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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 8 Monaten
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Drahbeck

Im Zeitspiegel

Startbeitrag von Drahbeck am 01.02.2014 23:07

Letzte vorangegangene Meldungen dieser Serie
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,188892,188892#msg-188892


Rosenberg wird Weltanschauungs-Papst
Es ist zwar bloß eine kleinere Meldung, in der „Freiburger Zeitung" vom 1. 2. 1934. Gleichwohl von nicht zu unterschätzendem Gewicht. Namentlich kirchliche Kreise die jene Meldung auch lesen konnten, hatten da mit dem Gefühl zu kämpfen, dass sich ihnen „der Magen umdrehte".
Ihr Hass-Gegner Rosenberg, war nunmehr von Hitler zum „Weltanschauungspapst" gekürt worden. In der eigentlichen Nazi-Hierarchie war er wohl eher unbedeutend. Ein Himmler ließ sich von ihm garantiert nicht „die Butter vom Brot nehmen". Das sollte sich in späteren Jahren noch deutlicher zeigen, als er noch zum Minister für die besetzten Ostgebiete gekürt wurde, und in der Praxis dennoch nichts zu sagen hatte. Da lehrten ihm die Himmler und Co, wer denn das tatsächliche Sagen habe.
Aber für die Kirchen war die Bestallung des Rosenberg mehr als misslich. Sie hatten ja mit der kirchlichen Nazifiliale „Deutsche Christen" versucht, die Nazis gar noch „von rechts überholen zu können", und waren damit grandios gescheitert. Und nun wird jener Rosenberg „Weltanschauungspapst". Jener Rosenberg, der bereits in seinem „Mythus des XX. Jahrhunderts" unverblümt zu Protokoll gegeben hatte, das Christentum habe aus Deutschland zu verschwinden!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=01a&year=1934&month=02&project=3&anzahl=8

Zitat

"Wir können nicht mehr nachplappern, was betrunkene Mönche auf Räubersynoden beschlossen haben, wir haben die Kinderschuhe ausgetreten und das Bewusstsein unserer selbst dämmert immer deutlicher."

Siehe als vorangegangenen relevanten „Meilenstein" auch die Sportpalastkundgebung der „Deutschen Christen" mit dem Dr. Reinhold Krause als Redner.
Das führte dann schlussendlich zur Oppositionsbewegung der „Bekennenden Kirche" in organisierter Form.
So hatten die Nazigranden sich das aber nicht vorgestellt, ihre Kürung des Rosenberg als „Weltanschauungspapst" war auch eine Reaktion darauf.

http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,174286,177447#msg-177447
11. November 2013 11:24

Davor schon die von den "Deutschen Christen" veranstalteten Exzesse zur Durchsetzung ihrer Machtansprüche, unter Einsetzung des Staatsappartes, etwa im Juni 1933.
Siehe:
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,164718,168363#msg-168363
30. Juli 2013 00:48

http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,143115,143115#msg-143115

19. Dezember 2012 00:24

(Dort mehr im zweiten Teil der Datei, das Vorgehen der "Deutschen Christen" gegen den Pfarrer Gauger)

Antworten:

Impfgegner und die Folgen

Im Zeitspiegel
Zitat aus einem entsprechendem Bericht:
„Derartige privat geführte Einrichtungen ziehen vermeintlich alternative Mittelschichteltern an. Ihre Kinder können hier unter sich bleiben, unbelästigt von – Gott behüte – Arbeiterkindern, vorwiegend solchen nicht-österreichischer Herkunft. Das Parademilieu von Impfgegnern."

http://hpd.de/node/17759

von Drahbeck - am 04.02.2014 11:45

Rechtspopulismus Made in „PRO NRW"

Im Zeitspiegel
Rechtspopulismus Made in „PRO NRW" veranlassten kirchliche Kreise zum Handeln.
Zitat

Die Werte, für die Pro NRW stehe, seien nicht vereinbar mit dem christlichen Gebot der Nächstenliebe. Das Parteiprogramm sei islamfeindlich und fremdenfeindlich: „Das können wir als Kirche nicht dulden. Das heißt nicht, dass wir als Kirche keine Kritik am Islam haben. Aber jedem Menschen gebührt erst einmal Achtung.

www.idea.de/detail/frei-kirchen/detail/presbyterin-abgesetzt-sie-ist-bei-pro-nrw-engagiert-26898.html

Sieht man sich namentlich die Leser-Kommentare dazu an, die auf einer diesbezüglichen Webseite eintrudelten, bleibt die Frage zurück. Wann werden wohl jene kirchlichen Kreise, aus Angst vor ihrer eigenen Courage, ehrlos einknicken?
Wer polemisiert denn da gegen jene kirchliche Handlungsentscheidung?
Meine These dazu: Mittelstandskreise, aber auch „gefühlte Möchte-gern-Mittelstandskreise". Dieses „Wortungetüm" besagt, ob wohl sie es objektiv nicht sind, möchten sie doch gerne auch „Mittelstand" sein. Ihren Frust dokumentieren sie dann als „Radfahrer" durch das „treten nach unten".
Ihre heile „Arier-Welt" gerät ja zusehends in Bedrängnis.
Man mag die eingetretenen Veränderungen, der Sprachkultur" in diesem Lande nicht schön finden, was durchaus nachvollziehbar ist. Aber das Rad lässt sich schwerlich zurückdrehen.
Jene die da ihren vorgenannten Frust betätigen, und dann Gruppen wie „Pro NRW" noch stärker machen, werden noch eine Nebenwirkung erzielen. Die Nebenwirkung das die von den verhinderten Ariern so überaus nicht geliebten Kreise, weiter verstärkt den Rattenfängern der Zeugen Jehovas anheimfallen. Das ist schon heute der Fall, es wird sich beim weiteren Erstarken jener Kräfte vom Typus „Pro NRW" noch verstärken!"

Lizenz zur Verachtung derer ganz unten

von Drahbeck - am 04.02.2014 23:56

Frau Nürpel-Teiler in Benken (Zürich) "wollte es wissen"

Im Zeitspiegel
Die „Basler Nachrichten" berichteten in ihrer Ausgabe vom 25. 7. 1924 über einen Prozess, welcher von den Bibelforschern, vor dem Schweizerischen Bundesgericht angestrengt wurde.
Zur Vorgeschichte gehörte; am 12. 2. 1924 wurde im Schweizerischen Kanton St. Gallen eine bereits bestehende Gewerbeordnungsbestimmung verschärft. Gemäß dieser Bestimmung sei grundsätzlich die kostenpflichtige Lösung eines „Patentes" vonnöten, will jemand sich als Hausierer betätigen. Die Behörden hätten aber auch die Möglichkeit, bestimmte Antragsteller abzuweisen.
Zitat

„Es wird kein Patent erteilt, wenn mit der Ausübung des Gewerbes
c) eine Belästigung des Publikums verbunden ist, wie bei Orgelspielen, Bänkelsängern, Bärenführern usw."

Aufgrund vorangegangener Beschwerden über die Bibelforscher, entschieden nun die örtlichen Behörden:
Zitat

„Die zuständigen Stellen seien angewiesen für den Vertrieb der Publikationen der „Vereinigung ernster Bibelforscher" keine Hausierpatente mehr zu verabfolgen.
2. Die für solchen Vertrieb bereits erteilten und noch laufenden Patente seien, unter Rückvergütung der gekürzten Gültigkeitsdauer entsprechenden Patenttaxe, auf den 18. Februar 1924 als ungültig erklärt."

Offenbar insgesamt fünf Personen aus dem Bibelforscherbereich, waren nun in St. Gallen von dieser Behörden-Entscheidung betroffen.
Seitens der WTG wurde daraufhin Klage beim Schweizerischen Bundesgericht dagegen eingereicht, an die sich als eine der Betroffenen auch besagte Frau Nürpel-Teiler in Benken (Zürich) mit beteiligte. Die anderen vier hingegen ließen es ihr bewenden haben. Jedenfalls klagten sie ihrerseits analog der Frau Nürpel-Teiler nicht auf der juristischen Schiene mit.
Seitens der juristischen Vertretung der Bibelforscher wurde dem Gericht gegenüber ausgeführt:
Zitat

„Es wurde bestritten, daß das Publikum durch die Missionare der Vereinigung belästigt worden sei und darauf hingewiesen, daß bis dahin noch keine einzige Polizeibuße aus diesem Grunde verhängt worden wäre. Sollte sich jemand tatsächlich eine Belästigung zuschulden kommen lassen, so mögen die Behörden gegen ihn einschreiten; ein derart allgemeines Verbot lasse sich aber auf Grund des Hausiergesetzes nicht rechtfertigen."

Die Gegenseite in diesem Streit, also die jene Verordnung erlassen habende Behörde hingegen führte aus:
Zitat

„das aufdringliche rücksichtslose und herausfordernde Vorgehen, das ziemlich allgemein bei diesen Hausbesuchen durch die Missionare befolgt werde, (sei) eine dem Publikum nicht zuzumutende Belästigung ... daß gelegentlich auch das religiöse Bekenntnis der zu Belehrenden heruntergesetzt werde.
Andererseits handle es sich hier um eine gewerbepolizeiliche Verfügung, gegenüber der die Preßfreiheit nicht angerufen werden könne."

Da die WTG sich schon vorher mit dieser Hausierergesetzgebung auseinandersetzt hatte, und dazu in ihrem internen Schrifttum auch entsprechende Verhaltensregeln formuliert hatte, wurden nun aus diesem die nachfolgenden Passagen zitiert:
Zitat

„frisch aufzutreten, langsam und freundlich zu reden".Nur wenn jemand die gebotene Schrift "absolut nicht will", soll eine andere offeriert werden, indem man die Erwartung ausdrücke, daß aber diese "bestimmt gekauft werde."
Wo kein Patent erteilt wird, sollen die Schriften nach dieser Instruktion geschenkt werden, mit dem Beifügen:
"Wenn Sie aber sonst gerne eine Kleinigkeit für dieses Werk geben möchten, so haben Sie die Freiheit."
In diesen Fällen darf kein Preis genannt werden, um nicht das Hausiergesetz zu übertreten."

Das Berufungsgericht war ob dieser Sachlage, „ganz hin und hergerissen" und fällte eine knappe Entscheidung. Obwohl besagter Frau Nürpel-Teiler nicht nachgewiesen werden konnte, dass sie persönlich in unzulässig aggressiver Form, ihre Hausierertätigkeit praktiziert hätte, hielt letztendlich das Schweizerisches Bundesgericht, die vorangegangenen Entscheidungen, zu ungunsten der WTG-Propaganda-Ambitionen weiter aufrecht.
Das einzigste was passierte waren ellenlange Ausführungen darüber, welche gesetzliche Grundlage für dieses der WTG in die Quere treten, zulässig seien. Da war sich dann auch das Bundesgericht keinesfalls einig. Die letztendliche Entscheidung mit einem Stimmenverhältnis von vier zu drei spiegeln diese Uneinigkeit wieder.
Die einen meinten, die vorhandene Gesetzgebung in Sachen Hausierertätigkeit, reiche für solch eine solche Versagungsentscheidung völlig aus.
Da nun aber die WTG dagegen klagte, meinten die anderen, so einfach könne aber die Begründung nicht ausfallen.
Sie zogen es vor ihre Versagung der WTG gefällig zu sein in die Worte zu kleiden:
Zitat

„Es ist ein vom Standpunkt der Bundesverfassung aus absolut unzulässiger Eingriff in die eigene Glaubenssphäre, wenn ein Agent einer religiösen Gemeinschaft einen Andersgläubigen in die Wohnung eindringt und ihn dort in einer Art und Weise bearbeiten will, wie dies den Missionaren der Bibelforscher in ihrer Instruktion vorgeschrieben ist. Eine derartige Belästigung mit religiöser Propaganda und Zudringlichkeit soll an sich verboten sein. Dafür gibt die Bundesverfassung die notwendige Handhabe."

Genau das aber wollte die WTG anders gesehen haben, hat dazu dieses Gerichtsverfahren angestrengt, und ist letztendlich mit ihrem Ansinnen gescheitert.
Noch ein bemerkenswerter Satz aus dem Pressebericht über dieses Gerichtsverfahren:
Zitat

„Wenn auch jedes religiöse Bekenntnis im allgemeinen das Recht hat, seine Lehren bekanntzumachen, um neue Anhänger für sie zu gewinnen, so kann andererseits der einzelne verlangen, daß er innerhalb seiner eigenen vier Wände von unaufgeforderter religiöser Werbetätigkeit verschont bleibe.
Dies muß hier umsomehr verlangt werden, als es sich bei den Ernsten Bibelforschern um eine Lehre handelt, die geeignet ist bei einfachen Gemütern Beunruhigung hervorzurufen."

Einen weiteren Artikel zum Thema gab es auch in der „Neuen Zürcher Zeitung" vom 31. 7. 1924 (Nr. 1135).
Was den Verfasser des Berichtes in der "Neuen Zürcher Zeitung" anbelangt, scheint der wohl zu der Kategorie der juristischen Erbsenzähler zu gehören.
Wer auf der Suche nach einer prägnanten Information ist, um die Frage beantwortet zu bekommen, welches Urteil hat denn nun das Schweizerische Bundesgericht in der Sache gefällt, der ist allerdings mit dem Artikel der NZZ schlecht bedient.
Statt dessen lamentiert er ellenlang solche Details wie. Die Verweigerung der Ausstellung neuer Hausiererpatente, und die Rücknahme bereits ausgestellter Hausiererpatente, durch die Behörden, seien zwei unterschiedlich justiziabel zu bewertende Sachen.
Seine "Kunst" die Berichterstattung bis zur Unverständlichkeit zu profilieren, mag denn stellvertretend seine Ausführung zu der Frage verdeutlichen, wie die Rücknahme bereits erteilter Hausiererpatente zu bewerten sei. Da meint er also das Zeitungspublikum wie folgt belehren zu sollen:
Zitat

"Da Sittlichkeit und öffentliche Ordnung bundesrechtliche Begriffe sind, an die sich die kantonalen Behörden bei allfälligen Einschränkungen der Glaubens- und Kultusfreiheit zu halten haben, so hat des Bundesgericht nicht bloß vom Willkürstandpunkte aus, sondern frei zu überprüfen, ob die von einem Kanton im Interesse der Sitte und öffentlichen Ordnung durchgeführte Einschränkung der Artikel 49 und 50 B(undes)V(erfassung) nicht allzu weit gehen."

Wer sich denn durch den Wust der Ausführungen der NZZ mühsam durchgehangelt hat, der hat das ungute Gefühl immer noch nicht so recht zu wissen, welches Ergebnis erbrachte denn nun jene Gerichtsverhandlung.
Noch eine Leseprobe aus dem letzt genannten Artikel:
Zitat

"Daß die bei Hausieren ja unvermeidliche Anpreisung der Ware, wo es sich um Schriften religiösen Inhalts handelt nicht als Vorwand für eigentlich religiöse Werbetätigkeit diene. Bei der Vereinigung ernster Bibelforscher muß diese Forderung um so mehr betont werden als ihre Lehre zu derjenigen der Landeskirchen, namentlich zum katholischen Glauben, in scharfen Gegensatz steht...."

Einer schwammig formulierten Notiz dazu, gab es auch in der in Freiburg (Schweiz) erscheinenden Zeitschrift „Ecclesiastica" Nr. 33/1924.
Letztere formulierte das die Bibelforscher das Schweizerische Bundesgericht angerufen hätten, nach vorangegangenen Negativ-Entscheidungen für die Bibelforscher, welche von regionalen Kantonsregierungen verfügt worden waren. Und dann gibt es in der „Ecclesiastica" dazu den nebulösen Satz:
Zitat

„Das Bundesgericht hat diesen Entscheid einstimmig abgewiesen."

Keinerlei Details indes werden dazu mitgeteilt. Von einer „einstimmigen" Entscheidung war nicht die Rede, wie schon der Bericht der „Basler Nachrichten" verdeutlichte.

Es gab zur gleichen Zeit, noch einen ähnlich gelagerten Streit, in dem Schweizer Kanton Nidwalden, welcher in der Verhandlung des Schweizerischen Bundesgerichtes, „in einem Abwasch", gleich mit verhandelt wurde.
Über ihn berichteten die „Basler Nachrichten" dann das folgende:
Zitat

„Hier lag die Sache anders. Karl Maurer, Gärtner in Pfäffikon (Zürich) und Paul Manz in Zürich, beides Missionare der Vereinigung Ernster Bibelforscher, bewarben sich um ein Hausierpatent im Kanton Nidwalden, um hier diese Schriften zu vertreiben. Die Polizeidirektion wies das Gesuch ab. Durch Entscheid des Regierungsrates von Nidwalden vom 10. März 1924 wurde der von ihnen ergriffene Rekurs abgewiesen. Der Entscheid stützt sich auf Paragraph 6d des Kantonalen Gesetzes über den Hausierverkehr, wonach
"von Personen, die erfahrungsgemäß beim Hausieren des Publikums durch Bettel oder Zudringlichkeit belästigen, keine Patente erteilt werden."
Hier war nun aber polizeilich festgestellt, daß sich die beiden Rekurrenten durch ihre Zudringlichkeiten bereits an verschiedenen Orten Belästigungen des Publikums hatten zuschulden kommen lassen.

Angesichts dieser Tatsache, war das Bundesgericht in der Abweisung der gegen diesen Entscheid eingereichten staatsrechtlichen Rekurses einig. Hier handelt es sich nicht um ein generelles Verbot wie in St. Gallen, sondern um die Patentverweigerung an zwei bestimmte Agenten, die durch ihr Verhalten bereits das Publikum belästigt hatten. Da hat das kantonale Hausiergesetz auch nach der Auffassung der Minderheit des Bundesgerichts im St. Galler Fall eine vollauf genügende Handhabe zur Abweisung des gestellten Gesuches."

In einer Kurznotiz erwähnt die Zeitschrift „Das evangelische Deutschland" (Nr. 3/1924 S. 25) diesen Fall. Letzteres Blatt schrieb:
Zitat

Die „Ernsten Bibelforscher"
Der St. Galler Regierungsrat hat lt. „Basler Nachrichten" das Hausieren mit den Schriften der sog. „Ernsten Bibelforscher" verboten und auch die früher erteilten Bewilligungen zurückgezogen. Die Züricher Regierung ist diesem Beispiel gefolgt.


Eine indirekte Folge vorbeschriebener Situation kann man auch in der Schweizer Ausgabe des „Bulletin" Ausgabe Februar 1926 registrieren (Vorläuferblatt des heutigen „Unser Königreichsdienst")
Genannte Ausgabe führt auch die Klage:
Zitat

„In keinem Lande des Europäischen Kontinents wurden die
(WTG-)Broschüren verschenkt, außer in der Schweiz."

Namentlich wird auf Deutschland und die USA hingewiesen, wo prinzipiell nur die Literatur verkauft wurde.
Als „Kompromiss" empfiehlt nun das Bulletin verstärkt die
Zitat

„Methode des freien Entgeldes"
einzuführen. Ihr zufolge wird kein direkter Verkaufspreis genannt, aber den Angesprochenen nahegelegt, einen finanziellen Beitrag nach eigenem Ermeßen zu geben. Die „Kunst" der WTG-Hörigen solle dann darin bestehen, zumindest mehr Geld zu erwirtschaften, als wie bei einer rein kostenlosen Abgabe.
Auf ähnlicher Wellenlänge liegt auch die Klage des Schweizer „Bulletin" in der Ausgabe vom Oktober 1925:
Zitat

„Es ist leider Tatsache, daß in unseren Ländern der Vertrieb des "Goldenen Zeitalters" im Vergleich mit Deutschland sehr zurück geblieben ist"

Dieses Zurückgebliebensein hat dann eine wesentliche Ursache, auch in den genannten fiskalischen Problemen.
Auch noch massenhaft ihre Zeitschrift zu verschenken, behagte der WTG nicht. Da nahm sie es lieber in Kauf, in der Schweiz eben keine Rekord-Umsatzzahlen benennen zu können.
Das „Bulletin" (Schweizer Ausgabe) für Oktober 1925, formuliert dann noch die Anweisung:
Zitat

„Wir bitten aber bei dieser Gelegenheit erneut alle lieben Geschwister, den Namen Kolporteur oder Kolportagewerk nicht mehr zu gebrauchen, weil diese Benennung ... bei den Behörden zu Mißverständnissen führen muss."

Auch diese Anweisung liegt dann mit im Kontext der vorbeschriebenen Problemlage.
Die Oktober 1927-Ausgabe des „Bulletin" führt ebenfalls die Klage:
Zitat

"Was die Verbreitung der Bücher der Gesellschaft in der Schweiz etwas erschwert, ist ja bekanntlich, dass man nicht, wie z. B. in Deutschland und Frankreich, das Recht des freien Verkaufes ausüben darf. Wollen wir die Bücher verkaufen, so sind wir genötigt uns mit einem Patente zu versehen, trotz unseres nachgewiesen erwerbslos betriebenen Werkes. Aber schon hat auch die Großzahl der Kantonsregierungen das Ausstellen von Patenten an uns verweigert, so dass wir meist auf das freie Missionieren angewiesen sind. Es bleibt uns denn kein anderer Weg, als auch (das Buch) 'Befreiung' auf diese Art zu verbreiten. Das Buch so den Menschen zugänglich zu machen, erfordert freilich etwas mehr Mut und Tapferkeit ... Weisheit, als nur einfach es zu verkaufen. ...
Wird die Literatur grundsätzlich gratis abgegeben, so dürfen freiwillige Geldgaben entgegen genommen werden. Damit aber keine Missverständnisse und Unannehmlichkeiten entstehen, sind die betreffenden Missionsarbeiter genau zu instruieren, dass sie ausdrücklich die Gratisabgabe der Literatur betonen, auch nicht betteln und Gaben nur als freiwillige Zuwendungen verdanken."





von Drahbeck - am 09.02.2014 23:15

100 Millionen teure Luxuskirche

Im Zeitspiegel
So sie denn kommt auch als Wallfahrtsort nach Potsdam für Neonazis geeignet.
Hitlers Inthronisierung und anschließende Beerdigung der Demokratie, fand just in dieser „Luxuskirche" statt.
Scheinheilig redet man von „Spenden"finanzierung. Es wäre nicht das erste mal dass in der Folge der Steuerzahler-Michel zum Hauptspender dann mutiert. Es wäre desweiteren nicht das erste mal, das vor Tisch angegebene Kostenpläne - nach Tisch - sich dann als Makulaturreif erweisen.
Hat jene Kirche nicht bereits eine Unmasse, von kaum rational ausgelasteten Kirchen?! Hat sie!
Pfarrer die da bis zu 10 Kirchen gleichzeitig zu verwalten haben, sind in jener Kirche keine Seltenheit.
Der „tönerne Riese" will mit seiner Planung wieder mal „demonstrieren". Ob denn beispielhaft der Berliner Dom - auch mit Steuergeldern wiederhergestellt - bei Gottesdienst-Veranstaltungen tatsächlich ausgelastet ist, erschein eher zweifelhaft. Und wenn doch, nur ein „Steinwurf" weit gibt es in Berlin eine weitere aktive Kirche, die „Marienkirche".
Berlin und Potsdam ist zudem verkehrsmäßig günstig erschlossen. Eine S-Bahn-Linie verbindet unter anderem Berlin mit Potsdam.
Der suggerierte „Bedarf" dürfte wohl kaum bestehen, außer bei jenen kirchlichen Apparatschicks, die da wähnen „etwas zu sein". Was sind sie denn? Ein tönerner Riese, der blos noch vergessen hat „umzufallen".
Andernorts stehen Kirchen zum Verkauf. Jene Kirche tät es ebenfalls gut, einige ihrer kaum rational genutzten Kirche zu Verkaufsobjekten zu deklarieren. Macht man einstweilen nicht, aus Prestigegründen. Da ist dann besagter „Luxuskirche" ein zusätzlicher Anachronismus.

Der Bischof jener Landeskirche, ursprünglich mal im Süden Westdeutschlands beheimatet, dann um das Bischofsamt in jener Kirche kandidierend, die regional überwiegend vormalige Bereich Ostdeutschlands abdeckt (abgesehen vom ehemaligen Westberlin). Jener Bischof gab kürzlich einer Boulevard-Zeitung ein Interview. Da besagte Boulevard-Zeitung diesen Artikel aber nicht auch Online zur Verfügung stellte, wird hier darauf verzichtet, diesen Beitrag näher zu verifizieren.
In diesem Interview fiel ihm auch als Vergleich der ADAC ein, mit seinen Manipulationen. Dies alles gedeutet als Vertrauensverlust in vermeintliche Honoratioren, zu denen er sich dann wohl auch selber zählt.
Ohne ihn beim Namen zu nennen, verwies er weiter auf seinen „fürstlichen" Bischofs-Kollegen Tabartz von Elst, als einem weiteren Beispiel solch eines Verursachers von Vertrauensverlust.
Schließlich fiel ihm indirekt noch das Thema mit ein, Kirchensteuer, und dort namentlich der Aspekt, dass auch Kapitalerträge (Zinsen), die höher als der zugestandene Freibetrag sind, ebenfalls zu Gunsten der kirchlichen Kassen zu versteuern sind. Nun haben er (respektive seinesgleichen, einschließlich ihrer Erfüllungsgehilfen in den politischen Parteien), eine diesbezügliche Verschärfung durchgeboxt. Bisher hatten Kirchensteuerpflichtige ihrer Bank selber diesen Status mitzuteilen. Das ändert sich nun demnächst. Staatliche Behörden teilen nun den Banken mit, wer Kirchensteuerpflichtig sei, damit auch dort nicht ein Cent für die Kirchen verloren gehe, und das System des „melkens" lückenlos funktioniere.
Die diesbezüglichen Meldungen, haben natürlich auch davon Betroffene zur Kenntnis genommen. Da jener Bischof jenen Aspekt, in seiner Auflistung von Ursachen des Vertrauensverlustes für seinesgleichen mit erwähnt, darf man vielleicht im Umkehrschluß mutmaßen. Da haben dann wohl einige Betroffene, diese anstehende Veränderung zum Anlaß genommen, um etwa in dem Sinne zu reagieren:
Na dann sparen wir uns halt die Kirche.
Das jener Herr Bischof über solcherlei Entscheidungen nicht erfreut sein kann, ist ja durchaus nachvollziehbar.
Für meine Person erkläre ich weiterhin. Ich spreche etlichen vermeintlichen Honoratioren (keinesfalls nur die vom ADAC) mein Mißtrauen aus (auch genannter Bischof darf sich in diese Kategorie einordnen), und werde (unabhängig vom Thema Fünf Prozent-Klausel bei politischen Wahlen), dieses Mißtrauen durch entsprechende Wahlentscheidungen, dokumentieren.


www.jesus.de/index.php?id=885&tx_ttnews[tt_news]=196579&cHash=f7034a4e5f94b191a801a0a7cd8aee58

von Drahbeck - am 15.02.2014 00:08

Re: 100 Millionen teure Luxuskirche

Im Zeitspiegel
Garnisonskirche, auch ein Symbol für
MIT GOTT IN DEN SCHÜTZENGRAUBEN
de.wikipedia.org/wiki/Garnisonkirche_(Potsdam)
Und auch für
„Am Deutschen Wesen habe die Welt zu genesen"
Dazu gehört dann auch, dass jenes Deutschland - buchstäblich bis zu letzt - in seinen Kolonien die Sklaverei praktizierte.
Siehe auch:
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,190474,196738#msg-196738
04. Februar 2014 02:48
Was ich ansonsten von der Religionsindustrie so halte, kann man auch aus Der Narr in Christ Emanuel Quiint unter anderem entnehmen.

Auch aus:
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,196646,196662#msg-196662
02. Februar 2014 22:20

von Drahbeck - am 15.02.2014 03:03

Faulhaber jubelt

Im Zeitspiegel
Der Münchner katholische Kardinal Faulhaber, bejubelt das mit dem Naziregime abgeschlossene Konkordat, laut einer Meldung der „Freiburger Zeitung" vom 19. 2. 1934.
Nunmehr sei der Zustand von „Friede Freude Eierkuchen" erreicht in der Lesart von Faulhaber.
Einige Jahre später indes, im Kontext der Naziaktion, Auslöschung angeblich lebensunwerten Lebens, vernimmt man dann von demselben Faulhaber andere Töne.
Das alles konnte er (besser wollte er) im Jahre 1934 noch nicht so genau wissen.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=19b&year=1934&month=02&project=3&anzahl=10

http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_von_Faulhaber

von Drahbeck - am 19.02.2014 01:48

„Oh wie schön ist es doch Beamter zu sein"

Im Zeitspiegel
Eine Adressenauflistung von Honoratioren für Honoratioren

Ob sie denn einen realen Praxiswert hat, erscheint (zumindest mir) eher zweifelhaft.
Immerhin da dieser „Beamten-Erguss" im Internet auch vorfindlich ist, sei dessen URL auch hier mal genannt.
Es muss ja nicht jeder eine gleich negative Bewertungs-Einstellung zur Beamtenszene haben (die ich für meine Person keinesfalls verschweige). Mysnip.118439

Wer also mit dieser „Beamtenauflistung" etwas „anfangen kann". Bitte schön, ich hindere ihn nicht daran.

http://www.spdfraktion.de/sites/default/files/0,,10653,00.pdf

Siehe auch die Meldung:
"Vom Militär-Hardliner zum Religionspolitischen Sprecher"
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,188892,196456#msg-196456
30. Januar 2014 01:18

von Drahbeck - am 23.02.2014 16:11

Mit im gestrigen Fernsehprogramm von BR 3 notiert

Ein Meinungskommentar
Da sei der Einfachheit halber auf zwei thematische Presseberichte verwiesen. In einem von ihnen auch der Satz
„Jetzt, da täglich neue Meldungen aus dem Miesbacher Amigosumpf auftauchen, bekommt Seehofer hektische Flecken im Gesicht und fordert einen Kandidaturverzicht Kreidls."

www.sueddeutsche.de/bayern/affaere-um-csu-landrat-seehofer-laesst-kreidl-fallen-1.1897491

www.welt.de/regionales/muenchen/article125152273/Seehofer-fordert-Skandal-Landrat-zum-Rueckzug-auf.html

„Amigo-Affären" auch andernorts nachweisbar, sind für gewisse Politiker immer nur dann interessant, lassen sie sich bei der Konkurrenz nachweisen.
Das durchaus als vorsätzlich verspätet zu bezeichnende Verhalten eines Herrn Seehofer, der offenbar nach Merkel-Muster das ganze lieber ausgesessen hätte. Durch die Umstände gezwungen, diese Aussitzpolitik nicht länger durchhalten kann, und nun gezwungermaßen die Flucht nach vorne antritt.
Bevorstehende Komunalwahlen tun das ihrige dazu. Ansonsten hätte die Devise, wohl weiter gelautet: Aussitzen, aussitzen und nochmals Aussitzen.

In der Sendung vor dem 21.00 Uhr Beitrag, auch die Schilderung eines Falles aus der Esoterikszene. Besonders skurill der Umstand, ein Opfer hat da um den Preis eigener Hochverschuldung, ein Spende von sage und schreibe 100.000 Euro getätigt. Zwischen diesem Opfer und anderen Melkern der Religionsindustrie, mag außer dem extrem hohen Betrag wohl kein prinzipieller Unterschied bestehen.
Menschen, die wegen ihrer geistigen Unselbständigkeit, immer einen brauchen, der ihnen sagt, wohin es denn lang zu gehen habe, sind das geeignete Opfermaterial sowohl für die klasssische Religionsindustrie als auch die Esoterikszene. Wenn die klassische Religionsindustrie die Esoterikszene als „vagabundierende Religiosität" bezeichnet, sagt sie im Prinzip nichts falsches. Den Beweis indes, dass sie wirklich „besser" wäre, hat sie damit allerdings noch nicht angetreten.
Erneut wäre da auf die Aussage von J. W. V. Goethe hinzuweisen.



Auch auf diese, zwar nicht von Goethe stammende Erkenntnis wäre eneut hinzuweisen:

Und auch im Seehofer'schen Amigoland, wird er prächtigst kultiviert - die Köhlerglaube, bis zum geht nicht mehr!

von Drahbeck - am 25.02.2014 06:48

Marktverteilungskämpfe

Im Zeitspiegel
Sorgen um die einfältige Bevölkerung
In der Zeitschrift „Licht und Leben" (Nr. 8/1914 S. 123f.) konnte man als Leserbrief diese Klage vernehmen:
Zitat

„Jetzt schreibt uns ein Pfarrer in Westpreußen:
„Hier im Osten ist das Sektenunwesen geradezu fürchterlich. In Thorn sitzen sie haufenweise und überschwemmen das Land mit geriebenen Agenten. Jetzt treibt sich schon fast eine Woche ein äußerst höflicher Milleniums-Mann hier im Dorf herum und hinterläßt in den Köpfen der
Zitat

einfältigen Bevölkerung

ein Wirrsal von verkehrten Anschauungen."
(Milleniums-Mann, umgangsprachliche damalige kirchliche Bezeichnung für die WTG-Hörigen).

"Früher fraß er besser — er wird doch nicht eingehen?"

von Drahbeck - am 27.02.2014 00:15

Schrumpfungsprozeß

Im Zeitspiegel
Aus einer Meldung der „Evangelischen Kirchenzeitung" „Die Kirche" vom 3. 3. 2013 (S. 7) (also etwa vor einem Jahr).
Drei Kirchenkreise im Bereich der Berlin-Brandenburgischen Evang. Kirche sollen zum 1. 1. 2014 fusionieren, zum neuen „Kirchenkreis Oderland-Spree".
Als Hintergrundzahlenmaterial wird genannt.
Im Jahre 2000 hatte jene Kirche in dieser Region 66.056 Mitglieder:
Im Jahre 2010 dann 50.315.
Prognosen fürs Jahr 2020 sagen einen Mitgliederbestand von 39.600 Mitgliedern voraus.



"Ein günstiges Jahr, teurer Amtsbruder, ein sehr günstiges Jahr, drei Sittlichkeitsverbrechen weniger als auf katholischer Seite.".

http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,156610,158711#msg-158711
18. Mai 2013 06:16

von Drahbeck - am 03.03.2014 01:32

Es ist wohl EINIGES faul!

Im Zeitspiegel
Zwei Artikel aus der heutigen Presse
Der eine berichtet über den Verkauf einer der teuersten Immobilien, in einer der teuersten Gegenden von London (England).
Meinerseits nehme ich da Bezug auf die Print-Ausgabe der heutigen „Berliner Zeitung". Da viele Blätter die Politik verfolgen, nur eine Auswahl ihrer Artikel auch Online zu stellen, wird ersatzweise ein anderer Link genannt, der in Kurzform auch darauf zu sprechen kommt.

immobilien.diepresse.com/home/gebaeude/1569758/index?from=gl.home_karrierenews

Es gibt aber noch einige weitere Artikel, analog in anderen Blättern dazu.
Ein besonderes Detail dabei auch, es gab da eine Art Bieterwettbewerb. Ein Bieter aus dem arabischen Katar unterlag, letztendlich gegenüber einem Millionär als Bieter, aus ja woher den nun. Aus der Ukraine. Das muß man sich dann mal so „auf der Zunge zergehen lassen". Ukrainische Oligarchen können es sich also leisten, für ihre Millionen, sich ein Objekt in London als Anlageform, auszuwählen ...

Der zweite Artikel an den ich da denke, in der heutigen „Berliner Zeitung", trägt den Titel „Endstation Heerstraße Nord" Auch hierbei wieder das Ergebnis, nur in der Print-Ausgabe genannten Blattes vorfindlich.
Für Nicht-Berliner die Zusatz-Info, eine Wohnhochhaus-Siedlung am Rande des vormaligen Westberlins. Die dortigen Häuser alle zu einer Zeit gebaut, wo die Spaltung zwischen Ost- und Westberlin, politisch noch bestand.
Vor Jahren noch gab es dort Wohnungsleerstände, jetzt so gut wie nicht mehr. Ein großer Teil der dort eine Bleibe gefunden habenden, sind diejenigen, wo die deutschen Sozialbehörden sagen, ihre Miete, für die sie einen Zuschuss bekommen, sei zu hoch. Sie müssen sich eine billigere Wohnung suchen. Dann eine Beschreibung der sozialen Infrastruktur, für die vielleicht auch der Satz charakteristisch ist, dass in den Schaukästen der Wohnungsgesellschaften, dort nur noch freie PKW-Stellplätze kostenpflichtig offeriert werden. Nun ja, wer sich kein Auto leisten kann, braucht dafür auch keinen Stellplatz dafür, was ja einleuchtend ist.
Charakteristisch auch noch der Satz „77,8 Prozent der Kinder (in dieser Gegend) unter 15 leben von Arbeitslosengeld II oder Existenzsicherung".

In angemessener sachlicher Weise indes wird ein Herr Sarrazin das wohl kaum kommentieren, was dann auch Bände spricht!

Nachtrag:
Zeitverzögert, ist der Heerstr-Artikel jetzt doch noch Online auffindbar.
www.berliner-zeitung.de/berlin/armut-in-berlin-endstation-heerstrasse-nord,10809148,26436444.html

von Drahbeck - am 03.03.2014 11:00

Carl Severing

Im Zeitspiegel
Auf eine Blüte der deutschen Sozialdemokratie, kam die „Freiburger Zeitung" vom 4. 3. 1934 zu sprechen, und zwar in einem Kontext, den die heutigen sich Selbstbejubler wohl weniger erwarten dürften.
Bevor auf die Ausführungen der „Freiburger Zeitung" eingegangen wird, noch erst mal einige Zitate aus der Wikipedia über ihn.
Zitat

„Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges fand auch in Bielefeld eine große Antikriegsdemonstration statt. Bereits dort sprach Severing sich schon vorsichtig für die sozialdemokratische Unterstützung eines als Verteidigungskrieg gedeuteten Konfliktes aus."

Und weiter:
Zitat

„Auf der Linie der Kriegsbefürworter blieb er auch in den folgenden Jahren und griff den Kriegsgegner Karl Liebknecht 1916 mit teils falschen und polemischen Anschuldigungen an"

Und
Zitat

„Am 17. Oktober 1918 rief er noch einmal öffentlich zur Zeichnung von Kriegsanleihen auf."

Nun ging also nach dem Weltkrieg die Geschichte weiter, und man findet in ihr, besagtem Herrn Severing vielfach in hohen SPD-Positionen, einschließlich Regierungsämter wieder.
Ein ganz besonders Verdienst im Sinne der CSPD hat dann Herr Severing sich wohl mit dem Umstand verdient, wie die Wikipedia formuliert:
Zitat

„Es war insbesondere Severings Verhandlungsgeschick zu verdanken, dass sich auch die Zentrumspartei an der Koalitionsregierung beteiligte."

Und dazu gibt es dann auch noch eine zeitgenössische Karikatur


Was die CSPD und in ihr besonders die Herrschaften Nahles oder Thierse als „Verdienst" einstufen würden, sahen andere etwas anders.
Diese etwas andere Sicht der Dinge formuliert die Wikipedia dann mit dem Satz:
Zitat

„Auf der Linken hatte die KPD inzwischen die Sozialfaschismusthese übernommen und agitierte vorwiegend gegen die SPD."

Das es dazu kam, hatte sicherlich ein Bündel von Ursachen. In diesem Ursachenkonstrukt indes, gebührt meines Erachtens dem Herrn Severing, auch ein bedeutender Aktienanteil!
Nun brach also die Katastrophe des Naziregimes doch noch an.
Wie traf es in ihr Herrn Sievering?
Die Wikipedia meint zu ihm:
Zitat

„In der Folgezeit wurde Severing nicht mehr verhaftet, gleichwohl musste er Schikanen über sich ergehen lassen und wurde überwacht. Aufgrund von Bedrohungen etwa durch die SA musste er mehrfach Bielefeld verlassen, aber ansonsten blieb er unbehelligt. Er selbst zog sich vollständig aus der Öffentlichkeit zurück und hielt sich zunächst von Widerstandsgruppen fern."

Insoweit mag man vorgenanntes als noch nicht so außergewöhnlich einstufen. Außergewöhnlich indes ist schon das, was die Wikipedia mit den Worten erfasst:
Zitat

„Bereits während des Dritten Reiches gab es Gerüchte, dass Severing sich dem Regime zugewandt hätte. Im März 1934 berichtete eine im Saarland erscheinende kommunistische Zeitung, dass Severing seine Memoiren unter dem Titel „Mein Weg zu Hitler" veröffentlichen werde und das Blatt druckte angebliche Auszüge ab. In der Emigration gab es eine heftige Debatte, ob dies der Wahrheit entspreche. Die Kampagne stellte sich rasch als haltlos heraus."

So so, angeblich haltlos. Wirklich haltlos?
Befragt man den Online-Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, wird ein Buch oder Broschüre von ihm mit dem Titel „Mein Weg zu Hitler", dort nicht nachgewiesen.
Es bleibt also weiter der Vorhalt, das seien Gerüchte, bestehen.
Völlig aus der Luft gegriffen? Wohl eher weniger.
Für letzteren Umstand spricht dann ein Artikel in der „Freiburger Zeitung" vom 3. 4. 1934, dort unübersehbar auf der Seite 1 platziert, mit der Überschrift:
Zitat

„Severing: Mein Weg zu Hitler"

In selbigem konnte man unter anderem lesen:
Als Quelle wird auf einen Bericht der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung" verwiesen, welche ausführte Severing wolle in Kürze eine Broschüre mit vorgenannten Titel erscheinen lassen.
Darin will er beweisen.
Zitat

„Daß von einem 'Übergang' zu den Nationalsozialisten keine Rede sein könne, da er in der Tiefe seiner Seele stets für Hitler Sympathie gehabt habe."

So so, er beschreibt sich damit selbst als verkappter Nazi innerhalb der SPD. Er verweist dann auf seine praktischen Politik-Entscheidungen, die diese Wertung stützen würden!

Auch noch so ein bemerkenswerter Satz von ihm:
Zitat

„Mein ehemaliger Parteigenosse Paul Löbe hat bereits den Nationalsozialismus anerkannt. Nun folge ich seinem Beispiel."

Auch darüber wird dann noch was zu sagen sein.
Fakt ist aber erst mal, besagte, angekündigte Broschüre ist dann doch wohl nicht erschienen. Warum wohl? Zum einen eine freie Publizistik gab es zu der Zeit nicht mehr. Die Nazi-Granden entschieden, was erscheinen durfte und was nicht. Insoweit kann der Umstand keineswegs ausgeschlossen werden, dass erschien den Nazis politisch nicht opportun. Deshalb ihre Zensur-Entscheidung. Dass ändert aber immer noch nichts an dem Umstand, dass Severing eine entsprechendes Manuskript durchaus verfasst haben könnte.

Um ein anderes Veranschaulichungsbeispiel zu nennen. Bekanntlich habe ich mich der der Anti-Zeugen Jehovas Koryphäe zu Nazizeiten, Dr. Hans Jonak von Freyenwald näher auseinandergesetzt.
Dazu gehörte auch die Frage, was hat denn dieser Herr noch so alles andere publiziert.
Auch wenn es nicht hundertprozentig beweisbar ist. Auf Grund der Indizienlage steht es zumindest für mich einwandfrei fest.
Es gab zu Nazizeiten auch eine weitere Neuauflage der antisemitischen Hetzschrift
„Protokolle der Weisen von Zion" ( 1935 im antisemitischen „Hammer"-Verlag erschienen). Weniger der eigentliche Text jener Hetzschrift ist bei dieser Neuauflage beachtlich. Dafür um so mehr aber die vorangestellte Einleitung in die Thematik jener Schrift. Und die stammt meiner Einschätzung nach, aber auch seiner eigenen späteren Angabe gemäß, aus der Feder jenes Dr. Jonak.
Zwischen Hitlerdeutschland und Österreich bestanden in jenen frühen Jahren der Naziherrschaft, durchaus relevante Spannungen. Daher zog es Jonak vor, nicht namentlich in jener Broschüre in Erscheinung zu treten. Es würde jetzt zu weit führen, die weiteren Indizien noch mit auszuführen, die mich zu vorgenannter These veranlassen.
Immerhin gab es noch ein bedeutsames Faktum.
Die zugrundeliegende russische Hetzschrift des Nilus „Das Große im Kleinen", welche auch den Protokolletext enthielt, ist in der Praxis nie in deutscher Übersetzung erschienen, ebenfalls als Folge eines Nazi-Zensureingriffes.
Sie sollte aber in deutscher Übersetzung erscheinen! Und zwar bearbeitet von jenem Dr. Jonak. Ein Verlag wurde auch bereits dazu genannt. Weitere Materialien zu diesem Thema sind der „Wiener Library" (vormals London jetzt Tel Aviv) entnehmbar.
Offenbar die Nazibefürchtung bei dieser Zensur-Entscheidung. Gibt es eine deutsche, für breite Publikum erreichbare Übersetzung der Nilus-Schrift, wird der Lächerlichkeits-Charakter jener Hetzschrift noch deutlicher, als er für Fachleute ohnehin bereits erkennbar war. Da zogen die Nazis es vor, es lieber so zu lassen wie es war, um weiter den Hetzcharakter der Protokolle-Schrift ausnützen zu können. Opfer dieser Politik-Entscheidung eben auch Jonak, der seinen Zeitaufwand für die Vorbereitung einer deutschen Buchausgabe dazu, nunmehr „in den Rauch schreiben" konnte.
Es wäre durchaus denkbar, dass auch im Falle Severing, ähnlich gelagerte Überlegungen, eine gewisse Rolle gespielt haben.

Um zu den Wikipedia-Zitaten zurückzukehren. Darin gibt es auch den bemerkenswerten Satz:
Zitat

„Für das Verhältnis von Severing zum NS-Regime sind die Zahlungen problematisch, die er vom Regime erhielt. Dabei ist zwischen zwei Aspekten zu unterscheiden. Juristisch vertreten durch seinen Schwiegersohn ... gelang es Severing, die Auszahlung des Übergangsgeldes durchzusetzen, das ihm wie auch den anderen Mitgliedern der ehemaligen preußischen Regierung vom Regime verweigert wurde. Gleiches trifft auch auf die Zahlung einer kleinen Pension von 500 M zu. Problematischer als diese ihm rechtlich zustehenden Gelder ist eine darüber hinausgehende Zahlung von 250 RM, die aus einem Privatfonds Hitlers stammte."

http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Severing
Und da muss man dann in der Tat auch an den Fall Paul Löbe erinnern.
Über letzteren, der auch zeitweiiger Reichtagspräsident war, kann man laut Wikipedia auch vernehmen:
Zitat

„Trotz Löbes oppositioneller Haltung zum NS-Regime wurde ihm als ehemaligem Reichstagspräsidenten später auf Anweisung Hitlers eine Pension in Höhe von 600 RM gewährt, die bis 1945 pünktlich ausbezahlt wurde."


http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Löbe

Hitler war durchaus Realpolitiker genug, um einschätzen zu können, wie man mit jetzt zahnlosen Löwen am besten umspringt.
Die unnötig zum Märtyer machen? Was für einen Nutzen hätte Hitler davon?
Wenn aber mit bereits geringen Geldsummen, die nunmehr still gestellt werden können, dann traf er in seiner Sicht, eine sicherlich weisere Entscheidung, wie man mit Sozialfaschisten, am besten umgeht!

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=03a&year=1934&month=04&project=3&anzahl=8
Unter der Überschrift „Severing stellt richtig" gab es dann am 6. 4. 1934, in der „Freiburger Zeitung" noch einen thematischen Nachschlag zum Thema.
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=07&day=06b&year=1934&month=04&project=3&anzahl=14

Namentlich kann man aus letzterem Text wohl entnehmen, das die Überschrift „Mein Weg zu Hitler" als zu tendenziös, nicht von Severing selber stammt.
Er teilt in der Sache mit, er arbeite zwar an einem Memoirenband (welcher tatsächlich dann erst nach 1945 erschienen ist), betont aber, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jener Meldung in der Nazipresse, das seien noch „ungelegte Eier". Namentlich werden von ihm jene in der Nazipresse gebrachte Zitate, nicht autorisiert.
Nun ist es durchaus nachvollziehbar, wenn er sich zu dieser Art von Dementi entschlossen hat, dass er darin dann zu Nazizeiten keine offenen Angriffe gegen selbiges mit einbauen konnte. Insoweit sucht er sich „diplomatisch" aus der gelegten Schlinge herauszuwinden.
Unabhängig von diesem Tatbestand bleibt dennoch der fade Nachgeschmack zurück. Jene die Severing als verkappten Nazi in der SPD geortet haben, dürften trotz alledem so „grundlegend schief" nicht gelegen haben!

von Drahbeck - am 05.03.2014 06:23

Re: Es ist wohl EINIGES faul!

Da kann wohl Herr Sarrazin sich nur bestätigt sehen

Wieder in der heutigen „Berliner Zeitung" ein schockierender Bericht, über in Ruinen hausende.

www.berliner-zeitung.de/berlin/baerenquell-brauerei-in-niederschoeneweide-neues-elendsquartier-in-berlin,10809148,26464400.html

Und die Politiker? ... Die „reagieren" wenn sie denn „reagieren" nur mit einem, mit Hilflosigkeit.
Das da Mißstände bestehen liegt auf der Hand. Durch „aussitzen" indes lassen sich die kaum bewältigen. Munition also für die Sarrazin und Co.
Wenn die Freizügigkeit in Europa zu solchen Mißständen führt, dann dürfte es wohl notwendig sein, die da zugrunde liegenden Politik-Entscheidungen einer kritischen Generalprüfung zu unterziehen.

Wird diese Prüfung indes nur von NPD und Co vorgenommen, stellen die übrigen Beamten-Parteien in diesem Lande, sich nur eines aus: Eine Bankrott-Erklärung.
Jenen Beamten-Parteien schrieb es kürzlich Edith Franke aus dem Bereich sächsischen Linke ins „Stammbuch". Denen geht es nur um ihre Posten.

http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,196462,198163#msg-198163

Frau Franke ist dergestalt zu ergänzen: Keinesfalls „nur" die Linken in Sachsen, sondern auch weite Teile der übrigen Parteienlandschaft.

Ohne Zweifel hat Sarrazin einen neuralgischen Punkt angesprochen. Ich muss aber weiter bei dem Urteil bleiben, seine vermeintlichen „Patent"rezepte, sind alles andere als „patent". Ein aktives aufnehmen der Problematik wäre vonnöten. Den Bock Sarrazin dabei zum Gärtner zu bestellen, wäre wohl kaum als „sachgerecht" bezeichenbar.









von Drahbeck - am 05.03.2014 07:46

Scharfmacher Goebbels

Im Zeitspiegel
„Gegen nichtarische Künstler"
titelt ein Artikel der „Freiburger Zeitung" vom 6. 3. 1934.
Wenn es um antijüdische Maßnahmen ging, fühlte sich der Scharfmacher und Demagoge Goebbels in der Nazihierarchie, wohl dazu berufen, den treibenden Keil zu spielen.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showmonth&year=1934&month=03&project=3

Ein Veranschaulichungsbeispiel zu dieser Meldung.
Die „Freiburger Zeitung" vom 11. 3. 1934, berichtet unter der Überschrift: „Film 'Katharina die Große' abgesetzt" über offenbar von Nazikreisen inszenierte Tumultszenen, bei der Film-Aufführung.
http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=02&day=11r&year=1934&month=03&project=3&anzahl=28

Entlarvend in dieser Meldung auch die Detailangabe, in jenem Film sei auch die jüdische Schauspielerin Elisabeth Bergner mit einer Rolle vertreten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Bergner

von Drahbeck - am 05.03.2014 23:39
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