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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck, sebe

Hirch

Startbeitrag von Drahbeck am 17.08.2013 11:13

Notiert
Hirch Relaunch
Als Firmeninhaber (demzufolge wohl kaum auf den Cent sehen müssend) hat Herr Hirch seine Webseite unter Einschaltung eines Dienstleiters - der aber nicht mit dem Dienstleister mehr identisch ist - der für seine vorhergehende Webseitenmodifizierung zuständig war, einer neuerlichen Modifizierung unterziehen lassen.
Sah man im Titelbild der vorhergehenden Variante, etwa Ausschnitte aus einem Aktenarchiv, so heisst jetzt die Tendenz, in grundsätzlicher Fortsetzung der Hirchen'schen „Ach wie ist mir so weinerlich zumut"-Politik, die Berliner Mauer.
Selbstredend macht sich Polemik gegen selbige, seit jeher bei strammen Alt-Bundesrepublikanern, besonders gut. Kommt noch die individuelle Komponente Firmeninhaber mit hinzu, dann haben sich da wohl die rechten Weiner zu ihrem „Weinkonzert" gesucht und gefunden!

Inhaltlich bietet die neue Variante allenfalls noch zusätzlich, Texte in Sachen des Sondergerichtes Darmstadt zu NS-Zeiten. Ansonsten inhaltlich alles weitgehend wie gehabt, (abgesehen von den genannten optischen Veränderungen).
Was nun Darmstadt anbelangt, besteht wohl kein sonderlich Grund darüber verwundert zu sein. Auch dort gab es ZJ-Verurteilungen „am Fliessband" zu Nazizeiten. Dafür hätte man als Beleg auch auf andere NS-Sondergerichte, und keinesfalls „nur" das von Darmstadt verweisen können.
Immerhin umschifft Herr Hirch dabei „gekonnt" die Brisanz eines Falles, der just auch vor dem Sondergericht Darmstadt sich abspielte. Den Fall Konrad Franke.
Franke von seinem damaligen WTG-Funktionärskollegen Georg Rabe ans Gestapo-Messer geliefert.
Jener Herr Franke, der dann in seiner Haftzeit auch noch mittels des „Briefboten Gestapo" mit dem ebenfalls verhafteten WTG-Funktionär Fritz Winkler „Briefaustausch" pflegte (wobei es müßig ist darüber zu reflektieren wer an wen zu erst schrieb).
Von jenem Herrn Franke sind dann auch noch Gestapo-Protokolle überliefert, deren Tenor in dem Satz zusammenfassbar ist, Franke lieferte Aussagen, die es der Gestapo ermöglichte, ihr „Strick um den Hals legen"-Handwerk in weiteren Zeugen Jehovas-Fällen, fortzusetzen.
Brachte es der Herr Frost auch noch zu einer gekünstelten Apologie aus der Feder des Herrn Hirch (ursächlich auch weil der „Spiegel" für eine breitere Öffentlichkeit im Falle Frost sorgte). So ist dieses Auch-Event aus der Feder des Herrn Hirch, dem Herrn Franke ja erspart geblieben. Wohl auch deshalb weil es keinen Anschluss-Artikel in Sachen Franke im „Spiegel" gab, nach den vorhergehenden Lobgesangs-Artikeln beider Herrschaften im „Wachtturm". So ungerecht kann manchmal Geschichte sein.

Weitaus relevanter als vorgenannter Umstand sind dann wohl die mageren Verlinkungen seitens Hirch, auf andere Webseiten.
Gerade mal die schon lange „halbtote" „Standhaft.org" Webseite („Halbtot" deshalb schon lange auf einem nicht mehr aktualisierten Stand stehen geblieben).
Und das von seinem besonderen Mentor Besier herausgegebene Buch, respektive zu Wrobel'schen WTG-Zeiten dazu hinzugefügten Link-Ergänzungen finden Erwähnung. Ende der Durchsage seitens Hirch.
Dürftig der Umstand auch dass der geschasste WTG-Funktionär Wrobel, der mal für diese Ergänzungen zeichnete, als nunmehr Geschasster aber „keine Zeit mehr hat" für weitere Ergänzungen dort.
Bezeichnend auch der Umstand, dass die vorgenannte Causa Wrobel in Hirch's Webauftritt nicht mit vorkommt.

Ebenso bezeichnend wie das Parteibuch des Herrn Besier (das derzeitige) als Mitglied einer von Altstalinisten durchtränkten Partei, ebenfalls für Hirch kein Thema ist.
Mit diesen beiden Polen jammern über die Berliner Mauer und gleichzeitiger Inanspruchnahme des Sponsoring eines Skrupellosen, der in der Partei der Alt-Stalinisten seine derzeitige „Heimat" gefunden hat, wird die ganze Hohlheit der Causa Hirch, einmal mehr zu Protokoll gegeben!

Antworten:

Re: Hirch und Wollenburg

Ab dem Jahre 2013 etwa, bietet Herr Hirch im Zuge einer hauptsächlich optischen Überarbeitung seiner Webseite, auch schätzungsweise 50 % der Abschlussarbeit des Stasiisten Wollenburg - in Faksimilie-Form - auch auf seiner Webseite an. Der Grund dieses agierens liegt offenbar darin, dass es dem Hirch besonders angetan hat, dass Wollenburg in dieser Arbeit, die CV als Stasi-Werkzeug charakterisiert. Wollenburg feiert es als „großen Sieg", dass die CV etwa um 1977 herum, auch mit jährlichen Tagungen, deren (Hauptbesucheranteil dann aber wohl in Stasi-IM gesehen werden können) eine gewisse Aktivierung ihres Unternehmens praktizierte. Indes ist es dem Wollenburg schon mal entgangen (bzw. konnte er zum Zeitpunkt der Erstellung seiner Arbeit (1978) es noch nicht berücksichtigen), das auch diese Aktivierung dann von zunehmenden Einschlaf-Tendenzen noch übermannt wurde.
In seiner parteiischen Betriebsblindheit indes bekommt der Herr Hirch dann schon mal überhaupt nicht mit, dass er damit zugleich auch ein paar „Schüsse in den eigenen Ofen" abfeuert. So etwa wenn auf Blatt 5 der Wollenburg'schen Arbeit, über einen Besuch des damaligen WTG-Präsidenten Franz in Wiesbaden im November 1977 berichtet wird. Und der Wollenburg wähnt, den Franz dabei „wörtlich" zitieren zu können. Ob er ihn denn nun wörtlich oder nur sinngemäß zitiert hat, mag ja dahingestellt bleiben.
Immerhin wähnte der Vorgenannte dann sein Zitat in etwa so verlautbaren zu können.
Zitat

„Es ist zu garantieren, das unser Werk in den kommunistisch regierten Staaten, in aller Ruhe weitergeführt wird. Dazu ist es notwendig das unser Wirken nicht auffällt oder bekannt wird, denn der Feind darf unsere Absichten und Pläne nicht durchschauen."

So so, und wenn das so sei, wie kann sich die Stasi dann brüsten „wörtlich" zu zitieren? Der ganze Vorgang erweckt doch den Eindruck, da saß die Stasi mit am Konferenztisch in Wiesbaden!
Oder wenn Wollenburg auf Blatt 28 dann weiter ausführt:
Zitat

„So gelang es beispielsweise einen IM unserer Diensteinheit unter Ausnutzung persönlicher Verbindungen Kontakt zum Ostbüro der Wachtturmgesellschaft herzustellen und ein Verbindungssystem aufzubauen, indem geheimdienstliche Mittel und Methoden zur Informationsübermittlung zur Anwendung kommen (Anlage 3)"

Besagte
Zitat

„Anlage 3"
wird von Hirch dann schon mal nicht mit dokumentiert, was auch noch ausdrücklich festzustellen wäre.
Weiter redet Wollenburg (ebenfalls auf Blatt 28), das die Stasi-Anweisungen an diesen IM schriftlich festgehalten wurden.
Wollenburg ist der Stasi-Dienststelle Neubrandenburg (geograpisch im heutigen Mecklenburg-Vorpommern gelegen) zu damaliger Zeit zugehörig, und plaudert da etwas aus seinem „Nähkästchen". Gerade der Hinweis auf Neubrandenburg macht dann hellhörig, dieweil es noch eine weitere Stasi-Arbeit ebenfalls mit Bezug zu Neubrandenburg gibt, an die da auch zu denken wäre. Und zwar die Arbeit des Stasiisten Baenz, der da minutiös mitteilt, wie solche eine schriftliche Auftragserteilung aussah. Etwa mit den banalen Sätzen:
Zitat

„Zur Vorbereitung und Legendierung Ihres Auftrages informierten Sie den Versammlungsdiener der Zeugen Jehova Gruppe Torgelow von Ihrem Vorhaben. Er begrüßte Ihren Vorschlag und zeigte Möglichkeiten, die es ihnen ermöglichen, am Kongreß teilzunehmen. Er gab Ihnen hierzu Ratschläge und Hinweise.
Ihre Absicht teilten Sie Ihrem Gebietsdiener mit. Auch dieser gab dazu seine Zustimmung.
Die Durchführung Ihres Auftrages ist sowohl gegenüber der Öffentlichkeit (Besuch Ihrer Schwester in Bayern) als auch gegenüber den Funktionären der WTG Zeugen Jehova (Zustimmung durch die Funktionäre) abgedeckt.
Wir bitten Sie nun, daß Sie Ihre Reise von Torgelow aus antreten und direkt nach Karlsruhe fahren, um am Kongreß teilzunehmen. Sie umgehen damit alle unliebsamen Fragen Ihrer Schwester, die sich auf Ihre Teilnahme am Kongreß der WTG beziehen. Das würde bedeuten, daß Sie sich in der Zeit vom 10. 8. - 12. 8. in Karlsruhe aufhalten und erst danach zu Ihrer Schwester nach Amberg reisen.
Halten Sie sich an nachfolgende Instruktionen:
Sie lösen Ihre Fahrkarte am 10. 8. auf dem Bahnhof Torgelow mit der Angabe des Reiseziels Amberg/Bayern über Karlsruhe. ..."
usw.
Zumindest mir drängt sich da der Eindruck auf, da dürften wohl Wollenburg und Baenz auf dengleichen ihrer „Erfolgsfälle" Bezug nehmen. Gleichwohl ist festzuhalten, einen Querverweis auf die Fälle Baenz und Wollenburg der sachlich durchaus begründet wäre, gibt es seitens Hirch nicht.
Siehe auch:
Noch nicht Enttarnt

von Drahbeck - am 01.09.2013 08:25

Re: Hirch und Wollenburg

Auch aus Mittelsachsen durften/mußten Wachtturmhöchkaräter zu solchen getarnten Verwandtschaftsbesuchen nach Selters reisen.

von sebe - am 01.09.2013 09:18

Nochmals Torgelow

(Kommentarlos zitiert)
Gelesen in der CV 217

ERINNERUNGEN AN EINEN KONGRESSBESUCH
Nun waren wir in Karlsruhe zum Kongreß "Göttliche Herrschaft" der Zeugen Jehovas.
Wir mußten uns erst an die dortige Obrigkeit wenden, ehe wir auf dem Kongreßgelände ankamen. Diese war, sehr zuvorkommend, als sie hörten, wir kommen aus der DDR und waren Zeugen. Es war also dort eine gute Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der Wachtturm-Gesellschaf't .
Wir wurden zur Kongreßleitung geführt. Das war aufregend. Überall standen Brüder herum, welche die Leitungsglieder beschützen sollten. Wir wurden durch lange Gänge geführt. Dann kamen wir beim Bruder Peter an. Es gab eine freundliche Begrüßung. Der Reisepaß wurde abgenommen und registriert.
"Also Geschwister, ihr kommt aus Torgelow?" Dann kamen eine Reihe von Fragen:
"Wer sind eure Ältesten? Wie steht es mit dem Verkündigen? Bei euch ist doch viel Armee? Könnt ihr sagen, was für Einheiten?'"
Wir verneinten, denn es gab ein striktes Verbot in den Armeesiedlungen zu verkündigen.
Noch eine Frage:
"Wie kommt die Bevölkerung mit der Armee zurecht?"
Wir sagten, man hat sich daran gewöhnt.
Nun erhielten wir unsere Essenmarken für die Kongreßtage. Wir fragten uns, warum die Frage nach der Armee? Das ist doch auch eine politische Frage, wenn nicht noch mehr.
Der Kongreß hatte schon angefangen. Es war überwaltigend, die Menschenmenge und alles Zeugen. Es herrschte eine gute Stimmung.
Das Fotografieren wurde über den Lautsprecher verboten. Alles verlief nach dem ausgedruckten Programm. Uns fiel auf, daß ein Mann im Parterre an einen Pfeiler gelehnt stand, wo doch alle saßen. Der Redner hatte gerade seine Ausführungen beendet, als der Mann loslief und schrie "alles Lüge".
Er hatte das Rednerpult aber noch nicht erreicht, da war das Mikrofon schon abgeschaltet. Nun war seine Stimme nicht mehr zu hören. Schon erschienen vier Zeugen auf der Bildflache (als Rausschmeißer). Sie ergriffen den Mann und schleppten ihn raus. Wir fragten unseren Nachbarn, geschieht so etwas öfter? Er sagte, "wir haben uns schon daran gewohnt. Übrigens, diesen Mann kennen wir. Er ist ein evangelischer Pfarrer." Was geschieht mit ihm?, fragten wir. "Das ist ganz einfach. Er hat sich des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Seine Personalien werden aufgenommen, dann wird er verhört und schließlich der Polizei übergeben."
Haben sich die Zeugen eine eigene Justiz zugelegt? Sie als eine so starke Organisation können nicht einmal eine Gegenstimme vertragen, ist das nicht lachhaft? Wie schwach sie doch sind.
Die Biblischen Dramen waren für uns unfaßbar. Ja, sie waren für Auge und Ohr bestimmt. Wir dachten, daß man uns einmaliges, großartiges bot. Aber leider stimmten die Worte und Musik vom Tonband (Playback) nur selten überein, mit den Gesten und der Mimik der Darsteller. Aber alle nahmen es freudig an, "denn es kam ja von Jehova"!
Als der Kongreß beendet war, durften wir Druckerzeugnisse mitnehmen, soviel wie jeder wollte. Bruder Peter wußte, daß das Mitbringen eine strafbare Handlung ist. Aber was kümmerte es ihn. Er konnte ja nicht bestraft werden, wie ja eventuell die Zeugen, die zurückfuhren.

von Drahbeck - am 01.09.2013 09:42
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