche, die sich vor ihr in den Staub werfen, sind in ihrer Sicht gefragt. Man kennt dieses "Patentrezept" auch andernorts. Da redet man dann vom Kadavergehorsam. Genau das, was auch die WTG verlangt. Andernorts offenbart sich das beispielsweise in der katholische Kirche, das Priesteramtskandidaten, welche die Weihe für ihr erstrebtes Amt erhalten, sich im buchstäblichen Sinne in den Staub vor ihren Vorgesetzten werfen. Oder wenn in kommunistischen Kreisen der nicht hinterfragbare Slogan: "Die Partei, die Partei - hat immer recht" Usus war, liegt das auf der gleichen Ebene.

Ob sich einer symbolisch nur in den Staub wirft, ist dabei eher banal. Jene Variante, welche diese Mechanismen via "Demut" einzuschleifen pflegt, ist da vielleicht noch die gefährlichere auf dem Wege ins Rückwärts!

von Drahbeck - am 02.08.2013 01:00

das Prinzip der Bibel

seit Moses ist dies das Prinzup der Bibel:

Gehorsam - Demut = machen was gewollt wird

Der religiöse Überbau sorgt nur für die Verklärung und dient der Manipulation des menschlichen Verstandes.

Jehovas Zeugen manipulieren in der gleichen Weise mit religiöser Verklärung den Verstand der Menschen

Moses hat mit der von ihm verkündeten Lehre das Volk nur unterwürfig, willig und gehorsam halten wollen. Anbetung war nur ein vorgegaukeltes Ziel. Dahinter stand MACHT. Macht über Menschen. Fällt der Glaube an Gott, fällt die Macht über die geistig versklavten Menschen.

Wer sonst als Moses hat die Bibellehre verkündet? Niemand!

Den Israeliten war der von Moses verkündete Glauben unbekannt - bis er von Moses verkündet wurde.

Die Israeliten kannten weder Jehova noch eine seiner sonstigen Glaubenslehren. ALLES wurde ihnen von Moses beigebracht. Der von Moses propagierte Gott war für die Israletien ein unbekannter Gott gewesen

Die Verkündung:
"Der Gott eurer Vorväter"
aha, da war einer der verkündete Neuigkeiten "ich weiß was was ihr nicht wisst!"
... und das war im Falle von Moses ein Gott, von dem Moses dem Volk seine Geschichte erzählte. ...

http://www.gimpelfang.de/forum/viewtopic.php?f=4&t=65

Wer war Moses?
http://www.gimpelfang.de/forum/viewforum.php?f=30

dein Weg aus geistiger Versklavung!
http://www.gimpelfang.de/forum/viewtopic.php?f=30&t=67

von der einzig wahre Bauer - am 02.08.2013 08:16

Re: Das WTG-Patentrezept

Zitat
Drahbeck
Vor sechzig Jahren

"Demut in der Organisation", so eine Zwischenüberschrift im "Wachtturm" vom 1. 8. 1953.
Zitat

"Demut wird dem ergebenen Diener Gottes die Organisation Jehovas erkennen helfen, seine Vorkehrung, Dinge auf Erden zu tun, und sie wird ihm behilflich sein, zu erkennen, daß er nur durch sein Verbleiben in der Organisation, durch die Bewahrung seiner Lauterkeit, durch Treue gegenüber Jehova vor jedem Schaden behütet wird. Sie wird ihm helfen, seinen rechten Platz in der Organisation zu bewahren und im Einklang mit ihr zu wirken."


Vor dreißig Jahren

Zitat
IN DER ANBETUNG DES ALLEIN WAHREN GOTTES VEREINT (1983) Seite 131

Dann hilft uns Jehova durch biblische Schriften und durch Zusammenkünfte seiner sichtbaren Organisation, zu erkennen, wie wir die Unterweisung anwenden können.

Werden wir demütig anerkennen, daß wir diese Unterweisung persönlich benötigen ...


von X ~ mysnip - am 02.08.2013 14:38

Kenia

Vor sechzig Jahren
Differenzierungen sind oftmals nicht jedermanns Sache. Auch Journalisten sind von dieser Kritik nicht ausgenommen. Da hatte einer von ihnen zu einem Rundumschlag ausgeholt, indem er in der "Wochen-Zeitung" (Zürich) einen Artikel veröffentlichen ließ unter der plakativen Überschrift
Zitat

"USA-Sekte als Urheber der Mau Mau, worin er die Zeugen Jehovas für den barbarischen Terrorismus verantwortlich macht, der gegenwärtig in Kenia herrscht."

Siehe zum Thema auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mau-Mau-Krieg

Allerdings auch das wird man sagen müssen. Auch die Zeugen Jehovas zahlten mit gleicher undifferenzierter Münze zurück. Zu letzterem siehe:
19552Kommunismus

Immerhin hatte die WTG bei der Widerlegung der gegen sie gerichteten Anschuldigungen, ein leichtes Heimspiel. Konnte sie doch in ihrer "Erwachet!"-Ausgabe vom 8. 8. 1953 darauf verweisen, dass die Mau Mau in Kenia seit etwa 1948 erst, in Erscheinung getreten seien. Und konnte sie als Antwort darauf feststellen:
Zitat

"Wie dem auch sei, so muß festgestellt werden, daß bis zum Jahre 1950 überhaupt kein Zeuge Jehovas in Kenia war. Heute gibt es dort deren vier: drei Engländer und eine Holländerin!"

Offenbar hatte der fragliche Journalist die Vorgänge um die Kitawala-Bewegung in anderen afrikanischen Staaten, in Ansätzen mitbekommen, und sie dann pauschal - ohne sich um die Details zu kümmern, auch auf Kenia übertragen. Eine solche Form von "Journalistik" muss naturgemäß scheitern.

Haben Mau Mau und Kitwawala naturgemäß direkt miteinander nichts gemein; so bleibt doch der Tatbestand bestehen, dass auch die Kitawala (etwa Mwana Lesa) keineswegs Helden der Demokratie waren. Da wurde auch mit Mord unter dem Firmenschild Religion gearbeitet, ähnlich wie im Falle Mau Mau. Dennoch sind und bleiben das zwei verschiedene linke Schuh, die vorne und hinten nicht zusammen passen.

Differenziert und umfassend den Fall Kitwawala darzustellen, indem die WTG geschichtlich gesehen, durchaus mitverwoben ist (zumindest zur Zeit Russells'). Diese Erwartung wird in der vorgenannten "Erwachet!"-Ausgabe auch enttäuscht. Immerhin kam die WTG nicht ganz daran vorbei, wenigstens in dürren Worten, etwas zum Fall Kitawala anzudeuten.
Das liest sich in WTG-Sicht dann so:
Zitat

"Gegen Ende 1924 begann das Büro der Zeugen Jehovas im Kapland Berichte zu erhalten, wonach Eingeborenenbewegungen in Njassaland und Rhodesien sich des Namens 'Wachtower' bedienten und antisoziale Lehren und Gebräuche propagierten, die sowohl der `Heiligen Schrift widersprechen wie auch den Belehrungen, die in den biblischen Hilfsmitteln und Schriften der Zeugen Jehovas enthalten sind. Nachdem eine Untersuchung vorgenommen worden war, schrieb der Vorsteher des Büros der Zeugen Jehovas einen Brief an die Regierungen von Njassaland und Rhodesien, worin er unter anderem erklärte: 'Wir können uns nicht mit dieser Bewegung ('Watchtower') identifizieren. Sie handelt in absolutem Widerspruch mit den Lehren unserer Gesellschaft. Wenn Ihre Regierungen dieser Bewegung, die sich unrechtmäßig des Namens 'Watchtower' bedient hat, die Weiterexistenz ermöglichen, so werden sie dies auf eigene Verantwortung hin tun. Jene Bewegung wird von uns in keiner Form irgendwie unterstützt oder gefördert.' In der Folge wurde von den Regierungsbeamten offiziell festgestellt, daß die Watch Tower Bible and Tract Society und die Zeugen Jehovas nichts mit den damaligen Unruhen in den Gebieten der Kupfermienen zu tun hatten."

Bezüglich weiteres zum Thema Kitawala siehe auch:
CVTower
19362Kitawala

von Drahbeck - am 09.08.2013 00:18

Ägypten, Libyen, Algerien

Vor sechzig Jahren
Ägypten, Libyen, Algerien. Drei Länder, über die man Detailberichte in den neueren ZJ-Jahrbüchern vergeblich sucht. Man könnte noch eine Reihe anderer arabischer Länder nennen, für die ähnliches zutrifft. Offenbar werden sie seitens der WTG pauschal der Sammelrubrik "andere Länder" oder Verbotsländer zugeordnet, und nicht einzeln aufgeführt. Das alles bedeutet nicht, dass die WTG nicht versucht, auch dort Fuß zu fassen. Über die eingangs genannten drei Länder findet man einen Bericht im "Wachtturm" vom 15. 8. 1953.
Ihm zufolge stattete WTG-Präsident Knorr mit seinem Sekretär M. G. Henschel, höchstpersönlich diesen Ländern einen Besuch ab.

Danach habe Henschel in Kairo (Ägypten) vor 92 Zeugen Jehovas gesprochen und bei einem öffentlichen Vortrag seien sogar 182 anwesend gewesen.
Knorr seinerseits reiste nach Alexandria.
Zitat

"kamen die verschiedenen Versammlungen, die französische, arabische und griechische in Alexandria zusammen, und ich sprach durch zwei Dolmetscher zu ihnen, von denen der eine Griechisch und Französisch und der andere Arabisch sprach. Anwesend waren 257 Personen, viel mehr, als ich vor fünf Jahren bedient hatte."

Die letzte Jahrbuchmäßig belegte Zahl für Ägypten ist die das Jahr 1961 betreffend. Damals wurden dort 458 Verkündiger angegeben.

Die nächste Stippvisite führte Knorr nach Algier (Algerien), wo er sich aber nur auf einen Stamm von 13 Zeugen Jehovas stützen konnte. Immerhin gelang es ihm für einen öffentlichen Vortrag maximal 39 Anwesende zusammenzutrommeln.
Am 8. 3. 1970 notierte „Erwachet!" dann:
Zitat

„Algier weist Zeugen Jehovas aus
Nach Mitteilung der Zeitung 'El Moudhajid' hat die algerische Regierung 15 ausländische Zeugen Jehovas des Landes verwiesen. Jehovas Zeugen wurden von diesem Blatt als „prozionistisches subversives Unternehmen" bezeichnet. Es wurde behauptet, daß die Missionare eine subversive Organisation gründen wollten, die den Einfluß ausländischer zionistischer Kreise in Algerien ausbreiten sollte."

Henschel, der nach Tripolis (Libyen) fuhr konnte 19 ZJ-Verkündiger registrieren; und beim öffentlichen Vortrag eine Maximalzahl von 27 Anwesende.
In Libyen „dümpelteten" die Jahrbuchzahlen auch so vor sich hin. „Spitzenwert" war dann offenbar 1990, mit einer Durchchschnittsverkündigerzahl von 12. Im Jahre 1999 wurden noch 2 angegeben. Danach zog man es offenbar vor, Libyen aus der Berichterstattung jener Länder herauszunehmen, über die Detailzahlen veröffentlicht werden.

von Drahbeck - am 16.08.2013 00:16

Falkenland USA

Vor sechzig Jahren
Was "Erwachet!" notierenswert erschien; so in etwa könnte man jenen Bericht in der Ausgabe vom 22. 8. 1953 betiteln.
Ist der "Stummfilmkönig" Charlie Chaplin ein geborenes Thema für die Zeugen Jehovas? Doch wohl eher nicht, sollte man meinen. In der genannten "Erwachet!"-Ausgabe wird man eines besseren belehrt. Da war Charlie Chaplin also in die Schlagzeilen der amerikanischen Presse geraten, und auch "Erwachet!" verabsäumt es nicht, seine Leserschaft über diesen Umstand zu informieren. Nicht das es etwa über seinen berühmten, auf Hitler bezogenen Film "Der große Diktator" berichten wollte. Einen solchen Bericht sucht man in "Erwachet!" und auch in der Vorgängerzeitschrift "Trost" vergebens.
"Erwachet!" begnügt sich mit einer "Nummer kleiner".

Der Grund ist offenkundig. Auch Chaplin war in das Inquisitionsklima der USA hineingeraten, dass sich auch mit dem Namen McCarthy festmachen lässt. McCarthy seinerseits lässt sich wiederum in den "Stall" Katholizismus zuordnen. Der blindwütige Antikommunismus der da gepflegt wurde in diesen Kreisen, unterschied in der Tat nicht zwischen "Freund und Feind". Auch die WTG musste es bitter am eigenen Leibe erfahren, und konnte sich nur durch einen "Befreiungsschlag", durch das überlaufen auf die Seite der militanten Antikommunisten, aus dieser für sie misslichen Lage befreien. Aber die Verletzung der Wunden, die da (auch) ihr beigebracht wurde, saß tief.

Und nun registriert sie: Siehe da, auch Chaplin hat im Falkenland USA ähnliche Probleme. "Geteiltes Leid ist halbes Leid" sagte sich wohl auch die WTG und unterrichtete via "Erwachet!" ihre Leserschaft wie folgt:
Zitat

"Viele amerikanische Zeitungen berichten von zunehmenden Übergriffen auf die freie Meinungsäußerung, obschon viele Leute, die diese Artikel lasen, diese Tatsache wahrscheinlich nicht einmal inne wurden. Diese Berichte befassten sich mit dem Versuch der Amerikanischen Legion, die Aufführung des Charlie-Chaplin-Filmes "Limelight" (Rampenlicht) in Amerika zu verhindern. Obschon der Boykott durch die Legion offenbar nur in vereinzelten Fällen erfolgreich war, wird doch dadurch, dass einige Lichtspielhäuser ihrem Druck nachgaben, die Freiheit vieler amerikanischer Bürger beschnitten.

Die Legion bekämpft diesen Film nicht darum, weil er irgendeinen "Ismus" propagiert, denn er hat gar nichts mit Politik zu tun. Der Angriff scheint sich daher gegen Chaplin selber zu richten. Dies geht auch aus einer vom Landesführer der amerikanischen Legion abgegebenen Erklärung hervor, wonach die fraglichen Lichtspielhäuser in Übereinstimmung mit der offiziellen Auffassung der Legion "den Film nicht bringen, bis die vom Justizdepartement geführten Untersuchungen in Verbindung mit der Erteilung einer Bewilligung zur Einreise in die Vereinigten Staaten an Herrn Chaplin abgeschlossen seien." Die Amerikanische Legion scheint einem übertriebenen Patriotismus zu huldigen, der eine Person als schuldig stempelt, solange ihre Unschuld nicht nachgewiesen ist!

Allerdings stimmt es, dass Chaplin nicht amerikanischer Bürger werden will. Hat das aber irgend etwas zu tun mit dem Film "Limelight"? Und jene amerikanischen Künstler, die England oder ein anderes europäisches Land zu ihrer zweiten Heimat machten, und in einigen Fällen sogar Bürger jener Länder wurden? Niemand hat sich darüber aufgeregt, noch wurde jemand deswegen verleumdet. Wer ist also unamerikanisch? Die 'New York Times' nannte kürzlich die Versuche der Amerikanischen Legion, die Lichtspielhäuser an der Westküste zum Boykott des Filmes "Limelight" zu bewegen, "unamerikanisch".

Herr Chaplin gab am 9. April in Genf seine amerikanische Einreisebewilligung mit den Worten zurück:
Zitat

"Ich bin verleumdet und in ein falsches Licht gestellt worden … Ich werde daher meinen Wohnsitz nicht mehr in den Vereinigten Staaten aufschlagen."

Zitat

In London sagte er:
Zitat

"Hollywood ist der Gedankenzensur und den illegalen Druckmethoden gewisser Kreise erlegen. Dies aber bedeutet das Ende der amerikanischen Filmindustrie und ihres weltweiten Einflusses. Ich fürchte, Hollywood wird eher wieder um mich froh sein als ich um Hollywood."

Zitat

Chaplin wollte wahrscheinlich sagen: Sollten diese Kreise weiter nach diesen unamerikanischen Methoden arbeiten, so werden gewisse amerikanische Freiheiten bald aussterben!"


von Drahbeck - am 23.08.2013 01:18

Ihr Sklaven, gehorchet

Vor sechzig Jahren
Sowohl im Hinblick auf die Anpassung der WTG an die Apartheid in Südafrika oder die Rassentrennung (zum damaligen Zeitpunkt) in den Südstaaten der USA, als auch im Hinblick auf ähnliche Konfliktlagen, nimmt der "Wachtturm" in seiner Ausgabe vom 1. 9. 1953 dazu Stellung. Einleitend wird der Herrenrassentheorie eines Hitler eine Absage erteilt. Aber wenn es um eine neuzeitlichere "Nagelprobe" geht, etwa die genannte Apartheid, dann knickt die WTG auf voller Linie ein. Das gemäß ihrer Grundsatzthese, alle Probleme dieser Welt möge bitteschön Gott lösen - am "Sankt Nimmerleinstag". Wer das ernst meint, und das ist im Falle der WTG-Religion so, den interessieren Mißstände nur als "Hintergrundfolie" zum "weißmalen" der eigenen Ideologie. An der Beseitigung solcher Mißstände sich aktiv beteiligen? Jede andere Organisation wohl ja, nicht aber die WTG-Organisation. Und so verkündet sie denn in der genannten WT-Ausgabe:
Zitat

"Während in den Augen Gottes und Gemmas seinem Verfahren mit seinen gesalbten Söhnen im Leibe Christi alle im gleichen Verhältnis stehen, werden doch im gegenwärtigen bösen System der Dinge gewisse Klassenunterschiede und Einteilungen gemacht und oft durch die Gesetze eines Landes erzwungen. Solch gesetzliche Maßstäbe anzuerkennen, bedeutet auf seiten der Christen keinen Kompromiss gegenüber Gottes Gesetz. Eher beherzigt er dadurch die weitere Ermahnung des Paulus: 'Ihr Sklaven, gehorchet denen, die nach dem Fleische eure Herren sind, mit Furcht und Zittern, in Aufrichtigkeit eurer Herzen, wie dem Christus, nicht mit Augendienerei als Menschengefällige, sondern als Christi Sklaven, die den Willen Gottes mit ganzer Seele tun. Seid Sklaven mit guten Neigungen, als Jehova und nicht den Menschen, da ihr wisst, dass jeder, was irgend er Gutes tun mag, von Jehova zurückerhalten wird, er sei Sklave oder Freier. Ihr Meister tut dasselbe gegen sie und lässt das Drohen, da ihr wisst, dass sowohl euer wie ihr Herr in den Himmeln ist, und dass es bei ihm keine Parteilichkeit gibt.' - Eph. 6: 5-9, NW.

Ungeachtet also, welche Einschränkungen der Tätigkeit und welche unterschiedliche Behandlung auch immer von weltlichen Regierungen verlangt werden mögen, werden Jehovas Zeugen dies nicht zu einer Streitfrage machen, da sie wissen, dass die Regelung sozialer Ungerechtigkeiten nicht ihr Auftrag ist."


von Drahbeck - am 01.09.2013 22:09

Nordrhodesien (aka Sambia)

Vor sechzig Jahren
Sambia, Teil der früheren britischen Kolonie Nordrhodesien, an Malawi, Angola, Moçambique, Tansania, Simbabwe sowie Republik Kongo grenzend, alles bekanntlich auch Brennpunkt in der WTG-Geschichte. Besagtes Sambia seit 1964 als Staat unabhängig. Über eben dieses Nordrhodesien liest man einiges in der „Erwachet!„-Ausgabe vom 8. 9. 1953. So schreibt „Erwachet!"
Zitat

„Im Jahre 1946 gab es dort nur 4.798 Zeugen Jehovas, aber im Jahre 1952 beteiligten sich 20.282 an der Aufgabe, anderen von Gottes Königreich zu erzählen. Das bedeutet einen Zeugen auf je 85 Einwohner."

Bei letzterer Zahl einmal innehaltend ist festzustellen, dass - mit Schwankungen - etwa um 1972 - ein Verhältnis gar von 1 zu 80 erreicht werden konnte. Im Vergleich der internationalen Flächenstaaten, ein absoluter Spitzenwert und wie man las, in der Substanz schon relativ früh erreicht.
Im Jahre 2003 lag dieses Verhältnis dann immer noch bei 1 zu 93. Zwar eine gewisse Abflachung andeutend, dennoch nach wie vor beachtlich.
Zur zitierten „Erwachet!„-Ausgabe zurückkehrend, liest man weiter dort:
Zitat

„In fünf Dörfern sind beinahe alle Einwohner Evangeliumsdiener oder Menschen guten Willens."

Weiter notiert „Erwachet!":
Zitat

„Das Bild von Nordrhodesien wäre jedoch nicht vollständig, wenn nicht auch etwas über die Opposition, der Jehovas Zeugen begegnen, gesagt würde. Zum Beispiel wurde von den sogenannten 'weißen Vätern' eine Ciwemba-Broschüre veröffentlicht, die eine heftige Schmähschrift gegen die Zeugen darstellt und worin die meisten Schwierigkeiten im Lande, angefangen bei den Krankheiten einzelner Personen bis zu den Dürrezeiten, den Zeugen Jehovas zur Last gelegt werden. Auch kam es vereinzelt vor, daß sie ihre Schäfchen aufstachelten, gewalttätig gegen das Werk der Zeugen Jehovas vorzugehen. Als mit Strafverfolgung gedroht wurde, hörte diese Hetzerei jedoch auf."

Bezüglich der neueren Geschichte in Sambia siehe auch:
Sambia

Noch etwas gilt es in dieser „Erwachet!"-Ausgabe zu notieren.
Unter der Überschrift "Steinerne Zeugen" müht sich die WTG einige Fakten im Kampf zwischen Anhängern der Schöpfungslehre und Anhängern des Evolutionsgedankens darzubieten. „Haupttrumph" der diesbezüglichen WTG-Argumentation ist. Es habe schon früh relativ hohe Kulturen gegeben. Das Staunen darüber soll nun in die Bahn gelenkt werden. Wenn diese „Hochkulturen" später wieder abgesackt seien, so könne diese nicht übereinstimmen mit der Annahme eine „kontinuierlichen Höherentwicklung".
Auf den diesbezüglichen Streit soll hier nicht näher eingegangen werden; da es neben den Positionen der klassischen Schöpfungslehre und der Evolutionslehre, auch noch die des Deismus gibt, welcher in der Substanz sagt: Es kann so oder auch anders gewesen sein. Wichtig ist nicht das, was ungeklärt, bzw. kritisch hinterfragbar wäre. Wichtig ist was per Ratio (nicht per Glauben) als relativ gesichert gilt.

In ihrer diesbezüglichen Argumentation kommt die WTG auch auf die große Pyramide zu Ägypten zu sprechen. Bekanntlich war schon Russell von ihr fasziniert und baute sie in sein System mit ein. Rutherford allerdings, musste dann in späteren Jahren, dieser Pyramiden-Euphorie den endgültigen Laufpass geben. Und so gehört denn die Russell'sche Pyramidenlehre nicht mehr zum Bestand der heutigen Zeugen Jehovas (wie auch einiges andere noch). In ihren Pyramidenausführungen in der genannten „Erwachet!"-Ausgabe verschweigt die WTG ihren eigenen diesbezüglichen Part vollends. Aber das ist bei der Lügenorganisation Zeugen Jehovas ohnehin nichts „neues". Interessant sind die Pyramiden-Ausführungen aber dennoch. Vermitteln sie doch einen Einblick in jene Gedankenwelt, die da einst zu ihrer religiösen Überhöhung führte.
Zum Thema Pyramiden liest man in dieser „Erwachet!"-Ausgabe:
Zitat

„P. J. Wiseman behauptet in seinem Buche 'New Discoveries in Babylonia About Genesis (Neue Entdeckungen in Babylon über das 1. Buch Mose): 'Die Zivilisation hat bald nach der Flut einen Höhepunkt erreicht, von dem sie später zurückgesunken ist. Anstatt der vermuteten äusserst langsamen Entwicklung hat es sich gezeigt, dass die Kunst, wir könnten auch sagen Wissenschaft, plötzlich auf der Welt erschienen ist." Zum Beispiel: Von den achtzig Königsgräbern in Ägypten, die die Form einer Pyramide haben, ist die Cheospyramide die grösste und bedeutendste. Ganz besonders bemerkenswert sind nun die Beziehungen zwischen Mathematik und Technik, die sich gerade an dieser Pyramide ergeben, und mit denen sich schon im 17. Jahrhundert der englische Physiker Isaac Newton beschäftigt hatte, die aber erst im Laufe des vorigen Jahrhunderts in weiterem Umfange gelöst worden sind.
Albert Neuburger schreibt in seinem Buche 'Technik des Altertums': 'Die Beziehungen zwischen Mathematik und Technik beweisen, dass die alten Ägypter erstaunliche mathematische und astronomische Kenntnisse hatten, die sie mit ihren hervorragendsten Monumentalbauten in die engsten Beziehungen zu bringen verstanden.'
Die vier Seiten der Pyramide sind genau nach den vier Himmelsrichtungen gestellt, was nach der Meinung einiger den Zweck hatte, die Zeit der Tagundnachtgleichen zu bestimmen. Neuburger schreibt auch, dass die Erbauer der Pyramide das Verhältnis zwischen dem Umfang und dem Durchmesser eines Kreises, die berühmte Zahl pie (= 3,14159…), die von dem holländischen Mathematiker Ludolf van Ceulen im 16. Jahrhundert berechnet wurde, bereits vor Jahrtausenden nicht nur gekannt, sondern auch in der Technik verwendet haben.

Die heutige Astronomie lehrt, dass das Sonnenjahr unserer Erde 365,2422 Tage hat. Die Erbauer der Pyramide kannten die genaue Länge des Sonnenjahres bis auf den Zehntel einer Sekunde. Es tritt klar zutage, dass die Männer, die den Plan zu dieser Pyramide machten, ihre Steine zubereiteten, so dass sie vollkommen passten, und den Transport von mehr als 2 ½ Millionen Mauerwerk organisierten, vollentwickelte Menschen mit aussergewöhnlicher Fähigkeit, Erfindergeist und meisterhaftem Können gewesen sein mussten."


von Drahbeck - am 08.09.2013 22:23

Distanzierung von der Umwelt

Vor sechzig Jahren
Der Rubrik "Distanzierung von der Umwelt" ist auch die nachfolgende Leserfrage und ihre Beantwortung, im "Wachtturm" vom 15. 9. 1953 zuzuordnen, die hier kommentarlos wiedergegeben sei.
Zitat

"Ist es am Platze, auf jemandes Gesundheit zu trinken oder auf Gott oder Christus oder das Königreich anzustoßen? - J. S., Pennsylvanien.
Bisweilen wird auf etwas angestoßen, und Anwesende fühlen sich verpflichtet, mitzumachen. Dieser Brauch wurzelt weit zurück im Heidentum. Die Babylonier erhoben Trinksprüche auf ihre Götter, und die Sache endete damit, daß sie sich betranken. Die Bibel enthält einen Bericht über einen solchen Fall. Im Jahre 539 v. Chr. ordnete Belsazar an, daß die heiligen Gefäße des Tempeldienstes der Hebräer hervorgeholt werden möchten, und er sowie die Gesellen seines Trinkgelages "tranken Wein und rühmten die Götter". (Dan. 5: 1-49 Solche Trinksprüche zu erheben oder so anzustoßen, ist in keiner Weise zu vergleichen mit den Trankopfern, die Jehova Gott für seinen Tempeldienst vorschrieb. Wenn die Griechen Unterhaltungsanlässe gaben und sich dabei betranken, geschah es aus religiösen Gründen; sie tranken in langen Zügen, um ihre heidnischen Götter zu ehren. Nach den Griechen folgten die Römer mit ähnlichen heidnischen Religionsbräuchen, wobei sie auf die Götter anstießen. Natürlich hatten sie so viele Götter, daß jeder betrunken war, bevor das Ritual endete. Auch auf menschlichen Helden stieß man an.

Bevor sich die Skandinavier zu Christus bekehrten, kamen auch sie zu Zechgelagen zusammen und erhoben Trinksprüche auf Odin, Njord und Frey. Christlichen Missionaren gelang es nicht, diese Bräuche abzuschaffen, sondern man wechselte in den Trinksprüchen zur "Ehrung" Gottes und Christi und verschiedener Schutzheiliger hinüber, um so Rettung für seine Seele zu erlangen. Der künftige Zustand der Seligkeit war nach ihrer Ansicht mit beständigem Trinken und vieler Berauschung verbunden. Jehova Gott und Christus Jesus werden nicht damit geehrt, daß man heidnische Trinksitten auf sie oder Menschen überträgt. Gottes Wort, die Bibel, belehrt uns über den Weg, wie wir ihn ehren können, und wir fügen über diesen Punkt seinem Worte nichts hinzu, und besonders nicht, wenn die Beifügung von heidnischen Bräuchen herkommt. Wenn wir diesen Brauch des Anstoßens, zusammen mit vielen anderen unzulässigen Bräuchen, meiden, mögen wir den Weltmenschen als engherzig erscheinen. Und wenn auch? Vergessen wir doch nie, auch nicht für einen Augenblick, daß unser christlicher 'enger' Weg uns zur Rettung führt, gleichwie der 'breite' Weg der Welt sie ihrem Verderben entgegenführt."


von Drahbeck - am 15.09.2013 23:23

WBBR

Vor sechzig Jahren
1957 sah sich die WTG genötigt ihre eigene Radiostation WBBR aufzugeben. Indes noch 1953 feierte man sich diesbezüglich in der „Erwachet!„-Ausgabe vom 22. 9. 1953 in einem „Hier spricht der Neue-Welt-Sender WBBR" überschriebenen Artikel. Mit der nachfolgenden Darstellung bejubelte man sich darin:
Zitat

„Die WBBR-Programme gefallen fielen Hörern. Leichte Musik von Schallplatten erfreut jene Hörer, die dem Jazz und schwerer Musik abhold sind. Die Wachtturm-Orgel, die sich im größten der drei Studios befindet, erfüllt viele Wohnzimmer mit herrlicher Musik. Beliebt ist auch der aus 20 Sängern bestehende Chor des Wachtturm-Senders, dessen Lieder zum Preise Jehovas erklingen. Im Nachrichtenraum des WBBR werden die neuesten Nachrichten vom Internationalen Nachrichten-Dienst registriert und im Programm 'Wir beobachten die Welt' an die Hörer übermittelt. Darbietungen von allgemeinem Interesse wie 'Die Stunde der Frau', 'Neues über Bodenbearbeitung und Ernährung' und 'Verkehr und Sicherheit' bringen viel Lehrreiches über das Haushalten, die Bodenbearbeitung und Sicherheit auf der Straße usw.

WBBR ist als ein der Belehrung dienender Sender konzessioniert, und diesen Zweck erfüllt er auch durch viele lehrreiche Programme. Diese sind jedoch nicht trocken, formell oder überspannt, sondern ungezwungen, interessant, praktisch, zeitgemäß und reichhaltig. …

Diese Programme sind genußreich infolge der Abwechslung und Belehrung, die sie bieten. Jeder Tag wird begonnen mit der Besprechung eines Bibeltextes im Programmpunkt 'Gedanken zum Tage'. Die Sonntagmorgen-Diskussion ist eine Besprechung aktueller Themen von Personen, die den Standpunkt eines Wissenschaftlers, eines Katholiken usw. einnehmen. Junge Evangeliumsdiener aus ganz Amerika werden eingeladen, um als Gäste im Programm 'Ein junger Evangeliumsdiener spricht' mitzuwirken. Die Werktagssendung 'Am Frühstückstisch', in der das Mikrophon das Gespräch eines jungverheirateten Paares belauscht, verfolgen viele Hörer mit Interesse. Um 19 Uhr ist es Zeit für das 'Heimbibelstudium'; die Hörer werden eingeladen, sich mit einer Familie zu versammeln, die Gottes Wort betrachtet. Die Mitwirkenden, die gewisse Charaktere darstellen, gestalten das Studium lebendig durch ihre Fragen und Argumente und deren Beantwortung oder Widerlegung.


von Drahbeck - am 23.09.2013 00:17
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