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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Drahbeck, der einzig wahre Bauer

Vor fünfzig Jahren

Startbeitrag von Drahbeck am 01.10.2013 02:29

Letzte vorangegangene Teile dieser Serie
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,164511,164511#msg-164511


Zuchtmeister unter sich
Vor fünfzig Jahren
Bereits in den vorangegangenen Ausgaben des „Wachtturms" vom Jahrgang 1963, wurde des langen und breiten, das Thema „Zucht" abgehandelt. Auch in der „Wachtturm"-Ausgabe vom 1. 10. 1963 fühlen sich die WTG-Zuchtmeister dazu berufen, diese Linie fortzusetzen. Diesmal titelt man: „Die rechte Einstellung zur Zucht". Worum es denn (auch) den WTG-Zuchtmeistern in ihrem Zuchthause geht, lässt sich vielleicht auch mit einem externen Beispiel veranschaulichen.

Es geht um ihren eigenen Machtanspruch, um das die ihnen willfährigen traktieren und mittels ihrer Peitsche gefügig machen. Wenn von einem externen - nicht vom „Wachtturm" zitierten - Beispiel die Rede ist, dann wäre auch auf ein Buch hinzuweisen, welches in der relativen Frühzeit, die „Neuapostolische Kirche" behandelte. Es wurde im Jahre 1913 von einer Luise Kraft veröffentlicht und trug den Titel: „Unter Aposteln und Propheten".

Daraus sei veranschaulichenderweise nochmals nachfolgender Passus zitiert:
Zitat

„Peter und ich waren frei geworden. Nun schwor man uns Rache und Verfolgung. Unsere Existenz sollte untergraben werden. Und doch hatten wir schon zuviel Not gelitten durch unsere Schwärmerei, durch Arbeitsversäumnis zufolge des ruhelosen Umherlaufens und der freigebigen Bewirtung 'apostolischer' Gäste aus allen Gegenden. Zunächst wollte man uns von unseren Kindern trennen, sie dadurch unsrem Einfluss entziehen und uns auch auf diese Weise in eine Notlage bringen. Sodann wurde meinen seitherigen Freundinnen jeglicher Verkehr mit mir strengstens untersagt, könnte ich doch womöglich auch sie noch zum Abfall verführen! 'Wehe, wehe!' rief der Geist in der Versammlung, 'was hat Christus für eine Gemeinschaft mit Belial?'"

„Traurig war das Verhältnis zwischen uns und unsren Kindern. Diese Ärmsten - wie trugen sie Leid um ihre Eltern, besonders um die 'abgefallene' Mutter, die sie vom Herrn 'Papa' nur noch als eine vom Herrn verworfene, eine verlorene schildern hörten! Ihre liebe, gute Mutter jetzt ein Teufel? Wie konnten sie das fassen? Ihre 'apostolische' Seligkeit hatte sich verwandelt in tiefe Traurigkeit. Sie kannten doch ihre Mutter, die sie glauben und beten gelehrt und zu einem gottesfürchtigen Wandel erzogen hatte, und nun gab ihr 'Jesus' das Zeugnis einer Gottlosen!

Wilhelm gab sich alle Mühe, den Kinder den Rest ihrer Zuneigung zur Mutter zu nehmen. 'Ihr Kinder, ihr wisst es ja gar nicht, wie schlecht eure Mutter ist, was sie alles treibt und getrieben hat, sogar gestohlen hat sie', erzählte er und machte ein Märchen zurecht, wie es der Teufel selbst nicht besser ersinnen konnte. Vor Gott sind wir offenbar. Wer Lügen frech redet, der wird nicht entrinnen. Ich entwehrte mich mit Entrüstung der gemeinen Verdächtigungen, doch Wilhelm beharrte fest bei seiner verlogenen Behauptung. 'Die Furcht hütet den Wald.' Meine Kinder blieben einstweilen dem Herrn treu, verließen aber dennoch die Mutter nicht ganz, wie es der 'Apostel' verlangte. Indessen blieben sie im Zweifel und betrachteten mich mit forschenden Blicken. Sollten sie den Eltern vertrauen oder 'Jesus' Gehorsam leisten?"

„Meine Töchter hatten sich beide mit Zustimmung des 'Apostels' verlobt. Wir Eltern standen bei dieser wichtigen Lebensfrage im Hintergrund. Nur 'Papa' war maßgebend. Und dann die Hochzeit! Freude herrschte bei allen Gästen, nur nicht bei der Braut und ihren Geschwistern. Hochzeit ohne die noch lebenden Eltern! Sie waren 'gestorben'. Der neue 'Jesus' - nicht der Heiland, der da ist und sein wird in Ewigkeit - hatte sie für 'tot' erklärt.

Der 'Papa' vollzog die Trauung. Was lag ihm an der Herzensstimmung der Braut? Gut gekocht hatte sie selbst eigen, und wie schmeckten die süßen Streuselkuchen so gut, die sie gebacken hatte! Alle Haushaltungen der Apostelgemeinde Wetzlar waren vertreten. Die Leute zeigten, daß sie nicht nur für geistliche Speisen empfänglich waren, sondern auch irdische zu vertilgen wussten. Es galt ja, die erste Hochzeit in der neuen Gemeinde feiern. Kein Wunder, daß sie als gute Deutsche auch dabei tranken! Und wie lustig der 'Papa' war! Er versteht es ja, schalkhaft zu sein. Heute war ja eine Siegesfeier. Welch hochfahrenden Gedanken mögen sein Herz bewegt haben! Jetzt, Lisa, bist du niedergezwungen, jetzt habe ich euch erst recht gedemütigt, dich und deinen Peter; mein sind nun die Kinder, ihrem geistigen Vater, der sie gezeuget hat! Die junge Frau entledigte sich nach der Trauung ihrer Hochzeitskleider und bediente die Gäste. Wie ein schwerer Traum lag es auf ihr, nur ihre Schwestern heuchelten dem 'Papa' zuliebe eine gewisse Fröhlichkeit. Nicht ist es der Fluch der Eltern, der sie umgibt, aber die Gebete der Eltern umringen sie in ihrer scheinbaren Fröhlichkeit. Das Band der Liebe zwischen Eltern und Kindern war noch nicht entzwei."

„Daraus geht hervor, aß dem 'Apostel' seine Willensmacht bewusst ist, mit der er Tausende so unterjocht, daß sie seine Autorität anerkennen müssen. Ist er selbst einer Autosuggestion so unterlegen, daß er sich wirklich für einen Apostel und den fleischgewordenen Jesus hält auf Grund des Bibelwortes: 'Wer euch höret, der höret mich?' Gott weiß es! Oder sollte doch von Zeit zu Zeit ein großes Fragezeichen in seinem Gewissen auftauchen? Oder stützen die heutigen 'Apostel' ihre Berechtigung zur Führung dieses hochtrabenden Titels auf ihren äußerlichen Erfolg? Halten sie es für richtig, über andere Menschen zu herrschen, über große Opfer und mitunter den 'Zehnten' zu verfügen? Wenn sie wirklich über die gemeinen Glieder erhaben sein wollten, so müssten sie das dumme Zeug und viele an Hanswurstigkeit grenzende Vorkommnisse als das erkennen, was sie wirklich sind, und rügen."

Vergleiche mögen zwar hinken, einige Details sind selbstredend grundlegend anders gelagert. Was aber beide Formen der Religionsindustrie eint (und wohl nicht nur die beiden genannten selbiger), ist das durchboxen der Machtansprüche der Religionsfürsten!

"Unter Aposteln und Propheten"

Antworten:

Der wiederkäuende Hase

Vor fünfzig Jahren
In gewisser Hinsicht erinnert mich die „Erwachet!"-Ausgabe vom 8. 10. 1963 an eine frühere Diskussion im Forumsarchiv A140.
In letzterem konnte man auch vernehmen (etwas gekürzt zitiert):
Zitat

„Geschrieben von magnusfe am 27. Oktober 2005 18:44:04: ...
Lassen wir das eben erwähnte Tierlexikon Grzimeks Tierleben zu Wort kommen. Im 12. Band wird auf S. 421f. folgendes geschildert:
"Im Jahre 1882 veröffentlichte Morot in einer französischen tierärztlichen Zeitschrift seine Beobachtungen über die schleimüberzogenen «Magenpillen» der Kaninchen. Außer der normalen festen Losung erzeugen diese Tiere nämlich eine zweite Kotform – weiche, schwachgeformte Kügelchen, die sie nach Ablage sofort aufnehmen und unzerkaut schlucken. Sie sammeln sich an einer bestimmten Stelle des Magens (in der Cardiaregion) und werden nochmals verdaut. Auf solche Weise geht ein Teil der Nahrung zweimal durch den Darm und wird dadurch besser aufgeschlossen. Diese Doppelverdauung ähnelt in gewisser Weise dem Wiederkäuen der meisten Paarhuferfamilien. Der weiche Kot (Caecotrophe) wird im Blinddarm gebildet und dort stark mit Vitamin B1 angereichert; nach den Untersuchungen von Scheunert und Zimmermann enthält er gegenüber dem normalen Kot die vier bis fünffache Menge an Vitaminen. Für die Hasentiere ist der «Blinddarm-» oder «Vitaminkot» lebenswichtig; er erleichtert ihnen vermutlich auch das Überstehen längerer Fastenzeiten bei ungünstiger Witterung" ...
Geschrieben von Rudi am 28. Oktober 2005 00:31:25:
Als Antwort auf: Hase ist doch Widerkäuer geschrieben von magnusfe am 27. Oktober 2005 18:44:04:
genau und damit soll bewiesen werden, dass ZJ recht haben, nicht wahr!?
Wenn sie tatsächlich recht hätten und alles sich so oberschlau erfüllt hätte, wie angeblich bewiesen und argumentiert, wäre Harmagedon rum! Außer Spesen und Worte nichts gewesen.
Aber wir könnten mal das Thema vom Wiederkäuer zu Jesus erörtern. Selbst wenn die Bibel diese Auskunft erteilt, haben die ZJ noch lange nicht gezeigt, dass sich ihre Deutungen bewahrheiten, im Gegenteil, oder?
Geschrieben von L. am 28. Oktober 2005 07:11:18:
Als Antwort auf: Re: Hase ist doch Widerkäuer geschrieben von Rudi am 28. Oktober 2005 00:31:25:
Preisfrage an Rudi:
Welche Prophezeiungen die Jesus geäußert hat werden sich künftig erfüllen?
Ps: Die Betonung liegt auf JESUS und nicht Zeugen Jehovas!!! Bitte keine ausweichenden Antworten und keine Zeitangaben!
Geschrieben von Rudi am 28. Oktober 2005 23:50:01:
Als Antwort auf: Was wird Rudi antworten? geschrieben von L. am 28. Oktober 2005 07:11:18:
alle oder gar keine. Alle, wenn er tatsächlich Gott ist und keine, wenn er nur ein Religionsführer war wie Buddha, Mohmammed usw.
Geschrieben von L..... am 29. Oktober 2005 03:23:30:
Als Antwort auf: Re: Was wird Rudi antworten? geschrieben von Rudi am 28. Oktober 2005 23:50:01:
ja, haha...sehr diplomatisch ausgedrückt! Mir war so, als hätte Jesus einen weit höheren Stellenwert bei Dir gehabt als die anderen Religionsführer.
L.
Geschrieben von anonym am 29. Oktober 2005 09:56:18:
Als Antwort auf: Re: Was wird Rudi antworten? geschrieben von L..... am 29. Oktober 2005 03:23:30:
Also die Frage zurück an L.
Welche Prophezeiungen die Jesus geäußert hat werden sich künftig erfüllen?
Geschrieben von gert am 29. Oktober 2005 14:40:53:
Als Antwort auf: Re: Was wird Rudi antworten? geschrieben von anonym am 29. Oktober 2005 09:56:18:
Vor allem die, dass es ein Ende der "Welt" geben wird, und vor allem, dass sich das Ende NICHT berechnen lässt.
Chrisus selbst hat zugeben, daß ER den Zeitpuntk des Endes nicht weiss. Wenn ER es nicht weiss, wird die Anmassung der Zeugen noch offensichtlicher, einen Zeitpunkt berechnen zu wollen.--- Es steckt auch ein tieferer Sinn dahinter, wenn nur Gott den Zeitpunkt des "Endes" kennt. Denn: man könnte davon ausgehen, daß das Böse, (oder wie immer man die gottfeindlichen Kräfte nennen will), ebenfalls von einem berechenbaren Ende Nutzen hätte.??!----- Weiter ist in der Offenbarung d. Johannes, ( wo es um das Abernten des Weinstockes der Erde geht) von ZWEI Ernten die Rede, die am Ende der Zeiten, von Christus selbst eingebracht werden. Ganz eindeutig, und im Gegensatz zur Lesart der Z. Jehovas, wird die erste Ernte von Christus selbst eingebracht, also für ihn selbst.... Die andere Ernte betrifft den WEINSTOCK DER ERDE. Der Ausdruck beweist, daß sich diese zweite Ernte,( die sich den Grimm Gottes zuzieht), auf eine
IRDISCHE ORGANISATIONEN bezieht. Folglich gibt es also nur EINEN wahren Glauben, und der bezieht sich auf Christus SELBST.------ Damit ist auch das Geheimnis der "Hure Babylon" entschlüsselt. Die Berühmte HURE ist demnach( im Gegensatz zu einer "geistigen" Organistion), eine IRDISCHE Organisation, was nicht unbedingt auf die katholische Kirche zutreffen muss. Streng genommen, sind es ALLE irdischen Organsistionen, also auch die WTG......."

Genug von dieser ermüdenden damaligen Diskussion.
„Erwachet! vom 8. 10. 1963 welches da als Sonderausgabe daherkommt und wähnt titeln zu sollen:
„Die Bibel triumphiert im Zeitalter der Wissenschaft", bemüht ebenfalls den wiederkäuenden Hasen als eines seiner Argumente.
Unter der Artikelüberschrift „Der Mensch ändert sein Meinung. Die Bibel triumphiert" wähnt „Erwachet!" in der Pose des Siegers ausführen zu sollen:
Zitat

„Ein solches Beispiel ist der Hase. Obschon ihn die Bibel in 3. Mose 11:6 und 5. Mose 14:7 als Wiederkäuer bezeichnet, schreibt ein bekanntes Lexikon zur Bibel unter dem Stichwort 'Hase': 'Von Wiederkäuen im üblichen Sinne kann beim Hasen allerdings keine Rede sein ....
Aber das stimmt nicht! Vor kurzem machte man überraschende Entdeckungen, die zeigen, daß das Kaninchen, das ja zu der Familie der Hasen gehört, wiederkäut ..."

Dazu kann ich dann meinerseits nur anmerken, dass mir solcherlei Argumentation am „Allerwertesten vorbeigeht".

Die Kritik an Theorie und Praxis der WTG-Religion entscheidet sich mit Sicherheit nicht an solchen kleinkarierten Detailfragen. Wer dennoch gerade sie als besonders „wichtig" herausstellt, der hat es wohl in der Tat auch besonders nötig!
Parsimony.Thread4764

http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,73691,84283#msg-84283

Parsimony.23556
Mysnip.112948

Namentlich die in religiösen Kreisen besonders beliebte Kritik an Evolutionsthesen, nimmt da die Funktion eines trojanischen Pferdes wahr.
Einerseits wissen die Religiösen genau so viel oder wenig wie sie das den Evolutionisten unterstellen. Andererseits koppeln sie ihr Nichtwissen aber mit selbstherrlichen Thesen, etwa denen des Marionettentheaters, in welchem der Mensch keinerlei bestimmende Macht (sei sie positiver oder negativer Art) ausüben könne. Nur der Marionettentheaterbesitzer könne dies in ihrer Lesart tun.
Zu den „Events" des Marionettentheater-Taschenspieler-Gauklers, können dann schon mal auch brennende Auschwitzöfen gehören, um ein selbsternanntes angebliches „Gottes-Augapfel-Volk" dorthin zu scheuchen wo der Marionetten-Gaukler, noch schlimmer, seine selbsternannten „Stellvertreter" auf Erden, wähnen, sie müssten „dorthin". Dabei sind dem Marionetten-Gaukler also selbst brennende Auschwitzöfen „recht und billig", da in seinem Marionettentheater keinerlei andere Option dafür „vorgesehen" sei. „Vorsehung" indes müsse sein, dieweil ohne „Vorsehung", die selbsternannten Statthalter des Obergauklers sich als das entpuppen, was sie sind.
Als Ober-Ober-Ober-Gaukler!

Was mit dem Begriff „trojanisches Pferd" veranschaulicht werden soll, mag auch nacholgendes Zitat verdeutlichen:
Zitat



von Drahbeck - am 07.10.2013 22:17

Dazu indes hüllt sich der WT in Schweigen!

Vor fünfzig Jahren
„Herzoperationen ohne Bluttransfusion" titelt ein Bericht im „Wachtturm" vom 15. 10. 1963.
Danach habe ein Krankenhaus in den USA (keineswegs aber alle, welche solcherlei Operationen ausführen), es geschafft, die dabei mit verwandte Herz-Lungen-Maschine mit Blutersatzstoffen zu füllen. Und die Operation sei auch erfolgreich verlaufen.
Wenn der WT solcherlei Meldungen bringt, ist seine Tendenz offenkundig.
Er berichtet in dem Fall nur, unterlässt es aber einiges mit zu reflektieren.
Zum einen dass solcherlei Operation nicht mit Notoperationen, etwa im Falle eines Unfalles, verglichen werden können.
Die ausführenden Ärzte haben somit eine ausreichende Vorbereitungszeit, die sie bei Operationen in Folge von Unfällen, nur selten haben.
Diese doch dann wohl als relativ „günstiger" zu bezeichnenden Rahmenbedingungen, erlauben es ihnen auch die Risiken gewählter Formen des operativen Eingriffes, im Vorfeld, genauer abschätzen zu können. Gelangen sie aufgrund dieser Risiken-Einschätzung auch zu der Einsicht, eine blutlose Operation wäre möglich, nun gut.
Was jedoch unfair ist, solcherlei Einzelfälle zu verallgemeinern.
Es gibt eben auch nach wie vor Fälle, wo vorgenanntes Kalkül so nicht möglich ist. Dazu indes hüllt sich der WT in Schweigen!

von Drahbeck - am 15.10.2013 03:08

Österreichische Details

Vor fünfzig Jahren
In der „Erwachet!"-Ausgabe vom 22. Oktober 1963 taucht neben der Angabe:
Verantwortliche Redaktion: Erich Frost, Wiesbaden, auch erstmals die zusätzliche Angabe auf:
In Österreich: W. E. Voigt, Wien XIII. Gallgasse 44.
Ein ähnliche Aufnahme der Österreich-Adresse (erstmals) ist auch in der „Wachtturm"-Ausgabe vom 15. 10. 1963 zu beobachten.
Warum ausgerechnet in der zweiten Monatshälfte Oktober des Jahres 1963 dieses Detail neu mit aufgenommen wird, erläutert die WTG allerdings nicht.
Es wurde bereits früher mal festgestellt der „Wachtturm" und "Erwachet!" wurden in Österreich in den 1950er Jahren, bis einschließlich etwa 1961, (ausgehend vom Bestand der Deutschen Bücherei) von einer „weltlichen" Firma gedruckt. (Hans Bulla & Sohn, Wien). Aber der Jahrgang 1962 und weiteres, dann schon nicht mehr. Diesem Umstand ist es zuzuschreiben dass sich beispielsweise genannte Jahrgänge auch im Bestand der Deutschen Bücherei (Leipzig) befinden.
Indem nunmehr die WTG-Druckerei in Wiesbaden, offenkundig auch Österreich mit belieferte, ist wohl zugleich der Vertrag mit der genannten Firma zum drucken von WTG-Schrifttum ausgelaufen.
Etwas zeitverspätet wurde nun auch das Impressum jener WTG-Zeitschriften dieser Sachlage angepasst.
Was nun den mit genannten Walter E. Voigt anbelangt, ist festzustellen, seine WTG-Karriere erlitt dann in späteren Jahren, noch einen beachtlichen Knick.
Siehe dazu auch

Walter Voigt

Gerd Borchers

von Drahbeck - am 22.10.2013 04:13

Re: Ein Bild "sagt mehr als tausend Worte"

Vor fünfzig Jahren
Nachdem der „Wachtturm" vom 1. 11. 1963 in seinem Studienartikel, auf in der Tat abschreckende Bespiele von Jugendkriminalität „in der Welt" hingewiesen hat, belobigt man sich dann mit den Sätzen selber:
Zitat

„Da christliche Eltern die richtige Autorität kennen, wissen sie, wie sie ihre Kinder erziehen müssen, um sie vor den Einflüssen der Welt zu schützen. Sie sind nicht im ungewissen, wie jene, die ihre Kinder ohne die 'Zucht' und den 'autorativen Rat Jehovas' zu erziehen versuchen."

Bei diesem doch wohl ein betontes Maß an Selbstsicherheit ausstrahlendem Zitat fällt schon mal die Vokabel
Zitat

Zucht
als Schlüsselwort ins Auge.
Man wisse also wie man richtig erziehe, tönt dieser „Wachtturm".
Auch dem WT ist dann die Technologie geläufig, dass ein Bild manchmal mehr aussagen kann, als denn „tausend Worte".
Zwar redet man was die verwendeten Worthülsen anbelangt, „wie die Katze um den heißen Brei herum". Indes die vom WT dann mit verwandten Bildelemente dürften wohl ziemlich eindeutig sein.
Einem solchen begegnet man auch auf der Seite 657 in dieser WT-Ausgabe, welche denn nachstehend komplett vorgestellt sei.

Zugrunde liegt diesem Scann ein mal erworbener gebrauchter Jahrgang 1963 des „Wachtturms". Die Textunterstreichungen dabei stammen somit von Zeugen Jehovas-Kreisen selbst.

Wer denn immer noch Begriffstutzig sein sollte, wird in dieser WT-Ausgabe mit dem weiteren Zitat belehrt:
Zitat

„Um den Eltern Kummer und Schmerzen zu ersparen, muß das Kind Schmerzen in Kauf nehmen.
'Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Ruhe verschaffen und Wonne gewähren deiner Seele.' 'Wer seine Rute spart, haßt seinen Sohn; aber wer ihn lieb hat, sucht ihn früh heim mit Züchtigung.' 'Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist.' (Spr. 29:17; 13:24; 19:18, Lu) Manchmal zögern die Eltern, in dieser 'Sprache' mit ihren Kindern zu reden, sie sind aber vor Gott verpflichtet, ihre Kinder nach seinen Richtlinien in Zucht zu nehmen."

Einer der diese rabiate Erziehungspraxis auskosten musste („einer" ist dabei eine maßlose Untertreibung) verfasste später mal ein Buch, welchem er den Titel gab:
„Ich war Kind C".
Mysnip.46206
Ein anderer der seine erlittene Erziehung auf den Nenner brachte:
Es gab keine Liebe. Es gab nur die Bibel und Hiebe, ist dann in die Kriminalgeschichte als besonders abschreckendes Beispiel eingegangen. So abschreckend, dass sie einem Filmemacher zum Thema Hochstapler inspirierte, auch seinen Fall ausdrücklich mit in diesem Film aufzunehmen.
Forumsarchiv256
Insoweit kann zusammenfassend festgestellt werden.
Die einleitend vom WT postulierte Siegesgewissheit, andernorts registrierte Formen der Jugendkriminalität so nicht ausgesetzt zu sein, erweist sich als tönerne These.

Es wäre noch darauf hinzuweisen. Mißratene Erziehungsergebnisse können sich in vielerlei Formen letztendlich bemerkbar machen. Es ist keinesfalls damit abgetan nur auf den Hochstapler-Fall hinzuweisen.
Letztendlich gehört auch das mit zu beobachtende WTG-Erziehungsergebnis, zu relativen Lebensuntüchtigkeit, bis hin zu Suizidfällen auch zu diesem Bereich.
Erziehungs-Ergebnisbewertungen

von Drahbeck - am 01.11.2013 02:01

Weltraumfahrt als Endzeit-Thema

Vor fünfzig Jahren
Von einem Herrn Kretschmer (aus den WTG-Gefilden) ist etwa aus dem Jahre 1967 ein Tonaufzeichnung (wenn auch in unbefriedigender technischer „Qualität") überliefert, worin er auch das Thema Weltraumfahrt mit in sein Endzeitkorsett einspannte.
Wie der Herr Kretschmer bezüglich „1975" „tickte"

Vielleicht mag heutzutage die Versuchung bestehen, jenen Herrn in die Ecke des „einsamen" Spinners zu stellen. Ganz so „einsam" in WTG-Gefilden war er dann doch wohl nicht, betrachtet man beispielsweise jenes ganzseitige Werbeinserat in der „Erwachet!"-Ausgabe vom 8. 11. 1963.
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Allenfalls wäre dann zu konstatieren, dass vorgenannter Herr seinerseits dann noch etwas „draufgesattelt" hat.

von Drahbeck - am 07.11.2013 23:49

Re: Weltraumfahrt als Endzeit-Thema

Für viel der "Kleinen", die da immer wieder denken zu kurz gekommen zu sein oder die gerne mal sagen "Denen da oben müsste man es mal richtig zeigen", die dürften sich von dieser Machart und Wortwahl wohl angesprochen fühlen.

Da ist ein Gott, der wird es jetzt allen anderen Menschen mal so richtig zeigen. Mal schnell auf die andere Seite wechseln, dann hat man den "großen Bruder" (GOTT) ja hinter sich und kann zusehen wie der den anderen seine Kraft (Macht) zeigt.

Religion ist ein Gimpelfang und Jehovas Zeugen sind da kräftig mit dabei.

von der einzig wahre Bauer - am 08.11.2013 07:12

Felix Kersten

Eine eher kleine Notizen aus dem „Wachtturm" vom 15. 11. 1963 sei erwähnt.
Zum einen hat die WTG das Buch des Joseph Kessel über den Medizinalrat Dr. Felix Kersten, in der Nazizeit entdeckt, und zitiert aus ihm das was ihr gelegen erscheint. Indes für WTG-Verhältnisse nicht unerwartet, werden nur die vermeintlichen Rosinen herausgepickt. Indes ist jener Bericht durchaus umfangreicher, als wie ihn die WTG ihren Lesern kredenzt.
Auf die diesbezüglichen Details wurde schon früher eingegangen.
Siehe dazu:
Von Schwazschlächtern und anderen Fähigkeiten

Da nun schon mal das Thema Felix Kersten angerissen ist, welcher auf den Nazi-Terrorchef Heinrich Himmler durchaus einen gewissen Einfluß auszuüben vermochte, bietet es sich auch an, jenen Felix Kersten auch als Kronzeugen dahingehend zu bemühen, wie er denn so Himmlers Religionsthesen einschätzte. Bekanntlich vollzog Himmler etwa ab 1943 einen Purzelbaum in seiner Zeugen Jehovas-Politik, indem er nunmehr auch Ideen entwickelte, die Zeugen Jehovas „nach Kriegsende" für eine nazistische Politik als eine Art Wehrbauern einsetzen zu wollen. Wenn daraus nichts wurde, so lediglich deshalb, dieweil den Nazis schon zu dieser Zeit das Kriegsglück nicht mehr hold war. Himmlers Pläne indes, über die schon Friedrich Zipfel in seiner Kirchenkampf-Studie berichtete, sind durchaus belegt.
Auch anderen Historikern sind die über Felix Kersten überlieferten Berichte durchaus der Erwähnung wert.
Hingewiesen sei da auch auf das Buch von Heinrich Fraenkel und Roger Manvill mit dem Titel:
„Himmler - Kleinbürger und Massenmörder".
Letztere Autoren arbeiten via ihrer Quelle Felix Kersten, auch dessen Religionspilosophischen Vorstellungen heraus. Die wiederum sind durchaus auch als relevant bezüglich des genannten Himmler'schen Purzelbaumes, die Zeugen Jehovas-Politik betreffend, einzuschätzen.
Da die WTG nun Fraenkel/Manwell nicht zitiert, sei das an dieser Stelle getan.
Genannte Autoren notierten dazu auch:
Zitat

„Himmlers Feindschaft gegen die christliche Religion und besonders gegen die katholische Kirche veranlaßte ihn, auf seine eigene Weise andere Religionen zu studieren. Das führte ihn wieder in die Vergangenheit zurück. Gelegentlich hatte er gern deutsche Wissenschaftler zu Gast und forderte sie mit seinen Ideen heraus. Er hatte Freude an Diskussionen und freundschaftlichen Auseinandersetzungen und war auch nicht so bigott, seiner Tochter Gudrun das Recht zu verweigern, vor den Mahlzeiten ein christliches Tischgebet zu sprechen. Er suchte in den heiligen Büchern anderer Religionen nach Ideen, die seine speziellen Ansichten unterstützten. Er studierte die Bhagavadgita (die er besonders wegen ihrer »hohen arischen Qualitäten« bewunderte, wie Kersten bemerkte) und die Bücher der hinduistischen und buddhistischen Religionen. Sein Interesse an der Astrologie war wohlbekannt.
Als Kersten, der sich selbst für vergleichende Religionswissenschaft interessierte, Himmler im Sommer 1942 fragte, ob er überhaupt einen religiösen Glauben habe, war Himmler empört, daß Kersten auch nur zweifeln könne. Schon der gesunde Menschenverstand gebiete zu glauben, sagte er, und:
»Schon die bloße Vernunft muß einem sagen, daß hinter all dem Werden der Natur, hinter dieser wunderbaren Anordnung, wie wir sie im Menschen-, Tier-und Pflanzenreich finden, ein planendes höheres Wesen stehen muß, mögen wir das nun Gott oder die Vorsehung oder sonst irgendwie nennen. Wenn wir das nicht anerkennen wollten, dann würden wir ja auf derselben Stufe wie der Marxismus stehen und wären um nichts besser ...
Wenn ich von meinen SS-Männern verlange, daß sie gottgläubig sein müssen ... Menschen, die kein höheres Wesen oder eine Vorsehung oder wie sie das sonst nennen wollen, anerkennen, möchte ich nicht in meiner Umgebung haben.«
Er wünschte sich sehr, sagte er, Minister für Religionsfragen zu sein und » ... mich nur positiven Aufgaben widmen zu können ... Es ist natürlich angenehmer, sich mit den Blumenbeeten statt mit den Kehrichthaufen und der Müllabfuhr eines Staates zu befassen, aber ohne diese Arbeit würden die Blumenbeete nicht gedeihen.«
Von der Gestapo sprach er als »der nationalen Putzfrau«, die den Staat sauber hielte. Die Bhagavadgita nahm er mit ins Bett. Es tröstete ihn zu lesen: »Sooft der Menschen Sinn für Recht und Wahrheit verschwunden ist und Ungerechtigkeit die Welt regiert, werd' ich aufs neu geboren ... Diese Stelle ist direkt auf den Führer zugeschnitten ... Er (Hitler) ist dazu von der Karma des Germanentums der Welt vorbestimmt, den Kampf gegen den Osten zu führen und das Germanentum der Welt zu retten...« In seinen phantasievolleren und sentimentaleren Augenblicken sah er Hitler wie auf der kitschigen Postkarte, die den Führer als einen Heiligen in einer Rüstung, den Kopf von Licht umstrahlt, zeigte, ein Rückfall zu den legendären Rittern vom Heiligen Gral und in die Parsivalsage. Himmlers Stolz war, sich als eine Reinkarnation von Heinrich dem Vogler zu betrachten, dessen Vorbild er nachzueifern suchte. Doch trotz seiner Feindschaft gegen die katholische Kirche sah er die Erhebung des Führers durch ein Wahlsystem voraus, das dem der Papstwahl ähnlich war".


von Drahbeck - am 14.11.2013 23:01

Unterschwellige WTG-Botschaft

Vor fünfzig Jahren
Gemäß dem WTG-Motto mittels Wiederholungen ihr wichtig erscheinende Thesen unters Volk zu bringen, begegnet man in der „Erwachet!"-Ausgabe vom 22. 11. 1963 erneut einer solchen. Das ganze mit „untergebracht" in einem Artikel, welcher noch andere Thematiken streift. Man kann es wohl auch so sehen, diese beiläufige Miterwähnung erfüllt die Kriterien etwas „unterschwellig" zu verkaufen. Man weis ja auch aus anderen Bereichen - etwa der Werbewirtschaft - das unterschwellige Botschaften, sehr wohl ihre Wirkung zu tun vermögen. In einigen Fällen sogar wirkungsvoller, als wenn dasselbe „dick aufgetragen" wäre.
Erneut belehrt also „Erwachet!"
Zitat

„Tust du, wenn dein Kind ungehorsam ist, was recht ist in deinen Augen, indem du das Kind nicht zurechtweist, sondern ihm alles durchgehen läßt oder denkst, du habest das Kind viel zu 'lieb', um es zu strafen? 'Wer seine Rute spart, haßt seinen Sohn; aber wer ihn lieb hat, sucht ihn früh heim mit Züchtigung.' (Spr. 13:24)."

Angesichts solcher WTG-Diktion braucht man sich dann wohl nicht darüber zu wundern, dass einige aus ihrer Gefolgschaft, dann eine Prügelpädagogik in Fleisch und Blut übergegangen ist!

von Drahbeck - am 22.11.2013 03:12

Erfolge in den Gefängnissen

Vor fünfzig Jahren
Als Stimulans für das eher triste Treppenterrierdasein der Zeugen Jehovas, teilt der „Wachtturm" vom 1. 12. 1963, eine „Erfahrung" mit, die passenderweise zuvor schon mal auf einer Kreisversammlung der Zeugen Jehovas in den USA bekanntgegeben wurde.
Und in der Tat, Ort der Handlung sind die USA. Dort wiederum eine ganz spezifische Örtlichkeit, die da auf den Namen Gefängnis zu hören pflegt. Und sogar eine Gefangenenbibliothek soll es dort geben. Über deren Umfang hüllt sich der WT aber in Schweigen. Mutmaßlich nicht sonderlich groß.
Immerhin gehören auch WTG-Bücher zu deren Bestand. Eines davon soll ob der vielfachen Benutzung schon ganz abgegriffen gewesen sein, was wiederum für den eher mageren Umfang jener Gefängnisbibliothek zu sprechen scheint.
Erfreut teilt der WT mit, die Nutzung ihres Schrifttums unter der dortigen „Belegschaft" setzte sich mit lawinenartiger Geschwindigkeit fort. Und einige der dortigen Nutzer hätten ihre Bereitschaft bekundet, wenn sich denn ihre äußeren Rahmenbedingungen wieder etwas normalisieren würden, sich dann auch mit Haut und Haaren den Zeugen Jehovas anzuschließen.
Da sage dann noch einer, die Predigttätigkeit der Zeugen Jehovas sei nicht so sonderlich erfolgreich. Jenes USA-Gefängnis, belegt dann aber das Gegenteil!

von Drahbeck - am 01.12.2013 01:15

Griechenland

Vor fünfzig Jahren
Auf sechs Druckseiten berichtet „Erwachet!" in seiner Ausgabe vom 8. 12. 1963, über das Scheitern der WTG-Pläne, bezüglich ihrer 1963er Kongreßveranstaltungen, dabei auch Griechenland mit einzubeziehen.
Die WTG-Kongresserie des Jahres 1963 wies die Besonderheit auf, gleichzeitig mit einer Weltreise (für finanziell Betuchte) Zeugen Jehovas gekoppelt gewesen zu sein.
Zum Thema jener Weltreise, siehe auch:
Königreichsdienst 1962
Start war in den USA und dann ging es etappenweise, „Rund um die Welt". Die Termine waren dabei so angesetzt, dass besagte Weltreisende (so sie es sich finanziell leisten konnten) immer von einem Kongress zum anderen reisten. Die Termine waren so arrangiert, dass es weltweit keinerlei Terminüberschneidungen gab.
Auch unter den deutschen Zeugen Jehovas wurde aktiv die Werbetrommel für jene Kongresserie gerührt. Allenfalls bot man den deutschen Zeugen Jehovas an, vielleicht die ersten Kongresstationen in den USA auszulassen. So zu sagen etwas verspätet in dieses Weltreiseprogramm mit einzusteigen.
Auch Griechenland war WTG-seitig in diese Planung mit einbezogen.
Da nun die Besonderheit der Weltreisenden bestand, ergab sich die Notwendigkeit, für die schon im Vorfeld, etwa Hotelkapazitäten zu buchen, sollten Unterkunftsbereitstellungen seitens der örtlichen Zeugen Jehovas, nicht ausreichen.
Das lief dann auch in Griechenland so ab, und erregte einiges Aufsehen, über die sich da anbahnende Zeugen Jehovas-Invasion.
Nun trat der Umstand ein: Es gab einen so nicht voraussehbaren Regierungswechsel in Griechenland. Aufgeschreckt durch die umfängliche Publicity auch in der griechischen Presse über jene Zeugen Jehovas-Planung. Es ist davon die Rede, das zehn Tage lag „morgens und abends" die griechische Presse umfänglich berichtete und kommentierte. Aufgeweckt durch diesen Umstand waren nunmehr „auch schlafende Hunde geweckt" worden. Namentlich die orthodoxe Kirche in Griechenland, registrierte mit großem Mißfallen, was sich da anbahnt. In dem Moment, wo nun der genannte Regierungswechsel stattfand, witterte die Orthodoxe Kirche ihre Chance. Sie setzte alle ihre Lobbyisten in Bewegung, um Druck auf die neue Regierung auszuüben, sie möge die von der Vorgänger-Regierung ausgesprochene Genehmigung jenes Kongress-Spektakels, wieder annullieren. Und die Lobbyisten der Griechisch-orthodoxen Kirche hatten Erfolg. Die neue Regierung annullierte wie von der Kirche gewünscht jene Erlaubnis für den WTG-Kongress.
Begünstigend für die Kirche kam hinzu, das der Tenor der zehntägigen Pressekampagne in Griechenland, bis auf wenige Ausnahmen, für die WTG ungünstig ausfiel. Also die meisten Zeitungen stellten sich in diesem Disput auf die Seite der WTG-Gegner.
Viele Hunde sind des Hasen's Tod, die Wahrheit jenes Spruches bewahrheitete sich nun erneut.
Zwar suchte die WTG, mittels organisierter Protestkampagnen der ihr Hörigen, zu Händen der politischen Entscheidungsträger in Griechenland, jenes Ungemach noch abzuwenden. Indes letztendlich war dieser ihrer Anstrengung kein Erfolg beschieden.
Der genannte „Erwachet!"-Artikel war dann auch Teil jener WTG Abwehr-Strategie.

Was sich da in Griechenland abspielte wurde - teilweise - auch in der Publizistik anderer Länder mit reflektiert.
In diesem Kontext gilt es auf einen Widerspruch hinzuweisen. Entweder hat die in Deutschland erscheinende „Süddeutsche Zeitung" Ausgabe vom 25. Juli 1963, da etwas „in die verkehrte Kehle bekommen". Oder sollte das so nicht der Fall sein, dann muss gesagt werden, dass die WTG in ihrer Berichterstattung einen wesentlichen Fakt unterschlägt.
Meinerseits kann ich allerdings nicht beantworten, ob die Angabe der „Süddeutschen Zeitung" nun stimmt oder nicht.
Letztere berichtete, gestützt auf die Meldung einer Presseagentur:
Zitat

„Unter dem Druck der orthodoxen Kirche sowie religiöser und nationaler Organisationen, unter anderem auch eines Gewerkschaftsbundes, hat die griechische Regierung den Zeugen Jehovas keine Genehmigung für die Veranstaltung eines internationalen Kongresses in Athen erteilt. Den griechischen Zeugen Jehovas wurde lediglich die Erlaubnis zur Veranstaltung in einem geschlossenen Lokal am 30. Juli gegeben."

Also demzufolge wäre eine „geschlossene Veranstaltung" für die Zeugen Jehovas, in Athen durchaus möglich gewesen. Was lediglich „in die Binsen ging", war das WTG-Bemühen da eine möglichst breite Öffentlichkeitswirksamkeit zu erzielen.

Siehe zu Griechenland auch:

19562Griechenland
Parsimony.17893

von Drahbeck - am 07.12.2013 23:22

Grafische Veränderungen

Vor fünfzig Jahren
Nachstehende Frage stellt der „Wachtturm" in seiner Ausgabe vom 15. 12. 1963. Inhaltlich kann und will ich dazu nicht Stellung nehmen. Nachstehend dann mal die erste Seite jenes Artikels.

Aber etwas anderes sei mit erwähnt. Bekanntermaßen wurden WTG-seitig auch Nachdrucke ab etwa 1962 des „Wachtturms" vorgenommen. Motivation der WTG dabei in Sonderheit die Zeugen Jehovas im Ostdeutschen Bereich, welchen nach dem DDR-Mauerbau vom regulären Bezug der WTG-Schriften weitgehend abgeschnitten waren. Es gab zwar welche auf dem Untergrundwege, die aber doch nicht mit den für die westlichen Zeugen Jehovas erhältlichen „identisch" waren. Noch heute kann man etwa bei ebay und anderen Plattformen, nicht selten solchen Nachdruck-Ausgaben begegnen, die dann schon mal WTG-seitig in braunem Kunstledereinband, Jahrgangsmäßig ausgeliefert wurden (in der Vor WTG-CD-ROM-Zeit).
Zugleich belegen diese Nachdrucke das Ausmaß der manchmal zu beobachtenden Unterstellung, die WTG hätte ihre Texte teilweise nachträglich verändert.
Genannter Artikel ist dann wohl ein Beleg für den Grad dieser Veränderung.
In der Ausgabe, wie sie die westdeutschen Zeugen Jehovas zeitgenössisch erhielten, waren die verwandten Grafikelemente in roter Farbe ausgeführt.
In jener vorbeschriebenen Nachdruck-Ausgabe hingegen in blauer Farbe.
Wenn's den weiter nichts ist, lautet mein Kommentar dazu:
Zur Tagesordnung übergehen! Solcherlei Lappalien verdienen es nicht, eine künstliche Aufregung zu verursachen!


von Drahbeck - am 15.12.2013 02:16

Atomstoppvertrag

Vor fünfzig Jahren
„Was bedeutet der Atomstoppvertrag?" fragt „Erwachet!" in seiner Ausgabe vom 22. 12. 1963. Und nachdem man dann des langen und breiten darüber referiert hat, welcherlei Verträge in der neuzeitlichen Menschheitsgeschichte, noch nicht einmal das Papier wert waren, auf denen sie verzeichnet wurden. Und eben solche Verträge die dann oftmals vorsätzlich wieder gebrochen wurden, leitet „Erwachet!" zum Schluss seiner Ausführungen eher auf die eigene Position dazu über. So meint es auch bemängeln zu müssen:
Zitat

„Gott wird im Vertrag kein einziges Mal erwähnt."

Das wiederum ist für „Erwachet!" die Steilvorlage für die eigene Destruktivthese dazu, die man etwa in dem Satz reflektiert findet:
Zitat

„Doch jeder Friedensvertrag, der Gottes Vorhaben unberücksichtigt läßt, muß fehlschlagen. Psalm 127:1 lautet: 'Wenn Jehova das Haus nicht baut, vergeblich arbeiten daran die Bauleute."

Jener zitierte Spruch aus den Psalmen war dann für einige zeitgenössische Zeugen Jehovas, was ich aus eigenem Erleben bestätigen kann, eine Art Super-Super-Super-Evangelium welches sie bei jedem zweiten ihrer Sätze auf den Lippen führten. Einschließlich seiner Verwendung im sogenannten Predigtdienst der Zeugen Jehovas, gegenüber wildfremden Menschen, die damit dann auch angepredigt wurden.
Man wird das Faktum gebrochener Verträge sicherlich nicht bestreiten können. Darauf jedoch wie es Zeugen Jehovas-Praxis war, eine gesamte Destruktivtheologie aufzubauen. Das kann es dann wohl auch nicht sein.
Zumindest in Demokratien besteht die Option einen gewissen Druck auszuüben, welcher den vorsätzlichen Vertragsbrechern, das Leben etwas schwerer macht. Und diese Option sollte fallweise auch genutzt werden.
Die Chimäre indes, wenn nur Gott in solcherlei Verträgen mit erwähnt werden würde, ist dabei allerdings so überflüssig wie ein Kropf.
Jener Gott gleicht jenem indischen Jogi, über welchen „Erwachet!" in derselben Ausgabe auch berichtet:
Zitat

„Ein Heiliger der Hindus, ein sogenannter Sadhu, wurde aus einem Grab, in das er sich freiwillig hatte legen lassen, nach vierzig Tagen tot ausgegraben. Er unternahm den Versuch, in seinem durch Joga geschulten Körper vierzig Tage lang alle Lebensvorgänge aufzuheben. Die Hindus glauben, ein Mensch könne durch tiefe Versenkung (samadhi) so weit kommen, daß er sich ohne Essen und ohne die Zufuhr von Luft für mehrere Tage eingaben lassen und diese Prozedur lebendig überstehen könne."


von Drahbeck - am 22.12.2013 00:18
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