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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
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Drahbeck, X ~ mysnip

Im Zeitspiegel

Startbeitrag von Drahbeck am 01.10.2013 02:47

Letzte vorangegangene Teile dieser Serie
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,168932,168932#msg-168932


Der polnische politische Preis
Im Zeitspiegel

Heute von dreißig Jahren (am 1. 10. 1983) erschien in dem (laut Wikipedia) auflagenstärkste Politikmagazin Polens namens „Polityka" ein Zeugen Jehovas bezüglicher Artikel.
Seine Ausführungen machen deutlich, jetzt konnten die WTG-Hörigen den politischen Preis dafür kassieren, den das damalige polnische Regime auch zu bezahlen bereit war, dass sie zu den Zeiten der von der polnischen „Soldarnosc" im Sommer 1980 inszenierten Streiks, auf Seiten der Streikbrecher standen, und die waren in der Minderheit.

Es hätte in Polen jener Tage nicht viel gefehlt, und es hätte analog Ungarn 1956, wieder einen Einmarsch von Militärstreitkräften des damaligen östlichen „Warschauer Paktes" gegeben. Nur mit Ach und Krach konnte das polnische Regime jene Entwicklung noch abbiegen. (Stichwort: Ausrufung des Kriegsrechtes im Dezember 1981 in Polen).

Nun also im Jahre 1983 kassierten die Zeugen Jehovas, analog zu Himmlers Politikwechsel den Zeugen Jehovas gegenüber, ab 1943, ihren politischen Preis für ihr Verhalten.
Himmler jubelte die Zeugen Jehovas hätten „unerhört positive Eigenschaften", die wenn man sie nur richtig „anpackt" sich auch für das Naziregime noch nutzbar machen ließen. Dazu war er um diese Zeit bereits gewillt, wie seine Politik, die Zeugen Jehovas als „Halbfreigelassene" nunmehr zu behandeln, verdeutlicht. Wenn Himmlers Blütenträume auch nicht voll in Erfüllung gingen (unter anderem war den Zeugen ein Status als Mittel zur Versklavung einer „Rest-Sowjetunion" zugedacht).
So einzig allein aus dem Grunde, dieweil die Tage des Naziregimes, zunehmend gezählt waren.

Nun also um 1983, zahlte auch das polnische Regime, analog zu Himmler, den dortigen Zeugen Jehovas einen politischen Preis.
Auf weitere Einzelheiten wurde früher schon eingegangen.
Polen

Antworten:

Geschäftemacher „fliegen auf die Fresse"

Im Zeitspiegel
Auch das gab es, ein von Geschäftemachern gerochener Geldabschöpfungsversuch, mittels einer nazistischen Heldensaga, entwickelte sich dennoch zum Flopp.
Da erschien den Geschäftemachern, das Thema der nazistischen Ikone „Horst Wessel" das geeignete, um darüber einen Film zu drehen.
Pech nur für die Geschäftemacher, der Daumen der nazistischen Machthaber senkte sich nach unten. Folge jenem „Horst Wessel Film", ereilte für seine Macher sicherlich unerwartet, ein Verbot, worüber (unter anderem) die „Freiburger Zeitung" vom 9. 10. 1933 berichtet

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=09b&year=1933&month=10&project=3&anzahl=10

Laut Wikipedia gab es dann unter anderem Titel, doch noch eine überarbeitete Fassung jenes Filmes. Indes der eigentliche Impetus des „großen Geschäftes" blieb auch ihm versagt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Westmar

Ein Stefan Heym etwa hat dann solcherlei Konflikte, später mal in anderem Kontext, in seinem Roman „Der König David Bericht" dahingehend zusammengefasst, die Aufgabe der Diktatur an ihre Lohnschreiber lautet, eine Geschichte zu schreiben „die allen Zweifeln ein Ende bereiten" soll.
Offenbar ist diese Form von geforderter Heldensaga dann jenen Filmemachern mißlungen.

Stefan Heym

von Drahbeck - am 09.10.2013 23:56

Erzbischof Gröber bekennt sich zu Hitler

Titelt die „Freiburger Zeitung" vom 10. 10. 1933.
Im Zeitspiegel
Na dann ist ja wieder mal „alles klar"

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=10a&year=1933&month=10&project=3&anzahl=6

Wie notierte ein Herr Goldhagen etwa:
Zitat

"Im Herbst 1941, als die Nationalsozialisten den Juden in Deutschland und Europa bereits ungeheures Leid zugefügt hatten, veröffentlichte Erzbischof Konrad Gröber einen stark antisemitisch gefärbten Hirtenbrief. Darin warf er den Juden vor, am Tod Jesu schuld zu sein"

Ach so, also nicht „blos" im Jahre 1933!

Am 22. 11. 1933 begegnet man ebenfalls in der „Freiburger Zeitung" einer „Laudatio" jenes Herrn Erzbischof für die maßgeblich von dem Vizekanzler Franz v. Papen gegründete „Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher". Die sollte im katholischen Bereich jene Aufgabe wahrnehmen, welche im Bereich der evangelischen Kirche, die „Deutschen Christen" ausübten.
Die Religionsströmungen im nazistischen Sinne zu deformieren. Besonders „erfolgreich" war allerdings jener von Papen angeführte Verein nicht, das gilt es auch zu sagen.
Immerhin hatte er prominente Fürsprecher, eben jenen Nazibischof Konrad Gröber!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=07&day=22b&year=1933&month=11&project=3&anzahl=10

von Drahbeck - am 10.10.2013 22:03

Die Meinung eines Kommentators

Im Zeitspiegel
„Und alles, weil einige übereifrige Juristen glauben, man könne der „FAZ" so eine goldene Zukunft verschaffen."

Besagte FAZ ist mir übrigens auch schon mal früher mehr als unangenehm aufgefallen in fraglichem Kontext. Daher steht sie bei mir - wie auch ein Presseverlagshaus mit Sitz in München auf der Ignorierliste.
Ich werde es mir dreimal überlegen, auch wenn sachlicher Anlass bestehen sollte, auf Pressehäuser dieser Art, je Linkmäßig hinzuweisen, in der Jahresfrist, die das berüchtigte „Leistungsschutzrecht" jenen Verlagshäusern zubilligt. Nach Ablauf der Jahresfrist stellt sich ohnehin dann die Frage noch, exisieren fragliche Links überhaupt noch? Hat es zeitverzögert überhaupt noch Sinn sie zu erwähnen?
www.tagesspiegel.de/kultur/wer-zitieren-will-soll-zahlen/8922246.html

Vorstehenden Hinweis nutzend habe ich jetzt eine schon länger angedachtes Überlegung in die Praxis umgesetzt.
In der „Extern"-Datei gab es auch einige Linksammlungen Unter der Überschrift „Aktive Tageszeitungen (Auswahl)" die auf Presse-Artikel zum Zeugen Jehovas Thema hinweis. Abgesehen davon, dass sich im Zeitraum von deren Erstellung bis zur Gegenwart, einiges geändert hat, somit etliche Links ohnehin nicht mehr als aktuell anzusehen sind, mag es in der Tat sinnvoll sein, auch die ersatzlos verschwinden zu lassen, was hiermit geschehen ist. Und namentlich zu prüfen, ob jene Links überhaupt noch existieren, teilweise ist auch zu beobachten, wenn dann unter anderer URL. Den Aufwand kann man sich ersparen. Der „Rasenmäher" erledigt das weitaus „kompetenter".

von Drahbeck - am 12.10.2013 04:53

" ... und niemand etwas verändern will...?"

Im Zeitspiegel
Zitat

„Und so bleibt es auch – weil derzeit niemand etwas ändern will"
formuliert ein Pressebericht kommentierend. Zu denen die dabei nichts ändern wollen, gehört offenbar auch der - unverdienterweise - zum, Ministerpräsidenten von Baden-Würrttemberg aufgestiegene Herr Kretschmann
Wie aus anderen Pressemeldungen ersichtlich.
www.jesus.de/index.php?id=885&tx_ttnews[tt_news]=194877&cHash=fe6f585596547a23834fee2ad8d09931
Wenn auch Herr Kretschmann - unverdienterweise - mit zu denen gehört, die faktisch einem Skandalbischof von Limburg den Rücken stärken. Ergo das gleiche Pack repräsentiert, ist der genannte Presse-Artikel wohl etwas ungenau. Die beiden Opportunistenvereine CSPD und CDU/CSU für die das Motto gilt. Es findet zusammen, was zusammengehört, gehören in der Tat zu jenen, die da nichts verändern wollen beim Thema.
Wie formulierte kürzlich eine Pressekarikatur?

Die CSPD kassiert derzeit vielleicht etwa sechs Ministerposten. Da nach der Wahl zugleich auch vor der Wahl ist, wird sie dann mit 15 % Stimmen-Anteil bei der nächsten Bundestagswahl dafür „belohnt", wobei besagte 15 % dann gar noch zum hohen Anteile, ebenfalls unverdient waren!.

www.focus.de/politik/deutschland/affaere-um-limburger-bischof-jeder-deutsche-zahlt-fuer-die-kirche-dank-napoleon_aid_1135201.html

www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extra6163.html

von Drahbeck - am 21.10.2013 19:52

Wie Hitler über die Impfung denkt

Im Zeitspiegel
Dieses Thema war der „Freiburger Zeitung" vom 23. 10. 1933 es wert, zu einem eigenen Artikel gestaltet zu werden.
Pech nur für die Bibelforscher/Zeugen Jehovas, dass besagter Herr Hitler, ansonsten nicht viel von ihnen hielt.
Wäre nicht jener „Schönheitsfehler" so könnten sie ja auch Herrn Hitler in ihrem Club der gleichgesinnten Impfgegner begrüßen!

Herr Hitler war ihnen dann vielleicht noch dahingehend voraus, dass er eine vegetarische Ernährungsform für sich selber bevorzugte. Soweit indes wollten die Bibelforscher/Zeugen Jehovas als Dogma, nun doch nicht gehen.
Und was Hitlers vegetarische Grundsätze anbelangt, sollten die ihn nicht daran hindern, als einer der größten Menschenschlächter in die Geschichte eingegangen zu sein!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=03&day=23a&year=1933&month=10&project=3&anzahl=8

von Drahbeck - am 24.10.2013 01:50

Eingesandt aus Wolhusen

Im Zeitspiegel
Eingesandt aus Wolhusen

Da „kochte" als die „katholische Volksseele" und sucht Entlastung in der katholischen in Luzern (Schweiz) erscheinenden Zeitung „Das Vaterland" (Nr. 89/1923).
„Die falschen Bibelforscher im Land" titelt ein mit „Eingesandt aus Wolhusen" unterzeichneter Beitrag. Und siehe da, sein Verfasser weis mitzuteilen.
Auf einer Eisenbahnfahrt von Luzern nach Rothkreuz habe ein Herr Schutzbach unter allen Zuginsassen, eine Broschüre verteilt mit dem Titel „Wahr oder nicht wahr."
Dazu kommentiert der Einsender:
Zitat

„Das Schriftchen ist eine direkte Aufforderung an das katholische Volk zum Austritt aus seiner Kirche. Über diese zur Rede gestellt, ja selbst nur über die Beantwortung des Titels, war Herr Schutzbach von Zürich in denkbar größter Verlegenheit, eine Antwort geben zu können."

An dieser Wortmeldung fällt schon mal die Bestimmtheit auf, mit welcher da der Name des Herrn Schutzbach genannt wird (von der ersten Stunde, wie Weinreich zu titeln beliebte).
Vgl. Kommentarserie1910
Möglicherweise hat sich jener Broschürenverteiler namentlich vorgestellt. Insoweit wäre das erklärbar.
Die Probleme indes, sind damit noch nicht vom Tisch.
Ein WTG-Schriftchen mit dem selbstständigen Titel „Was ist Wahrheit" ist mit derzeit nicht bekannt. Allenfalls kann vermutet werden, eine Schrift mit etwas abgewandeltem Titel oder auch ein Flugblatt.
Insoweit kann man inhaltlich schon mal nicht näher Stellung nehmen.
Jener Leserbrief-Einsender meint indes „noch mehr auf dem Kasten zu haben".
So plagiiert er auch die Behauptung:
Zitat

„Durch ihre freche und aufdringliche Propaganda und durch ihr reichliches Gold und Silber aus Israel haben sie zwar schon viele fangen können ..."

Namentlich mit der wiedergegebenen Behauptung „Gold und Silber aus Israel" offenbart auch dieser Herr. Es besteht eine enge Verwandschaft zwischen religiösen Antisemiten Made Catholica und eher säkularen Antisemiten, die in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg, dann den katholischen Antisemiten zunehmend den Rang abliefen.

Mit diesem einem Leserbrief war es dann aber nicht abgetan.
Schon in der Ausgabe vom 3. 5. 1923 desgleichen Blattes meldete sich ein weiterer Leserbriefschreiber, der auch ausdrücklich auf den Vorgänger-Leserbrief Bezug nahm.
Was ihn besonders umtrieb fasst er dann mit den Worten zusammen:
Zitat

Das „diese Leute als im Solde der Juden stehend hingestellt werden! Ob das begründete Tatsache ist, würde sicher noch viele Leser interessieren."

Aber auch letzterer Leserbriefschreiber muss dann schon mal einräumen:
Zitat

„ ... Prof. Dr. Allgeier (kathol. Theologe in Freiburg i. Br.) bekannte, daß man sich dieser Leute schlecht erwehre, indem man sie als Bolschewisten oder verkappte Juden beschimpfe.
Der Laie vermag sich ob dieser widersprechenden Meldungen kein objektives Urteil zu bilden ..."

Damit war zugleich auch mit ein Stichwort geliefert, welches den genannten Prof. Aalgeier veranlasste, sich seinerseits auch in jenem Blatt zu Wort zu melden.
So geschehen in der Ausgabe vom 20. 10. 1923 unter der Überschrift „Stehen die Bibelforscher im Solde der Juden?"
Zur Ehre von Herrn Aalgeier sei schon mal gesagt, er verneint diese Frage.
Ob denn diese Verneinung beim eher ungebildeten Fußvolk auch tatsächlich „angekommen" ist, wäre eine Frage, wo unsereins eher Zweifel hat.
Zumal es ja nicht wenige publizistische Rattenfänger gab, denen solcherart Verschwörungstheorien „heiliges Evangelium" waren (und sind).
Ob denn Aalgeier wirklich daran gelegen sei, den Verschwörungstheoretikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, kann man mit gemischten Gefühlen sehen. Offenbar sein Motto.
Die „antisemitische katholische Kuh auf dem Eis" nicht gar zu sehr zu erschrecken. Sollte sie also noch ein paar Runden weiterer „Pirouetten" drehen. Aalgeier wird sie nicht ernstlich daran hindern.
Und so beschied er dann:
Zitat

„Die Behauptung, die ernsten Bibelforscher stehen im Solde der Juden, kann höchstens finanziell gemeint sein. In dieser Form findet sie sich in der Broschüre von Hans Lienhardt 'Ein Riesenverbrechen am deutschen Volke und die Ernsten Bibelforscher' ... Lienhardt nennt S. 5 den Stifter Russell „einen amerikanischen Juden" und redet von unerschöpflichen „aus einer den Mitgliedern unbekannten Riesenquelle (aus jüdischen Banken in Newyork) fließenden Mitteln", ohne auch nur das Bedürfnis zu empfinden, diese Behauptung irgendwie greifbar zu belegen. Seine Schrift ist eine antisemitische Tendenzschrift ..."

Die Aalgeiersche Zurückhaltung wird auch daran deutlich, wenn er als nächstes dann noch auf dem famosen Fritz Schlegel aus dem eigenen „katholischen Stall" zu sprechen zu kommen sich genötigt sieht.
Bei Schlegel wähnt er nun wahrzunehmen, der indes habe eine Personalisierung vorgenommen, auf das jüdische Bankhaus Hirsch in Newyork.
Aber o weh, auch das muß Aalgeier registrieren. Nähere Angaben dazu fehlen (wieder mal).
Wie schön heil wäre doch diese katholische Welt, gäbe es diese „näheren Angaben". Pech nur, dass es sie eben nicht gibt.
Namentlich den Aalgeier'schen Schlußsätzen ist ausdrücklich zuzustimmen:
Zitat

„Man sollte derartige Mätzchen in der Bekämpfung der Sekte meiden. Die Ernsten Bibelforscher bieten in ihren Phantastereien Angriffsflächen genug. Mit bösen Verdächtigungen zu arbeiten ist gar nicht nötig. ... Mehr als Verdächtigen liegt aber zur Zeit nicht vor."

Man vergleiche thematisch (unter anderem) auch
Mysnip.46627

Wenn der „katholische Stall" schon mal genannt wurde, dann gilt es wohl, ein anderes „Prachtexemplar" aus ihm nicht zu vergessen. Wiederum in der Schweiz ansässig; nicht etwa im von der Inflation gebeutelten Nachkriegsdeutschland. Dieser bittere Kelch blieb doch den Schweizern weitgehend erspart. Man kann allenfalls darauf hinweisen, der Verschwörungstheoretiker, der da in einer Schweizer Gazette zu Wort kommt, stammt aber aus Deutschland. Letzteres ist sachlich richtig, obwohl diese Spezies, auch in diesem Fall es erst mal vorzog unter einem Pseudonym zu agieren, getreu dem Motto:
„O, wie gut das niemand weis - das ich Rumpelstilzchen heiß"

Als ihm willfährige Gazette erkor er sich das in Olten (Schweiz) erscheinende Blatt „Der Morgen"; letzteres laut Untertitel „Katholisches Tagblatt der Schweiz".
Für katholische Kreise „passend", wurde in der Ausgabe vom 18. 5. 1923 getitelt:
„Sind die ernsten Bibelforscher wirklich so "harmlos...?"
Ehrensache für jene Kreise, dass die selbstgestellt Frage verneint wird.
Und ein Papst Leo XIII. mit seinem Antifreimaurerenzykliken wird es wohl noch im Grabe gefreut haben, dass in gesagtem katholischen Blatt, nunmehr in der indirekten Form, auch sein Loblied weiter gesungen wurde.
Der dort publizierende Herr wird von der Redaktion einleitend mit den Worten vorgestellt:
Zitat

„Wir erhalten von einer durchaus eingeweihten Seite, die wir aber aus besonderen Gründen heute noch nicht nennen können, einen Artikel, der auf obige Frage eine ganz neue Antwort gibt."

Und schon einleitend in jenem Artikel, gibt es die Sätze, die wohl auch einen Leo XIII. noch Beifallsbekundungen entlockt hätten:
Zitat

„Dies führt auf die richtige Spur, weist darauf hin, daß hinter all dem frommen Tun und Treiben das internationale Judentum und mit ihm die Weltfreimaurerei steckt".

Damit wäre das beabsichtigte Feindbild schon mal abgesteckt. Allenfalls wäre zu fragen. Und wie stehts mit den Beweisen?
Die „Beweise" sind dann wohl der Art, indem ein Rutherford-Schlagwort aufgenommen wird, das von den „Millionen jetzt Lebender" die da wundersamer Weise nicht zu sterben bräuchten. Da kann unser Verfasser es sich doch nicht verkneifen, das bedingt sogar als wahr anzuerkennen, dann nämlich, würde man diesem Rutherford-Slogan eine Ergänzung hinzuzufügen:
„Nämlich eines natürliches Todes". Hat Rutherford das so gesagt (letzteres) wohl kaum. Das ganze kann allenfalls als eine Persiflagge gedeutet werden, der Umdeutung einer Ursprungsaussage in ihr Gegenteil. Selbiges mag im Bereich der Karikaturen gang und gäbe sein. Und man kann ja nicht selten auch darüber lachen.
Indes wollte der Verfasser wirklich nur eine Karikatur liefern? In seinem theoretischen Selbstverständnis wohl kaum, auch wenn er es denn praktisch eine Karikaturähnliche Darstellung zustande gebracht hat.

Als nächstes wähnt der Verfasser verkünden zu können:
Zitat

„Zufällig gelangten Originalbriefe aus Freimaurerkreisen in unsere Hände, die die „Harmlosikeit" der Ernsten Bibelforscher in einem völlig neuem Lichte zeigen".

Und dann wird in der Tat solch ein tatsächlicher oder vermeintlicher Brief zitiert, welcher von einer indirekten Bezuschussung der Bibelforscher redet.
Damit hatte dann dieser Autor einen Schlager in der Hitparade platziert, welcher lange Zeit allererste Plätze belegte, und kaum zählbare begeisterte Wiederkäuer fand.
Pech nur auch in diesem Fall. Der letzte Beweis erfolgte nicht.
Da das Thema umfänglich ist, und verstreut schon früher weiter im Detail behandelt wurde, mag die „Fortsetzung" an dieser Stelle abgebrochen werden.
Man vergleiche thematisch zum weiterlesen auch als Empfehlung
Mysnip.53190

Da namentlich auch jüdische Kreise bezichtigt wurden, „Finanzier der Bibelforscher" zu sein, sei auch auf den zeitgenössischen Kommentar des Rabbiners Salominski in der CV-Zeitung hingewiesen.

http://www.compactmemory.de/library/seiten.aspx?context=pages&ID_0=24&ID_1=439&ID_2=8474&ID_3=1000000000&ID_4=CVZ_02_0225.tif

http://www.compactmemory.de/library/seiten.aspx?context=pages&ID_0=24&ID_1=439&ID_2=8474&ID_3=1000000000&ID_4=CVZ_02_0226.tif

von Drahbeck - am 30.10.2013 23:15

Re: Sternschnuppenfall

Im Zeitspiegel
„Woher die Milliarden Sternschnuppen am 9. Oktober (1933) kamen".
So der Titel eines Artikels, welcher am 4. 11. 1933 in der „Freiburger Zeitung" publiziert wurde..
Jener Artikel meint zu wissen das Gewicht besagter Sternschnuppen, welche da auf die Erde herunter rieselten „wird auf 10.000 Tonnen angenommen, um die also die Masse der Erde bereichert worden ist."
Wenn es den so wirklich abgelaufen sein sollte, wie zitiert, dann allerdings kann man sich durchaus auch vorstellen, auch für Teile der Religionsindustrie als Spekulationsfutter geeignet. Allerdings, der Religionsindustrie redet jener Artikel nicht das Wort. Er müht sich eher das alles als „natürlich" zu erklären, und benötigt für seine Erklärungsvariante auch keinerlei Querverweis auf einen „großen Zampano".
Wie immer jenes Naturereignis denn tatsächlich zu deuten gewesen sein mag.
Die Erde existiert heute noch, trotz des „Sternschnuppenfalls vom 9. Oktober 1933".

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=04a&year=1933&month=11&project=3&anzahl=8

Siehe auch „Freiburger Zeitung" vom 29. 11. 1933
„Der unzuverlässige Bielasche Komet"

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=05&day=29a&year=1933&month=11&project=3&anzahl=6

von Drahbeck - am 09.11.2013 13:26

Grigulewitsch - Lawrezki

Im Zeitspiegel

einestages.spiegel.de/s/tb/29703/stalins-spion-josef-grigulewitsch-botschafter-unter-falscher-flagge.html

Gelesen in der obigen URL auch den Satz:
Zitat

"Manche von Grigulewitschs Studien, etwa "Seelenfänger ohne Gnade - Sekten, Kulte und Wundertäter in der kapitalistischen Welt" wurden auch auf Deutsch veröffentlicht, in der DDR".

Was nun die Biographie jenes Grigulewitsch anbelangt, die da obiges Politikmagazin ausgebuddelt zu haben wähnt, ist die mir in der Tat neu, und ich kann sie denn auch nicht weiter bewerten.
Indes, der Buchtitel "Seelenfänger ohne Gnade" kam mir in Erinnerung, als eines, welches ich dann auch mal selbst gelesen habe. Habe ich es gelesen, werde ich mir vielleicht auch einige Lesenotizen dazu angefertigt haben, so die weitere Überlegung. Ergo suche ich die nun. Suche, suche und finde nichts.
"Was nun sprach Zeus?"
Versuchen wir mal das Pferd so aufzuzäumen, indem wir den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek nach ihm befragen. Und sie da, man kann dort fündig werden, und kann als Ergebnis mitgeteilt bekommen:
Zitat

Grigulevic, Iosif R.
Seelenfänger ohne Gnade : Sekten, Kulte u. Wundertäter in d. kapitalist. Welt / Josef Lawrezki. [Ins Dt. übertr. von Werner Höppner]
Berlin : Verl. Neues Leben 1987
Serientitel Nl konkret ; 78

Da ich jenes Buch auch als Privatexemplar vorzuliegen habe, der nächste Schritt es "auszubuddeln"
Und siehe da, auf dem Titelblatt wird als Autor ein Josef Lawrezki genannt.
Wie nun diese wundersame Namensveränderung zustande kam (bei der Deutschsprachigen Ausgabe) hat indes weder der "Spiegel" erläutert, noch liest man im Buch selber etwas darüber.
Weiter stellt sich dann heraus in Parsimony.5992 wurde jenes Buch schon mal erwähtnt.
Nochmals das Detailzitat daraus:

Zitat



von Drahbeck - am 10.11.2013 10:37

Re: "Dynamische Organisation" oder simple WINKELZÜGE

Zitat

Grigulevic, Iosif R.
Seelenfänger ohne Gnade : Sekten, Kulte u. Wundertäter in d. kapitalist. Welt / Josef Lawrezki. [Ins Dt. übertr. von Werner Höppner]
Berlin : Verl. Neues Leben 1987
Serientitel Nl konkret ; 78

Zitat

Warum aber folgen Menschen unserer Tage solchen neu aufgetauchten Propheten und glauben aufrichtig an die von ihnen verkündeten "Wahrheiten"? Deshalb, antwortet "Stern", weil ihnen der Glaube die Bürde der rauhen und grauen Wirklichkeit erleichtert oder sogar abnimmt, weil er ihnen diese Wirklichkeit leichter erscheinen läßt. Weil er dem Leben einen tieferen Sinn gibt. Kurz mit den Worten von Siegmund Freud gesagt, weil der Glaube den Gläubigen mit angenehmen Illusionen erfüllt.

Nur der Glaube kann aus einem unscheinbaren, einsamen und mittelmäßigen Menschen einen von Gott Auserwählten, zum Beispiel einen "Zeugen Jehovas" machen, der mit seiner Zeitschrift "Der Wachtturm" an der Straßenecke steht und mit dem unerschütterlichen Glauben auf die vorbeieilenden Menschen blickt, daß er zu den wenigen gehört, die den herannahenden Weltuntergang ohne jeden Schaden überleben werden. …


Auf Seite 32 zu lesen:

Zitat

Religiöse Kulte entstehen, entwickeln sich und verschwinden wieder. Um zu existieren, müssen sie sich an neue Bedingungen anpassen, Änderungen an ihrer Lehre und Organisation anbringen, neue Ziele setzen und dabei verschiedene WINKELZÜGE machen.


WT vom 13. Juli 2013:

Zitat
www.jw.org/de/publikationen/zeitschriften/w20130715/wer-ist-treue-verstaendige-sklave/

Bisher haben wir in unseren Veröffentlichungen Folgendes erklärt ...

Weiteres gründliches Studium verbunden mit intensivem Nachsinnen unter Gebet führt zu dem Schluss, dass unser Verständnis der Worte Jesu über den treuen und verständigen Sklaven präzisiert werden muss ...


Nur noch die 8 Männer der LK der ZJ sind neuerdings der "Sklave", von welchem "geistige Gesundheit" abhängt.

von X ~ mysnip - am 10.11.2013 12:14

Die „Geburtsstunde" der „Bekennenden Kirche"

Im Zeitspiegel
Am 10. November 1933 konnte man in der „Freiburger Zeitung" unter der Überschrift „Eine Erklärung des Reichsbischofs" auch die Sätze lesen;
„Ich bestehe aber auf meinen Willen den kirchenpolitischen Kampf als beendet anzusehen."

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=11&day=10b&year=1933&month=11&project=3&anzahl=12

Zwar war jener Reichsbischof maßgeblich von den Nazis in sein Amt gehievt worden, zwar wähnte er nunmehr im nazistischen Sinne „alles fest im Griff zu haben". Indes die Ernüchterung zu diesen vollmundigen Worten, sollte nicht übermäßig lange auf sich warten lassen.
Einstweilen war das Naziregime um inneren Burgfrieden bemüht. Eine für den 12 November 1933 angesetzte sogenannte „Wahl"veranstaltung, zugleich mit einer Austrittserklärung aus dem Völkerbund gekoppelt, sollte nicht durch Misstöne gestört werden. Im Zuge dieser Politik mussten auch die Nazigesteuerten „Deutschen Christen", eine „Großkundgebung" im Berliner Sportpalast zeitlich verschieben. Eigentlich hatten sie geplant, die noch vor genanntem Wahltermin durchzuziehen. Daraus wurde nichts. Das Naziregime bestand darauf, erst nach den Wahltermin. Man ahnte wohl, da habe sich schon einiger Sprengstoff angesammelt. Der aber sollte nicht vor dem „Wahl"termin hochgehen.
Schon einen Tag nach der „Wahl" am 13. November 1933, veranstalteten dann die „Deutschen Christen" im Berliner Sportpalast, ihre verschobene Veranstaltung.

http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_image.cfm?image_id=2059&language=german

Eine eher kleine Notiz unter der Überschrift „Generalmitgliederversammlung der Deutschen Christen" gab es auch in der „Freiburger Zeitung" vom 14. 11. 1933.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=14a&year=1933&month=11&project=3&anzahl=8

Namentlich der dort mir referierende Gauobmann Dr. Krause lies dann „die Katze aus dem Sack".
Formal huldigte er zwar einem Martin Luther als Thema seiner Ansprache. In der Substanz indes, predigte er einige Thesen, wie sie vor ihn schon der Nazi Alfred Rosenberg „zum besten" gegeben hatte, in dessen „Mythus des 20. Jahrhunderts".
Es dauerte zwar etwas, bis man in kirchlichen Kreisen voll begriff, was da geschehen war. Wie man es denn endlich „gerafft" hatte, wurde einigen ihr schon vorher bestehendes Unbehagen, zur letztendlichen Gewissheit. Was dieser Dr. Krause da vom Stapel lies, habe nichts mehr mit konventionellem Christentum gemein.

Damit war die Scheidestunde zwischen „Deutschen Christen", und der sich jetzt auch organisatorisch festigenden „Bekennenden Kirche", endgültig eingeleitet.
Namentlich die Presse im Ausland, registrierte jenen nunmehr heraufziehenden Kirchenkampf aufmerksam, und sehr zum Missfallen der Nazis thematisierte das nunmehr umfänglich in ihrer Berichterstattung.

Siehe auch „Freiburger Zeitung" 16. 11. 1933
„Eine Erklärung des Reichsbischofs"
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=16a&year=1933&month=11&project=3&anzahl=6

Siehe auch die Meldung der „Freiburger Zeitung" vom 28. 11. 1933, welche über Zersetzungserscheinungen, innerhalb der „Deutschen Christen" berichtet.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=28b&year=1933&month=11&project=3&anzahl=12

von Drahbeck - am 11.11.2013 10:24

Folgen des Nichtwählens

Im Zeitspiegel
Das Naziregime hatte zwar 1933 seine Zeugen Jehovas bezüglichen Entscheidungen bereits getroffen. Auch die Zeugen Jehovas hatten sich - anfänglich - dergestalt angepasst, namentlich bei ihrem Predigtdienst zurückhaltender zu agieren.
Siehe etwa 19342zufrieden

Nazistische Pressemeldungen, welche auf die Predigtdiensttätigkeit Bezug nahmen, und die gibt es in der Tat.
Vgl. Beispielsweise 19352Durchbruch
sind für 1933 noch nicht belegt.
Die Verbotssituation hätte also relativ „entschärft" ihren Fortgang nehmen können, wenn nicht ...
Dieses „wenn nicht ..." muss dahingehend näher beschrieben werden. Auch das Naziregime veranstaltete Volkszählungen, die sich dann „Wahlen" nannten. Gab es zwar nichts echtes zu wählen, waren sie doch im Sinne ihrer Macher eine eingeforderte Akklamationskundgebung.
Und just dieser Aspekt, sollte die relative „Ruhe vor dem Sturm", dann schon mal empfindlich aufwühlen.
Es wurde bereits früher notiert.

Zwar datiert die Phase der scharfen Konfrontation zwischen Bibelforschern/Zeugen Jehovas und dem NS-Staat erst ab Oktober 1934. Dennoch sind sie dem Regime schon davor "aufgefallen", insbesondere bei sogenannten Wahlen. Ein Beleg dafür ist ein entsprechend polemischer Artikel im "Heilbronner Tageblatt" vom 15. 11. 1933.
Da dieser Artikel quasi runde 80 Jahre alt ist, sei erneut auf ihn hingewiesen.
Dieses "Heilbronner Tageblatt" wurde zu diesem Zeitpunkt von einem gewissen Hans Hauptmann herausgegeben.

In diesem Artikel konnte man unter anderem lesen:
Zitat

"Von diesen Narren, die sich früher 'Ernste Bibelforscher' genannt haben, verstänkert immer noch ein Grüppchen die geistige Luft Heilbronns, obgleich dieses Judenunternehmen des hirnweichen Herrn Rutherford aus Amerika im ganzen Deutschen Reiche verboten ist. Die hiesigen 'Zeugen Jehovas' (wer lacht da?) rekrutieren sich zum größten Teil aus kleinen Handwerkern und Handelsleuten. ...
Ihr Prediger - Treppenwitz der Weltgeschichte - ist ausgerechnet ein Fensterputzer, der seinen Zuhörern aber ihre Brillengläser nicht etwa blank macht, sondern mit der Judensalbe seines amerikanischen Meisters so undurchsichtig wie möglich macht.
Auch ein Milchhändler, der sich in wenigen Jahren von einer armseligen Handkarre über zwei Pferdegespanne bis zum Auto emporzuarbeiten verstanden hat, spielt eine Rolle im Kreise dieser Armen im Geiste.
Angesichts der Tatsache, dass die lächerlichen 'Zeugen Jehovas' ihren Anhängern zur Pflicht gemacht haben, bei den Wahlen am vorigen Sonntag nicht mitzutun, weil sie mit Politik, also mit dem Schicksal des Vaterlandes nichts zu tun hätten, muss der vernünftige Teil der Bevölkerung diesen Saboteuren gegenüber zur Selbsthilfe greifen. Wir rufen insbesondere die deutschen Frauen dazu auf, jede Geschäftsverbindung mit den Anhängern dieser Judensekte unbedingt und schleunigst zu lösen. Es liegt für deutsche Menschen, die sich soeben in hellster Begeisterung für den Deutschesten aller Deutschen, für Adolf Hitler erklärt haben, keine Veranlassung vor, diese bewusst Abseitsstehenden in Nahrung zu setzen. Man entziehe ihnen jede Unterstützung und lasse sie mit ihrem Judenkram allein. Vielleicht weichen die schleimigen Nebel aus ihren Hirnschalen, sobald ihre Magen knurren und sie einsehen lernen, dass sie ihre bisherigen Profitchen nicht so sehr dem Wüstengotte Israels, wie der Langmut und Nachsicht ihrer deutschen Volksgenossen zu verdanken gehabt haben."

Zitat



von Drahbeck - am 13.11.2013 14:33

Mission Made in Papsttum

Im Zeitspiegel
In einem Meinungsvotum gelesen
Zitat

„Bei Mission denke man an vielleicht aufdringliche, aber eigentliche friedliche Zeitgenossen wie die "Wachturm"-Verteiler von den Zeugen Jehovas. Das katholische Mission ganz anders abläuft: gewalttätig verläuft, das belegte ... mit Passagen über Papst Pius XII und "katholische Schlachtfeste in Kroation oder 'das Reich Gottes'". In Kroatien wurden ab 1941 Serben und die serbisch-orthodoxe Kirche grausam ermordet. Die Greuel waren so bestialisch, dass sogar der Sicherheitsdienst der SS protestierte. Deschner schilderte sie im Detail - für zwei Besucherinnen zu deutlich: sie verließen den Saal."

http://hpd.de/node/17208
Einerseits wäre anzumerken, ergänzend zu diesem Zitat, vieles im Leben ist auch von Zeit und äußeren Umständen abhängig.
Dann darf auch an die Jugoslawienkriege nach 1945 erinnert werden. Auch da zeigte sich abgrundtiefer Hass. Also keinesfalls „nur" die Zeit vor 1945.
Auch die da zu Vergleichszwecken bemühten vermeintlich friedlichen
„Wachtturm"-Verteiler, können vom „friedlichen Lamm zum brüllenden Löwen" mutieren. Siehe als Beispiel nur
Sie wollen keine „Lispelheilige"
(und anderes mehr). Und ohne den Flankenschutz der SS hätte auch die Catholica in Kroatien nicht so wüten können wie sie es Tat. Man muss auch die Jahreszahlen mit beachten, wo sich das so abspielte. In den gleichen Jahren schritt auch in den USA der Mob des Ku Klux Klan und verwandtem, zu außergesetzlicher Lynchjustiz, in deren Gefolge dort einige Zeugen Jehovas im buchstäblichen Sinne geteert und gefedert, oder „Rizinuskuren" gewaltsam unterzogen wurden, und anderes mehr. Das alles spielte sich - es sei nochmals ausdrücklich wiederholt, in den ach so „freiheitlichen" USA ab ...

von Drahbeck - am 19.11.2013 00:13

„Osservatore Romano"

Im Zeitspiegel
Auch der „Osservatore Romano", die Zeitung des Herrn Papstes, gibt laut „Freiburger Zeitung" vom 22. 11. 1933 ihren „Senf" dazu, dass nunmehr erst im Jahre 1933 die USA diplomatische Beziehungen mit der Sowjetunion aufgenommen haben. Besagte Sowjetunion bestand aber schon seit Ende des ersten Weltkrieges. Sonderliche „Eile" was die Aufnahme diplomatischer Beziehungen anbelangt, hatte man seitens der USA wohl nicht.
Möglicherweise hätte man jenen Schritt noch länger hinausgezögert, hätte man in USA-Politikerkreisen, sich nicht mittlerweile auch ein Bild davon gemacht, was sich in Hitlerdeutschland so abspielte.
Da man in den USA auch keinerlei Skrupel gehabt hat bzw. noch hat, fallweise auch mit Diktaturen „ins Bett zu gehen", stellte sich wohl die Frage der Neubewertung der Diktaturen. Offenbar hat es Hitlerdeutschland dabei geschafft, als besonders abschreckendes Beispiel, einen der vorderen Plätze zu belegen, und damit dem bisherigen Buhman Sowjetunion die Chance einzuräumen, nunmehr seitens der USA, etwas milder bewertet zu werden.
Darüber indes pflegten die salbungsvollen Sprücheklopfer im Vatikan, ihrerseits nicht weiter zu reflektieren.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=22b&year=1933&month=11&project=3&anzahl=10

Neben der Italienischen Ausgabe jenes Blattes, gibt es noch einige in anderen Sprachen. Eine allerdings habe ich „vermisst". Eine Ausgabe in lateinischer Sprache. Daher passt der nachfolgende Kommentar ja überhaupt nicht auf jenes Blatt.


Wirklich schade!

von Drahbeck - am 22.11.2013 23:25
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